Samstag, 30. April 2011

Carl XVI. Gustaf Folke Hubertus, König von Schweden

Der 30. April ist in Schweden nicht nur der Valborgsmässoafton, die Walpurgis Nacht, sondern auch der Geburtstag des Königs, denn Carl XVI. Gustaf Folke Hubertus wurde am 30. April 1946 im Schloss Haga in Solna geboren, im Schloss, in dem heute die Kronprinzessin Victoria mit Prinz Daniel wohnt. Im allgemeinen wird der König natürlich nicht mit all seinen Vornamen bezeichnet, sonder nur kurz Carl XVI. Gustaf genannt.

Carl XVI. Gustaf, der am 15. September 1973 zum König von Schweden gekrönt wurde, ist der siebte Regent aus dem Hause Bernadotte, wobei der schwedische Monarch nicht nur der König des Landes, sondern auch sein Präsident ist, der Schweden in der ganzen Welt repräsentiert und auch zahlreiche andere Ehrenämter innehat.

Am 19. Juni 1976 heiratet Carl XVI. Gustaf Silvia Sommerlath, die damit zur Königin von Schweden wurde. Erst fünf Jahre nach der Hochzeit zog das Königspaar dann in das Schloss Drottningholms in Stockholm, wo dann auch die jüngste Tochter, Prinzessin Madeleine, geboren wurde. Auf die Frage, ob er nun mit 65 an seine Pension zu denken beginnt und Victoria bald Königin wird, winkt der König ab, denn in der Tat kann ihn niemand, außer dem Tod, dazu zwingen .

30. April: Die Walpurgisnacht in Schweden
30. April 1982: Der Tag der schwedischen Flagge 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 29. April 2011

Schwedischer Reißverschluss erobert die Welt

Am 29. April 1913 wird der heute so häufig angewendete Reißverschluss weltweit patentiert, eine Erfindung des Schwedens Otto Fredrik Gideo Sundbäck. Eigentlich war es nur die Weiterentwicklung des ursprünglichen Reißverschlusses, den Elias Howe bereits 1851 vorstellte gestellt hatte, der Sundbäck patentiert wurde, aber dem Schweden war es als ersten gelungen alle vorherigen Probleme des Zippers zu beseitigen und konnte damit eine eigene Erfindung patentieren lassen.

Allerdings muss man sich fragen, inwieweit die Erfindung von Otto Fredrik Gideo Sundbäck auch tatsächlich schwedisch war, denn seine technische Ausbildung gewann der Erfinder in Deutschland, nämlich in Bingen am Rhein, und seine Verbesserungen, die zum heutigen Reißverschluss führten, entwickelte er in Amerika, wo er sich 1905 niedergelassen hatte und eine Fabrik für Reißverschlüsse besaß.

Die Reißverschlüsse errangen ihren ersten Durchbruch im Jahre 1917, als die US Navy ihn bei den wetterfesten Anzügen ihrer Lotsen einsetzten. Um jedoch die Alltagskleidung in der ganzen Welt zu erobern, kam der Reißverschluss, genauer sagt sein Patent, zurück nach Europa. 1923 erwarb der Schweizer Martin Othmar Winterhalter die Europarechte für seinen RiRi (Rippen und Rillen), wie er die Erfindung nannte. In seiner Firma in Wuppertal stellte er dann weltweit die ersten seriengefertigten Reißverschlüsse her, die dann nur 1950 noch eine kleine Verwandlung erlebten, indem Metall mit Plastik ersetzt wurde.

29. April 1659: Sophia Elisabet Brenner und die Frauenbewegung
29. April 1812: Emilie Högqvist, ein kurzes Leben im Glanz 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 28. April 2011

Wasser und Brot in schwedischen Gefängnissen

Am 28. April 1938 wurden in schwedischen Gefängnissen dunkle Zellen und die Prygel (körperliche Strafe) abgeschafft, was als eine der bedeutendsten Reformen des Strafvollzugs des 20. Jahrhunderts in Schweden bezeichnet werden kann. Erstaunlich bei diesem Gesetz war vor allem, dass die körperliche Strafe des alten schwedischen Zivilrechts bereits im Jahre 1855 abgeschafft wurde, was sich jedoch nicht auf Strafgefangene in Gefängnissen ausdehnte.

Vita Gaveln, ehemaliges Frauengefängnis in Göteborg

Das erste offizielle Gefängnis Schwedens entstand 1624 in einem früheren Kloster auf Gråmunkeholmen in Stockholm. Im dortigen Tukthus wurden Bettler und „arbeitsscheues Gesindel“ untergebracht und im Barnhuset elternlose Kinder, die wie Zwangseigene von Joachim Firbrandt behandelt wurden. Die dort Gefangenen mussten vor allem in der Spinnerei, der Schmiede, der Weberei und der Seilherstellung arbeiten. Die Gefangenen erhielten dafür ihr Essen, jedoch keinerlei Lohn. Der gesamte Gewinn ging an Joachim Firbrandt.

Die härteste Zeit für Gefangene jeder Art kam jedoch mit einem Gesetz von 1653, in dem es hieß, dass Gefangene (selbst bei Mundraub) „slås i järn och arbeta för sitt brott“, also an Eisenketten festgemacht wurden und für ihre Taten viele Jahre arbeiten mussten. Die Arbeitstage begannen oft morgens um vier Uhr und endeten am Abend um zehn Uhr, außer am Sonntag. Die gefürchtetste Strafe in dieser Epoche war zur Carlstens Fästning nach Marstrand geschickt zu werden, einer Festung, in der viele Gefangene die harte Arbeit nicht überlebten.

28. April 1868: Hjalmar Procopé, ein finnlandschwedischer Dichter
28. April 1973: Siri Derkert, Erneuerin der öffentlichen Kunst

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 27. April 2011

Die Geburt Kirunas und die Flucht der Stadt

Am 27. April 1900 wurde die Stadt Kiruna gegründet, die nördlichste Stadt Schwedens, die mit seinen knapp 20.000 Einwohnern oft als die Hauptstadt Lapplands bezeichnet wird. Für Touristen ist Kiruna wegen seiner Nähe zum Abisko Nationalpark, der Nähe des Eishotels in Jukkasjärvi und dem legendären Wanderweg Kungsleden (Königspfad) bekannt.

Kiruna entstand auf Initiative von Hjalmar Lundbohm, dem technischen Leiter des Grubenbetriebs LKAB, und war bis 1948 nur eine kleine Gemeinde, die zu Jukkasjärvi gehörte. Als Kiruna 1948 Stadt wurde, wurde sie als die flächenmäßig größte Stadt Schwedens bezeichnet, was sich jedoch 1971 änderte, als man Stadt Kiruna und Land Kiruna trennte.

