Mittwoch, 29. Februar 2012

Der verschobene Schalttag in Schweden

Wenn man vom Schaltjahr spricht, so denkt man in den meisten Ländern auch an den Schalttag am 29. Februar, also dem Tag der nur alle vier Jahre im Kalender auftaucht. In Schweden hielt man jedoch wenig von dieser modernen Zeitrechnung, die von Papst Gregorius XIII. mit dem Gregorianischen Kalender eingeführt wurde, sondern behielt, gemeinsam mit Finnland, die alte, römische Einteilung, nach der der Schalttag der 24. Februar war und nicht der 29. Dies führte zwar das Problem mit sich, dass man jedes vierte Jahr die Namenstage ab dem 24. Februar um je einen Tag verschieben musste, aber man musste dadurch nicht dem Diktat der katholischen Kirche folgen. Erst im Jahr 2000 entschloss sich dann auch in Schweden den 29. Februar zum Schalttag zu ernennen.

Traditionell gesehen ist natürlich der 24. Februar als Schalttag logischer, denn ursprünglich begann das Jahr nicht am 1. Januar, sondern immer am 1. März, was auch erklärt, warum der Februar der kürzeste Monat im Jahr ist und mit einem Schalttag die astronomische Länge eines Jahres ausgeglichen wird. Da man im Römischen Reich den ersten Tag eines Monats „Kalendae“ nannte und man die Tage auch rückwärts rechnete, so bedeutete dies, dass „ante diem sextus Kalendas Martias“ den 24. Februar ausdrückte, und im Schaltjahr den 25. Februar. Der Schalttag konnte daher logischer Weise nur der 24. Februar sein.

Der Schalttag, unabhängig welchen der beiden Tage man nun damit bezeichnet, ist, nach einer irischen Legende aus dem vierten Jahrhundert, damit verbunden, dass Frauen an diesem Tag freien dürfen. Alle vier Jahre gibt es daher einen Tag, an dem Frauen um die Hand des Mannes anhalten können. Noch im 19. Jahrhundert konnte es für einen Mann, der zur Freierin an diesem Tag nein sagte, relativ teuer werden, da er in diesem Fall der Frau ein sehr teures Geschenk machen mussten um sich von der Ehe loszukaufen.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 28. Februar 2012

Hanna Ouchterlony und die schwedische Heilsarmee

Am 28. Februar 1924 starb Hanna Ouchterlony, die Frau, die bereits 1882 die Heilsarmee nach Schweden und dann 1888 auch nach Norwegen brachte. Hanna Ouchterlony, die den Namen eines alten schottischen Adelsgeschlechtes trägt, führte damit in Schweden gleichzeitig die freikirchliche Bewegung der Evangelisch-Methodistischen Kirche ein, eine Bewegung, die eng mit der Heilsarmee verbunden wird. Während die Methodisten jedoch gegenwärtig nur etwa 5000 Mitglieder in ganz Schweden haben, kommt die Heilsarmee, wenn man die Jugendverbände einschließt, auf nahezu die doppelte Anzahl.

Hanna Ouchterlony entdeckte die Heilsarmee im Alter von 22 Jahren, als Bramhell Booth, ein Mitglieder der englischen Gründerfamilie der Bewegung, im Bahnhof von Värnamo eine Predigt hielt. Hanna war von der Idee so beeindruckt, dass sie bald darauf nach England reiste um mehr über die Heilsarmee zu erfahren. 1881 besuchte sie dann auch William Booth in London für mehrere Wochen und studierte die Lehre der Frälsningsarmén, wie die Bewegung in Schweden heißt. Nur ein Jahr später war Hanna Ouchterlony dann bereits Major der Heilsamee und kehrte mit ihrer Fahne nach Schweden zurück.

Hanna Ouchterlony leitete von 1882 bis 1892 die Heilsarmee in Schweden und übersetzte, gemeinsam mit Fredrik Engelke, 44 Lieder der Heilsarmee aus dem Englischen und gab noch 1882 das erste schwedische Gesangsbuch der Bewegung heraus. Värnamo, der Geburtsort Hannas, ist noch heute eng mit Hanna Ouchterlony verknüft, da eine Straße nach ihr benannt wurde und im Åbroparken seit 1958 eine Skulptur der ehemaligen Kommandeurin der Heilsarmee steht. Seit 2005 vergibt die Bewegung auch einen Hannapreis, der nach Hanna Ouchterlony benannt wurde.

28. Februar 1819: Sophia Isberg, als Künstlerin bekannt als Jungfru Isberg

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Montag, 27. Februar 2012

Der König Schwedens wird politisch entmachtet

Am 27 Februar 1974 entschloss sich das schwedische Parlament Schweden eine neue Regierungsform zu bieten und damit dem König jede politische Macht zu nehmen. Die neue Regierungsform wurde zum 1. Januar 1975 gültig und baut darauf auf, dass die gesamte Macht vom Volk ausgeht, das durch das Parlament vertreten wird. Der schwedische König war von diesem Tag an zwar zum Staatschef degradiert geworden, aber die Monarchie als solches wurde beibehalten.

Bis zur Änderung der Regierungsform galt in Schweden noch jene von 1809, obwohl sie nach dem Zweiten Weltkrieg in vielen Punkten kaum noch eine wichtige Rolle spielte. Es konnte jedoch kein Ministerpräsident ohne die Unterschrift des Königs eingesetzt werden und jede Verordnung und jedes Gesetz musste erst vom König gebilligt werden. Theoretisch war es daher jederzeit möglich, dass der König auch wieder die tatsächliche Macht ergriff und bei einer Entscheidung des Parlaments seine Unterschrift verweigerte oder eigene Gesetze durchsetzte.

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg war bereits laut geworden, der Macht des Königs ein Ende zu bereiten, wobei die Sozialdemokraten in ihren Statuten selbst die Gründung einer Republik fordern. Da das Königshaus jedoch ungemein beliebt beim Volke war, war es unmöglich den König abzusetzen, oder selbst auf eine schnelle Änderung der Regierungsform zu beharren. Rund 20 Jahre lang schob man daher die Entscheidung vor sich her, bis das Volk dieser Reform mehrheitlich positiv gegenüber stand. Auch wenn der König seit 1975 niemanden mehr in den Adelsstand erheben kann und aus der Gesetzgebung ausgeschlossen wurde, so ist es nach wie vor der König, der Personen, die sich besonders für Schweden verdient machten, den Ritterorden und Staatsmedaillen verleiht.

