Dienstag, 31. Januar 2012

Evert Taube, der abenteuerlichste Künstler Schwedens

Am 31. Januar 1976 starb Evert Taube in Stockholm, eine legendäre Figur unter den Künstlern und Troubadouren Schwedens. Evert Taube war Schriftsteller, Komponist, Troubadour und Lautenspieler, hat aber auch als Seemann und Gaucho gearbeitet bevor er sich ganz der Kunst widmete. Auch wenn Taube am 12. März 1890 in Göteborg geboren worden war, so verbrachte er seine gesamte Kindheit auf der kleinen Schäreninsel Vinga auf der sein Vater als Leuchtturmwärter beschäftigt war.

Willy Gordons Evert Taube in Grebbestad (Bohuslän)

Bis Evert Taube so bekannt wurde, dass er nun sogar dafür ausgewählt wurde die neuen 50-Kronen-Scheine Schwedens zu zieren, verging allerdings viel Zeit. Mit 16 lief er von zu Hause weg um in Stockholm Künstler zu werden. Nach zahlreichen Anstrengungen gelang es ihm sogar in der dortigen Kunstakademie aufgenommen zu werden, wobei er jedoch das Leben als Bohemien dem Studium vorzog. Als ihn sein Vater nach einem Jahr bei einem Besuch in Stockholm in desolatem Zustand vorfand, stellte er seinen Sohn vor die Alternative entweder eine Internatschule zu besuchen oder zur See zu gehen. Evert Taube zog die See vor, die er allerdings nach zwei Jahren wieder an den Nagel hing.

1910 ging Evert Taube dann für fünf Jahre nach Argentinien, wo er er sich durch die unterschiedlichsten Arbeiten über Wasser hielt. 1915 musste er, nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs, jedoch wieder nach Schweden zurückkehren. Außer umfangreichen Erfahrungen und ausgedehnten Sprachkenntnissen brachte Evert Taube auch eine Gitarre mit ins Heimatland, die anschließend der Grundstock für seine Bekanntheit werden sollte. Evert Taube hat während seines Lebens 58 Bücher, sowie 156 Lieder geschrieben und zahlreiche Zeichnungen hinterlassen.

31. Januar 1982: Tomas Gustafson und der Weltrekord im Eisschnelllauf

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 30. Januar 2012

Die größte menschliche Katastrophe auf der Ostsee

Am 30. Januar 1945 war das deutsche Kreuzfahrtschiff Wilhelm Gustloff von Polen aus nach Deutschland unterwegs um vor allem deutsche, zivile Flüchtlinge vor dem russischen Vormarsch zu evakuieren. Als das Fahrzeug genau zwischen dem schwedischen und dem polnischen Festland befand, wurde es vom sowjetischen U-Boot S 13 torpediert und versenkt. Nach der Anzahl der Personen, die sich an Bord befanden und umkamen, handelt es sich dabei bis heute um die weltweit bedeutendste Schiffskatastrophe.

Obwohl das Fahrzeug nur für 1463 Passagiere und 417 Besatzungskräfte gebaut war, befanden sich an diesem Tag insgesamt 10.582 Personen auf dem Kreuzfahrtschiff, darunter 8956 Zivilisten. Da das Schiff innerhalb von 45 Minuten sank und weder deutsche noch schwedische Rettungsschiffe so schnell vor Ort sein konnten und nur ein einziges Schiff beim Untergang sich in der Nähe aufhielt, starben in dieser Nacht 9352 Personen.

Das Unglück war wegen zwei Fehlern der Besatzung so bedeutend geworden. Zum einen schaltete der Kapitän der Wilhelm Gustloff die Schiffsbeleuchtung kurz ein um deutschen Minensuchfahrzeugen seine Position mitzuteilen und zum anderen wurde der Notruf auf der falschen Frequenz gesendet. Erstaunlich ist allerdings bis heute, dass in der Region, in der die Wilhelm Gustloff unterging, bis heute ein absolutes Tauchverbot besteht an das sich bisher auch alle privaten und beruflichen Taucher gehalten haben.

30. Januar 1716: Der schwedische Architekt Carl Fredrik Adelcrantz

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 29. Januar 2012

Der Yrvädertisdagen in Schweden

Am 29. Januar 1850 verzeichnete man den größten Schneesturm in der Geschichte Schwedens. Völlig unvorbereitet zog über Östergötland und Södermanland ein plötzliches Unwetter mit Sturm und sehr starkem Schneefall. In nur wenigen Stunden starben bei diesem Unwetter über 100 Personen in den beiden Regionen. Der Yrvädertistagen, wie dieser Tag seither in Schweden genannt wird, ist der tödlichste Sturm, den Schweden je verzeichnete.

Dabei ist der Januar ohnehin der Monat an dem man die meisten Stürme und Schneeunwetter in Schweden zählt. Auch wenn diese Stürme in der Regel nur wenige Tote fordern, so sind die verursachten Schäden oft beträchtlich. Auch heute noch kann man die Schäden des Sturmes Gudrun in den schwedischen Wäldern entdecken, einem Sturm, der am 8. und 9. Januar über Schweden zog. In der Nacht zum 9. Januar mussten selbst die Kernkraftwerke Ringhals und Barsebäck abgeschaltet werden, weil der Sturm eine große Menge an Salzwasser über einen Verteiler brachte.

Nur zwei Jahre später, am 14. Januar 2007, zog dann der Orkan Per über große Teile Schwedens. Dieses Mal starben fünf Personen im Sturm, in 275.000 Haushalten fiel der Strom aus und zwölf Millionen Kubikmeter Wald wurden zerstört, was immerhin nur ein Sechstel dessen war, was Gudrun zwei Jahre vorher zerstörte. Wieder ein Jahr später zogen im Januar erneut zwei Orkane über das Land, die den Namen Väderöarna und Tuva erhielten und den Verkehr großenteils lahm legten.

29. Januar 1990: Schwedische Banken schließen ihre Schalter

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 28. Januar 2012

Die bedeutendste Schulreform Schwedens

Am 28. Januar 1966 legte ein Fachrat für Berufsausbildung einen Reformvorschlag vor, der das gesamte Ausbildungssystem Schwedens verändern sollte. Der wissenschaftliche Rat schlug vor Gymnasien, Fachschulen und Berufsschulen in eine einzige Gymnasialschule zu verwandeln, die auch abgeschlossene Berufsausbildungen im Lehrplan integriert. Von diesem Vorschlag bis zur endgültigen Reform vergingen weitere fünf Jahre in denen alle Aspekte der zukünftigen Ausbildung ausgewertet und abgestimmt werden mussten.

