Samstag, 31. August 2013

Lotta Engberg und die Fernsehlotterie Bingolotto

Die schwedische Fernsehlotterie Bingolotto geht bis zum Januar 1989 zurück und wurde damals nur per Kabel lokal in Göteborg ausgestrahlt, auch wenn die Lotterie als solches bereits ein Jahr vorher gegründet wurde um die Aktivitäten der Vereine in der westschwedischen Region zu stärken. Die Verbindung einer Lotterie mit Unterhaltung und Musik machte die Sendung so bekannt, dass Bingolotto bereits zwei Jahre später von der neu gegründeten privaten Fernsehstation TV4 übernommen wurde, was sich jedoch nicht unbedingt als die beste Entscheidung zeigte, da der Privatkanal einen schlechten Ruf mit sich brachte.

Erst als die ehemalige Tanzbandsängerin Lotta Engberg am 31. August 2008 die Moderation von Bingolotto übernahm, begleitet von zahlreichen Änderungen im Gewinnsystem und dem Aufbau der Sendung, die zum Teil von der Erfolgssendung Här är ditt liv wurden, das im staatlichen Kanal übertragen wurde, ging die Anzahl der Zuschauer und der Verkauf der Lose wieder nach oben. Als die Saison 2009 begann, sahen bereits 470.000 Zuschauer Bingolotto, wobei viele davon auf den großen Gewinn hofften. Mit Ablauf der Saison 2011 beendete auch Lotta Engberg ihre Zusammenarbeit und ein neuer Moderator muss gegenwärtig seine Chance versuchen.

Bingolotto, das noch heute von Göteborg aus gesendet wird, wird von der Folkspel AB getragen, einer von Vereinen getragenen Spielgesellschaft. Insgesamt gehen 17 Prozent der Einnahmen an die verschiedensten schwedischen Vereine, was bedeutet, dass seit der Gründung von Bingolotto bisher insgesamt 16 Millionen Kronen an schwedische Vereine verteilt wurden. Die Käufer der Bingolose, die für 50 Kronen verkauft werden, können mit etwas Glück Reisen, ein Auto oder auch eine Million Kronen gewinnen, nicht nur wenn sie „Bingo“ rufen können, sondern auch wenn ihre Losnummer gezogen wird.


31. August 1897: Kvarnholmen, die historische Mühle Tre Kronor in Nacka 
31. August 1987: Björnes magasin, ein Teddybär erobert schwedische Kinder

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 30. August 2013

Der schwedische Erfinder Christopher Polhem

Als Christopher Polhem, der am 18. Dezember 1661 als Christopher Polhammar geboren worden war und der einen deutschen Vater und eine schwedische Mutter hatte, am 30. August 1751 in Stockholm starb, wurde er bereits als der "Vater der schwedischen Mechanik" bezeichnet, was nicht nur ein Hinweis auf seine zahlreichen mechanischen Erfindungen war, sondern auch darauf beruhte, dass Polhem die erste Ingenieurschule in Schweden gründete, die sich damals insbesondere auf die Mechanikkenntnisse stützte und bei der Polhem eigens konstruierte Holzmodelle für die Ausbildung benutzte.

Ivar Johnssons Christopher Polhem in Göteborg

Im Jahre 1687 begann Christopher Polhem in Uppsala Physik, Mathematik und Mechanik zu studieren, ein Studium, das ihn jedoch unbefriedigt ließ. Nach seinem Examen an der Universität Uppsala brach Polhem daher zu einer Studienreise durch Europa auf um sich über alle neuen mechanischen Entwicklungen zu informieren und daraus zu lernen. Als der Wissenschaftler im Jahre 1697 zurück nach Schweden kam, gab es niemanden im Lande, der so viel über Mechanik wusste wie Polhem, was nicht nur zu seiner Ingenieursschule führte, sondern auch dazu, dass der Mechaniker und Erfinder eine Fabrik gründete in der er verschiedene Maschinen und Pendeluhren herstellte.

Seinen größten Auftrag sollte Christopher Polhem jedoch nicht zu Ende führen, denn seine Schleusen in Trollhättan wurden nie geöffnet, auch wenn man dort heute noch Teile seiner damaligen Anlage findet. Polhem gilt als der Erfinder der Kardanwelle, schuf das Polhemrad, das zur Entwässerung von Bergwerken benutzt wurde, und konstruierte das sogenannte Polhemschloss, ein Hängeschloss, das in Schweden noch in den 50er Jahren verkauft wurde, 200 Jahre nach seinem Tod.


30. August 1721: Der Frieden von Nystad und der große nordische Krieg 
30. August 1953: Polio-Epidemie in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 29. August 2013

Die schwedische Krone wird um zehn Prozent abgewertet

Bereits im Jahre 1951 hatte sich Schweden einem internationalen Währungssystem angeschlossen, dem Bretton-Woods-System, das den amerikanischen Dollar und damit die amerikanischen Goldreserven als Basis hatte, ein System, das 1971 ins Wanken kam, als sich die USA entschieden die Bindung an das Gold aufzugeben. Die schwedische Krone war dadurch in nichts mehr abgesichert und als es in Schweden dann zu bedeutenden Preissteigerungen und Lohnerhöhungen kam, war dieses System nicht mehr haltbar und Schweden kündigte zum Jahre 1973 das Abkommen.

Da jedoch eine unabhängige Krone für Schweden nicht in Frage kam, entschied sich die Regierung noch im März des gleichen Jahres sich dem Europäischen Wechselkursverbund anzuschließen, die von der deutschen Mark dominiert wurde. Als Schweden jedoch immer mehr in die Krise rutschte und die Krone um zehn Prozent abwerten wollte, sträubte sich die Gemeinschaft dagegen, die maximal sechs Prozent zulassen wollten, was für die schwedische Wirtschaft jedoch unzureichend war. Um die eigene Währung zu retten, war Schweden daher gezwungen bereits 1977 wieder aus dem EKV (Europäisches Wechselkursverbund) auszutreten.

Eine Abwertung der Krone um drei Prozent im Jahre 1976 und die im Jahre 1976 noch von dem EKV genehmigten sechs Prozent zu Beginn des Jahres 1977 reichten immer noch nicht aus um die schwedische Wirtschaft zu stabilisieren, so dass es bereits am 29. August 1967 zu einer weiteren Abwertung von zehn Prozent kam, die allerdings noch nicht die letzte Abwertung der Krone war, denn 1981 folgte eine weitere mit zehn Prozent und 1982 noch eine mit 16 Prozent, was sich auch als starke Belastung für den vorherigen Modell-Wohlfahrtsstaat auswirkte. Im Jahre 1992 hat sich Schweden entschlossen zum freien Valuta überzugehen, die nur noch vom schwedischen Wachstum beeinflusst wird.


29. August 1708: Olof von Dalin: Fortschrittliche Kritik und konservative Geschichte
29. August 1915: Ingrid Bergman, eine Karriere mit Unterbrechungen
Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 28. August 2013

Die Botniabanan wird in Nordschweden eingeweiht

Als man 1996 die Botniabanan plante, so hatte man damit mehrere Ziele im Sinne, denn zum einen war wegen des stark ansteigenden Bedarfs eine neue Eisenbahnlinie in Nordschweden nötig, zum anderen wollte man entlang der Küste eine moderne Eisenbahn bauen und zum dritten wollte man damit den Einzugsbereich von Umeå vergrößern, denn in der Tat konnte man mit der Botniabanan die Reisezeit zwischen Örnsköldsvik und Umeå auf die Hälfte verkürzen, was heute ein Pendeln zwischen den beiden Städten ermöglicht.