27. Februar 1981: Die Eisenhütte Domnarvet bei Borlänge in der Krise

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Sonntag, 26. Februar 2012

Johan Tobias Sergel, Ritter des Vasaorden

Am 26. Februar 1814 starb Johan Tobias Sergel im Alter von 74 Jahren in Stockholm. Vermutlich ist Sergel, der nach seinen deutschen Eltern eigentlich Sergell geschrieben werden müsste, weniger für seine beachtlichen Leistungen bekannt als in Verbindung mit dem Sergels Torg, der Sergelarkaden, der Sergelfontänen und der Sergelgatan in Stockholm, denn selbst wer sich nicht für Kunst interessiert, wird in Stockholm mit Sicherheit den zentralen Platz beschreiten und über den Namen Sergel stolpern.

Göran Strååts Johan Tobias Sergel in Stockholm

Die Fähigkeiten von Johan Tobias Sergel wurden sehr früh entdeckt, was dazu führte, dass er bereits in sehr jungen Jahren von Jean Eric Rehn, Jacques Masreliez und schließlich Pierre Hubert L'Archevêque in klassischer Skulptur ausgebildet wurde. Mit 19 erhielt Sergel dann bereits ein festes Gehalt von der Kungliga Slottsbyggnadsstaten und 1767 wurden ihm 3000 Taler für eine einjährige Studienreise nach Paris, Rom und Neapel ausbezahlt, die er nutzte um die klassischen Skulpturen eingehend zu studieren ohne jedoch in diesem Jahr ein einziges Werk zu schaffen.

Während Johan Tobias Sergel vor allem für seine Skulpturen bekannt wurde, entstanden die intimsten und seine interessantesten Werke erst nachdem er Anna Rella Hellström kennen lernte, die sehr schnell seine Liebhaberin wurde und mit der er bis zu ihrem Tode zusammen blieb. In dieser Zeit entstanden eine große Anzahl an humoristischen und erotischen Zeichnungen, die einem Tagebuch ähnlich, ihre Treffen schildern, das Familienleben und andere Szenen aus dem gemeinsamen Leben. Kurz bevor Johan Tobias Sergel starb, wurde er noch in den Adelsstand erhoben.

26. Februar 1729: Anders Chydenius, ein Kämpfer für die Freiheit
26. Februar 1889: Wilhelm Erik Svedelius, der erste Staatswissenschaftler Schwedens

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Visit Göteborg!

Samstag, 25. Februar 2012

Thomas Ledin, ein Musiker gegen Rassismus

Am 25. Februar 1952 wurde Thomas Ledin im Jämtland geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Ådalen und Sandviken, wobei seine Revolte erst ausbrach, als er von einem Studentenaustausch aus den USA zurückkam, denn mit dem Virus der Freiheit infiziert, verweigerte er in Schweden den Wehrdienst und schaffte es schließlich sogar ganz vom Wehrdienst freigestellt zu werden, was in Schweden zu dieser Zeit mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden war.

Seine ersten Auftritte hatte Thomas Ledin, wenn auch mit mäßigem Erfolg, im Jahre 1972. Im Jahre 1979 war er dann als Backgroundsinger mit ABBA auf Welttournee und ein Jahr später gewann er dann die schwedische Ausscheidung des Eurovision Song Contest mit „Just nu“. Im Jahre 1982 kam dann mit dem Lied „Sommaren är kort“ sein Durchbruch, ein Song, der sich zu einem schwedischen Evergreen entwickelte und noch heute in ganz Schweden während der Allsång-Veranstaltungen gesungen wird.

Ab 1985 begann sich Thomas Ledin, insbesondere mit Mikael Wiehe und Tommy Rander, mehr und mehr dem musikalischen, politischen Engagement jener Zeit anzuschließen und leitete in Göteborg ein Konzert gegen die Apartheid. 1991 gründete er den Rocktåget, der noch heute jedes Jahr im Sommer durch Schweden rollt und überall im Lande Rock- und Popkonzerte bekannter Künstler präsentiert. Und nach einer Gala gegen Rassismus in Stockholm gründete Thomas Ledin dann die Stiftung „Künstler gegen Nazismus“, eine nationale Bewegung von Künstlern gegen Nazismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

25. Februar 1978: Acht Personen erfrieren im Jämtland

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Freitag, 24. Februar 2012

Der schwedische Reichsverband für sexuelle Aufklärung

Am 24. Februar 1933 gründete Elise Ottesen-Jensen in Schweden den Reichsverband für sexuelle Aufklärung, was für die Tochter eines Priesters, der wiederum mit der Tochter eines Bischofs verheiratet war, in dieser Zeit mehr als nur ungewöhnlich war und Elise Ottesen-Jensen endgültig zum schwarzen Schaf der Familie machte, aber auch eine Folge der extremen religiösen Erziehung des Elternhauses war.

Der Reichsverband für sexuelle Aufklärung (RFSU) war vom ersten Tag an eine parteiübergreifende und nicht religionsgebundene Lobbyorganisation, die drei Freiheiten als Basis sah: Die Freiheit zu sein, die Freiheit zu wählen und die Freiheit Vergnügen zu haben. Der Reichsverband für sexuelle Aufklärung sieht als wichtigste Aufgabe in neutraler Weise über Sex und Verhütung aufzuklären, insbesondere auch in Schulen, da Sexualität eine persönliche Frage ist, die nicht mit religiösen Tabus angegangen werden darf, die die Freiheit des Menschen einschränken.

Allerdings forderte der RFSU nicht nur eine Aufklärung, sondern setzte sich auch vom ersten Tag für das Recht auf Abtreibung ein und erzog zur Toleranz der Homosexualität, da Elise Ottesen-Jensen auch davon ausging, dass die Partnerwahl eine persönliche Freiheit ist und von niemandem, der offen ist, verurteilt werden darf. Ein wichtiger Punkte für den Verband ist ebenfalls über jede Art von Verhütungsmöglichkeit zu sprechen und über ansteckende sexuelle Krankheiten zu informieren, da nur eine offene und allgemeine Diskussion darüber die Ausbreitung dieser Krankheiten verhindern kann. Im Laufe seiner 79-jährigen Geschichte konnte der Verband auf zahlreiche Gesetzesänderungen einwirken und Sexualerziehung in schwedischen Schulen einführen.