Diese Schulreform sollte vor allem zukunftsgerichtet sein und gleichzeitig das allgemeine Bildungsniveau der schwedischen Arbeiter und Angestellten heben und allen Schülern, die sonst nur eine Berufsausbildung ohne Umschulungs- und Weiterbildungschance gehabt hätten, die Wege zu einer Weiterbildung und zu einer Hochschule öffnen. Das Ergebnis war natürlich auch, dass die schulischen Anforderungen für viele angehoben wurden, aber andererseits auch die Anzahl der praktisch ausgebildeten Abiturienten stieg, was vielen unter die Studienwahl erleichterte.

Dass die Ausarbeitung dieser Reform fünf Jahre lang dauerte lag allerdings nicht nur an der Anpassung eines Lehrplans, der Berufsausbildung und Hochschulreife verband, sondern es entstanden auch neue Berufe eingearbeitet und es wurde an Übergangsmöglichkeiten gearbeitet, damit die Erwachsenenbildung in die langfristige Planung mit integriert werden konnte. Aber auch Hochschulen und Universitäten mussten sich auf die Änderungen vorbereiten könnten, da 1971 das allgemeine Abitur in Schweden dem Ende zuging.

28. Januar 2003: Das Rauchverbot in schwedischen Restaurants

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 27. Januar 2012

Björn Afzelius und politische Kritik

Am 27. Januar 1947 wurde Björn Afzelius in der Nähe von Huskvarna geboren, ein politisch engagierter Sänger, der in Schweden fast nur negative Kritiken bekam, aber am Tag seines Todes mehr Schallplatten verkauft hatte als je ein Sänger vor ihm, da sein Publikum sich nicht um Kritiker und Presse kümmerte. Zum Ausgleich dafür wurde er in Dänemark und Norwegen als einer der bedeutendsten Künstler der 80er Jahre betrachtet und die dänische Presse nannte ihn ein musikalisches Genie.

Björn Afzelius begann seine musikalische Karriere im Jahre 1970 als er, gemeinsam mit Mikael Wiehe und Peter Clemmedson, die Hoola Bandoola Band gründete, die eine bedeutende Rolle innerhalb der schwedischen Proggbewegung spielte, wobei Afzelius und Wiehe politisch links engagiert waren, was sich besonders bei den Solokarrieren der beiden Sänger sehr stark ausdrückte. 1974 kam dann die erste Soloscheibe von Björn Afzelius auf den Markt: „Vem är det som är rädd?“ und 1976 kam das Album „För kung och fosterland“, ein Album, das beim Publikum unmittelbar mit großem Enthusiasmus aufgenommen wurde.

Als 1987 die Plattenfirma mit der Björn Afzelius arbeitete in Konkurs ging, machte er eine Tournee dessen Einnahmen nur dazu dienten seine eigene Plattenfirma zu gründen, die er nach seinen beiden Töchtern Rebecca und Isabelle nannte, nämlich Rebelle. Als Afzelius im Jahre 1997 einige Abende lang Halsschmerzen spürte, ging er zum Arzt, der jedoch nicht nur einen Tumor im Hals feststellte, sondern auch noch Lungenkrebs. Afzelius erzählte niemandem etwas von der Krankheit, schrieb jedoch die Lieder für das Album „Tankar vid 50“. Einige Monate später erzählte Björn Afzelius seinem Freund Mikael Wiehe von der Krankheit, der daraufhin das Lied „Den jag kunde va“ schrieb und das er, nach dem Willen von Afzelius, während der Beerdigung vortrug. Björn Afzelius starb am 16. Februar 1999 im Alter von 52 Jahren in Göteborg.

27. Januar 1875: Das Svenska Teatern in Stockholm
27. Januar 1959: Der schwedische Politiker Göran Hägglund

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 26. Januar 2012

Radon in schwedischen Häusern

Am 26. Januar 1979 schlug das schwedische Stråhlskyddsinstitutet (Institut für Strahlungsschutz) wegen den hohen Radonwerten in zahllosen schwedischen Häusern Alarm und informierte über das erhöhte Krebsrisiko der Bewohner dieser Häuser. Unmittelbar nachdem diese Information veröffentlicht wurde, begann mit der Sanierung, die allerdings bis heute noch nicht abgeschlossen ist, da man Eigenheimbesitzern bisher keinerlei Auflagen machte.

Wie viele Häuser in Schweden tatsächlich saniert werden müssen ist auch heute noch unbekannt, auch wenn man weiß, dass jedes Jahr etwa 500 Personen wegen den hohen Radon-Gehalten in ihren Häusern an Krebs erkranken. Allein in Gävle, wo man bisher in etwa der Hälfte der Häuser Messungen unternommen hat, konnte man bereits über 1000 Häuser mit zu hohem Radongehalt finden, wobei in einigen Häuser ein Wert von 2600 Becquerel gemessen wurde, was dreizehn Mal dem aktuellen Höchstwert entspricht.

Nach Hochrechnungen leben rund fünf Prozent aller Schweden in Häuser in denen die Radonwerte höher sind als der zugelassene Grenzwert, wobei jedoch nicht nur Häuser betroffen sind, die zwischen 1929 und 1981 mit Blaubeton gebaut wurden, was man eine Zeit lang annahm, sondern auch alte Holzhäuser, die auf Grundstücken mit hohen Radongehalten liegen. Da nach dem WHO der Grenzwert für Radon auf 100 Becquerel reduziert werden soll, ist zu vermuten, dass bis zu 20 Prozent aller Schweden in ungesunden Häusern leben, die dringend saniert werden müssten.

26. Januar 1924: Alice Nilsson, die schwedische Sängerin Alice Babs

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 25. Januar 2012

Skogsmulle bringt Kindern die Natur näher

Am 25. Januar 1957 entstand in Schweden die mittlerweile legendäre Figur von Skogsmulle, einem Waldtroll, der Kindern die Natur näher bringt und sie dazu erzieht keinen Abfall in die Natur zu werfen. Die Phantasiefigur wurde von Gösta Frohm geschaffen, einem Naturliebhaber aus Sollefteå, der zu jener Zeit bereits Kinder und Jugendlich im Lida friluftsgård durch die Natur führte und ihnen die Liebe und den Respekt zur Natur beibrachte.

Anfangs war Skogsmulle, der Freund der Kinder, nur sehr lokal bekannt, aber mit den Jahren eroberte er ganz Schweden und mittlerweile auch viele andere Länder. Es hat seinen Weg nicht nur zu den Kindergärten gefunden, sondern immer mehr Natur-Entdeckungspfade werden nach ihm benannt und überall entstanden kleine Naturschulen, die Mulleskolor (Mulleschulen), wo man über einfache Spiele vieles über die Natur erfährt., sowie zahlreiche Pflanzen und Tiere kennenlernt. Es gib wohl kein Kind in Schweden, das noch nicht seine Begrüßungsformel „Hej kollikock“ gehört hat.