Die erste Eisenbahnstrecke nach Nordschweden, die sogenannte Stambanan, wurde bereits zwischen 1863 und 1894 gebaut. Da die Planung jedoch nach militärisch strategischen Gesichtspunkten erfolgte, wurde die Linie nicht an der Küste verlegt. Da man diesen Nachteil sehr schnell erkannte, entstand 1927 dann nur eine Linie an der Küste, die zwischen Gävle und Härnösand verkehrte, aber die geplante Verlängerung nach Umeå blieb bis zu den 90er Jahren in einer ewigen Planungsphase, da die Finanzierung nicht gesichert war und auch die Notwendigkeit dieser Strecke nicht von allen politischen Gruppen eingesehen wurde.

Als die Botniabanan dann am 28. August 2010 eingeweiht wurde, hatte sie insgesamt, ohne die Zinsen zu rechnen, 15 Milliarden Kronen verschlungen, was nicht verwunderlich ist, da man für die 190 Kilometer lange einspurige Eisenbahnstrecke insgesamt 140 Brücken, 25 Kilometer Tunnel und 22 Ausweichstellen für die dort verkehrenden Eisenbahnen benötigte. Hinzu kommt, dass die Strecke bereits ausgebaut wurde, dass hier auch Züge mit 250 Kilometer die Stunde verkehren können und damit Stockholm und Umeå verkehrsmäßig sehr eng zusammenrückten.


28. August 1649: Die Kattan sinkt auf der Fahrt nach Nya Sverige
28. August 2010: Jan Guillou hilft dem Kriminellen Keith Cederholm

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Dienstag, 27. August 2013

Gustav III. schafft in Schweden die Tortur ab

Die Tortur war auch in der Geschichte Schweden ein übliches Mittel um einen Täter zu einem Geständnis zu bringen. Auch wenn man hierbei vor allem an die Hexenprozesse denkt, obwohl die Tortur in Schweden bei dieser Art von Prozessen nur selten angewandt wurde, so verwendete man sie ständig bei Verrätern und jenen, die sich gegen das jeweilige Königshaus stellten, denn das Ergebnis einer Tortur war vorhersehbar und daher das einfachste Mittel sich eines Störenfrieds zu entledigen und dabei auch noch die Unterstützung des Volkes zu haben.

Den von Olaus Petri aufgezeichneten Domarregeln (gerichtliche Durchführungsverordnung) kann man entnehmen, dass Gustav Vasa den Missbrauch der Tortur einschränken wollte und diese nur noch bei Staatsverrat zuließ. Unter Erich XIV. waren sie ein übliches Verhörsmittel und unter Karl XI. war Tortur ebenfalls ein häufiges Mittel gegen „Staatsfeinde“. Selbst als 1734 jede Tortur in Schweden gesetzlich verboten wurde, ließ man eine Hintertür offen, denn bei schweren Verbrechen war man der Überzeugung, dass nur die Tortur die Wahrheit an den Tag fördern konnte.

Erst am 27. August 1756 fertigte dann König Gustav III. einen königlichen Brief aus, der jede Tortur untersagte und nach dem alle Geräte, die bis dahin zur Tortur angewendet wurden, vernichtet werden mussten. Was für die damalige Zeit nahezu wie eine Revolution wirkte, ist heute natürlich mit etwas anderen Augen zu sehen, denn die „schwere Gefängnisstrafe“ wurde durch dieses Schreiben nicht aufgehoben, was bedeutete, dass Gefangene immer noch in Eisen geschlagen in einem Verlies hängend zu einem Geständnis gezwungen werden konnten oder auch eine Gefängnisstrafe bis zum Bekenntnis der Tat ausgesprochen wurde. Diese Bestimmung wurde erst am 12. September 1868 abgeschafft.


27. August 1922: Restriktive Alkoholpolitik in Schweden 
27. August 1973: Johan Norberg, für Globalisierung und Kapitalismus

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Montag, 26. August 2013

Die schwedische Königin Margareta Eriksdotter

Als Margareta Eriksdotter Leijonhufvud am 26. August 1551 auf Schloss Tynnelsö am Mälaren starb, hatte sie die höchste Stufe der schwedischen Gesellschaft erreicht, denn als zweit Ehefrau von Gustav Vasa, war sie die Königin Margareta von Schweden geworden, in einer Ehe, die bereits seit 1536 bestand. Obwohl Margareta Eriksdotter um zwanzig Jahre jünger als ihr Ehemann war, starb sie bereits neun Jahre vor ihrem Gemahl und hatte innerhalb dieser Zeit zehn Kinder zur Welt gebracht.

Auch wenn relativ wenig über Königin Margareta geschrieben wurde, so kann man den Dokumenten entnehmen, dass sie zu den beliebtesten Königinnen Schwedens gehörte, der es mit ihrer ruhigen Art gelang auch den oft aufbrausenden Gustav Vasa zu beruhigen. Margareta Eriksdotter hatte auch bei ihrem Ehemann das Herz erobert, denn jeder seiner Briefe, die er an die Königin richtete begann mit den Worten Min allra hjärtans käraste Margareta (Meines Herzens allerliebste Margareta).

In der Zeit als Margareta mit Gustav Vasa verheiratet war, führte er die Reformation durch und verwies zahlreiche einflussreiche Personen, die nicht zum protestantischen Glauben übertreten wollten, des Landes. Margareta war eine der wenigen Personen Schwedens, die dennoch ihren katholischen Glauben behalten durfte. Die in der Geschichte relativ unscheinbare Königin ist zudem, durch die Ehen ihrer Töchter, die Stammmutter sehr vieler europäischen Königshäuser Europas, nicht jedoch jene des schwedischen Königshauses.


26. August 1932: Olov Svedelid und der Stockholmer Kriminalroman 
26. August 2005: Der Schwein- und Schlittschuhverein GOSF in Schweden

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Sonntag, 25. August 2013

Anders Franzén findet das Kriegsschiff Vasa

Anders Franzéns Interesse für Schiffswracks wurde sehr früh geweckt, genau genommen bei seinen Sommeraufenthalten in Dalarö, wo er mit den Erzählungen über das dort gesunkene Kriegsschiff Riksäpplet konfrontiert wurde. Als Franzén bei einer Reise an die schwedische Westküste dann entdeckte was Schiffswürmer (Teredo navalis) bei einem Schiff verursachen können, kam er zum Schluss, dass es nur in der Ostsee sinnvoll sei nach historischen Wracks zu suchen. Allerdings sollte dieses Interesse für immer ein Hobby bleiben, denn beruflich beschäftigte sich Franzén mit Öl als Treibstoff.

