Samstag, 11. Februar 2012

Carl Michael Bellman, der Außenseiter unter den Skalden

Am 11. Februar 1795 starb der schwedische Skalde Carl Michael Bellmann im Alter von 55 Jahren in Stockholm, einer der wenigen Dichter Schwedens deren Größe erst lange nach seinem Tode wirklich erkannt wurde, denn heute wird Bellmann als der Shakespeare Schwedens betrachtet und seine Werke haben Evert Taube ebenso beeinflusst wie Cornelis Vreeswijk oder Fred Åkerström.

Carl Michael Bellmann begann 1757, völlig im Zeitstrom, mit religiösen Gedichten und arbeitete als Übersetzer. Aber schon nach wenigen Jahren fand er zur Parodie, wobei er 1760 mit Schnapsweisen begann und dann zu Bibelparodien überging und sich auf humoristische Weise über die führende Gesellschaft Schwedens und den blinden religiösen Glauben lustig machte. Bellmans Problem war, dass er sich nicht der edlen Poesie zuwandte, sondern Alkoholprobleme, Prostitution und die einfache Bevölkerung mit in seine Werke einfließen ließ, dass für ihn kein literarisches Tabu bestand.

Da Carl Michael Bellman seine Leser vor allem in der unteren Gesellschaftsschicht fand, die ihn zwar bewunderten, aber kaum das Geld hatten ihn auch finanziell zu unterstützen, hatte der Dichter sein ganzes Leben lang finanzielle Probleme. Einmal musste er wegen unbezahlten Rechnungen nach Norwegen fliehen, ein anderes Mal wurde er im Stockholmer Schloss hinter Gitter gesetzt. Obwohl ihn einige seiner Freunde nach einiger Zeit befreien konnten, indem sie seine Schulden beglichen, erholte sich Bellman nicht mehr von diesem Gefängnisaufenthalt und starb bald darauf.

11. Februar 1876: Anders Bjurholm und die schwedischen Bierflaschen

Copyright: Herbert Kårlin

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