Kiruna, das vor dem 27. April 1900 Luossavaara hieß und nach dem Namen eines nahen Berges benannt war, ist nicht nur wegen seiner Erzgruben bekannt, sondern auch für sein Raumfahrtprogramm, das dort bereits in den 50er Jahren begann. Da das Zentrum Kirunas wegen der Grubenarbeiten einzustürzen droht, muss, nach einem Beschluss vom 8. Januar 2007, die gesamte Innenstadt verlagert werden. Während einige Gebäude dem Erdboden gleichgemacht werden, hoffen die Bewohner Kirunas, dass zumindest einige historische Gebäude erhalten werden können.

27. April 1900: Die Gründung der Stadt Kiruna
27. April 1971: Inge Schiöler, der schwedische Maler der kräftigen Farben 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 26. April 2011

Der Folkets Park in Malmö

Am 26. April 1891 öffnete in Malmö der erste Folkpark (Volkspark) in Schweden, der damals noch Möllevångsparken hieß und in der Tat sogar der erste Volkspark weltweit war. Der Park wurde von der Malmöer Arbeiterbewegung gegründet um den Arbeitern der Stadt eine Alternative zu den Bierhallen zu bieten und um ihnen einen Platz für Versammlungen zu schaffen, aber auch um die Aktivitäten der sozialistischen Bewegung zu finanzieren, unter anderem das Folkets Hus und die Arbeiterzeitung.


Noch heute findet man im Folkets Park, der seit 1990 der Stadt Malmö gehört, den Jagdpavillon, den rechteckigen Teich und das Gårdshuset aus der Gründerzeit. Auch wenn der damalige Möllevångsparken bereits am 26. April öffnete, so wurde die Einweihungsfeier auf den 1. Mai gelegt, was symbolisch für die Ausrichtung der Anlage war und eines der bedeutendsten Ereignisse in der Geschichte der Stadt war.

Der heutige Folkets Park bot von Beginn an eine Art Biergärten, in denen jedoch mehr gegessen als getrunken wurde und wo viel über Arbeiterpolitik geredet wurde. 1895 wurde im Folkets Park die Tanzbahn gebaut, wo später die bekanntesten Tanzbands Schwedens zum Tanz aufspielten. 1994 hat die Stadt Malmö diese Tanzbahn als Bühne für Kinder umgebaut. Und am 15. Mai 1914 fand hier die Baltische Industrie- und Handwerksausstellung statt, eines der wichtigsten Ereignisse in der Geschichte Malmös. Noch heute ist der Folkets Park der bedeutendste Treffpunkt für die Bewohner Malmös wo sich alle Kulturen treffen. Der Eintritt zu den Veranstaltungen im Folkets Park ist grundsätzliche kostenlos.

26. April 1893: Harr Hjörne rettet die GP (Göteborgs-Posten)
26. April 1998: Sven Olov Lindholm, der Verehrer Hitlers

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 25. April 2011

Anja Pärson, alpine Skiläuferin

Am 25. April 1981 wurde Anja Pärson in Tärnaby im Västerbottens Län geboren, einer Gegend, in der jedes Kind von klein auf mit Skier zurechtkommt, auch wenn nicht alle die gleichen Leistungen bringen, die Anja Pärson im Laufe vieler Jahre erbrachte, zumal viele im Laufe der Zeit eher Motorschlitten den beiden Brettern vorziehen.

Anja Pärson begann ihre Karriere als Skiläuferin bei der Weltmeisterschaft am 15. März 1998 in Crans-Montana in der Schweiz, wo sie den 25. und damit den letzten Platz auf der Liste einnahm. Nur zwei Wochen später überraschte sie dann damit, dass sie ihr erstes Gold bei der schwedischen Meisterschaft im Riesenslalom errang.

Anja Sofia Tess Pärson, wie sie mit vollem Namen heißt, errang während der Weltmeisterschaft in Garmisch Partenkirchen, trots ihrer geringen Leistungen, die 13. Weltmeisterschafts-Medaille und gilt damit als die beste Skiläuferin aller Zeiten. Anja Pärson lebte von 2003 bis 2012 in Monaco, um den hohen schwedischen Steuern zu entgehen und trainiert im Sommer überwiegend in der Schweiz. Im Jahre 2012 gab Anja Pärson ihre Karriere auf und zog zu ihrer Partnerin Filippa Rådin in Schweden.

25. April 1744: Anders Celsius und die Celsius-Skala
25. April 1945: Björn Ulvaeus, die Zeit vor und nach ABBA 

Copyright: Herbert Kårlin

Vetenskapsfestivalen Göteborg 2013 Pferdesport in Göteborg

Sonntag, 24. April 2011

Das Kriegsschiff Vasa wird in Stockholm geborgen

Am 24. April 1961 wurde das Kriegsschiff Vasa, das auf seiner Jungfernfahrt im Jahre 1628 in den Schären vor Stockholm sank, geborgen, eine Aufgabe, die bereits im Jahre 1956 in die Wege geleitet worden war. Nach Studien in den Archiven und der Strömung vor Stockholm hatte Anders Franzén das Kriegsschiff Vasa damals in einer Tiefe von 32 Metern lokalisiert. Von der ersten Sekunde an erhielt er jede Unterstützung um das legendäre Schiff zu bergen, denn die Galeone sollte nicht im Meer verrotten.

Das Vasa-Museum in Stockholm

Die ersten Teile der Vasa, die man heute im 1990 gegründeten Vasa-Museum (Vasamuseet) in Stockholm besichtigen kann, wurden im Laufe des Jahres 1957 an die Oberfläche geholt. Es handelte sich dabei um Galionsfiguren, Skulpturen, eine Kanone und den Anker. Am 20. August 1959 war es dann soweit, das Schiff mit Hilfe von Stahlseilen zu verlagern, so dass das Wrack nur noch 17 Meter unter Wasser lag und besser von Tauchern erforscht und erreicht werden konnte.

Die Geschichte des Kriegsschiffs Vasa, dessen Wrack am 16. Februar 1962 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde, wurde mittlerweile von Anders Wahlgren in Form einer Reportage, die auch das Milieu des 17. Jahrhunderts schildert, verfilmt. Die Uraufführung fand im Herbst des Jahres 2011 im Vasa-Museum in Stockholm statt. Zur Buchmesse in Göteborg des gleichen Jahres stellte der Filmer und Autor dann auch sein Buch über die Galeone Vasa vor und zu Weihnachten konnten die Fernsehzuschauer in Schweden die Geschichte der Vasa in mehreren Teilen verfolgen. Heute ist die Vasa eine der wichtigsten touristischen Attraktionen Stockholms, da die Galeone jährlich über eine Million Besucher anzieht, was nur noch vom Skansen geschlagen wird..