In seiner Freizeit betrieb Anders Franzén bereits in den 40er Jahren intensive Archivforschungen um die Lage bedeutender Wracks in der Ostsee zu entdecken. Gegen 1950 hatte der Amateurforscher dann etwa zwölf Fahrzeuge ausfindig gemacht deren Entdeckung von größerem Interesse sein konnte. Ab 1954 konzentrierte er sich darauf das Kriegsschiff Vasa zu finden, was sich jedoch sehr problematisch zeigte, da Wissenschaftler ihn sehr oft in die Irre leiteten. Als er sich 1956 auf das Gebiet vor der Beckholmswerft konzentrierte und mit einem selbst entwickelten Lot Holzteile aus der Tiefe holen konnte, machte Franzén dann die entscheidende Entdeckung, denn am 25. August 1956 hatte er Teile der Vasa an die Oberfläche geholt.

Seine Freude wurde jedoch stark gebremst als er feststellen musste, dass sich keine Behörde und keine Institution fand, die sich für die Bergung der Vasa interessierte und das Seehistorische Museum in Stockholm die Entdeckung sogar als gefährliche Konkurrenz zu seinen Sammlungen ansah. Nur die Besessenheit von Anders Franzén und eine intensive Lobbyarbeit führten letztendlich zur Gründung des Wasa-Kommittén und dank Sponsoren konnte die Vasa dann geborgen werden. Aber auch wenn die Vasa heute zu den größten touristischen Attraktionen Schwedens gehört, so erhielt Franzén nie eine Öre für seine Mühe und man begnügte sich damit ihm einen Lehrstuhl an der KTH (Kungliga Tekniska högskolan) zu bieten und 2008 wurde ein Park in Stockholm nach ihm benannt. Nur in Dalarö findet man noch heute ein kleines Museum zur Erinnerung Franzéns, das vom dortigen Heimatverein unterhalten wird.


25. August 1750: Lovisa, ein adeliger Vorname Schwedens 
25. August 1955: Die Bibliothekstantieme (Biblioteksersättning) in Schweden

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Samstag, 24. August 2013

Carl Ludvig Granlund, der letzte Wegelagerer Schwedens

Carl Ludvig Granlund hatte das Pech, dass er nicht nur in einer armen Familie in Skattlösberg in Dalarna aufwuchs, sondern er wurde auch als überflüssiger Esser betrachtet und litt unter Dyslexie, was auch dazu führte, dass er den Katechismus nicht lesen konnte und dadurch nicht konfirmiert wurde, ein Problem, das in jener Zeit weitreichende Folgen hatte, da man dadurch geradezu als gottlos betrachtet wurde und jeder Art von Verfolgungen ausgesetzt war.

Carl Ludvig Granlund, der auch unter dem Spitznamen Gardist-Kalle bekannt war, wurde von der Nachwelt als der letzte Wegelagerer Schwedens bezeichnet ohne dass dies allerdings je belegt werden konnte. Er selbst hatte bei seinem Mordprozess im Jahre 1919 erklärt, dass er sich seinen Unterhalt seit den frühesten Jahren als Wegelagerer in Bergslagen verdient hatte, was auch allen glaubhaft vorkam, zumal in jenen Tagen Raub und Überfälle an den Wegen der Region sehr üblich waren.

Bedeutend Aufmerksamkeit erregte Carl Ludvig Granlund jedoch erst als er am 24. August 1901 seinen Nachbarn Johan Berglund ermordete, ein Mord, der ihm mangels Beweisen nicht nachgewiesen werden konnte, ihn aber dennoch 15 Monate ins Gefängnis brachte, da er auch versuchte die Frau Berglunds zu vergewaltigen. Als man jedoch am 19. Juli 1916 Per Johan Hedberg erschossen fand, wandte sich das Schicksal gegen Granlund, der erneut der Hauptverdächtige für den Mord war. Am 22. Juli des gleichen Jahres gab Gardist-Kalle dann nicht nur den Mord an Hedberg zu, sondern auch jenen an Berglund zu, wobei er in beiden Fällen Eifersucht als Motiv angab. Das Gericht in Ludvika verurteilte Granlund dann zu lebenslanger Haft, die er in Långholmen abdiente.


24. August 1905: Sven Stolpe, der katholische Schriftsteller Schwedens 
24. August 2003: Carolina Klüft gewinnt Gold beim Siebenkampf

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Freitag, 23. August 2013

Der ungewöhnliche Aufstieg von Anders Fredrik Brander

Als Anders Fredrik Brander am 23. August 1834 in Stockholm starb, kannte ihn niemand mehr unter seinem Geburtsnamen, denn nachdem er in den Adelsstand aufgenommen worden war, ging er als Anders Fredrik Skjöldebrand in die Geschichte ein und galt als eine der wichtigsten Personen Schwedens, dessen Einfluss in nahezu alle politischen und gesellschaftlichen Bereiche reichte.

Dabei sah die Zukunft von Anders Fredrik Brander eigentlich nicht so vielversprechend aus, denn nach seinem Studium in Uppsala diente er als Kornettbläser in der Kavallerie. Erst als Brander 1789 Adjudant unter Herzog Karl wurde und dabei an der Seeschlacht bei Öland teilnahm, ging die Karriere rapide nach oben. Unter der Gunst von Karl XIII., dem ehemaligen Herzog Karl, wurde der geadelte Anders Fredrik Skjöldebrand im Jahre 1810, nach dem Lynchmord von Axel von Fersen, der Stadthalter Stockholms und gleichzeitig Direktor des königlichen Theaters.

Anders Fredrik Skjöldebrand, der sich auch bedeutend für die Wahl von Jean Baptiste Bernadotte als Thronfolger eingesetzt hatte, legte bereits 1812 seine Arbeit als Stadthalter wieder ab und arbeitete anschließend vor allem als Hintergrundmann für den König und zeigte sich als kunstinteressierter Politiker. Neben seiner Ernennung zum Ritter und der Aufnahme in die bedeutendsten Orden der Zeit, wurde Skjöldebrand 1818 in die Kungliga Vitterhets Akademien, 1819 in die Kungliga Vetenskapsakademien und 1822 in die Svenska Akademien aufgenommen. Seinen Aufstieg und seinen Einfluss verdankte er jedoch vollständig seinem Gönner und kaum seinen tatsächlichen Leistungen.


23. August 1521: Kristian II, König Schwedens für ein Jahr
23. August 1973: Geiseldrama in der Kreditbanken in Stockholm

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Donnerstag, 22. August 2013

Der schwedische Spion Stig Wennerström

Stig Wennerberg wurde am 22. August 1906 als Sohn eines Majors in Stockholm geboren und entschied sich sehr früh ebenfalls für eine militärische Karriere. Im Jahre 1929 begann er als Fähnrich in der Marine, aber schon zwei Jahre später machte er eine Flugausbildung und wechselte zur Luftwaffe über wo er im Laufe der Jahre bis zum Stabsoffizier aufstieg und schließlich an der militärischen Hochschule unterrichtete und einen breiten Einblick in die schwedische Militärpolitik hatte.