24. Februar 1972: Sven Markelius, der Architekt der schwedischen Funkis-Bewegung

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Donnerstag, 23. Februar 2012

Anna Maria Viktoria Uddgren und die erste Strindberg-Verfilmung

Am 23. Februar 1868 wurde in Stockholm eine Frau geboren, die zwar ihrer Zeit voraus war, es aber leider nie schaffte wirklich bekannt zu werden, obwohl sie die uneheliche Tochter des Königs Oscar II. war und zu Beginn ihrer Karriere als Sängerin im Stockholmer Tivoli als Königin der Unterhaltungsindustrie galt. Anna Maria Viktoria Uddgren ist bis heute nur in einer kleinen Schicht für ihre tatsächlichen Leistungen bekannt.

Anna Maria Viktoria Uddgren war zu Beginn des 20. Jahrhunderts die erste Frau, die die Regie für mehrere Filme führte, und sie behielt diesen Titel in Schweden 50 Jahre lang, denn es dauerte ein halbes Jahrhundert bis die nächste Schwedin auch hinter der Kamera akzeptiert wurde. Anna Maria Viktoria Uddgren war in dieser Zeit nahezu alles auf einmal, denn sie spielte in einigen ihrer Filme, produzierte sie und schrieb einige der Manuskripte dafür, wobei sie nebenbei auch noch Zeit fand fünf Kinder zu erziehen.

Anna, die ihre Werke als Anna Hofman-Uddgren zeichnete, hatte in den Jahren 1911 und 1912 die Regie von sechs Langfilmen, darunter „Fadern“ und „Fröken Julie“ von August Strindberg, der ihr die Exklusivität für alle Verfilmungen seiner Werke übertragen hatte. Anna Maria Viktoria Uddgren, die rechtzeitig den Sprung von der unterhaltenden Revue zur Kunstart Film gefunden hatte, gehörte in Schweden mit zu Pionieren, die einen Film und Theater zur allgemeinen Unterhaltung machten, auch wenn sie heute nur selten neben ihren männlichen Kollegen genannt wird.

23. Februar 2002: Die schwedische Version von Chess kommt nach Schweden

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Mittwoch, 22. Februar 2012

Umweltskandal in Skåne

Am 22. Februar 1979 wurde einer der größten schwedischen Umweltskandale im schwedischen Skåne damit beendet, dass die Gebäude des Herstellers von Unkrautbekämpfungsmitteln und Holzschutzmitteln BT Kemis in Teckomatorp gesprengt wurde, sämtliche heimlich vergrabenen Tonnen mit Umweltgift eingekapselt wurden und entschieden wurde das gesamte Gebiet des Unternehmens zu sanieren sei. Die Sanierungsarbeiten sind auch heute noch nicht abgeschlossen und werden bis zu einem weiteren Jahrzehnt fortsetzen.

Als die Fabrik im Jahre 1965 gegründet wurde, gab es kein Umweltschutzgesetz und das Unternehmen hatte daher kaum Beschränkungen zu befürchten. Nur die Regionalregierung sollte Bedingungen für die Erhaltung eines gesunden Grundwassers stellen, was jedoch auch 1970 noch nicht geschehen war und BT Kemis bekam weiterhin eine „vorläufige“ Zulassung. Auch nachdem sich die Anwohner des Gebietes über den Gestank beklagten, der Farn der ganzen Umgebung verwelkte und das Wasser der Braån nachweislich vergiftet war, geschah nichts.

Ab 1971 begann dann BT Kemis hunderte von Fässern mit giftigem Inhalt zu vergraben. Die Klagen der Anwohner blieben weiterhin ohne Gehör und das Unternehmen sollte nach einem Beschluss lediglich 23 kritische Punkte der Lagerung und Herstellung verbessern, aber die Genehmigungen für BT Kemis wurden weiterhin verlängert. Durch Drohungen konnte das Unternehmen selbst einen kritischen Zeitungsartikel verhindern. Erst als 1977 insgesamt 360 Tonnen mit hochgefährlichen Gift ausgegraben waren, wurde der Umfang der Handlungen völlig bekannt. Die Geschäftsführer wurden nie wegen ihren Handlungen verurteilt und das Unternehmen musste an einige Kläger lediglich einen gewissen Schadersatz zahlen. Dass das Gebäude dann am 22. Februar 1979 gesprengt wurde, konnte jedoch nicht verhindern, dass der Boden auf dem Fabrikgelände für weitere 40 Jahre hochgradig vergiftet war und auch 2012 noch weiterhin saniert werden muss.

22. Februar 2011: Laila Westersund, eine Karriere mit bereits vier Jahren

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Dienstag, 21. Februar 2012

Håkan Nesser und Kommissar Van Veeteren

Am 21. Februar 1950 wurde der schwedische Autor Håkan Nesser in der Nähe der Stadt Kumla geboren. Nach seiner Schulzeit in Kumla und Hallsberg begann er in Uppsala mehrere humanistische Zweige zu studieren, bevor er dann die Pädagogische Hochschule besuchte und Lehrer für Schwedisch und Englisch wurde. Als seine erste Ehe zerbrochen war, begann er 1988 nebenberuflich als Autor tätig zu werden und veröffentliche zuerst den Liebesroman „Koreografen“, der allerdings nur mäßigen Erfolg hatte.

Seinen Weg fand Håkan Nesser dann 1993, als er sich Kriminalromanen zuwandte. Schon fünf Jahre später hatte er einen so großen Erfolg, dass er seinen Beruf als Lehrer an den Nagel hängen konnte und sich zum hauptberuflichen Verfasser von Kriminalromanen entwickelte. Zwischen 1993 und 2003 veröffentlichte Håkan Nesser zehn Romane in der Kommissar Van Veeteren die Hauptrolle spielt. Der letzte Roman der Serie war dann „Fallet G“. Diese Romane spielen alle im von Nesser erfundenen Ort Maardam und wurden sowohl für das Kino als auch das Fernsehen verfilmt.

Ab 2006 begann Håkan Nesser am Barbarottikvintetten zu arbeiten, das nach dem Autor im Jahre 2012 abgeschlossen sein wird. Die Serie mit dem Kommissar Gunnar Barbarotti spielt in der ebenfalls erfundenen Kleinstadt Kymlinge in Westschweden. Nach den Beschreibungen des Ortes lehnt sich Kymlinge allerdings sehr stark an Kumla an, den Ort, den Håkan Nesser vermutlich am besten kennt. Im gleichen Jahr, als das erste Buch des Barbarottikvintetten auf den Markt kam, zog Håkan Nesser mit seiner zweiten Frau Elke nach New York. Seit 2008 hat sich das Paar nun in der Nähe von London niedergelassen.