24. April 1896: Örebro wird internationale Handelsstadt
24. April 1917: Die Hungerdemonstration in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 23. April 2011

Musik, Vergnügen und Essen im Stockholmer Nalen

Am 23. April 1967 schloss der Stockholmer Vergnügungspalast Nalen, ein Gebäude, das 1888 als Nationalpalatset gebaut, allgemein als Nalen bekannt wurde und wo zwischen 1933 und 1960 alle bedeutendsten Künstler jener Zeit auftraten. Nalen, unter der Führung von Gustaf Lindblom (Topsy), war weltweit ein Begriff in der Musikszene. Nalen war der künstlerische Magnet Stockholms.

Als Nalen 1967 geschlossen wurde, sollte das Gebäude eigentlich abgerissen werden um Neubauten Platz zu machen. Gerade noch rechtzeitig konnte die Stiftung Levi Petrus das historische Gebäude erwerben und machte daraus eine Freikirche und ein Behandlungsheim für Drogen- und Alkoholabhängige. Allerdings ging die im Jahre 1959 gegründete Stiftung 1997 in Konkurs und Nalen wurde günstig zum Verkauf angeboten, um die Schulden der Stiftung zu decken.

Der Konkurs brachte jedoch dem Nalen die ursprüngliche Bestimmung zurück, da der Verband schwedischer Künstler und Musiker das Gebäude erwarbe und daraus einen Kulturpalast für Gegenwartsmusik und zeitnahe Bühnenkunst machte. Heute findet man daher im Nalen wieder Musik, kulturelle Veranstaltung, ein Restaurant, einen Rockklub und ein Aufnahmestudio, sowie Konferenzräume. Jedes Jahr finden im Stockholmer Nalen wieder hunderte von Musikkonzerten statt zu denen wieder Künstler aus der ganzen Welt eingeladen werden.

23. April 1889: Die schwedische Prinzessin Eugénie
23. April 1942: Das nordische Folkbåt (Volksboot) läuft vom Stapel

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 22. April 2011

Funktionalismus im Stockholmer Kaufhaus NK

Am 22. April 1929 öffnete im Kaufhaus NK (Nordiska Kompaniet) in Stockholm eine Möbelausstellung die schwedischem Funktionalismus in Architektur und Einrichtung den Weg öffnete und das schwedisches Möbeldesign bis heute prägt.

Diese erste Ausstellung brachte der Bevölkerung Schwedens einen neuen Einrichtungsstil nahe in dem Glas, Stahl und Bequemlichkeit bedeutend wurden, was auch der erste Schritt zu einer industriellen Möbelproduktion war. Schweden war bei dieser Bewegung kein Vorreiter, da sich die Idee des Funktionalismus bereits seit Mitte der 20er Jahre in Europa verbreitete, neu war jedoch die Anpassung des Funktionalismus an schwedische Bedürfnisse und Gewohnheiten.

Die Ausstellung im Kaufhaus NK war der erste Schritt Schwedens zu modernem und praktischem Design, das bereits ein Jahr später bei der Stockholmsutsställningen (Stockholmausstellung) seinen wahren Durchbruch in Schweden hatte. Die gesamte Idee des schwedischen Möbelriesen IKEA baut ausschließlich auf den Gedanken des Funktionalismus auf, der seine Wurzeln in der Ausstellung von 1929 im NK hat.

22. April 1672: Georg Stiernhielm, der Vater der schwedischen Skalden
22. April 1796: Bernhard von Beskow die die konservative Literatur Schwedens
22. April 1935: Der eigenwillige schwedische Architekt Carl Bergsten

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 21. April 2011

Streik und Revolution in Schweden

Der 21. April 1917 war in Schweden der Höhepunkt einer seit langem anhaltenden Unruhe, der in Ådalen zu einem Generalstreik führte, an dem sich in hunderten von Orten des Landes das Volk in Demonstrationen gegen die damalige Politik auflehnte und wo zehntausende von Arbeitern vor dem Reichstagshaus ihren Forderungen Nachdruck verliehen.

Einer der wichtigsten Anlässe war die Hungersnot, die seit Beginn des ersten Weltkriegs in Schweden Einzug gehalten hatte. Allein im April und Mai 1917 forderten rund 300.000 Arbeiter des Landes „Brot und Freiheit“. Bei den meisten dieser Demonstrationen gingen Arbeiterfrauen an der Spitze der Demonstrationen, die später als Hungerupproret bekannt wurden. In einigen Städten wurden bei dieser Gelegenheit selbst Geschäfte geplündert.

Hunderte von Streiks des Jahres 1917 richteten sich gegen das kapitalistische Schweden, in dem sich Unternehmer am Krieg bereicherten, während das Volk verhungerte. Die Preise von Lebensmittel stiegen während dieser Jahre um ein Vielfaches, die Arbeitslöhne sanken, so dass sich ein schwedischer Arbeiter im April 1917 weder Brot noch Kartoffeln leisten konnte. Die Unruhen dieses Jahres zwangen Politiker und König zu sozialen Zusagen, die das Land langfristig veränderten.

21. April 1612: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden
21. April 1948: Klasse Möllberg, der Liebling schwedischer Kinder 


Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 20. April 2011

Tradition der Majblomman (Maiblume) in Schweden

Am 20. April 1907 wurde in Schweden erstmals die Majblomman (Maiblume) verkauft, eine kleine künstliche Blume, die man an seiner Jacke oder seinem Mantel befestigen kann und die heute jedes Frühjahr von Kindern in ganz Schweden verkauft werden. Die Einnahmen aus dem Verkauf dieser Blumen dienen dazu die Kinderarmut in Schweden zu bekämpfen.

Die Idee der Majblomman (Maiblume) kam von Beda Hallberg und war eine persönliche, lokale Initiative in Göteborg. Damals dienten die Einnahmen der Bekämpfung von TBC, die in allen Teilen der Stadt kursierte. Die Blumen wurden zu je 10 Öre verkauft und bereits im ersten Jahr gelang es Beda Hallberg 139.000 Stück davon allein in Göteborg zu verkaufen.

Der Erfolg der Aktion war jedoch mehr als zweifelhaft, denn bevor die Göteborgs Handels- och Sjöfartstidning die Aktion lobte, war die Bevölkerung Göteborgs der Meinung, dass Wohlfahrt keine private Angelegenheit sei und wollten daher Bedas Idee nicht unterstützen. Mittlerweile hat die Aktion über 100 Jahre überlebt und leistet einen großen Beitrag im Kampf gegen die schwedische Kinderarmut.