Während des Zweiten Weltkriegs war Stig Wennerberg eine Zeitlang als Flugattaché in Moskau tätig und zwischen 1940 und 1948 war er militärischer Mitarbeiter der Stockholms-Tidning. Nach dem Krieg war er erneut drei Jahre lang in Moskau tätig und anschließend in Washington. Der Verdacht, dass Wennerström als Spion für Russland arbeitete, kam bereits 1943 auf, aber erst ab 1948 war diese Tätigkeit, wenn auch erst im Nachhinein, auch zu beweisen, wobei der Spion alle militärischen schwedischen Geheimnisse an Russland weitertrug und damit auch für den Abschuss der Catalinan verantwortlich war.

Erst Ende der 50er Jahre, als der Spion als Experte für Abrüstungsfragern für Alva Myrdal arbeitete, waren die Verdachtsmomente gegen Stig Wennerström so stark, dass sich der schwedische Geheimdienst seinerseits eines Spion bediente um die Aktivitäten von Wennerström aufdecken zu können. Die schwedische Sicherheitspolizei Säpo warb Wennerströms Haushalthilfe Carin Rosén an, die dann 1963 einige versteckte Filmrollen im Dachstuhl fand, die sie die Säpo weiterleitete. Auf Grund dieses Materials wurde Stig Wennerström wenige Wochen später festgenommen. Der Spion gab bei der Verhandlung seine Tätigkeit zu und wurde zu lebenslänglicher Haft verurteilt, die später zu einem 20-jährigen Straflager umgewandelt wurde.


22. August 1952: Polizist als schwedischer Massenmörder
22. August 1980: Sällskapsresan, der größte Kinoerfolg Schwedens

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Mittwoch, 21. August 2013

Spårväg City, die neue Straßenbahn in Stockholm

Als Schweden am 3. September 1967 vom Linksverkehr auf den Rechtsverkehr überging, war auch die Zukunft der Stockholmer Straßenbahn besiegelt, denn außer einer touristischen Museumslinie entlang des Strandvägen sollte der ehemalige Straßenbahnverkehr in der schwedischen Hauptstadt durch die Tunnelbanan, die U-Bahn, ersetzt werden, die bereits seit 1950 unter Stockholm gewachsen war und um diese Zeit bereits eine wichtige Rolle innerhalb des öffentlichen Verkehrs der schwedischen Hauptstadt spielte.


Als dann in den 90er Jahren die Diskussion um eine neue Straßenbahnlinie in Stockholm auftauchte, widersetzten sich vor allem die Sozialdemokraten und die Linken Stockholms, nicht zuletzt wegen den enormen Kosten, die die beiden Parteien befürchteten. Erst am 19. Juni 2007 konnte dann die bürgerliche Mehrheit Stockholms, mit Unterstützung der Grünen, die Spårväg City in die Wege leiten, eine Straßenbahnlinie, die etappenweise ausgebaut werden soll und voraussichtlich 2020 den Hauptbahnhof mit der Lidingöbanan verbinden wird.

Als am 21. August 2010 die erste Etappe der Straßenbahn zwischen dem Sergeltorget und Waldemarsudde eingeweiht wurde, musste Stockholm auch zugeben, dass der Bau weitaus mehr als geplant gekostet hatte, denn die Kosten für die 3,9 Kilometer lange Strecke der Linie 7 hatte 288 Millionen Kronen verschlungen, rund 60 Millionen Kronen mehr als vorhergesehen, und das, obwohl die AB Storstockholms Lokaltrafik (SL) bereits ab 2007 einen Teil der Linie vorbereitet hatte indem sie die Museumslinie übernommen hatte, die Djurgårdsbron renoviert hatte sowie regelmäßig zahlreiche Arbeiten an den Gleisen vornahm, denn von Beginn an war gedacht, dass die Spårväg City einen Teil dieser Linie mitbenutzen sollte.


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Dienstag, 20. August 2013

Die schwedische Sängerin Kristina Nilsson erobert sie Welt

Christina Nilsson, auch Christina Nilson geschrieben, wurde am 20. August 1843 in Vederslöv im Småland als Kristina Jonasdotter geboren und wuchs als sechstes Kind der Familie in ärmlichen Verhältnissen auf, da ihr Vater lediglich eine kleine Landwirtschaft pachten konnte und die Familie durch zusätzliche geringere Hilfsarbeiten ernährte. Sehr früh zog daher Stina på backen, wie Nilsson in der Gegend genannt wurde, mit ihrem Bruder singend von Marktplatz zu Marktplatz um an das Geld für eine Violine zu kommen.

Im Jahre 1857 fiel  die 14-jährige Kristina Nilsson dem Regionalpolitiker Fredrik Tomerhielm durch ihr Gesangstalent auf und der Politiker wurde ihr Mäzen. Kristina kam nach Göteborg und erhielt dort von Adelaïde Valerius ihre grundlegende Gesangsausbildung. Am 19. Mai 1859 trat Christina Nilsson, gemeinsam mit ihrer Lehrerin, dann während eines Konzerts in der Freimaurerloge in Göteborg mit einem deutschen Volkslied auf und wurde unmittelbar mit positiven Kritiken überhäuft.

Im nächstes Jahr, nach einem kürzeren Aufenthalt in Stockholm und Särö, ging Christina Nilsson, ebenfalls mit ihrer Lehrerin und auf Kosten ihres Mäzens, nach Paris, wo sie nur vier Jahre später ihr Operndebüt in Giuseppe Verdis La Traviata machte. Anschließend folgten Auftritte in ganz Europa, den USA und Russland, Auftritte, die Nilsson zu einer der weltweit bekanntesten Opernsängerinnen machten. Ihren Ruf in Schweden kann man sich vorstellen, wenn man bedenkt, dass 30.000 Personen ihr Minikonzert vom Balkon des Grandhotels in Stockholm hören wollten. Nur drei Jahre nach diesem Ereignis zog sich Kristina von der Bühne zurück, da sie Angst davor hatte, dass ihre Stimme versagen konnte.


20. August 1893: Dagens Nyheter und Axel Rudolf Mauritz Wall 
20. August 1904: Gustav Sandgren, vom Industriearbeiter zum Literat

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Montag, 19. August 2013

Henrik af Chapman macht den Schiffsbau zur Wissenschaft

Als Henrik af Chapman am 19. August 1808 in Karlskrona starb, hatte er den gesamten Schiffbau in Schweden revolutioniert und die Erfolgsleiter als Schiffbauer erklommen, angefangen von seiner Tätigkeit in der Werft in Göteborg in den Jahren 1744 bis 1750 bis zu seiner Tätigkeit als als Chef der Werft in Karlskrona und seiner Ernennung zum Vizeadmiral im Jahre 1791. So nebenbei war er auch noch geadelt worden, so dass er seinem Familiennamen das af (von) hinzufügen durfte.

Bis zu seinem 60. Lebensjahr war Henrik af Chapman, trotz seines Aufstiegs vom Schiffbauer bis zum Oberschiffbaumeister, nur im allgemeinen Schiffbau tätig gewesen. Erst als er zum Chef der Werft in Karlskrona ernannt war, gelang es ihm seine Idee zu verwirklichen und den Schiffbau zu rationalisieren und eine Möglichkeit zu schaffen, die es erlaubte serienmäßig Schiffe zu bauen. Parallel dazu begann er die Mathematik im Schiffbau anzuwenden und berechnete die Lage und Höhe der Segelmasten, die Form der Segel, die Stabilität der Schiffe und arbeitete mit dem Widerstand der Strömung. Für seine Tests ließ er ein 100 Meter langes Bassin bei Karlskrona bauen, damit er maßstabsgetreue Modelle seiner Konstruktionen unter verschiedenen Verhältnissen testen konnte.