21. Februar 1976: Die ersten Paralympischen Winterspiele in Örnsköldsvik

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Montag, 20. Februar 2012

Die Entwicklung der schwedischen Post

Obwohl bereits 1620 eine Postlinie Stockholm - Markaryd - Hamburg bestand, dauerte es noch bis zum 20. Februar 1636 bis der schwedische Reichskanzler Axel Oxenstierna das allgemeine Postsystem in Schweden einrichtete, nach dem alle 20 bis 30 Kilometer entlang der Reichsstraßen eine Poststelle vorhanden sein musste, von wo aus die Post dann weiter verteilt wurde. Den Auftrag für die Einrichtung dieses Dienstes erhielt Andreas Wechsel aus Leipzig, der jedoch bereits nach einem Jahr starb, so dass seine Frau, Gese Wechsel, die Leitung des Unternehmens übernahm und zu „Svea rikes postmästarinna“ wurde.

Im Jahre 1645 wurde die Post dann angehalten im Ausland Korrespondenten zu unterhalten, die der Zentrale in Stockholm alle wichtigen Ereignisse aus diesen Ländern mitteilen mussten. Gleichzeitig waren alle Postmeister des Landes wöchentlich dazu verpflichtet einen Rapport abzugeben, der auch alle Ereignisse in den Orten schilderte. In Stockholm wurde das Material dann bearbeitet und es entstand die erste Zeitung mit Neuheiten aus dem ganzen Land, die „Ordinarie Posttidender“.

Im Jahre 1686 war Schweden dann weltweit das dritte Land, das Poststempel einführte, wobei es nur ein „F“ für kostenlos beförderte Briefe gab und „B“ für Briefe, für deren Transport bezahlt worden war. Nur sechs Jahre später entschied die Postverwaltung dann für Briefe innerhalb Schwedens die gleichen Gebühren zu berechnen, die jedoch abhängig vom Gewicht der Briefe und der Transportstrecke waren. 1698 galten dann auch für Finnland und das Baltikum Inlandsgebühren.

20. Februar 1903: Der schwedische Maler Gotthard Werner

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Sonntag, 19. Februar 2012

Georg Heinrich von Görtz wird hingerichtet

Am 19. Februar 1719 wurde Georg Heinrich von Görtz in Stockholm hingerichtet, ein deutscher Politiker des Hauses Holstein-Gottorp, der von Karl XII. zum wichtigsten Mann Schwedens, nach dem König selbst natürlich, ernannt wurde. Seine größte Leistung war, dass er den schwedischen Haushalt, der durch den nordischen Krieg extrem belastet war, ausgleichen konnte, wenn auch mit Maßnahmen, die ihn zur unbeliebtesten Persönlichkeit des Landes machte.

Um die Staatskassen zu füllen, durfte Georg Heinrich von Görtz die gesamte Wirtschaft und insbesondere den Export überwachen und steuern. Görtz zeigte sich hier sehr einfallsreich und belegte selbst auf Perücken und Tabak Steuern, was ihm die Feindschaft des Adels und der einfachen Leute gleichzeitig zuzog. Als er dann auch noch alle Kupfer- und Silbermünzen beschlagnahmte und gegen Notmünzen austauschte, gab es, außer dem König, kaum noch jemanden, der ihn bei seinen sogar absolut notwendigen Maßnahmen unterstützte.

Als Karl XII. dann im Jahre 1718 in Norwegen umkam, wurde Görtz unmittelbar von Fredrik von Hessen im heutigen Tanumshede festgenommen und in Stockholm vor Gericht gestellt. Nach den Anklagen hatte der den schwedischen Staat ruiniert, den König zu gefährlichen Vorhaben verleitet und den nordischen Krieg künstlich in die Länge gezogen. Georg Heinrich von Görtz wurde, entgegen damaligem Recht, kein Verteidiger genehmigt und die Jury setzte sich ausschließlich aus seinen Feinden zusammen. Das Todesurteil war daher eine logische Folge. Um Görtz noch mehr zu erniedrigen, wurde ihm auch keine Beerdigung genehmigt, sondern sein Körper im Galgenhügel vergraben.

19. Februar 1859: Svante Arrhenius, der erste schwedische Nobelpreisträger

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Samstag, 18. Februar 2012

Die Männergesellschaft Concordia in Örebro

Am 18. Februar 1862 wurde in Örebro die Sällskapet Concordia gegründet, ein Verein, der sich an kulturell interessierte Männer der Stadt richtet, die sich durch gemeinschaftliche Treffen kulturell weiterbilden wollen. Die Sällskapet Concordia existiert noch heute und zählt mittlerweile rund 160 männliche Mitglieder, die sich jedes Jahr etwa zehn Mal treffen. Während der Treffen werden nicht nur kulturelle Gespräche geführt, sondern auch oft Vorträge von kulturellen Persönlichkeiten Schwedens gehalten.

Die Grundidee zu diesem Verein, der eigentlich Sällskapet av den 18 februari 1862 Concordia heißt, entstand zu Beginn des Jahres 1862, als Ivar Brodén bedeutende Personen Örebros bei sich zu einem Herrenabend eingeladen hatte. Innerhalb weniger Tage entstand dann die Satzung und der Verein konnte seine Aktivität aufnehmen. Die ersten Jahre wurde bei den Treffen vor allem über Literatur gesprochen, aber sehr bald kamen dann auch Musik und gemeinsamer Gesang hinzu.

Die Mitglieder der Sällskapet Concordia treffen sich etwa zehn Mal im Jahr, wobei der 18. Februar der einzige Tag ist, an dem grundsätzlich ein Treffen stattfindet. Bei diesen Treffen wird grundsätzlich das Concordia-Gemälde von Olof Hermelin im Raum aufgehängt, das Symbol dieser Männergesellschaft. Nach dem Vorbild Örebros entstanden in den kommenden Jahren weitere Gesellschaften dieser Art in den drei Großstädten Schwedens. Als Gegenpol gründeten später die intellektuellen Frauen Örebros eine weibliche Gesellschaft gleichen Stils, die den Namen Damernas Concordia erhielt und ebenfalls noch heute aktiv ist.