20. April 1947: Björn Skifs, mehr als nur ein schwedischer Sänger
20. April 1978: Neues Thronfolgegesetz in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 19. April 2011

Von Trelleborg nach Sassnitz

Am 19. April 1958 wurde die Zugfähre M/S Trelleborg an die SJ Malmö geliefert. Die Fähre mit dem Heimathafen Trelleborg kostete 26 Millionen Kronen und sollte regelmäßig zwischen Trelleborg und Sassnitz verkehren, das sich damals noch in der Deutschen Demokratischen Republik befand. Bis 1972 verkehrte die Fähre regelmäßig zwischen Schweden und Deutschland, wobei sie jedoch ab 1966 nur noch als Reservefähre diente.


Bevor die M/S Trelleborg jedoch erstmals nach Sassnitz aufbrach, machte sie eine Testreise nach Bottenviken und machte dort einen längeren Test bei stärkerem Eis. Bei der Reise auf der Ostsee zurück nach Trelleborg, legte sie erst noch eine Pause in Stockholm ein wo die Fähre von der Allgemeinheit besichtigt werden konnte. Am 27. April 1958 brach die M/S Trelleborg jedoch erstmals nach Sassnitz auf um den regulären Fährverkehr aufzunehmen.

Ab 1966 verkehrte die Fähre M/S Trelleborg dann vor allem zwischen Stockholm und Nådental, sowie als Reservefähre zwischen Trelleborg und Sassnitz. 1977 wurde die Fähre nach Griechenland verkauft, wo sie noch mehrere Jahre lang als Passagierfähre eingesetzt wurde. Als 2003 die schwedischen Pläne sie in ein Museumsboot zu verwandeln scheiterten, wurde sie in Indien verschrottet. Die heutige M/S Trelleborg, die Schweden erneut mit Deutschland verbindet, nahm ihren Betrieb am 28. Mai 1982 auf. Im Jahr 2014 kann man einen Fahrschein für die Hin- und Rückreise, die je Strecke etwa vier Stunden dauert, mit einem Automobil ab 130 Euro erhalten.

19. April 1632: Sigismund, ein König nicht wie die anderen
19. April 2004: Per Verner-Carlsson, der Revolutionär des schwedischen Theaters

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 18. April 2011

Der Priester, der sich für die Homosexualität einsetzt

Am 18. April 1965 wurde Lars Gårdfeldt geboren, der heute Priester der Svenska Kyrkan ist und als Autor und Aktivist für die schwedische HBT-Bewegung (Homosexuell, Bisexuel, Transvestit) ist, ein Kämpfer, der keine Situation auslässt, um sich für die Rechte Homosexueller beider Geschlechter einzusetzen.

Der Priester Lars Gårdfeldt kämpft seit langem dafür, dass auch Homosexuelle das Recht haben in der Kirche zu heiraten, er diskutiert über die Homosexualität in der Bibel und schrieb eine Doktorarbeit zum Thema „Hasst Gott Homosexuelle?“. Während der Gaygala 2004 in Stockholm wurde ihm der Titel „Kämpfer des Jahres“ verliehen.

Lars Gårdfeldt ist auch beim kommenden HBTQ-Festival (Q für Queers) vom 1. bis zum 5. Juni in Göteborg ein bedeutender Partner der Organisatoren, der während des Festivals die Öffnung der schwedischen Kirche demonstrieren wird. Lars Gårdfeldt veröffentlichte 2009, zusammen mit seinem Bruder, auch einen Pulp-Roman, der erotische Szenen Homosexueller beinhaltet und in Kopenhagen spielt.

18. April 1589: Prinz Johan verzichtet zweimal auf die schwedische Krone
18. April 1962: Jan Björklund, der Kultusminister mit militärischem Hintergrund

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 17. April 2011

August Strindbergs "Ein Traumspiel" hat Uraufführung

Am 17. April 1907 hatte Strindbergs Stück „Ett drömspel“ (Ein Traumspiel) im Svenska Teatern in Stockholm seine Uraufführung, ein Stück, das August Strindberg bereits im Jahre 1901 geschrieben hatte und 1902 veröffentlicht wurde. Der Autor begann das Stück nahezu unmittelbar, nachdem er von seiner damaligen Frau Harriet Bosse einen Brief erhialten hatte, in dem sie ihm mitteilte, dass sie ihn verlässt.

Nur wenige Monate nach der Uraufführung seines Ett drömspel gründete August Strindberg dann sein Intima Teatern, in dem er seine eigene Stücke vor einem kleinen Publikum präsentieren wollte. Er stellte zu diesem Zweck auch zwölf unbekannte Schauspieler ein, die in seinen Augen seine Stücke besser darstellen konnten als jene mit viel Bühnenerfahrung. 1910 schloss das Theater jedoch wegen internen Problemen, um jedoch im Jahre 2003 in den gleichen Räumen neu zu öffnen. Etwa die Hälfte aller Stücke, die dort gegeben werden, sind von Strindberg und setzten daher die Idee des Autors fort.

"Ein Traumspiel" ist die Geschichte von Agnes, der Tochter des Gottes Indra, die entdecken will wie Menschen leben und auf Erden die Feststellung macht, dass alle Träume der Erdlinge immer wieder zerstört werden, dass das Glück des einen, das Unglück eines anderen ist und jede Freude mit Schmerz bezahlt werden muss. Letztendlich kehrt Agnes mit Hilfe des Feuers zurück zu ihrem Vater.

17. April 1929: Alfred Berg entdeckt als Student die Musik
17. April 1970: Rudolf Petersson und der berühmteste Rekrut Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 16. April 2011

Schwedische U-Boot HMS Ulven spurlos verschwunden

Am 16. April 1943 verschwand das schwedische U-Boot HMS Ulven, noch einer Übung vor der westschwedischen Insel Marstrand spurlos. Erst am 5. Mai konnte das U-Boot dann auf dem Meeresgrund gefunden werden, rund 100 Meter innerhalb der schwedischen Seegrenze. Für die 33 Mann Besatzung kam damit jede Hilfe zu spät.

Die HMS Ulven lag in einer Tiefe von 50 Metern und war mit einer deutschen schwimmenden Mine innerhalb des schwedischen Territoriums kollidiert und gesunken. Da in der Gegend des gesunkenen U-Boots sehr viele deutsche Minen schwammen, konnten die Bergungsarbeiten, unter militärischem Schutz, erst am 2. August des gleichen Jahres abgeschlossen werden.

Die 33 Seeleute wurden dann am 4. August 1943 nach Nya Varvet in Göteborg transportiert, wo sie auch begraben liegen. Das Ereignis während des Zweiten Weltkriegs wird in Schweden sowohl im Fiskerimuseet auf der westschwedischen Insel Hönö als auch vom Göteborger Seerettungsdienst aufrecht gehalten. Im Fischereimuseum auf Hönö wird der gesamte Handlungsverlauf dokumentiert, wobei die erste Suchaktion unmittelbar nach dem Verlust des U-Bootes auch auf einem kurzen Film festgehalten wurde.