Neben seiner Errungenschaft den Schiffbau als Wissenschaft einzuführen, erneuerte Henrik af Chapman allerdings auch auf andere Weise den Schiffbau, denn 1765 ließ sich af Chapman vorübergehend von seinen Ämtern befreien um das Kartenwerk Architectura Novalis Mercatoria zu erstellen in dem er auf 62 Karten die verschiedenen Schiffstypen jener Zeit darstellte, zu denen einige Jahre später eine komplette Dokumentation kam. Damit das Werk international angewendet werden konnte, waren sowohl die Masse der Schiff in schwedischen, englischen und französischen Massen angegeben als auch die Dokumentation in diesen drei Sprachen verfasst. Bei diesem Werk handelt es sich um die erste wissenschaftliche Darstellung des europäischen Schiffbaus, was auch dazu führte, dass af Chapman noch heute weit über Schweden hinaus als einer der wichtigsten Schiffbauer weltweit betrachtet wird.


19. August 1772: Schwedischer Staatsstreich mit großen Folgen
19. August 1922: Das Schlosstheater Drottningholm auf Lovön im Mälaren

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Sonntag, 18. August 2013

Die Bernadottes übernehmen die Macht in Schweden

Als am 30. Juli 1810 der Reichstag in Örebro eröffnet wurde, so stand im Grunde nur ein einziger Punkt auf dem Programm, nämlich die Wahl eines neuen Königs, denn der offizielle Thronfolger, Kronprinz Karl August, war mit 41 Jahren nach einem Schlaganfall gestorben und ein anderer Nachfolger für Karl XIII. war im Grunde nicht vorgesehen, auch wenn sich Fredrik Kristian, Prinz Gustaf und der dänische König Fredrik VI., aus sehr verschiedenen Gründen, um den schwedischen Thron bemühten.

Als Favorit für den den schwedischen Thron galt im Grunde der dänische König, der damit auch ein vereintes Skandinavien schaffen wollte. Womit jedoch weder der König noch die damalige Regierung rechnete, war die Tatsache, dass sich Leutnant Carl Otto Mörner ohne offiziellen Auftrag nach Frankreich begeben hatte, nicht nur um Fürsten Pontecorvo, nämlich Jean Baptiste Bernadotte, zu bitten sich um die Krone Schwedens zu bewerben, sondern auch um mit Napoleon zu verhandeln und dessen Unterstützung zu erhalten.

Am 11. August 1810 wurde dann in Örebro Jean Baptiste Bernadotte als möglicher Thronfolger präsentiert, allerdings wurde gleichzeitig sehr deutlich auf die ökonomischen und politischen Vorteile aufmerksam gemacht, die diese Wahl für Schweden mit sich bringen würde. Als daher am 18. August 1810 ein geheimer Ausschuss zur Wahl schritt, war es nicht verwunderlich, dass sich zehn der zwölf Mitglieder für Jean Baptiste Bernadotte als Thronfolger aussprachen, der dann bereits am 21. August des gleichen Jahres zum Kronprinz ernannt wurde. Seit Jean Baptiste Bernadotte als Karl XIV. Johan an die Macht kam, regiert in Schweden die Linie Bernadotte.


18. August 1812: Der letzte Reichstag in Örebro 
18. August 1951: Kaffeerationierung in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 17. August 2013

Der Mord an John Hron bewegt Schweden

Der Mord an John Hron am 17. August 1995 gehört zu jenen Morden Schwedens, die noch heute die Gemüter des ganzen Landes bewegen, wobei es nicht nur die brutale Gewalt ist, die an den Tod des damals 14-jährigen Hron erinnert, sondern vor allem die Tatsache, dass satanistische Gruppen den Tod weiterhin verherrlichen und das Grab des Jungen in Ytterby in regelmäßigen Abständen, vermutlich von schwedischen Neonazis, geschändet wird.

John Hron wollte die Nacht vom 16. zum 17. August 1995 mit einem Freund am Ingetorpssjön im Zelt verbringen und am See grillen um damit den Sommerferien einen angenehmen Abschluss geben. Was der Junge nicht wusste war, dass an einer anderen Stelle des Sees vier Neonazis sich die Zeit mit Alkohol vertrieben und durch das Lagerfeuer auf die beiden aufmerksam geworden waren. Noch weniger konnte er ahnen, dass sich unter den Neonazis auch ein Mitschüler befand mit dem John während des Jahres bereits mehrmals Probleme hatte, da er sich, als Sohn eines Einwanderers aus Tschechien, sehr negativ zu jeder extrem rechten Bewegung geäußert hatte.

John Hron war daher ein ideales Ziel für die vier Jugendlichen, die damals zwischen 15 und 18 Jahre alt waren. Als besonders brutal zeigten sich Mikael Fjällholm und Daniel Hansson, die John so stark misshandelten, dass er bewusstlos liegen blieb, woraufhin die Gruppe ihn in den See warf. John Hron gewann dadurch das Bewusstsein wieder und schwamm zur Mitte des Sees. Als dann jedoch sein Freund um Hilfe rief, kehre er zum Strand zurück, eine Entscheidung, die ihm das Leben kosten sollte. Zurück am Ufer setzte nämlich die Misshandlung fort und die Täter ließen erst von ihrem Opfer ab, als er sich kaum noch rührte. Zum Abschluss warfen sie John Hron nochmals in den See, wo er nahezu wie ein Stein unterging und endgültig starb.


17. August 1850: Siri von Essen, die stärkste Frau Strindbergs 
17. August 1908: Laura Fitinghoff, Literatur gegen Schundliteratur

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Freitag, 16. August 2013

Hans Asplund, der Architekt des Brutalismus

Hans Asplund wurde am 16. August 1921 auf Utö geboren und beschritt nach seinem Architekturstudium an der Königlichen Technischen Hochschule in Stockholm die Spuren seines Vaters Gunnar Asplund, der sich einen bedeutenden Namen unter den modernen Architekten Schwedens gemacht hatte. Die Karriere von Hans Asplund begann noch im selben Jahr als er sein Studium abschloss, da er den ersten Preis der Ausschreibung für ein Mitbürgerhaus (medborgarhus) in Eslöv gewann.

Das Medborgarhuset in Eslöv wurde von Hans Asplund als rein funktionelles Gebäude mit drei Teilen geplant, einem ebenerdigen Foyer, einem hochstehenden Teil für Büroräume und einem bogenförmigen Teil für die verschiedenen Bühnen und Säle. Asplund hatte für diesen Bau, der in den 50er Jahren durch seinen Stil geradezu als revolutionär betrachtet wurde, nicht nur die Pläne gezeichnet, sondern auch die gesamte Einrichtung von den Türgriffen bis zu den Möbeln und Lampen. Das Medborgarhuset in Eslöv ist daher noch heute ein Fundstück für jeden Architekten und Architekturinteressierten.