Nach Gösta Frohm ist der kleine Troll Skogsmulle an einem stürmischen Tag geboren, als es nur so blitzte und donnerte. Als nach dem Unwetter die Sonne wieder erschien, lag Skogsmulle auf einem mit Moss überzogenen Stein. Da er ohne Kleider geboren war, nähten ihm die Waldtiere aus Laub und Moos grüne Kleider, die mit Hilfe der Seide der Spinnenfäden zusammen hielten. Zum Schluss machte sich der kleine Troll noch einen Hut aus Birkenrinde auf den er die Feder eines Birkhuhn steckte. Gun und Eva, zwei Menschenkinder gaben ihm dann noch Schnabelschuhe, damit er sich nicht an den Tannennadeln sticht. Heute findet man im Mulleriket in Sollefteå auch noch seine Koje, in der Skogsmulle unzählige Nächte verbracht hat.

25. Januar 1946: Schweden liefert Kriegsflüchtlinge an die Sowjetunion aus

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 24. Januar 2012

Das Toleranzedikt erlaubt die Ausübung anderer Religionen

Am 24. Januar 1781 erließ der schwedische König Gustav III. das sogenannte Toleransediktet, das allgemein als Beginn einer gewissen Religionsfreiheit in Schweden betrachtet wird. Nach dem Toleransedikt durften erstmal Christen, die nicht der schwedischen Staatsreligion folgten, in Schweden ihre Religion beibehalten und in ihrem geschlossenen Kreis ausüben. Jede Art von Missionierung war jedoch weiterhin unter Strafe gestellt, wobei diese Christen auch nicht die schwedische Staatsangehörigkeit erhalten konnten. Der Papst nutzte dieses Edikt unmittelbar um ein apostolisches Vikariat in Schweden einzurichten.

Nur ein Jahr später unterzeichnete Gustav III. dann auch das Judereglementet, das die Situation der Juden in Schweden regelte. Diese Bestimmungen regelten die Einwanderung und den Aufenthalt der Juden im Lande. Sie durften sich allerdings nur in Stockholm, Göteborg und Norrköping niederlassen und nur dort ihren Gewerbe nachgehen. Alle Handwerkberufe, die von einer Gilde geregelt waren, waren ihnen verboten, wie auch jeder Markthandel außerhalb der ihnen zugeteilten Städte. Auch die Juden konnten jedoch nicht schwedische Staatsbürger werden.

Bis zu den Dissenterlagarna im Jahre 1860, als erstmals der Begriff „Svenska Kyrkan“ genannt wird und dem Folgegesetz im Jahre 1873 lockerten sich dann die Bestimmungen Schritt für Schritt, nicht zuletzt deshalb, weil Königin Josefina es bereits 1837 durchgesetzt hatte, dass in Stockholm eine katholische Kirche gebaut wurde. Ab 1873 konnten dann auch Schweden aus der Staatskirche austreten, vorausgesetzt, sie schlossen sich unmittelbar einer vom König zugelassenen christlichen Kirche an. Erst 1951 wurde in Schweden dann tatsächlich die Religionsfreiheit gewährt.

24. Januar 1954: Der Frufridagen in Schweden, ein freier Tag für die Frau

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 23. Januar 2012

Frej und Freja, die nordischen Götter der Fruchtbarkeit

Am 23. Januar haben in Schweden Frej und Freja Namenstag, zwei Vornamen, die bis zur nordischen Mythologie zurückgehen, wobei Frej und Freja Geschwister sind, beide zu der oberen Kaste, also den Vanagöttern, gehören, jedoch in Asgård unter den Menschen leben. Die Geschwister gelten als die Götter der Fruchtbarkeit, wobei sich der Begriff Fruchtbarkeit auf alles Leben ausdehnt und den beiden Göttern daher eine Sonderstellung in der Mythologie bietet, da ohne die beiden jedes Leben auf der Erde aufhört.

Adam von Bremen, ein deutscher Geschichtsforscher des 11. Jahrhunderts, der sich als Skandinavienkenner bezeichnete ohne Schweden zu kennen und die übelsten Vorurteile verbreitete, schrieb, dass Frej und Freja im Tempel von Uppsala in obszöner Weise abgebildet waren und dort zur Epoche der Wikinger groß gefeiert wurden und bei jedem christlichen Reisenden Abscheu erweckten. In den nordischen Schriften weiß man jedoch weder etwas von einem Tempel in Uppsala, noch etwas über die anstößigen Bilder, was indes Geschichtswissenschaftler bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht davon abhielt die Version von Adam von Bremen als Tatsache zu bezeichnen.

Frej wird in der nordischen Mythologie als der Stammvater des königlichen Geschlechts der Ynglinge (Ynglingaätten) bezeichnet, die nach alten Chroniken als die ersten Könige Schwedens gelten, aber deren Existenz in keiner Weise belegt werden kann und von den Geschichtsschreibern der schwedischen Monarchie nicht anerkannt sind. Freja wurde von den christlichen Schreibern der isländischen Sagen oft als unmoralisch bezeichnet, die keinem Liebesabenteuer abgeneigt gewesen war, was auch dazu führte, dass über sie, auch während der späteren Jahrhunderte, die merkwürdigsten Legenden entstanden.

23. Januar 1985: Das Ende der Werft Uddevallavarvet und der Umbruch

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 22. Januar 2012

August Strindberg erhält den Anti-Nobelpreis

August Strindberg, der am 22. Januar 1849 auf Riddarholmen in Stockholm geboren wurde, wurde nicht erst nach seinem Tode zu einer, wenn auch sehr umstrittenen, Symbolfigur unter den schwedischen Schriftstellern, denn bereits am 22. Januar 1912, nur wenige Monate vor seinem Tode, feierten bereits rund 10.000 Personen mit einem Fackelzug, der vor seiner Wohnung endete, den 63. Geburtstag des Autors, eine Ehre, die nur wenigen Schriftstellern Schwedens zuteil wurde. Gleichzeitig wurde ihm für seine Leistungen der Anti-Nobelpreis vergeben, da ihm entsprechende Preise von der herrschenden Gesellschaft nicht gegeben wurden.

Als Dramatiker erreichte August Strindberg seinen Durchbruch mit dem Stück Mäster Olof (Meister Olov), das er im Jahre 1872 begann und erfolglos bei der Svenska Akademien einreichte. Auch das Königliche Theater wollte sein für die Zeit revolutionäres Stück über den schwedischen Reformator Olaus Petri nicht in der eingereichten Form riskieren. Fünfmal reichte er es dann in veränderter Form beim Kungliga teatern ein, jedes Mal wurde es aus unterschiedlichen Gründen abgelehnt. Erst später erkannte man die Tragkraft dieses Meisterwerkes, das 1881 am Nya Teatern erstmals aufgeführt wurde.