16. März 1851: Ernst Josephson, der Künster des Wahnsinns
16. April 1964: Der schwedische Jazzmusiker Esbjörn Svensson 

Copyright: Herbert Kårlin

Messetermine in Göteborg

Freitag, 15. April 2011

Greta Garbo, von der Friseuse zum Weltstar

Am 15. April 1990 starb Greta Garbo (geborene Gustafsson) im Alter von 85 Jahren in New York. Erst neun Jahre später wurde ihre Asche dann nach Schweden überführt und im Skogskyrkogården in Stockholm begraben. Der dunkelrote Marmorstein auf dem Friedhof trägt ihren Schriftzug in Gold.

Als Greta Garbo in einem Friseursalon in Stockholm arbeitete, wurde ihr von einem Kunden ein Arbeitsplatz im Stockholmer Warenhaus PUB angeboten. Greta Garbo griff zu und verkaufte daher ab Juli 1920 Hüte, wird jedoch gleichzeitig als Fotomodell für verschiedene Werbekampagnen des Kaufhauses beschäftigt. Der Einstieg in die Filmwelt begann mit dem Werbefilm „Herrskap i Stockholm ute på inköp“, der ebenfalls noch für PUB gedreht wurde.

Bald danach gab Greta Garbo ihre Tätigkeit als Verkäuferin auf, bekam mehrere Nebenrollen und begann an der Dramatens Scenskola in Stockholm Schauspielerei zu studieren. Nach dem Fiasko des Films „Die Frau mit den zwei Gesichtern“ im Jahre 1941 lehnte die damals 37-jährige Greta Garbo jede weitere angebotene Filmrolle ab, obwohl sich die bedeutendsten Regisseure der Welt Mühe gaben die Schauspielerin zurück an die Arbeit zu bringen. Greta Garbo lehnte selbst eine handschriftliche Einladung der englischen Königin mit dem Argument, sie habe nichts anzuziehen, ab.

15. April 1931: Die Lyrik des Tomas Tranströmer
15. März 1942: Erik Femström, als Sänger bekannt unter dem Namen Jerry Williams 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 14. April 2011

Der erste Volvo läuft vom Band

Am 14. April 1927 um 10 Uhr morgens verließ der erste serienmäßig hergestellte Volvo die Fabrikhalle auf Hisingen, einem Stadtteil Göteborgs. Das Fahrzeug erhielt den Namen ÖV4 (Öppen Vagn 4 cylindrar), wurde aber vor allem unter dem Namen „Jakob“ bekannt, da der bekannteste Prototyp des Fahrzeugs am Namenstag Jakobs fertig gestellt wurde.

Vom ÖV4 wurden täglich fünf Exemplare hergestellt. Insgesamt wurden 996 dieser ersten schwedischen Autos ausgeliefert. Jedes Fahrzeug kostete 4800 Kronen und hatte eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h. Volvo bat jedoch die Käufer nur in Ausnahmefällen 60 km/h zu überschreiten. Im April 1929 wurde das Modell ÖV4 vom weitaus kräftigeren und geschlossenen Modell PV651 ersetzt.

Auch wenn der Geburtstag des Volvo ÖV4 der 14. April 1927 war, so verschickte das Unternehmen, das aus dem schwedischen Kugellagerhersteller SKF hervorging, bereits im August 1926 eine Presseinformation mit dem Foto des Autos, einem Prototyp, der in Stockholm hergestellt worden war. Das Unternehmen Volvo selbst wurde am 10. August 1926 während einer Vollversammlung von SKF gegründet, dem Unternehmen, das damals Volvo zu 100 Prozent besaß.

14. April 1924: Eine Straßenbahn, die mit Benzin fährt
14. April 1984: Marianne Aminoff, der unbekannte Filmstar 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 13. April 2011

Großbrand in Västerås

Am 13. April 1714 brach am Kyrkbacken in Västerås ein Großbrand aus, der nahezu die ganze Stadt in Schutt und Asche legte. Da an diesem Tag jedoch ein Nordwind blies, blieben die Häuser am Kyrkbacken fast alle erhalten, außer natürlich dem Stall des Buchdruckers Hagen, in dem das Feuer ausbrach.

Auch wenn es Jahre dauerte bis sich Västerås von dieser Katastrophe, die rund 200 Gebäude in Asche legte, erholte, so machte gerade dieser Brand Västerås in ganz Schweden bekannt, dank des deutschen Gärtners Bernhard Johan Bohnsack, der in Västerås als „der Gurkenmann“ bekannt wurde und die Stadt zur schwedischen „Gurkstaden“ machte.


Bernhard Johan Bohnsack sollte nämlich den beim Brand zerstörten Kungsträdgården wieder aufbauen und bepflanzen. Der Gärtner legte nun jedoch nicht nur den Park neu an, sondern begann auch Gurken (Druvgurka) zu züchten, eine Sorte, die heute noch in Västerås angebaut wird und nur von Juli bis September geerntet wird. Der Kungsträdgården, der bereits um diese Zeit der Öffentlichkeit zugänglich war, entwickelte sich nach der Neuanlage zu einem eindrucksvollen Park.


13. April 1876: Are Waerland, ein schwedischer Gesundheitsapostel
13. April 1930: Die schwedische Textilkünstlerin Agnes Branting 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 12. April 2011

Karl Sverkersson stirbt auf Visingsö

Am 12. April 1167 starb der König Karl Sverkersson im Alter von 37 Jahren auf Visingsö. Karl Sverkersson war seit 1158 König der Ostgoten und wurde von Knut Eriksson, dem Sohn Erik des Heiligen, ermordet, der mit dem Mord neuer König von Schweden wurde. Allerdings hatte Knut auch gleichzeitig die beiden Söhne Karl Sverkerssons, Kol und Burislev, getötet und damit die Nachfolger des Königs beseitigt.

Karl Sverkersson war der erste schwedische König, der den Namen Karl trug und in Geschichtsbüchern oft als Karl VII bezeichnet wird, da Johannes Magnus, der die erste Geschichte der Herrscher der Goten schrieb, zu diesem Zweck einfach sechs frühere Könige erfand, denen er allen den Namen Karl gab. Tatsächlich war Karl Sverkersson daher Karl I, oder, in moderner Schreibweise Carl I.

Der König Karl Sverkersson spielt aus mehreren Gründen eine Rolle in der schwedischen Geschichte, da er auf dem ältesten vorhandenen Siegel Schwedens zu finden ist, er den ersten Erzbischof in Schweden einsetzte und mehrere Klöster, unter anderem das Alvasta Kloster, unterstützte und während seiner Regierungszeit die erste schriftliche Urkunde erstellt wurde.