Weltweit bekannt wurde Hans Asplund allerdings weder durch seine Bauten, noch durch seine Tätigkeit als Professor für Architektur an der Technischen Hochschule, sondern auf Grund eines Scherzes, denn er gab der Architektur der Villa Göth in Uppsala der Architekten Bengt Edman und Lennart Holm die Bezeichnung nybrutalism und schuf damit den Begriff Neu-Brutalismus. Englische Kollegen, die diesen Begriff hörten, waren so fasziniert, dass sie ihn tatsächlich als architektonischen Stil aufnahmen und damit eine ganze Schicht an jüngeren Architekten beeinflussten. Hans Asplund selbst ging mit der Zeit jedoch immer mehr vom Modernismus ab und sah ihn als zu eingeschränkt für die Baukunst an


16. August 1912: Fingerabdrücke als Beweismittel in Schweden
16. August 1958: Steve Sem-Sandberg, der Autor der offenen Fragen

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Donnerstag, 15. August 2013

Elias Magnus Fries, der erste schwedische Fachmann für Pilze

Elias Magnus Fries kam am 15. August 1794 in Femsjö im Småland als Sohn eines Propst zur Welt, entschied sich jedoch nicht Theologie zu studieren, sondern schrieb sich an der Universität Lund für Botanik ein. Nach Ende seines Studiums begann er eine Laufbahn an der gleichen Universität, die ihm 1824 dort auch eine Professur brachte. Ab 1828 war Fries dann Botanices Demonstrator, was bedeutet, dass er mit Forschungsaufgaben und botanischen Exkursionen betraut wurde und zudem dem Botanischen Garten in Lund vorstand.

Im Jahre 1834 verließ Magnus Fries die Universität in Lund und akzeptierte in Uppsala eine Professur für praktische Ökonomie, übernahm jedoch auch gleichzeitig den Botanischen Garten in Uppsala und das dortige Museum. Fries blieb bis 1859 Professor der Universität und leitete den dortigen Botanischen Garten noch bis 1863, bevor er sich mit 70 Jahren ganz aus dem Arbeitsleben zurückzog. Fünf Jahre später wurde Fries dann noch die Ehrendoktorwürde der Universität Lund verliehen.

Die wichtigste Arbeit von Elias Fries reicht allerdings noch in seine Zeit an der Universität Lund zurück, denn bereits ab 1821 hatte sich der Wissenschaftler auf Pilze spezialisiert und dabei über zehn Jahre der Systematik der Pilze und der Flechten gewidmet, einer Arbeit, die noch heute mit als die Basis der Mykologie betrachtet wird. Sein Werk Systema mycologicum erschien zwischen 1821 und 1832 und führte dazu, dass Fries sowohl in die Kungliga Vetenskapsakademien (Wissenschaftsakademie) als auch in die Svenska Akademien  gewählt wurde. Elias Fries starb am 8. Februar 1878 in Uppsala.


15. August 1247: Sigtuna, die Dominikaner und die Mariakyrkan 
15. August 1986: Der Vorname Estelle und Prinzessin Estelle von Schweden

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Mittwoch, 14. August 2013

Anders Bure, der Vater der schwedischen Kartographie

Anders Bure wurde am 14. August 1571 in Säbrå unter dem Namen Andreas Bureus geboren, da er seinen heute bekannten Namen erst bekam als er 1624 auf Grund seiner Leistungen geadelt wurde. Über die Ausbildung von Bure ist nichts bekannt, aber da er aus einem Geschlecht von Priestern kam, war es logisch, dass er entweder selbst das Priesteramt ergriff oder aber in die höhere Administration eintrat. Nachdem Bure geadelt war, trat er als Kriegsrat auf, überwachte das schwedische Bauwesen und gehörte zur Gruppe der drei Personen, die den Druck der Bibel überwachen.

Anders Bure ging insbesondere wegen seiner Leistungen innerhalb der schwedischen Kartographie in die Geschichte ein, denn nachdem er bereits 1602, gemeinsam mit seinem Bruder Jonas und mit Abraham Lampadius, eine Karte über Stockholm vorlegte, und ab 1611 als erster mehrere Karten über Schweden veröffentlichte, ist seine Karte aus dem Jahre 1626, die ganz Schweden umfasst, von einer erstaunlichen Genauigkeit und umfasst erstmals auch die Flüsse und Seen Nordschwedens. Viele dieser Erkenntnisse verdankt man auch den Reisen von Anders Bure, der als Landvermesser Abstände sehr genau bewerten konnte.

Nachdem Anders Bure bereits 1623 die Aufsicht über das Bauwesen gesamt Schwedens übergeben wurde, wurde er fünf Jahre später auch zum ersten schwedischen Generalmathematiker ernannt. In diesem Rahmen war er auch zuständig für die Ausbildung der Landvermesser. Hier brach Bure dann mit zwei alten Traditionen, denn zum einen benutzte er als erster Schwede das von Simon Stevin erfundene Dezimalsystem und zum anderen bildete er die Landvermesser vor Ort aus, was geradezu als Revolution betrachtet wurde, denn bis dahin war davon ausgegangen, dass eine Ausbildung eine theoretische Aktivität war, die man den Universitäten zuordnete.


14. August 1814: Die Union von Schweden und Norwegen 
14. August 1914: Stieg Trenter und der Stockholmer Kriminalroman

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Dienstag, 13. August 2013

Norwegen entscheidet sich gegen eine Union mit Schweden

Als die Wahlberechtigten Norwegens am 13. August 1905 ihre Meinung zur Fortsetzung oder Auflösung des Union mit Schweden abgeben sollten, so wollte die norwegische Regierung Schweden nur zeigen, dass die Unabhängigkeitserklärung vom 7. Juni des Jahres keine isolierte Entscheidung der Regierung war, sondern die Entscheidung dem Willen des Volkes entsprach. Entsprechend war dann auch der Wahlausgang, denn nur 184 von insgesamt 368.208 wahlberechtigten Norwegern wollten die Union unter schwedischer Vorherrschaft fortsetzen.

Diese Entscheidung war erwartet, denn Schweden und Norwegen waren schon lange auseinander geglitten, denn Norwegen hatte sich zu einem wirtschaftlich starken Land entwickelt, das sich mit Schweden gleichgestellt sah. Oscar II. hatte zwar diese Entwicklung gesehen, aber er wollte Norwegen keine eigene politische Entscheidung gewähren und sah das Land mehr als Stütze bei eventuellen Auseinandersetzungen mit Russland als als gleichgestellter Partner. Als der schwedische König daher jeden Anspruch auf eine politische Mitentscheidung Norwegens ablehnte, hatte er ganz Norwegen gegen sich aufgebracht, selbst jene, die im Grunde für eine Union waren, jedoch unter neuen Voraussetzungen.

Das einseitige Beenden der schwedisch-norwegischen Union, nachträglich gerechtfertigt durch die Volksentscheid, führte zu einer Aufrüstung in beiden Ländern, da ein Krieg nicht ausgeschlossen schien. Erst als im August und Oktober 1905 die Verhandlungen in Karlstad zeigten, dass es sich lediglich um eine politische Trennung handelte, kam es am 26. Oktober zu einem Vertrag mit dem Schweden die Unabhängigkeit Norwegens anerkannte. Diese Verhandlungen waren auch die Basis für die enge Zusammenarbeit beider Länder, die noch heute herrscht.