Kurz vor seinem Tode am 14. Mai 1912 verkaufte August Strindberg die schwedischen Rechte an seinen Werken an den Albert Bonniers Förlag für 200.000 Kronen. Bonniers kaufte dann nahezu gleichzeitig auch noch sämtliche Rechte an seinen Werken, die bei anderen Verlagen lagen, was sich wirtschaftlich als sehr gute Investition erwies, denn als Bonniers nach dem Tode Strindbergs die Gesamtwerke in 55 Bänden auf den Markt brachte, wurden innerhalb von 20 Jahren bereits 1,7 Millionen Bücher in einem Werte von über zehn Millionen Kronen verkauft.

22. Januar 1922: Elsa Andersson, die erste Fallschirmspringerin Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 21. Januar 2012

Oscar II. will die Macht des Königs retten

Am 21. Januar 1829 wurde Oscar II. geboren, der zwischen 1871 und 1907 als König das schwedischen Reich führte. Oscar II. war vermutlich der König, der die meisten Veränderungen Schwedens erlebte, auch wenn unter ihm die Macht des schwedischen Königs gebrochen und die norwegisch-schwedische Union aufgelöst wurde. Oscar II. war zu sehr von sich selbst überzeugt als dass er Warnzeichen der Politik bemerkt hätte. Dieser Egoismus machte ihn zum letzten regierenden König des Landes.

Mit seinen konservativen Ideen kämpfte Oscar II. auf jeder Front dafür dem König die alleinige Macht über Schweden zurückzubringen und die parlamentarische Demokratie zu verhindern, die während seiner Regierungszeit in ganz Europa auf dem Vormarsch war. Ein bedeutendes Problem war dabei seine Einstellung zum Recht der Frauen, die bereits vor seiner Machtübernahme das Wahlrecht forderten und bei den Sozialdemokraten Schwedens Gehör fanden. Nach Oscar II. hatte ein Frau nicht das nötige Verständnis über politische Fragen entscheiden zu können.

Viele seiner Ideen übernahm Oscar II. vom eisernen deutschen Kanzler Otto von Bismarck, dessen unnachgiebige Härte er bewunderte. Der Monarch träume selbst davon mit Deutschland und Italien einen Verband zu gründen, der gemeinsam gegen die Gefahr aus dem Osten kämpfen sollte, wobei er hierbei vor allem auf die deutsche Stärke bei Streitigkeiten hoffte, auch wenn er die schwedische Armee bedeutend verstärkt hatte. Oscar II. unterstützte Forschung und Industrie, vergaß jedoch dabei die Situation der Arbeiter, was ihm letztendlich die fast uneingeschränkte Macht kostete.

21. Januar 2002: Der Tod von Fadime Sahindal bewegt Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 20. Januar 2012

Bischof Henrik wird während eines Kreuzzugs getötet

Der Legende nach wurde Bischof Henrik am 20. Januar 1156 vom Bauern Lalli getötet als er auf dem Eis den See Kjulo in Finnland überquerte. Henrik, der in Großbritannien geboren und zu jener Zeit Bischof in Uppsala war, war um diese Zeit mit dem schwedischen König Erik dem Heiligen auf einem Kreuzzug nach Finnland um die dortigen Heiden zum wahren Glauben zu führen. Hier endet dann allerdings die geschichtliche Überlieferung und verschiedene Legenden nehmen ihren Anfang.

Allen Legenden, die dann um Bischof Henrik in Schweden und Finnland kreisen, haben gemeinsam, dass er durch den vermutlich erfundenen Bauern Lalli ums Leben kam. Nach einer der Legenden soll der Bischof Lalli wegen einem Mord bestrafen und wurde deshalb von ihm getötet, ein anderes Mal wohnte und aß der Bischof mit seinem Gefolge auf dem Gut Lallis ohne zu bezahlen. Als Lalli dies von seiner Frau hörte, eilte er Bischof Henrik nach und tötete ihn wenig später. Als Trophäe setzte er sich die Bischofsmütze auf. Als er diese zu Hause wieder abnehmen wollten, folgten seine Haare und seine Kopfhaut der Mütze.

Aber auch wenn man nicht weiß, wie und durch wen Bischof Henrik während des Kreuzzuges starb, so wurde er bereits zwei Jahre nach seinem Tod von seinem Freund, dem Papst Hadrianus IV., für heilig erklärt. Die Legenden, die dann um Sankt Henrik kreisten, führten allerdings auch dazu, dass Henrik bald zum Schutzheiligen Finnlands wurde, was in den letzten Jahren zu einigen Problemen führte, da die extrem rechte Bewegung Finnlands bei allen wichtigen Aktionen Lalli als den Befreier Finnlands hervorheben und Sankt Henrik dabei den schwedischen Eroberer symbolisiert. Die Reliquien des Heiligen, die ursprünglich in Åbo aufbewahrt wurden, verschwanden 1720 spurlos, als sie in das russische Reich transportiert werden sollten.

20. Januar 1973: Alf Svensson, 31 Jahre lang Vorsitzender einer Partei

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 19. Januar 2012

Per Daniel Amadeus Atterbom, der letzte Skalde

Per Daniel Amadeus Atterbom wurde am 19. Januar 1790 in der Gemeinde Åsbo geboren und nahm in der schwedischen Literaturgeschichte eine besondere Rolle ein. Obwohl, oder gerade weil er der vermutlich konservativste Autor seiner Zeit war, wurde er Lehrer des Königs Oscar I. und brachte diesem die deutsche Sprache sowie die nordische Literaturgeschichte bei, was sicher auch dazu beitrug, dass er, trotz starkem Widerstand, später in die Svenska Akademien gewählt wurde.

Atterbom schwamm während seiner gesamten Schaffenszeit gegen den Strom. Er wollte nichts von zeitnahem Liberalismus und Realismus wissen, sondern bekannte sich zu einem konservativen christlichen Glauben und drückte sich in Form einer lyrischen Romantik aus, wobei er die Stoffe überwiegend aus der frühen Sagenwelt Schwedens holte und dann zu eigenen Werken verwandelte. Diese Stellung brachte ihm zwar bei der konservativen Regierung der Zeit offiziell viel Ehre ein, brachte ihm aber auch gleichzeitig den offenen Hass der Literaten seiner Zeit.

Auch wenn seine beiden poetischen Werke Lycksalighetens ö und Fågel blå relativ bekannt wurden, so liegt Atterboms größte Leistung darin, dass er mit Svenska siare och skalder zwischen 1841 und 1855 die erste schwedische Literaturgeschichte verfasste. Auch wenn sich des Werk heute mit seinen hohen Forderungen nach einer idealen Ästhetik der Dichtkunst in vielen Punkten kritisieren lässt, so spiegelt dieses Werk den besten Eindruck in die Literatur des frühen Schwedens und zeigt die Denkweise der gebildeten Schicht dieser Zeit. Für die Literaturwissenschaft ist dieses Werk noch heute eine wichtige Quelle, die Per Daniel Amadeus Atterbom unsterblich macht.