12. April: Der schwedische Vorname Liv und seine Bedeutung
12. April 1116: Rikissa von Polen wird zweimal zur schwedische Königin

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 11. April 2011

Schweden rüstet sich gegen Deutschland

Am 11. April 1940 begann das schwedische Verteidigungsministerium mit der heimlichen Mobilisierung, nachdem Deutschland zwei Tage vorher bereits Dänemark und Norwegen besetzt hatte. Die Erzählungen der norwegischen Flüchtlinge, die in Schweden ankamen und die strategische Lage Göteborgs am Kattegat beunruhigten die schwedischen Politiker in besonderem Masse.

Da Schweden Deutschland nicht provozieren wollte, da dies die Wahrscheinlichkeit eines Angriffs erhöht hätte, erfolgte die Mobilisierung nicht auf einmal, sondern verteilte sich auf mehrere Wochen. Aus 100.000 Soldaten, die überwiegend im Norden Schwedens stationiert waren, entstanden so 320.000 Soldaten, die immer näher an der Küste stationiert wurden und das Land verteidigen sollten.

Da die schwedischen Soldaten nur eine Kurzausbildung erhalten konnten, war die Truppe von der Schlagkraft her kaum gegen einen deutschen Angriff gewappnet, was jedoch die militärische Organisation ausgleichen konnte. Schweden zögerte auch nicht vor ungewöhnlichen Mitteln, die einen Überfall Deutschlands vielleicht nicht verhindern, aber erschweren sollten. So wurden vor der Hafeneinfahrt Göteborgs ältere Schiffe versenkt, die es der deutschen Flotte unmöglich machte den Hafen anzulaufen.

11. April 1837: Der schwedische Kampf gegen den Alkohol
11. April 1973: Szenen einer Ehe, ein Film von Ingmar Bergman

Copyright: Herbert Kårlin

Messetermine in Göteborg

Sonntag, 10. April 2011

Das Ivar Lo-Johansson Museum in Stockholm

Am 10. April 1990, knapp ein Jahr nach dem Tod des schwedischen Schriftstellers Ivar Lo-Johansson wurde seine Arbeitswohnung im Süden Stockholms in ein literarisches Museum verwandelt, auch wenn man kaum von einer Verwandlung sprechen kann, da der Raum seit 65 Jahren nahezu unverändert war. Ivar Lo-Johansson hat nie etwas aus dem Raum entfernt, sondern nur hin und wieder eine Kleinigkeit, und vor allem je ein Exemplar seiner neuen Bücher oder Übersetzungen, hinzugefügt.

Ivar Lo-Johansson (1901 - 1990) zog 1934 mit dem halbfertigen Manuskript Kungsgatan in diese Einzimmer-Wohnung, die er bis zu seinem Tod bewohnte. Das Gebäude hatte, mit einer einzigen Ausnahme, nur Einzimmer-Wohnungen für Singles. Die Wohnung des Schrifstellers wird heute von der Ivar Lo-Johansson Gesellschaft als Museum unterhalten, die die Erinnerung an diesen bedeutenden Arbeiterschriftsteller aufrecht halten will.

Ivar Lo-Johansson gilt als einer der bedeutendsten Arbeiterschriftsteller des letzten Jahrhunderts und war überzeugter Sozialist, der seine Meinung auch aktiv verteidigte. Mit seinen Schilderungen von körperlicher Arbeit, Einsamkeit und dem Wunsch aus dem monotonen Leben auszubrechen, hat er zahlreiche spätere Autoren inspiriert. Durch seine Schilderungen des Verlangens erotischer Lust in einigen seiner Romanen war Ivar Lo-Johansson zeitweise eine viel diskutierte Person der literarischen Szene Schwedens. In seinem Testament stiftete der Autor noch den begehrten Ivar Lo-Johansson Preis.

10. April 1728: Nicodemus Tessin der Jüngere und das Stockholmer Schloss
10. April 1990: Das Ivar Lo-Johansson Museum in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 9. April 2011

Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin

Am 9. April 1689 starb die ehemalige Königin Kristina von Schweden, die von 1632 bis 1654 auf dem schwedischen Thron saß, in Rom. Kristina nimmt in der schwedischen Geschichte eine sehr vielschichtige Rolle ein und noch heute sind viele Fragen über ihre Entwicklung und ihre Entscheidungen offen, trotz der Autobiografie der einstigen Königin.

So bleibt, zum Beispiel, die Frage, warum Kristina, die nach der geänderten Erbfolge nur unter der Voraussetzung Königin wurde, dass sie auch schnellstmöglich heirate, damit ein Thronfolger gesichert war, nie eine Ehe einging. Es konnte nie nachgewiesen werden, dass Kristina je eine Liebesaffäre mit einem Mann hatte, aber es sind zahlreiche Verhältnisse zu Frauen bekannt.

Da es im 17. Jahrhundert undenkbar war, dass eine Königin lesbisch sein könne, kamen die merkwürdigsten Gerüchte auf, unter anderem, dass sie verstümmelt oder gar ein Mann sei. Bestätigungen fand man vor allem in der Stärke und der Eigenwilligkeit mit der sie die Regierungsgeschäfte führte. Da sie keine Ehe eingehen wollte, dankte Kristina von Schweden am 1. Juni 1654 ab, was sie am 6. Juni in aller Öffentlichkeit wiederholte und am 16. Juni vom Reichstag bestätigt wurde. Noch im selben Jahr trat sie auch zum Katholischen Glauben über.

9. April 1944: Lars Norén und die schwedischen Außenseiter
9. April 1947: Maria-Pia Boëthius und der schwedischer Feminismus

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 8. April 2011

M/S Gripsholm, von Schweden nach Amerika

Am 8. April 1956 wurde in der Ansaldo-Werft im italienischen Genua die M/S Gripsholm zu Wasser gelassen, der neue, weiße Luxusdampfer der Svenska Amerika Linien, der zwischen Göteborg und den USA zirkulieren sollte und an die Geschichte der früheren M/S Gripsholm anschließen sollte, das legendäre Auswanderer-Schiff Schwedens, das während des Zweiten Weltkriegs zum Austausch von Kriegsgefangenen diente.

Die M/S Gripsholm wurde am 2. April 1957 von der italienischen Werft an die Svenska Amerika Linien geliefert und brach am Dienstag, den 14. Mai des gleichen Jahres, zu seiner Jungfernfahrt nach Amerika auf. Beim ersten Halt in Kopenhagen stiegen dann die letzten Passagiere, überwiegend Auswanderer, an Bord und der weiße Riese nahm mit 650 Passagieren und 350 Besatzungsmitgliedern seine erste Reise nach Amerika auf.