13. August 1645: Der Frieden von Brömsebro unter Königin Kristina 
13. August 1970: Lisa Nilsson, zwischen Jazz, Pop und schwedischer Volksmusik

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Göteborger Kulturfestival 2013

Montag, 12. August 2013

Adolf Erik Nordenskiöld, der Entdecker der Nordpassage

Als Adolf Erik Nordenskiöld am 12. August 1901 in Västerljung starb, hatte er zehn Forschungsreisen ins Polargebiet hinter sich unter denen er acht selbst leitete. Wirklich bekannt wurde Nordenskiöld allerdings nur auf Grund einer der Reisen, nämlich der sogenannten Vegaexpeditionen, als er in den Jahren 1878 bis 1880 mit seinem Schiff Vega erfolgreich nach der Nordostpassage suchte, denn auch wenn diese Strecke von keinem Handelsschiff genommen werden konnte, so lieferte diese Reise bedeutende Erkenntnisse, da sich der Forscher während der Fahrt nicht nur für einen Seeweg nördlich Sibiriens interessierte.

Upptäcksresanden A. E. Nordenskiöld von Georg von Rosen, Nationalmuseum, Stockholm

Adolf Erik Nordenskiöld hatte seine wissenschaftliche Karriere in Helsingfors (Helsinki) begonnen, als Finnland noch unter russischer Herrschaft stand. Als der Wissenschaftler daher 1857 eine patriotische Festrede zur Unabhängigkeit Finnlands gehalten hatte, blieb ihm nur noch das Auswandern nach Schweden. 1958, nach seiner Ankunft in Stockholm, wurde Nordenskiöld zum Professor in Mineralogie des Naturhistorischen Museums ernannt, eine Position, die ihm auch die Forschungsreisen ins Polargebiet ermöglichte. Allerdings musste er sich bereits nach seiner ersten Expedition nach Spitzbergen einen Sponsor suchen, da die staatlichen Unterstützungen versiegten. Die Suche nach der Nordostpassage wurde ihm dann durch eine großzügige Spende von Oscar Dickson und Oscar II. ermöglicht.

Adolf Erik Nordenskiöld besuchte, neben seiner Fahrt auf der Nordostpassage, fünf mal Spitzbergen, zweimal Grönland und zweimal Jenisej, wobei er bei seinen Reisen der erste Forscher wurde, der mit einem Schiff den Breitengrad  81°42“ erreichte. Die Reisen dienten Nordenskiöld insbesondere dafür um Reisebeschreibungen zu veröffentlichen, die Mineralogie der Gegenden zu erforschen und einen Atlas mit Seekarten zu veröffentlichen. Diese Veröffentlichungen sind noch heute mit die wichtigsten Beiträge zur Erforschung des Polargebietes und geben ein Bild der nördlichsten Region der Erde.


12. August 1920: Schwedische Luftfahrt und erste Luftftransporte 
12. August 1925: Kerstin Thorvall und die sexuelle Revolution Schwedens

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Sonntag, 11. August 2013

Bischof Kettil Karlsson ändert den Lauf der Geschichte

Kettil Karlsson wurde am 11. August 1465 geboren und war bereits als Kind und Jugendlicher auf das geistliche Amt vorbereitet worden. Nach Abschluss seines Studiums in Rostock wurde er von seinem Cousin, dem Erzbischof Jöns Bengtsson unter die Fittiche genommen, der Karlsson wiederum mit König Kristian I. bekannt machte. Karlsson gewann sehr schnell die Gunst des Königs und wurde von diesem als Nachfolger des bereits älteren Bischofs in Linköping ausgewählt. Der Bischof starb bereits bald danach und Kettil Karlsson wurde als Nachfolger gewählt, konnte wegen seinem jungen Alter jedoch erst 1459, mit Hilfe einer Sondergenehmigung, auch vom Papst als Bischof anerkannt werden.

Obwohl Kettil Karlsson seine Karriere nahezu ausschließlich dem König Kristian I. zu verdanken hatte, entwickelte er sich sehr schnell zu dessen Feind als der König Jöns Bengtsson gefangen nehmen ließ. Karlsson verbündete sich mit dem Geschlecht Bengtssons und belagerte anschließend mit einem Bauernheer das königliche Schloss in Östergötland. Es gelang ihm zudem die Bauern des Uppland und aus Dalarna gegen Kristian I. aufzubringen und mit dessen Hilfe Stockholm zu belagern.

Wenig später war es Kettil Karlsson gelungen eine ähnliche Macht zu erringen wie vor ihm Engelbrekt Engelbrektsson und hatte ein massives Bauernheer an seiner Seite, das jedoch den Seeweg nach Stockholm nicht schließen konnte. Karlsson wandte sich daher  an Karl Knutsson, der ihm mit seiner Flotte zu Hilfe eilte und Stockholm damit isolierte. Nach dem Sieg gelang es dann Kettil Karlsson auch seinen Verbündeten zu bekriegen und er ließ sich selbst zum Reichsvorstand ernennen. Nur sechs Monate später endete jedoch der Aufstieg Kettil Karlsson abrupt, denn er starb in Stockholm an der dort herrschenden Pest.


11. August 1908: Torgny T. Segerstedt verändert die schwedische Gesellschaft 
11. August 2000: Ein Rettungshubschrauber explodiert am Kebnekaise

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Samstag, 10. August 2013

Ruben Rausing, der Erfinde der Tetra Pak

Als Ruben Rausing, der seinen Familiennamen Andersson im Jahre 1921 in Rausing änderte, am 10. August 1983 in Blentarp starb, ging er als der Erfinder der Verpackungen in die schwedische Geschichte ein, insbesondere jedoch als der Erfinder der Tetra Pak, was in den 50er Jahren geradezu eine Revolution war und mit die Basis dazu bildete, dass sich Kaufhäuser mit Lebensmittel bilden konnten, da Rausing es ermöglichte Waren besser und länger zu lagern, was letztendlich die Tante Emma Läden überflüssig machte.

Ruben Rausing hatte sich sehr früh dazu entschlossen einer kaufmännischen Aktivität nachzugehen, denn er bereitete sich privat auf das Abitur vor, lieh sich Geld um an der Handelshochschule in Stockholm zu studieren und dank eines Stipendiums konnte er anschließend seine Ausbildung an der Columbia University in New York abrunden. Der Aufenthalt in den USA war für Rausing der Beginn einer neuen Denkweise, denn beim Besuch der ersten Selbstbedienungsläden in New York, wurde ihm klar, dass diese Art des Handels auch eine neue Art der Verpackung forderte.

Als Ruben Rausing 1920 nach Schweden zurückkehrte, begann er bei Esselte zu arbeiten. Als es ihm jedoch auch nach neun Jahren nicht gelungen war seinen Arbeitgeber davon zu überzeugen, dass die Verpackungsindustrie revolutioniert werden musste, verließ er Esselte und gründe mit Erik Åkerlund ein Verpackungsunternehmen, das vor allem Verpackungen für Zucker und Mehl anbot und garantierte, dass die Waren trocken blieben und in handlicher Größe angeboten werden konnten. Ab 1943 begann Ruben Rausig, der mittlerweile seinen Partner ausbezahlt hatte, an Milchverpackungen aus Papier zu arbeiten, einer Idee, die später zu den bekannten Tetra Pak führte.