19. Januar 1909: Axel Petersson, bekannt als Döderhultam

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 18. Januar 2012

Jane Horney, mit 27 Jahren im Meer versenkt

Am 18. Januar 1945 verschwindet Jane Horney spurlos bei einer Überfahrt über den Öresund. Auch wenn die Geschichte, die dahinter steckt, Filmer und Autoren seit Jahrzehnten reizt, bleibt jedes Projekt auf der Strecke, weil Dänemark alles Material, das Jane Horney betrifft, unter Verschluss hat, da eine Veröffentlichung vor 2015 als Sicherheitsrisiko für das Land betrachtet wird. Jeder Antrag auf Einsicht in das Material wird abgelehnt. War die Mata Hari des Zweiten Weltkriegs ein Held, ein Verräter oder einfach naiv? Nach Meinung der dänischen Regierung soll niemand die Wahrheit über die 27-jährige Schwedin erfahren, die auf einem Fischkutter der dänischen Widerstandsbewegung spurlos verschwand.

Nach der offiziellen Version der schwedischen Widerstandsbewegung war die Sache immer klar, denn in ihren Augen war Jane Horney eine in Luxus lebende Erotomanin, die für das Naziregime in Deutschland arbeitete und daher rechtmäßig von ihnen hingerichtet wurde. Dass sie auch für die dänische Widerstandsbewegung aktiv war und selbst einen ihrer Führer vom sicheren Tod rettete, indem sie mit einem Nazi-Offizier ins Bett ging, zählt bis heute nicht, denn Jane Horney, die eigentlich Ebba Charlotta Horney hieß, war auch in Verbindung mit einflussreichen Nazis, aus der Zeit als ihr Mann in Berlin für das nazitreue Aftonbladet gearbeitet hatte.

Alle, die Jane Horney kannten, stellen sie zwar als Abenteurerin hin, die vor nichts Angst hatte, aber auch für eine Person, die extrem sozial war und bei ihren Partnern nie nach einer politischen Einstellung oder nach der Herkunft fragte, eine Situation, die im besetzten Dänemark für jeden lebensgefährlich gewesen wäre. Und so entstand eine andere Theorie, denn Jane Horney wusste zuviel, kannte Waffenlager, Druckerpressen, heimliche Routen und andere Geheimnisse der Widerstandsbewegung, die gegen Ende des Krieges eine Allianz mit den Nazis einging. Indem sie führenden Nazis den illegalen Transport von Wertgegenständen nach Schweden ermöglichte, konnten sie selbst ihren Geschäften ungehindert nachgehen. Da Jane Horney auch darüber informiert war, war der Mord vielleicht weitaus weniger patriotisch als die dänische Widerstandsbewegung vorgab.

18. Januar 1938: Die Beerdigung des Schauspieler und Theaterdirektor Gösta Ekman

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 17. Januar 2012

Jan Guillou, der wegen Spionage verurteilte Schriftsteller

Jan Guillou wurde am 17. Januar 1944 in Södertälje geboren und gehört mit zu den meistdiskutierten Schriftstellern Schwedens. Mit norwegischer Mutter und französischem Vater war Guillou bis 1975 französischer Bürger und wurde erst dann in Schweden eingebürgert, obwohl er in Schweden geboren wurde und hier aufwuchs. Politisch gesehen stuft sich Jan Guillou links ein, was ihn jedoch nicht davon abhielt zu erklären, dass die Führungsschicht der rechtsextremen Partei Sverigedemokraterna nach seinen Untersuchungen keine Rassisten seien.

Neben der Romantrilogie Arn Magnusson wurde Jan Guillou vor allem für seinen autobiographischen Roman Ondskan (Das Böse) bekannt, der in zahlreiche Sprachen übersetzt und auch verfilmt wurde. Das Buch beschreibt einen sadistischen Stiefvater, der das Kind Guillou täglich misshandelte. Außer dem Autor selbst gibt es jedoch niemanden, auch nicht die Mutter, die diese Aussagen bestätigt. Hingegen sagen alle seine früheren Schulfreunde und Lehrer, dass Jan Guillou immer eine so rege Phantasie hatte, dass er nie zwischen Lüge, Erfindung und Wahrheit unterscheiden konnte und bei jeder Kritik aggressiv wurde, so dass ihm niemand zu widersprechen wagte.

Aber bereits acht Jahre bevor er seine Autobiographie schrieb, errang Jan Guillou, der nach eigenen Aussagen zeitweise für das russische KGB arbeitete, einen etwas zweifelhaften Ruhm. Gemeinsam mit Peter Bratt veröffentlichte er, dass es in Schweden einen Geheimdienst gibt, wovon nicht einmal das Parlament informiert ist, und das links gerichtete Organisation ausspioniert und Meinungen einzelner Bürger registriert. Da die veröffentlichten Informationen unter Geheimhaltung standen, wurde Jan Guillou wegen der Veröffentlichung zu zehn Monaten Gefängnis wegen Spionage verurteilt. Später beschuldigte Guillou seinen Freund Peter Bratt ihn verraten zu haben, was dieser bestreitet.

17. Januar 1938: Der erste große Konflikt der Hotelbranche Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 16. Januar 2012

Schwedische Streichhölzer und die Stiftung Solstickan


Am 16. Januar 1936 wurde die Stiftung Solstickan gegründet, die durch den Verkauf von Streichholzschachteln Kindern und alten Menschen eine Hilfe bieten wollte. Die Streichholzschachteln sind zu erkennen an einem weißen Jungen und dem Teil einer Sonne in der oberen linken Ecke, einer Grafik, die der Stiftung mittlerweile Einnahmen von 100 Millionen Kronen gebracht hat und dem Künstler gerade einmal 200 Kronen, obwohl es wohl kaum ein Kunstwerk gibt, das so bekannt und so oft verbreitet wurde wie jenes auf den blauen Streichholzschachteln.

Einar Nerman, der vor allem für seine Karikaturen von Künstlern bekannt wurde, stand beim Entwurf der Streichholzschachteln unter Zeitdruck und nahm daher eine seiner früheren Zeichnungen als Vorbild, nämlich Tummelisa (Däumelinchen), eine Illustration für das Märchen von H. C. Andersen. Allerdings machte er das Mädchen im Märchen zu einem Jungen und die Fackel wurde durch die Sonne ersetzt. Bereits im Februar des gleichen Jahres wurden dann die ersten Streichhölzer in diesen Schachteln verkauf und im Oktober waren 170.000 Kronen auf dem Konto der Stiftung eingegangen.