18. Februar 1956: Ted Gärdestad und der Tod unter der Eisenbahn

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Freitag, 17. Februar 2012

Schweden greift zum Gregorianischen Kalender

Am 17. Februar 1753 ging Schweden vom Julianischen zum Gregorianischen Kalender über, was dazu führte, dass die schwedische Bevölkerung den Staat anklagte ihnen elf Tage zu stehlen. Um jedoch mit den meisten anderen Ländern gleichzuziehen, mussten zu dieser Umstellung elf Tage fallen, da am 1. Februar in Deutschland in Schweden bereits der 12. Februar auf dem Kalender verzeichnet war. Die Regierung entschied sich daher einfach die letzten elf Tage des Februars 1753 zu streichen.

Eigentlich hatte Papst Gregorius XIII. bereits am 24. Februar 1582 entschieden dass auf der ganzen Welt nur noch der Gregorianische Kalender gelten solle, was die katholischen Länder auch unmittelbar in die Tat umsetzten. Das protestantische Schweden wollte jedoch, wie andere nicht-katholische Länder, vom Diktat des Papstes nichts wissen und behielt daher ihr vorheriges Kalendersystem bei, auch wenn man dadurch einige Schwierigkeiten bei internationalen Übereinkommen auf sich nehmen musste.

Anders Spole, ein Astronomieprofessor in Uppsala schlug dann zum Jahre 1700 erneut vor die nordischen Kalender dem Gregorianischen System anzupassen. Norwegen und Dänemark folgten seiner Empfehlung, nicht aber Schweden, das weiterhin den Julianischen Kalender benutzte. Schweden wollte diesen Schritt unternehmen indem man in den nächsten Jahrzehnten jeweils den 29. Februar ausfallen ließ. Nachdem man dies jedoch sowohl 1704 als auch 1708 vergaß, hatte Schweden ab 1704 einen Kalender, der nur noch in Schweden galt und weltweit noch mehr Verwirrung stiftete. 1711 entschied daher Karl XII., dass man wieder ganz zum Julianischen Kalender zurückkehren musste und er fügte deshalb dem laufenden Jahr einmalig einen 30. Februar hinzu. Als man dann am 17. Februar 1753 dennoch zum Gregorianischen Kalender überging und dem 17. Februar den 1. März folgten ließ, wollte man den Kalender dennoch nicht nach dem katholischen Papst nennen, sondern sprach nur vom „nya stilen“, dem neuen Stil. Wer heute in den schwedischen Archiven vor 1753 sucht, muss bei allen angegeben Daten noch heute daran denken, dass man damals einen anderen Kalender benutzte als heute und daher das Datum umrechnen oder erklären.

17. Februar 1992: Der einzige unaufgeklärte Polizistenmord in Schweden


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Der Botanaische Garten in Göteborg

Donnerstag, 16. Februar 2012

Carl von Linné ersetzt König Gustav II. Adolf

Als am 16. Februar 1987 die alten 100-Kronen-Scheine durch neue ersetzt wurden, entschied man sich zum ersten Mal kein königliches Motiv mehr auf den Scheinen abzubilden und König Gustav II. Adolf musste einem Wissenschaftler Platz machen. Auf dem neuen Schein wurde nämlich Carl von Linné das Thema. Während man auf der einen Seite Carl von Linné und den Linnégarten entdeckt, findet man auf der Rückseite eine Biene, die gerade eine Blume befruchtet, wobei man die Blume teilweise auf die gleiche Weise sieht wie eine Biene durch ihre Facettenaugen.

Als man die Scheine dann fälschungssicher machen wollte, musste Linné nicht weichen, aber die Scheine erhielten ein Folienband und ein Hologramm, das ebenfalls Linné darstellt. Die früheren Scheine wurden bei dieser Gelegenheit ungültig. Aber auch die Tage von Carl Linné auf den Scheinen sind nun gezählt, denn 1914 muss er Greta Garbo Platz machen und die Biene mit der Blume muss einem Motiv Stockholms weichen. Auch wenn die Farbe des Geldscheins erhalten bleibt, so wird sich seine Größe ändern, denn der Greta Garbo Schein wird um einige Millimeter kürzer als der gegenwärtige Schein.

Geschichtlich gesehen ist allerdings auch die schwedische Krone noch nicht so alt, denn bis 1873 gab es noch den Reichstaler. Als man sich dann in den drei Königreichen in Skandinavien entschloss die Krone einzuführen, gab es keine Trennung zwischen Dänemark, Norwegen und Schweden, denn das Geld galt in allen drei Ländern und hatte überall den gleichen Wert. Als dann im Jahre 1914 die skandinavische Münzunion auseinanderbrach, behielten alle drei Länder, inklusive Island, die Krone, aber jedes Land bekam seine eigene Währung, die sich entsprechend der Landeswirtschaft entwickelte.

16. Februar 1957: Ingmar Bergmans Film „Das siebente Siegel“

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Mittwoch, 15. Februar 2012

Christer Gustav Svensson, genannt Stoffe, und das Heroin

Am 15. Februar 1950 wurde Christer Gustav Svensson in Stockholm geboren, der vor allem unter dem Namen „Stoffe“ bekannt wurde und am 22. März 1978 an einer Überdosis an Heroin starb. Stoffe und sein Schicksal wären wohl nie bekannt geworden, wenn nicht der Filmer Stefan Jarl eine Dokumentation in drei Teilen über Gustav Svensson gedreht hätte und ihn daher zur Christiane F. Schwedens gemacht hätte.

Eigentlich wollte Stefan Jarl nur die Jugendbewegung Stockholms der 60er Jahre verfolgen, einer Revolution, die Jugendliche weiter von ihren Eltern entfernten als je zuvor. Stefan Jarl konnte Stoffe (Gustav Svensson) und Kenta (Kenneth Gustaffson) für seine Idee gewinnen und drehte mit den beiden in der Hauptrolle den Kultfilm Dom kallar oss mods, der das Leben einer Jugendgang schildert, die nur von einer Sekunde zur anderen leben. Als der Film 1968 in die Kinos kam, schlug er wie eine Bombe ein und machte Stoffe zu einer Kultfigur, einem Außenseiter, den plötzlich alle kennen wollten.