Im Jahre 1975 ging der Göteborger Broströmkonzern, der die Svenska Amerika Linien besaß, mit der Werftkrise und nach einigen Skandalen, in Konkurs, ein Schicksal, das auch der M/S Gripsholm ähnelt. Das Schiff wurde mehrmals verkauft und als auch der letzte Plan es als Kasino oder Restaurant in Göteborg oder Stockholm zu verankern, scheiterte, sollte es 2001 in Indien verschrottet werden. Während dieser letzten Reise wurde es von Piraten in Dakar überfallen und geplündert. Bei der Weiterfahrt schlug es Leck und sank vor der Küste Südafrikas.

8. April 1864: Die Karriere des schwedischen Schauspielers Oskar Textorius
8. April 1931: Erik Axel Karlfeldt: Mit Poesie zum Nobelpreis der Literatur 


Copyright: Herbert Kårlin

Pferdesport in Göteborg

Donnerstag, 7. April 2011

Dag Hammarskjöld, eine schwedische Legende

Am 7. April 1953 wurde Dag Hammarskjöld mit 57 von 60 Stimmen zum Generalsekretär der UN (United Nations) gewählt. Er war damit der erste Vertreter der UN, der auch von Russland anerkannt wurde und verdankte es seinem Verhandlungsgeschick auch im Jahre 1957 wiedergewählt zu werden. Er führte sein Amt bis zu seinem tragischen Tod am 18. September 1961 aus.

Dag Hammarskjöld war einer der vielseitigsten Politiker, Diplomaten und Schriftsteller Schwedens, der während seiner Amtszeit als Generalsekretär der UN mit zahlreichen Problemen konfrontiert wurde. Der Koreakrieg, der Konflikt am Suezkanal, der Kalte Krieg und die Unruhen in Ungarn waren nur einige der brisanten Situationen mit denen Hammarskjöld als UN-Generalsekretär zu kämpfen hatte.

Dag Hjalmar Agne Carl Hammarskjöld, wie er mit vollem Namen hieß, war seit 1953 Mitglied der Svenska Akademien und erhielt 1961 posthum den Friedensnobelpreis verliehen. Seit Tod ist indes bis heute ungeklärt, denn es konnte, trotz wiederholter und sehr intensiver Nachforschungen, nie geklärt werden, ob das Flugzeug mit dem er am 18. September 1961 nach Zambia (damals Nordrhodesien) unterwegs war, sabotiert wurde oder ob der Pilot die Flughöhe falsch einschätzte. Dag Hammarskjöld wird den neuen 1000-Kronen-Schein Schwedens zieren, eingebettet in eine Landschaft Lapplands.

7. April 1914: Die drei Berufe des Schweden Albert Theodor Gellerstedt
7. April 1990: Brand auf der M/S Scandinavian Star bei Lysekil im Bohuslän

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 6. April 2011

Die schwedische Gruppe Abba erobert die Welt

Am 6. April 1974 gewann die schwedische Gruppe Abba in Brighton den Eurovision Song Contest mit ihrem Song Waterloo, was der Auftakt für eine internationale Karriere war, die sich die vier Mitglieder der Gruppe nicht erträumt hatten. Agnetha Fältskog, Björn Ulvaeus, Benny Andersson und Anni-Frid Lyngstad wurden über Nacht zu einem Begriff in der Musikwelt.

In der schwedischen Musikszene war der Erfolg der noch heute bekanntesten Popgruppe Schwedens eine gewisse Überraschung, da die 70er Jahre in Schweden von Prog, einer links gerichteten Musik, geprägt war und die Musik Abbas daher für rein kommerziell und daher „minderwertig“ und „aussagelos“ gehalten wurde.

Zum Durchbruch in Schweden half dann jedoch, dass ABBA am 18. Juni 1976 ihr Dancing Queen bei einer königlichen Gala am Vorabend der Hochzeit von Carl XVI. Gustaf und Silvia Sommerlath sangen und die Tatsache, dass die Gruppe bereits sieben Jahre vor MTV Musikclips produzierte. Am 16. März 2010 wurde ABBA dann als erste schwedische Gruppe in der Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

6. April 2012: Karfreitag in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 5. April 2011

Die Svenska Akademien, Verteidiger der schwedischen Sprache

Am 5. April 1786 gründete der König Gustav III. im Stockholmer Börssalen feierlich die Svenska Akademien. In seiner Rede betonte er die Bedeutung der neuen Institution für die schwedische Sprache und stellte die ersten dreizehn, von ihm ausgewählten Mitglieder der Svenska Akademien, vor. Diese Mitglieder sollten ihm weitere fünf Personen nennen, die er dann, falls er mit ihnen einverstanden war, ebenfalls ernennen würde.

Nach König Gustav III., der bei einem Maskenball in der Oper in Stockholm ermordet wurde, sollte die Svenska Akademien nach dem Vorbild Frankreichs „arbeta uppå Svenska Språkets renhet, styrka och höghet“. Das Ziel war daher ein akademisch reines Schwedisch zu schaffen, das von allen gebildeten Bürgern des Landes angewendet werden sollte.

Die Svenska Akademien besteht noch heute aus jeweils 18 Mitgliedern, die immer auf Lebenszeit in das Gremium gewählt werden, jedoch nicht an den Sitzungen teilnehmen müssen. Das bedeutendste Werk der Svenska Akademien ist die „Svenska Akademiens ordlista över svenska språket“, eine Wortliste, die alle Wörter enthält, die in der schwedischen Sprache als korrekt betrachtet werden. Im Jahre 2006 kam die 13. Auflage auf den Markt, die mittlerweile auch von einer Ausgabe auf CD ergänzt wurde.

5. April 1950: Die Karriere der schwedischen Sängerin Agnetha Fältskog
5. April 2007: Maria Gripe, Kinderbücher ohne Gewalt

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 4. April 2011

Schweden und Dänemark kämpfen bei Kalmar

Am 4. April 1611 erklärte der dänische König Kristian IV in Örebro dem schwedischen König Karl IX. den Krieg, der als der Kalmar-Krieg in die Geschichtsbücher einging, obwohl die beiden Länder nicht nur bei Kalmar kämpften, sondern auch an Münding des Göta Älv, wo Karl IX. eine Stadt gegründet hatte, die ein Vorläufer des heutigen Göteborg war.

Die Ursachen für diesen Krieg waren auf mehren Ebenen zu suchen und das Verhältnis zwischen Kristian IV. und Karl IX. war schon seit Jahren sehr angespannt, denn der schwedische König verlangte, dass der dänische König die drei schwedischen Kronen aus seinem Wappen entfernte und der dänische König war empört darüber, dass sich Schweden mit seiner neuen Stadt einen Zugang zum Meer geschaffen hatte, was für Dänemark bedeutete, dass die Zölle am Öresund stark rückläufig waren.