Mit den Einnahmen des Jahres 2011 wurde die Forschung über Kinder, die jeder Art von Gewalt ausgesetzt sind, finanziert, um Wege zu finden, wie diesen Kindern sinnvoll geholfen werden kann und welche vorbeugenden Maßnahmen man gegen die Übergriffe einsetzen kann. 150.000 Kronen gingen, in Form des Solstickanpreises, an Königin Silvia, da sie sich für das Los von Kindern einsetzt. Wie bereits im Jahre 2012 sollen auch die Einnahmen des Jahres 2013 vor allem Projekte stützen, die die Lebenssituation und die Gesundheit der älteren Bevölkerung Schwedens untersuchen und verbessern.

16. Januar 1940: Die finnischen Kriegskinder kommen in Schweden an

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 15. Januar 2012

Der mysteriöse Tode von Carl Algernon

Am 15. Januar 1987 fiel der Kriegsmaterialinspektor Carl Algernon an der Haltestelle T-Centralen in Stockholm vor die einfahrende U-Bahn und starb noch am Unfallort. Bis heute kreisen um diesen Tod Gerüchte, da der offizielle Selbstmord eine ungemeine Menge an Fragen offen ließ und Carl Algernon, bevor er von der Bahn überrollt wurde, ein Gespräch mit dem Konzernchef der Nobel Industiers, Anders Carlgren, geführt hätte, die eine wichtige Rolle bei der Boforsaffäre spielte und ihm Probleme bereiten konnte.

Der Tod von Carl Algernon kam für mehrere Länder im richtigen Moment und vielleicht auch für ihn selbst, denn Algernon sollte die Boforsaffäre aufklären bei der der Kriegswaffenhersteller Bofors im Verdacht stand Waffen zu schmuggeln und, gegen Bestechung, diese an Krisenländer zu liefern in die der Waffenexport verboten war. Carl Algerdon hatte die Lieferung durch lasche Kontrollen genehmigt und war zudem persönlicher Freund eines Direktors des Konzern Bofors, eine Situation, die sich sehr schnell auch gegen ihn wenden konnte.

Carl Algerdon war im Laufe seiner Untersuchung zu einer Schlüsselfigur in der Affäre Bofors geworden und mit seinem Tod blieben viele Rätsel der Affäre im Dunkeln. Da der Zugführer aussagte, dass Algerdon rückwärts auf die Gleise gefallen sei, hieß es unmittelbar, dass er gestoßen wurde und keinen Selbstmord beging, aber die Staatsanwaltschaft konnte nichts beweisen. Um die Angelegenheit schnell abschließen zu können, erklärte man den Tod Algerdons daher als Selbstmord. Noch heute glauben jedoch viele, dass sein Tod etwas mit dem Mord an Olof Palme zu tun hat und dass ihn Mitarbeiter der Stasi vor die U-Bahn stießen.

15. Januar: Der Tag der Tulpen in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 14. Januar 2012

Ein Kreuzer für Kriegszwecke aus privaten Mitteln

Als im Jahre 1911 eine liberale Regierung die rechte Regierung Schwedens ablöste, entschied sich diese das Budget für die Verteidigung zu reduzieren, insbesondere sollte ein bereits geplanter Kreuzer nicht mehr gebaut werden, da das Land nicht konkret bedroht wurde. Aus Protest gegen diese Entscheidung bereitet Manfred Björkquist dann am 14. Januar 1912 den Verein Svenska pansarbåtsföreningen vor und beginnt das Geld für den Kreuzer auf privatem Weg zu beschaffen. Bereits am 26. Januar 1912 wurde dieser Verein dann bereits offiziell eingetragen.

Manfred Björkquist, der 1942 der erste Bischof des Stifts in Stockholm wurde, ohne je vorher Priester gewesen zu sein oder eine entsprechende Ausbildung zu haben, hatte sich bereits ab Beginn des Jahrhunderts durch seine rechtsradikalen Meinungen und sein Engagement in der konservativem Kirchenbewegung bemerkbar gemacht und eine große Schicht der Bevölkerung, die gegen die liberale Bewegung des Landes war, um sich gesammelt. Sein Motto war „Sveriges folk - ett Guds folk".

Der Verein hatte einen so großen Erfolg, dass er bereits 100 Tage nach der Gründung über 15 Millionen Kronen gesammelt hatte, drei Millionen mehr als ein Kreuzer in jener Zeit kostete. Reichstag und König Gustaf V. akzeptierten die Summe und beauftragten die Werft in Göteborg mit den Bau des Kreuzers „Sverige“. Der Kreuzer gehörte zu den drei größten, die Schweden im Zweiten Weltkrieg einsetzte und war in den Kriegsjahren das schlagkräftigste Fahrzeug der schwedischen Marine, und nur mit privaten Mitteln finanziert.

14. Januar 2006: Der Mord an einem Jungen bringt ein neues Gesetz

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 13. Januar 2012

Mit Knut endet in Schweden Weihnachten

Der 13. Januar wird in Schweden als der Tjugondedag Jul bezeichnet und gilt als der Tag, an dem Weihnachten zu Grabe getragen wird, denn am Knutdagen, dem Namenstag Knuts, wird aus der Wohnung alles entfernt was noch mit Weihnachten zu tun hat, vor allem findet auch die „julgransplundring“ statt, das heißt dass der Baum „geplündert“ wird. Die Kinder essen die Süßigkeiten, die den Baum zierten, Kugeln und anderer Christbaumschmuck werden wieder verpackt und der Baum selbst wird entsorgt.

Traditionsgemäß wird am Knutdagen (Knuttag) auch das Lebkuchenhaus gegessen und alles Essen, das noch von Weihnachten übrig ist, inklusive der Plätzchen, muss ebenfalls zu Ende gehen. Es ist daher logisch, dass dieser Tag in vielen schwedischen Familien zum letzten großen Fest der Weihnachtszeit ausartet. Da Knut eigentlich ein katholischer Heiliger ist, dessen Tag am 7. Januar gefeiert wird und die protestantische Kirche jede Annäherung an den Katholizismus vermeiden wollte, wurde dort der Namenstag Knuts Ende des 17. Jahrhunderts auf den 13. Januar verlegt und die Weihnachtszeit um eine Woche verlängert.

In zahlreichen Gegenden Schwedens findet man auch heute noch die Tradition des Knutgubbe, denn in einigen Gegenden verkleiden sich Kinder und gehen von Haus zu Haus um Süßigkeiten zu erbetteln, in anderen wird ein Knutgubbe aus Stroh von Haus zu Haus transportiert und wieder in anderen Teilen des Landes, vor allem im Uppland, findet am Abend ein maskierter Karnevalsumzug statt. Besonders bekannt wurde hier der Ort Gimo, wo nicht nur ein Umzug stattfindet, sondern wo man auch das Knutmassomuseum findet, das jedes Jahr mehr Besucher anzieht und ihnen die Tradition dieses Tages näher bringt.