Stefan Jarl verfolgte die Entwicklung seiner beiden Hauptfiguren weiter, die in den 70er Jahren eine bedeutende Wende erlebten, als immer mehr Personen aus ihrer Umgebung in das bürgerliche Leben zurückkehrten. Während Kenta jedoch bei Haschisch blieb, griff Stoffe zu immer härteren Drogen. Aus dem Mädchenidol wurde bald ein obdachloser Drogensüchtiger. Im Alter von 28 Jahren starb Stoffe dann an einer Überdosis Heroin in einer Toilette der Stockholmer U-Bahn. Sein Tod im Jahre 1978 schlug wie eine Bombe ein und führte im Jahre 1993 zum letzten Film der Trilogie über das Leben Stoffes.

15. Februar 1890: Jacob Axelsson Lindblom, ein besonderer Bischof Schwedens

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Dienstag, 14. Februar 2012

Metro, die kostenlose Tageszeitung Schwedens

Am 14. Februar 1995 wurde die erste Metro, eine kostenlose Tageszeitung Schwedens, erstmals in der Stockholmer U-Bahn verteilt und wurde nahezu unmittelbar zur Konkurrenz der größeren Tageszeitungen, da die Metro durch Anzeigen finanziert wird, über einen redaktionellen, aktuellen Inhalt verfügt und kostenlos zur Verfügung steht. Hinzu kommt, dass man sie ohne jedes Problem an allen zentralen Orten der Großstädte findet, die von Reisenden mit öffentlichen Verkehrsmitteln benutzt werden.

Auch wenn viele Schweden die Metro für ein schwedisches Produkt halten, so hat das Unternehmen seinen Hauptsitz in London und die Zeitung erscheint täglich in 17 Ländern mit zahlreichen lokalen Ausgaben. Die Metro ist, außerhalb Japans, die meist gelesene Tageszeitung weltweit und spricht täglich rund 17 Millionen Leser an, die überwiegend in Großstädten wohnen und knapp gefasste Informationen zu lokalem Geschehen und zur Weltpolitik suchen, die während der Fahrt zur Arbeit konsumiert werden können.

Die Metro erscheint in Schweden in drei Ausgaben mit Lokalredaktionen, nämlich in Stockholm, Göteborg und Malmö. Die kostenlose Tageszeitung, die mittlerweile auch über eine Wochenendbeilage verfügt, hat auch erheblich dazu beigetragen die Cartoons Rocky von Martin Kellerman und Elvis von Tony und Maria Cronstam bekannt zu machen, da sie als erste Zeitung Schwedens war, die die Stärke der beiden gezeichneten Figuren erkannte und die Cartoons täglich veröffentlichte.

14. Februar 1900: Bengt Helldal, der fitte Arzt aus Falkenberg

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Montag, 13. Februar 2012

Karl X. Gustav stirbt an einer Blutvergiftung

Am 13. Februar 1660 stirbt der schwedische König Karl X. Gustav in der Landshövdingeresidenset in Göteborg, dem ältesten Wohnhaus, das noch heute in Göteborg existiert und bereits beim Bau im Jahre 1651 für die Machthaber der Stadt gedacht war und im Laufe der Jahrhunderte immer wieder als Unterkunft für die schwedischen Könige diente. Auch Kronprinzessin Victoria übernachtet bei Besuchen in Göteborg noch in diesem mittlerweile historischen Gebäude.

John Börjessons Karl X. Gustav auf dem Stortorget in Malmö

König Karl X. Gustav war am am Weihnachtsabend des Jahres 1659 in Begleitung von Königin Hedvig Eleonora und dem gemeinsamen vierjährigen Sohn anlässlich eines Reichstages in Göteborg angekommen, der im Kronhuset abgehalten wurde, einem Gebäude, das ebenfalls noch erhalten ist. Bereits eine Woche nach Beginn des Reichstags erkrankte der König an einer Grippe, die sich dann in eine Lungenentzündung verwandelte und ihn ans Bett fesselte.

Am 13. Februar starb dann Karl X. Gustav an einer Blutvergiftung, die er sich vermutlich während der Behandlung zugezogen hatte. Allerdings hatten ihm die Ärzte auch ohne die Grippe mit folgender Lungenentzündung nur noch wenige Jahre gegeben, da der König, der am 8. November 1622 zur Welt gekommen war, schlecht, zu viel und viel zu schnell aß und bereits seit Jahren an Fettleibigkeit litt, die ihm das Atmen oft schwer machte und zu häufigen Hustenausbrüchen führte. Auch Koliken ließen ihn nächtelang in seinem Zimmer auf und ab gehen, aber eine Änderung seines Lebensstils kam für Karl X. Gustav nicht in Frage. Nach seinem Tode wurde sein vierjähriger Sohn als Karl XI. noch in Göteborg zum schwedischen König.

13. Februar 1950: Die schwedische Schauspielerin Eva Britt Remaeus
13. Februar 2003: Tore Fredrik Wretman und die schwedische Kochkunst 

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Sonntag, 12. Februar 2012

Adolf Fredrik stirbt an einer Lebensmittelvergiftung

Am 12. Februar 1771 starb der schwedische König Adolf Fredrik an einem Schlaganfall im Stockholmer Schloss, der nach Aufzeichnungen von Johan Gabriel Oxenstierna auf eine Lebensmittelvergiftung oder zu viel und zu fettes Essen zurückzuführen sein soll. Der König hatte kurz vor seinem Tode Hummer, Kaviar, Bückling, Fleisch, Kohl und anderes mehr gegessen, bevor er die Mahlzeit noch mit „hetvägg“, also Semlor, abschloss. Nur kurz nach diesem ausschweifenden Essen starb Adolf Fredrik einen, nach Oxenstierna, nicht sehr rühmlichen Tod.

Adolf Fredriks Nachfolger, Gustav III., verweilte zum Zeitpunkt des Todes in Paris, wo er vom Leben am Hofe, der Oper und dem Theater profitierte. Erst einen Monat nach dem Verscheiden von Adolf Fredrik erhielt er während eines Opernbesuches die Todesnachricht, woraufhin er unmittelbar nach Schweden zurückkehrte und ein Jahr später durch einen Staatsstreich der Freiheitszeit Schwedens ein Ende setzte und die absolute Macht über das Land übernahm.

Auch wenn Adolf Fredrik selbst nur durch Intrigen an die Macht kam, so spielte er als König nur eine sehr geringe Rolle für die Geschichte Schwedens, da er sich nicht nur von seiner Frau, Lovisa Ulrika von Preussen, massiv beeinflussen ließ, sondern auch ein Spielball der verschiedenen Parteien war und es nie verstanden hatte ein so großes Reich wie Schweden zu regieren. Während seiner Regierungszeit wurde Schweden eher von den Wünschen der Nachbarländer beeinflusst als dem Willen des Königs.