Der Kalmar-Krieg spielte sich daher einerseits bei Kalmar ab, wo Kristian IV. das Schloss einnahm, zum anderen bei Göteborg, wo der dänische König das Schloss Älsvborg in seine Hände brachte. Das Erbe von Gustav II. Adolf, der am 1. Oktober 1611 König von Schweden wurde, war daher nicht nur ein Krieg, sondern er musste auch mit hohen Schulden beginnen, da der dänische König eine sehr hohe Lösesumme für die Freigabe der Älvsborg forderte. Zum anderen gewann Dänemark bei Friedensschluss am 19. Januar 1613 das Dauerrecht, die schwedischen drei Kronen im Reichswappen zu verwenden, ein Symbol, das man noch heute auf der dänischen königlichen Flagge und dem königlichen Wappen findet.

4. April 1930: Victoria von Baden wird schwedische Königin
4. April 1966: Der schwedische Filmer Lorens Marmstedt 

Copyright: Herbert Kårlin

Messetermine in Göteborg

Sonntag, 3. April 2011

Schwedischer Pilot über Blekinge abgeschossen

Am 3. April 1945 wurde bei Sölvesborg in Blekinge der erste und einzige schwedische Pilot von deutschem Militär über schwedischem Gebiet abgeschossen, obwohl Schweden neutral war und sich die deutsche Maschine ohne Genehmigung im schwedischem Luftraum aufhielt.

Am Vormittag des dritten April drang eine deutsche DO24 in den schwedischen Luftraum ein und flog in Richtung Simrishamn. Obwohl die Luftabwehr die Maschine beschoss und stoppen wollte, behielt sie ihren Kurz bei. Daraufhin sollten zwei schwedische Abwehrjäger die DO24 aus dem schwedischen Raum abdrängen, ohne jedoch die Maschine abzuschießen. Als Erik Harry Nordlund, der als erster mit seiner J 20 auf Höhe des deutschen Flugzeugs auftauchte, dem Piloten Zeichen zum Abdrehen gab, antwortete die Besatzung mit einer Salve aus den installierten Maschinengewehren, was zum Absturz der schwedischen J 20 führte.

Der Pilot, Harry Nordlund, wollte sich mit dem Fallschirm retten, was ihm jedoch, aus unbekannten Gründen, nicht gelang, so dass er mit seiner Maschine am Boden zerschellte. Die zweite Maschine konnte dann die deutsche DO24 zum Abdrehen bringen ohne beschossen zu werden. Harry Nordlund wurde mit militärischen Ehren im Ullångers Friedhof bei Kramfors beigesetzt. Am 17. November 1995 wurde außerhalb von Sölvesborg ein Gedenkstein zu seinen Ehren errichtet.

3. April 1581: Johannes Rudbeckius und die erste Mädchenschule Schweden
3. April 1780: Abraham Rydberg, vom Großhändler zum Wohltäter

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 2. April 2011

Håkan Hellström, Musik aus Schweden

Am 2. April 1974 wurde der schwedische Musiker Håkan Hellström in Västra Frölunda, Göteborg, geboren. Bereits während seiner Schulzeit spielte er in mehreren Bands, wobei er vom Schlagzeug zur Bassgitarre und schließlich zur zur Akustikgitarre kam, bis er sich zu einem der beliebtesten Sänger und Songschreiber Schwedens entwickelte.

Håkan Hellström, der diesen Sommer zahlreiche Konzerte in Schweden, Dänemark und Norwegen gibt, wurde im Jahr 2000 mit seinem „Känn ingen sorg för mig Göteborg“ bekannt und zieht heute überall in Schweden ein vor allem junges Publikum an, das während der Vorstellungen mehrere seiner Songs mitsingt. Bisweilen benötigt Håkan Hellström zahlreiche Sicherheitswachen bei seinen Konzerten, da sonst die Bühne gestürmt würde.

Auch wenn Håkan Hellström für seine musikalischen Fähigkeiten und seine Texte bereits zahlreiche Preise erhielt und Ehrenbürger Göteborgs wurde, so taucht immer wieder die Kritik auf, dass er sich bei einigen seiner Texte zu sehr bei seinen Vorbildern Morrissey und Bob Dylan inspirieren lässt. Die Atmosphäre während eines Håkan Hellström Konzerts kann man bei seinem Auftritt in Stockholm am 8. September 2007 sehr gut erfühlen.

2. April 1954: Der schwedische Künstler Lars Lerin
2. April 1957: LIN, die schwedische Fluggesellschaft Linjeflyg

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 1. April 2011

Die Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden

Am 1. April 1997 wurde das erste der zwei Fundamente für die Pfeiler der Öresundbrücke (Öresundsbron) von Malmö aus an die Baustelle transportiert und in 17 Meter tiefen Löchern am Meeresgrund eingelassen. Die endgültigen Bauarbeiten setzten dann weitere drei Jahre lang fort bis die Öresundsbron dann am 1. Juli 2000 eingeweiht werden konnte.


Die Verbindung zwischen Kopenhagen und Malmö besteht jedoch nicht nur aus der 7,85 Kilometer langen Brücke, sondern zusätzlich aus einem Tunnel unter dem Öresund, der sich auf dänischer Seite befindet und der weitere vier Kilometer lang ist. Um die Brücke und den Tunnel verbinden zu können, musste eine künstliche Insel, die den Namen Pepparholm erhielt, gebaut werden.

Die Öresundbrücke ist heute die wichtigste Verbindung zwischen Dänemark und Schweden, wobei im Jahr 2015 über 6,5 Millionen Fahrzeuge die Brücke benutzten. Wer öfter als einmal im Jahr über die Öresundsbron fährt, hat die Möglichkeit einen sogennnten Bropass (Brückenpass) für 360 Kronen zu erwerben, was ihm eine schnellere Passage an den Zahlstationen und einen Rabatt von 50 Prozent bietet. Aber natürlich können auch Einzeltickets erworben werden, die jedoch uninteressant werden falls man innerhalb eines Jahres öfter als zweimal über die Brücke fährt.

Im Jahr 2016 kostet die einfache Passage mit einem Personenwagen 440 Kronen und mit einem Wohnmobil oder Wohnwagen mit einer Länge von über sechs Meter 880 Kronen. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad kann die Öresundbrücke nicht benutzt werden. Motorradfahrer müssen für die einmalige Passage 235 Kronen bezahlen. Je nach Fahrspur kann man die Passage mit Hilfe einer Kreditkarte oder mit Bargeld bezahlen.

1. April 1953: Die erste männliche Krankenschwester Schwedens
1. April 1967: Sixen Sason und die Saab-Modelle

Copyright: Herbert Kårlin