13. Januar: Knut, ein klassischer nordischer Vorname

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 12. Januar 2012

Religiöse Treffen werden in Schweden verboten

Am 12. Januar 1726 wurde, unter Fredrik I., jede Art von Gottesdienst verboten, der nicht von der staatlichen Kirche abgehalten wurde. Davon besonders betroffen waren die sogenannten Bönemöten in den Wohnungen der Gläubigen, die während der letzten Jahre immer häufiger geworden waren. Nur noch innerhalb der Familie durften Andachten im Hause gehalten werden und jedes Zuwiderhandeln führte sehr strenge Strafen nach sich.

Nach der damaligen Meinung in Schweden war die Einheit der Religion die Voraussetzung dafür, dass die Gesellschaft auch Bestand hatte und religiöse Zwiste wurden als die Ursache für den Niedergang jeder Gesellschaft betrachtet. Das Konventikelplakatet, wie das neue Gesetz hieß, richtete sich gegen alle Freikirchen, aber insbesondere gegen die Bewegung der Pietisten, die die Lehre Luthers in Frage stellten. Als Hauptvertreter und Verbreiter dieser Richtung in Schweden gilt der deutsche Mediziner und Prediger Johann Konrad Dippel, der 1728 wegen seiner Lehre aus Schweden ausgewiesen wurde.

Das Konventikelplakat stärkte jedoch die schwedische Staatskirche so sehr, dass sie die Bevölkerung Schwedens in eine starke kirchliche Abhängigkeit stürzte, eine extreme Unterwerfung, in der die freie Meinung des Einzelnen nichts mehr zu suchen hatte. Die erste große Emigrationswelle Mitte des 19. Jahrhunderts wurde gerade durch diese Macht der Kirche ausgelöst von der sich vor allem die Landbevölkerung befreien wollte. Erst als sich Schweden zu entvölkern drohte, wurde das Gesetz dann am 26. Oktober 1858 in eine etwas mildere Bestimmung verwandelt.

12. Januar 1959: Die drei Karrieren des schwedischen Musikers Per Gessle

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 11. Januar 2012

Deutsche Nazigruppe wird aus Schweden ausgewiesen

Als Hitler im Jahre 1933 die Macht übernommen hatte, machte er sich unmittelbar daran in den Nachbarländern ein Netz der Sympathisanten aufzubauen, so auch in Schweden. Das Ziel war in erster Linie Deutsche im Ausland anzusprechen, ausgewanderte Deutsche auf seine Linie zu bringen, aber auch um Schweden davon zu überzeugen, dass er eine gerechte Sache vertritt, die nicht nur Deutschland stützt, sondern auch den befreundeten Staaten eine positive Zukunft bringt.

Ab 1935 verstärkte Hitler seine Bemühungen in Schweden, ausgehend von Stockholm, wo er auf die Unterstützung des Königs rechnen konnte. In diesem Rahmen wurde am 11. Januar 1936 im Sveavägen 29 das „Deutsche Kolonie-Heim“ (Tyska kolonihemmet) gegründet, das mit allen nazitreuen Gruppen Schwedens engen Kontakt hatte und sehr bald als das Nazizentrum Schwedens bekannt wurde. An der Spitze dieses schwedischen Netzes stand Heinz Bartels, ein treuer Gefolgsmann Hitlers.

Da der Führer des Kolonie-Heims, Heinz Bartels, immer aktiver wurde und deutschen Auswanderern, die nicht die Meinung Hitlers vertraten, bedrohte, wurde er vom schwedischen Staat mehrmals ohne jedes Ergebnis verwarnt und schließlich, gemeinsam mit seinen beiden wichtigsten Helfern in Stockholm, des Landes verwiesen. Deutschland versuchte die Ausweisung mit Drohungen zu verhindern, konnte jedoch die Entscheidung nicht beeinflussen. Als Folge der Ausweisung wurden dann von der Hitlerregierung drei schwedische Geschäftsleute aus Deutschland ausgewiesen.

11. Januar 1732: Peter Forsskål, ein Vorreiter des schwedischen Liberalismus

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 10. Januar 2012

Carl von Linné, der Botaniker Schwedens

Am 10. Januar 1778 starb der schwedische Botaniker Carl von Linné in Uppsala, der Mann, der dafür bekannt ist die Pflanzenwelt nach ihrem Sexualsystem eingeteilt zu haben. Vieles im Leben dieses Mannes, der in der ganzen Welt bekannt ist, weicht von der üblichen Norm jener Zeit ab, denn bereits seinen Namen schuf sich der Wissenschaftler selbst, denn eigentlich wurde er Carl Nilsson genannt. Als er jedoch in Lund sein Studium begann, erinnerte er sich an die Linde im Garten des Elternhauses und nahm als Familiennamen die lateinische Abwandlung des Namens, Linnaeus, an, was, nachdem er in den Adelsstand aufgenommen wurde, zu „von Linné“ wurde.

Linné beschäftigte sich jedoch nicht nur mit Pflanzen, sondern wollte das gesamte Leben, inklusive der Mineralien, in ein eindeutiges System einordnen, wobei er mit diesem Streben so weit ging, dass er vom damaligen Erzbischof der Gottlosigkeit angeklagt wurde, was Linné zu einem der ersten bedeutenden Atheisten abstempelte. In diesem Rahmen muss man auch Linnés Gedanken zur Rassenbiologie betrachten, nach der es insgesamt fünf Menschenrassen gab, die man sehr eindeutig definieren konnten und unter denen die Europäer die einzigen waren, die über den anderen Rassen standen und über wissenschaftliches Denken verfügten.

Ohne die Leistung Carl von Linnés zu mindern, muss man auch bedenken, dass zwar Linné die Ordnung von Pflanzen und Tieren schuf und zahlreichen Gewächsen ihre Namen gab. Er hat sich jedoch dabei sehr großzügig seiner sehr zahlreichen Schüler bedient, die im Gegensatz zu ihm, die ganze Welt bereisten um dort in Europa unbekannte Pflanzen für ihn zu sammeln und zu untersuchen, die Linné dann in sein System einordnete und ihnen dabei auch den Namen verlieh. Nur seine Schüler bereisten die anderen Kontinente und waren auch regelmäßig ein Teil der wissenschaftlichen Besatzung der Schiffe der schwedischen Ostindien-Kompanie, was durch die Epoche der schwedischen Freiheitszeit (Frihetstiden) gefördert wurde.