12. Februar 1959: Die schwedische Sängerin Susanne Alfvengren

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Samstag, 11. Februar 2012

Carl Michael Bellman, der Außenseiter unter den Skalden

Am 11. Februar 1795 starb der schwedische Skalde Carl Michael Bellmann im Alter von 55 Jahren in Stockholm, einer der wenigen Dichter Schwedens deren Größe erst lange nach seinem Tode wirklich erkannt wurde, denn heute wird Bellmann als der Shakespeare Schwedens betrachtet und seine Werke haben Evert Taube ebenso beeinflusst wie Cornelis Vreeswijk oder Fred Åkerström.

Carl Michael Bellmann begann 1757, völlig im Zeitstrom, mit religiösen Gedichten und arbeitete als Übersetzer. Aber schon nach wenigen Jahren fand er zur Parodie, wobei er 1760 mit Schnapsweisen begann und dann zu Bibelparodien überging und sich auf humoristische Weise über die führende Gesellschaft Schwedens und den blinden religiösen Glauben lustig machte. Bellmans Problem war, dass er sich nicht der edlen Poesie zuwandte, sondern Alkoholprobleme, Prostitution und die einfache Bevölkerung mit in seine Werke einfließen ließ, dass für ihn kein literarisches Tabu bestand.

Da Carl Michael Bellman seine Leser vor allem in der unteren Gesellschaftsschicht fand, die ihn zwar bewunderten, aber kaum das Geld hatten ihn auch finanziell zu unterstützen, hatte der Dichter sein ganzes Leben lang finanzielle Probleme. Einmal musste er wegen unbezahlten Rechnungen nach Norwegen fliehen, ein anderes Mal wurde er im Stockholmer Schloss hinter Gitter gesetzt. Obwohl ihn einige seiner Freunde nach einiger Zeit befreien konnten, indem sie seine Schulden beglichen, erholte sich Bellman nicht mehr von diesem Gefängnisaufenthalt und starb bald darauf.

11. Februar 1876: Anders Bjurholm und die schwedischen Bierflaschen

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Freitag, 10. Februar 2012

Ingegerd Olofsdotter, eine russisch-orthodoxe Heilige aus Schweden

Ingegerd Olofsdotter wurde gegen das Jahr 1000 als Tochter des Königs Olof Skötkonung geboren und starb am 10. Februar 1050 als Großfürstin von Kiev. Wie auch über ihren Vater, einen der ersten Könige Schwedens, kreisen um Ingegerd zahlreiche Legenden, die man zum Teil in der Snorre-Edda von Snorri Sturluson nachlesen kann. Wie vieles aus dieser Zeit, so verwischen sich in manchen Punkten Geschichte und nordische Mythologie, wobei die Existenz Ingegerds Olofsdotters allerdings gesichert ist.

Überliefert wurde, dass Ingegerd Olofsdotter im Jahre 1019 den russischen Fürsten Jaroslav Vladimirovitj aus Novgorod heiratete und dabei den Vornamen Irina annahm. Da sich die vier Töchter des Paares alle mit Thronfolgern verheirateten, gilt Ingegerd Olofsdotter als die Ahnenmutter mehreren Königsgeschlechter Europas. Auch wenn man wenig über die Fürstin Irina weiß und ihre Heiligsprechung mehr als nur zweifelhaft ist, gilt sie bis heute als die erste Heilige Schwedens und wird in der russisch-orthodoxen Kirche als die heilige Anna von Novgorod verehrt.

Wie bei vielen etwas zweifelhaften Personen aus der Geschichte, so hat man auch den Sarkophag in der Sofiakathedrale in Kiev im Jahre 1939 geöffnet, um sicher zu gehen, dass dort auch die Heilige begraben liegt. Man konnte damals natürlich nicht feststellen wie alt das Skelett war, aber die Forscher stellten fest, dass die Tote 162 Zentimeter groß war und der Kopf alle skandinavischen Kennzeichen hatte.: massiv, elliptisch und schwer. DNA-Analysen sind bisher nicht vorgesehen, so dass einige Rätsel über Ingegerd Olofsdotter, die Heilige Anna, auch in Zukunft weiterhin bestehen werden.

10. Februar 1881: Pauline Brunius, die erste Frau, die das Dramaten leitete

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Donnerstag, 9. Februar 2012

Frans Michael Franzén, vom Skalde zum Bischof

Am 9. Februar 1772 wurde Frans Michael Franzén in Uleåborg, im heutigen Finnland, geboren. Während des Finnischen Krieges kam er nach Schweden, wo er einer der bedeutendsten finnland-schwedischen Dichter wurde, der heute weniger für seine Poesie bekannt ist, als für seine Psalme, die noch heute in der offiziellen Psalmsammlung der Svenska Kyrkan zu finden sind.

Obwohl Frans Michael Franzén bereits 1797 den großen Preis der Svenska Akademien erhielt, begann seine poetische Karriere erst 1810 mit seiner Sammlung „Skaldestycken“, wovon allerdings zu jener Zeit nur ein einziger Band veröffentlicht wurde, bis er 1824 seine Gedichte über Fanny schrieb, die dann, gemeinsam mit seinen Jugendgedichten, als der Gedichtzyklus Selma och Fanny bekannt wurden und im gleichen Jahr als siebenbändiges Werk „Skaldestycken“ erschien, einem Werk, das bereits wenige Jahre später vergriffen war und, unter dem Titel "Samlade Dikter" erneut aufgelegt wurde.

Nach Willen des Vaters sollte Frans Michael Franzén Kaufmann werden, wie alle Vorfahren der Familie. Franzén zog es jedoch bereits mit 13 an die Königliche Akademie in Åbo, wo er Philosophie studierte und sich vor allem der deutschen und der englischen Richtung anschloss. Ab 1793 begann er dann Gedichte in der Stockholm-Posten zu veröffentlichen. Drei Jahre später begann er in Åbo als Bibliothekar zu arbeiten, was ihn letztendlich zu einer Professur in Philosophie führte. Bereits 1803 entdeckte Frans Michael Franzén jedoch, dass er zur Philosophie griff, weil dies seiner religiösen Einstellung entsprach. Er ließ sich daher zum Priester weihen und begann eine kirchliche Laufbahn. Bereits 1834 wurde er dann Bischof des Härnösand Stifts.

9. Februar 1946: Der Frukostklubben, noch heute eine Legende Schwedens

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Mittwoch, 8. Februar 2012

Pippi Langstrumpf wird in Schweden zum Fernseherfolg

Am 8. Februar 1969 wurde im schwedischen Fernsehen der erste von 13 Teilen über Pippi Langstrumpf gezeigt, eine Serie, die auf die gleichnamigen Bücher der Jugendbuchautorin Astrid Lindgren basiert. Im Gegensatz zur letzten Verfilmung im Jahre 1949 schrieb dieses Mal Astrid Lindgren das Filmmanuskript selbst, da sie mit der vorherigen Version nicht sehr zufrieden war, die ihre Charaktere in ein etwas falsches Licht setzten.

Als Drehort diente überwiegend Visby auf Gotland, da Astrid Lindgren dort die typischen Gebäude und die Natur ihrer Phantasiewelt fand. Pippi Langstrumpf wurde bei dieser Fernsehserie von der knapp 10-jährigen Inger Nilsson gespielt, die, gemeinsam mit Maria Persson als Annika und Pär Sundberg als Tommy, ein Abenteuer nach dem anderen erlebt und die Serie zu einem gigantischen Erfolg machte, die noch heute jedes Kind in Schweden kennt.

Inger Nilsson, die ein Jahr später auch die Hauptrolle in zwei Pippi Langstrumpf Kinofilmen erhielt, wurde ab diesem Moment immer mit ihrer ersten Hauptfigur identifiziert, was dazu führte, dass sie später nur schlecht eine Rolle in Film oder Theater bekam und bisweilen als Sekretärin arbeiten musste. Ihr größter späterer Erfolg war die Rolle der Rechtsmedizinerin Ewa aus den Kriminalromanen von Mari Jungstedt, die zwischen 2006 und 2008 für das deutsche Fernsehen gedreht wurden.

8. Februar 1966: Carl-Henning William Crafoord bringt den Hiphop nach Schweden

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Dienstag, 7. Februar 2012

Gustav IV. Adolf, der vom Thron verstoßene König Schwedens

Am 7. Februar 1837 starb Gustav IV. Adolf in der Schweiz, ein König, der von Beginn an eine sehr schwierige Stellung in Schweden hatte, da niemand glaubte, dass er der Sohn des vorhergehenden Königs, Gustav III., sei, sondern von Graf Munck von Fulkila, einem Liebhaber der Königin Sofia Magdalena von Dänemark, gezeugt worden sei, da allgemein bekannt war, dass der König unfähig war seine Frau zu befriedigen. Auch wenn Gustav IV. Adolf, geboren am 1. November 1778, von seinem Vater anerkannt wurde und die beste Erziehung bekam, waren Adel und Volk allein wegen der zweifelhaften Herkunft von Beginn an nicht auf der Seite des Thronfolgers.

Gustav IV. Adolf, Gustav Adolfs Torg, Malmö

Da sich Gustav IV. Adolf zudem als ein von Gott auserwähltem König sah, hörte er während seiner Regierungszeit grundsätzlich nicht auf seine Ratgeber und erklärte nicht nur Frankreich unter Napoleon den Krieg (1805 - 1810), sondern führte auch Krieg gegen Finnland (1808 - 1809). Er verlor beide Kriege, wobei er Finnland an Russland abgeben musste und auch an der Blockade gegen England, dem Hauptlieferanten Schwedens, teilnehmen musste. Diese Niederlagen verzieh ihm weder Adel noch das Volk, da beide Gruppen nach den Verlusten erhebliche Nachteile und Probleme erleiden mussten.

Als Gustav IV. Adolf sich im März 1809 entschloss den finnischen Krieg selbst zu befehlen, setzten Carl Johan Adlercreutz und Georg Adlersparre, gemeinsam mit einigen anderen einflussreichen Personen, den König ab und belegten ihn mit seiner Familie im Schloss Gripsholm mit Hausarrest. Am 10. Mai wurde Gustav IV. Adolf dann auch offiziell von den Ständen abgesetzt und schließlich des Landes verwiesen. Die Erben wurden dabei von der Thronfolge ausgeschlossen. Der ehemalige König lebte dann bis zu seinem Tod in der Schweiz, wo er auch mehrere uneheliche Kinder zeugte und vermutlich am Alkohol unterging.

7. Februar 1909: Enok Sarri, der Wettermann der Samen

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Montag, 6. Februar 2012

Der letzte politische Machtbeweis der schwedischen Könige

Am 6. Februar 1914 versammelten sich 32.000 schwedische Konservative in Stockholm um den König in seiner Forderung nach einer stärkeren Verteidigung des Landes zu stützen. Im königlichen Hof versicherte der Organisator der Demonstration, Uno Nyberg, Gustav V. seine Unterstützung und warte von den negativen politischen Kräften der Regierung, die Schweden mit dem Wunsch einer Abrüstung in große Gefahr bringen. Zahlreiche Demonstranten kamen in ihren Nationaltrachten um ihre Einstellung zu Schweden zum Ausdruck zu bringen, was heute noch beim Königshaus und den Sverigedemokraterna bei bedeutenden Anlässen der Fall ist.

Nominell hatte der König Schwedens bis 1975 das Recht sich in alle Angelegenheiten der Regierung einzumischen und selbst Änderungen zu verlangen. Allerdings kam es am 6. Februar 1914 letztmals zu dieser Auseinandersetzung, die nicht nur König und Regierung in eine zweifelhafte Situation gebracht wurden, sondern auch Bauern und Arbeiter, da die Bauern den König unterstützten und die Arbeiter die bestehende Regierung unter Karl Staaffs.

Obwohl am 8. Februar 1914 dann die Arbeiter Schwedens eine Gegendemonstration in Stockholm veranstalteten und mit 50.000 Teilnehmern der Regierung die Unterstützung versicherten, konnte diese sich nicht gegen die Macht des Königshauses durchsetzen und musste am 17. Februar, nur wenige Monate vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs, aufgelöst werden. Da diese Situation ganz Schweden in eine schwere Regierungskrise (Borggårdskrisen) versetzte, versicherte Gustav V. anschliessend sich nicht mehr aktiv in die Regierungsgeschäfte einzumischen.

6. Februar 1993: Der Nationaltag der Samen in Schweden

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