10. Januar 2010: Ein Selbstmord nach dem Helénmord in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 9. Januar 2012

Der Lorensbergs Cirkus in Göteborg brennt

Am 9. Januar 1900 brannte der Lorensbergs Cirkus in Göteborg ab, eines der bedeutendsten Zirkusgebäude Schwedens, in dem nahezu alle großen Zirkusse dieser Welt auftraten. Der Brand entstand durch Unachtsamkeit, da der Zirkus Bergman, der gerade dort gastierte, Zelte in dem Holzgebäude trocknen wollte. Der Brand war nicht zu löschen, aber damit die Saison des Jahres 1900 gerettet werden konnte, wurde das Zirkusgebäude unmittelbar wieder aufgebaut und bereits am 21. März konnte der Zirkus Ed. Wulff dort seine erste Vorstellung geben.

Der Zirkus, der von 1884 bis 1969 existierte und sich heute in ein Parkhaus neben dem Lorensbergstheater verwandelt hat, erhielt, wie der Stadtteil in dem er sich befand, seinen Namen nach Lorens Petersen, der 1750 die Umgebung gekauft hatte um dort einen landwirtschaftlichen Betrieb zu führen. Als der Zirkus 1884 gegründet wurde, durfte die 4500 Quadratmeter große Fläche der Parkanlage, zu der die Tabakfelder inzwischen geworden waren, nur für Zirkuszwecke benutzt werden. Später fanden dann jede Art von Veranstaltungen statt. Während der 50er und 60er Jahre diente das Gebäude vor allem für musikalische Veranstaltungen.

Der Lorensbergs Cirkus, in dem im Jahre 1933 Louis Armstrong spielte, 1963 die Beatles drei Konzerte gaben, 1966 die Who das Publikum begeisterten und wo Jimi Hendrix im Jahre 1968 auftrat, hatte allerdings auch ein bedeutendes Unglück zu verzeichnen, als 1898 der Cirkus du Nord dort gastierte und bei einer Vorführung Pferd und Reiter aus 15 Meter Höhe in den Tod stürzten. Dieses Ereignis wurde 1912 gleich in zwei Kinofilmen verarbeitet, nämlich in „Dödsritten under cirkuskupolen“ und „Dödsspring fra cirkuskupolen“. Am 24. November 1969 wurde das Gebäude abgerissen und Zirkusse müssen seither ihre eigenen Zelte mit nach Göteborg bringen.

9. Januar 1954: Der Frachtdampfer Nedjan sinkt bei Eggegrund

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 8. Januar 2012

Folgen des Ersten Weltkriegs in Schweden

Am 8. Januar 1917 beschlagnahmte die schwedische Regierung im ganzen Land Getreide, Mehl und Brot um es rationieren zu können. Dieser Entschluss, der insbesondere die Stadtbevölkerung und die Ärmsten des Landes am stärksten traf, führte wenig später in mehreren Städten des Landes zu den größten Unruhen des vorigen Jahrhunderts. Aber auch private Finanzunternehmen spürten den Umschwung und wurden durch neue Gesetze und Bestimmungen in den Konkurs getrieben.

Bereits mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Jahre 1914 spürte Schweden die Probleme eines Systems, das auf den Import von Lebensmittel und Rohstoffen angewiesen ist, da sich dies auf die Bevölkerung vor allem durch den schnellen Mangel an Lebensmitteln auswirkte. Da kein Dünger mehr nach Schweden kam, verteuerten sich landwirtschaftliche Produkte nahezu täglich und bald wurde Zucker, Kaffee, Eier, Butter und selbst Fisch rationiert und nur noch gegen Lebensmittelkarten ausgegeben. Die Preissteigerungen für tägliche Lebensmittel stiegen während des Krieges stufenweise um über 100 Prozent, wobei gleichzeitig auch die Arbeitslosigkeit immer mehr zunahm.

All diese Probleme hatten ihren Höhepunkt mit der Rationierung von Brot erreicht, denn das Recht auf Brot war für die Mehrheit der Bevölkerung als selbstverständlich betrachtet worden. Nahezu gleichzeitig brachen daher die ersten Unruhen, die als Brödupproret in die Geschichte eingingen, in Göteborg, Västervik und Ådalen aus. Allein in Göteborg sammelten sich am 5. Mai 1917 rund 40.000 Personen aus den Arbeiterstadtteilen zu einer massiven Demonstration gegen die Politik der Regierung, was damit endete, dass die Regierung das Militär zu Hilfe rief, das die Unruhen mit Gewalt unterdrückte, was letztendlich jedoch dazu führte, dass Gustav V. in seiner Macht beschnitten wurde und Hjalmar Branting und die sozialdemokratische Bewegung in Schweden einen dauerhaften Einfluss gewannen.

8. Januar 1937: Der schwedische Theologe Olle Meurling stirbt beim spanischen Krieg

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 7. Januar 2012

Die Thielska Galleriet, ein Kunstmuseum in Stockholm

Am 7. Januar 1926 öffnete das Kunstmuseum Thielska Galleriet im Stockholmer Stadtteil Djurgården seine Türen für die Allgemeinheit, das vermutlich vornehmste und architektonisch interessanteste Kunstmuseum der schwedischen Hauptstadt. Die Thielska Galleriet, die von einer Stiftung getragen wird, allerdings in Gebäuden, die mittlerweile dem Staat gehören, findet man weltweit die größte und interessanteste Sammlung von Edvard Munch. Neben Munch werden in diesem Kunstmuseum vor allem Werke des schwedischen Konstnärförbundets zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgestellt.

Die Thielska Galleriet wurde von Ernest Thiel gegründet, der als einer der bedeutendsten Kunstsammler Schwedens gilt. Ab 1896 kaufte Ernest Thiel Kunstwerke, die er in seinem Wohnhaus, das sich immer mehr zu einer Privatgalerie entwickelte und nur wenig einer Wohnung glich, ausstellte. Nach dem ersten Weltkrieg ging sein Finanzimperium dem Ende entgegen und 1922 war der Kunstsammler und Mäzen gezwungen das Gebäude und seine Sammlung dem schwedischen Staat zum Kauf anzubieten. Bereits 1924 kaufte der schwedische Staat dann Gebäude und Sammlungen, um das Bauwerk, erneut zwei Jahre später, als Kunstmuseum der Allgemeinheit zu öffnen.

Die Thielska Galleriet wurde vom Architekten Ferdinand Boberg im Jugendstil erbaut und liegt auf dem Blockhusudden, einem Standort, den Ernest Thiel nur notgedrungen akzeptierte, denn ursprünglich war das Gebäude in nächster Nähe von Prinz Eugens Residenz gedacht. Vielleicht wäre dieser Plan auch genehmigt worden, wenn Ernest Thiel nicht das Gedankengut Friedrich Nietzsches verfochten hätte. Da Prinz Eugen einen solchen Freidenker nicht in seiner Nähe haben wollte, legte König Oscar II. sein Veto ein und Ernest Thiel musste sich mit einem abgelegeneren Bauplatz begnügen.

7. Januar 2004: Ingrid Thulin, von Sollefteå nach Hollywood


Copyright: Herbert Kårlin