10. August 1537: Das Schloss Gripsholm am Mälaren
10. August 1628: Die Vasa sinkt bei ihrer Jungfernfahrt vor Stockholm

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Freitag, 9. August 2013

Sven Bröms, ein Arzt gründet die Ockelboverken

Sven Bröms wurde am 9. August 1612 in Ockelbo geboren und war im Grunde, wie seine Vorfahren, dazu bestimmt Priester zu werden. Nach seinem Studium der Theologie und der Medizin in Uppsala, kam doch die Wende, denn der Student erhielt ein Stipendium um an der Universität in Leiden Medizin zu studieren und anschließend zusätzlich eine ausreichende Summe um zusätzlich Anatomie in Padua zu studieren, wo er nach dem Studium das Angebot erhielt als Professor zu arbeiten, was er jedoch ablehnte, da er zurück nach Schweden wollte.

Nach seiner Rückkehr nach Schweden wurde Sven Bröms sehr schnell zum Hausarzt von Königin Kristina, die ihn wiederum als Professor für Medizin an der Universität Uppsala einsetzte. Da er jedoch für seine Arbeit keinen Lohn erhielt, gab er die Tätigkeit nach wenigen Monaten auf und folgte König Karl X. Gustav als Arzt auf seinem Feldzug. Den größten Erfolg als Arzt hatte Sven Bröms durch eine Wundermedizin, die sogenannten Tropfen Bröms (Brömsens droppar), die noch 200 Jahre nach dem Tode Bröms als eines der bedeutendsten Heilmittel gegen Magenbeschwerden galten.

Bereits im Jahre 1671 hatte Sven Bröms dann jedoch seine Begeisterung für Theologie und Medizin wieder verloren und er stürzte sich in die Herstellung von Eisen, wobei er den ersten Hochofen und ein Eisenwerk zusammen mit seinem Schwager Robert Petre aufbaute, den er jedoch durch Intrigen bald aus dem Geschäft drängte, denn 1675 musste dieser seinen gesamten Besitz an den Eisenhütten an Bröms verkaufen, der daraufhin auch seine Praxis als Arzt in Stockholm ganz aufgab. Aus den zehn verschiedenen Eisenwerken, die Bröms dann besaß, entstanden die Ockelboverken, die erst 1942 vollständig aufgelöst wurden.


9. August 1955: Maud Olofsson, die ungeliebte Ministerin Schwedens 
9. August 1985: Fred Åkerström, ein schwedischer Troubadour

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Donnerstag, 8. August 2013

Eine JAS 39 Gripen stürzt in Stockholm ab

Die Besucher des Stockholmer Wasserfestivals sollten am 8. August 1993 von den Kunstflügen einer JAS 39 Gripen überrascht werden, einem schwedischen Kriegsflugzeug, das im Dezember 1988 ihren Jungfernflug hatte und erst 1996 von der Luftwaffe in Dienst genommen wurde. Es sollte sich daher um eine der ersten größeren öffentlichen Vorführungen des Wunderwerks handeln, was sich jedoch nahezu in eine Katastrophe verwandeln sollte.

Die JAS 39 Gripen startete um 13 Uhr 51, aber schon wenige Minuten später zeigte der Bordcomputer Probleme. Der Pilot setzte den Flug jedoch fort, was letztendlich zum Absturz der Maschine führte, denn bei einem Wendemanöver setzte die Steuerung aus. Der Pilot konnte sich mit Hilfe des Schleudersitzes retten und, wie durch ein Wunder, wurden nur 15 Personen verletzt, da die Maschine auf einer Insel vor Stockholm beim Aufschlag explodierte und nicht in die Menschenmasse raste. Die Reaktion des Piloten war beachtenswert, denn zwischen dem Versagen des Steuers und dem Aufschlag hatte er nur Sekunden um sich zu retten.

Der Absturz der JAS 39 Gripen kam zu einem denkbar ungünstigen Moment, da die Maschine wegen der hohen Kosten bereits in die Kritik geraten war und die Presse nach dem Absturz das gesamte Projekt in Frage stellte. Die Regierung unter dem damaligen Ministerpräsidenten Carl Bildt und Saab in Linköping, reagierten jedoch schnell und benutzten ausschließlich die staatliche Nachrichtenagentur TT als offizielles Sprachrohr und ließen keinerlei Journalisten an den Unfallort. Die tatsächliche Ursache des Absturzes wurde der Öffentlichkeit nie präsentiert, falls er von den Ingenieuren überhaupt eindeutig festgestellt wurde.


8. August 1878: Krebspremiere und Krebsfeste in Schweden 
8. August 1973: Vilhelm Moberg und die schwedischen Auswanderer

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Mittwoch, 7. August 2013

Ellen Palmstierna und der Kampf für eine andere Zukunft

Freiherrin Ellen Palmstierna kam am 7. August 1869 als Eleonora Palmstierna in einem sehr bürgerlichen und traditionellen Haus zur Welt. Bis zu ihrer Ehe mit Freiherr Fabian Lilliecreutz im Jahre 1896, einem Politiker aus Jönköping, verliefen die Bahnen Palmstiernas in den üblichen Bahnen einer Frau jener Zeit, weswegen auch, bis zu ihrem Umzug nach Jönköping, relativ wenig über die Freiherrin bekannt ist.

In Jönköping machte Ellen Palmstierna dann die Bekanntschaft mit der Frauenbewegung der Stadt und setzte ihre Energie dafür ein das Wahlrecht für Frauen zu propagieren. Ihr Engagement nahm einen immer größeren Platz in ihrem Leben ein und führte 1910 sogar dazu, dass Palmstierna die Vorsitzende des Frauenvereins in Jönköping wurde. Je mehr sich jedoch die Frauenrechtlerin für das Wahlrecht der Frauen einsetzte, umso mehr begann es in der Ehe zu kriseln. Bereits 1911 kam es dann zur Scheidung und Ellen Palmstierna setzte nun ihre gesamte Kraft in die Sozialarbeit und das Frauenrecht.

Wenige Jahre nach ihrer Scheidung zog Ellen Palmstierna zurück nach Stockholm und führte von dort aus den Kampf für das Recht der Frauen weiter. Im Jahre 1915 nahm sie an der Frauenkonferenz in Haag teil, später an einem Kongress in Russland und schließlich erhielt Palmstierna einen Auftrag bei der National Conference och Women's International League for Peace and Freedom. Im Jahre 1919 war Ellen Palmstierna eine der Gründerinnen der Kinderhilfsorganisation Rädda Barnen und verbesserte damit das Schicksal armer Kinder Schwedens nach dem Ersten Weltkrieg.


7. August 1848: Jacob Berzelius und die Kennzeichnung der chemischen Elemente 
7. August 1890: Anna Månsdotter und die Todesstrafe in Schweden

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Dienstag, 6. August 2013

Die schwedische Fernsehköchin Tina Nordström

Am 6. August 1973 wurde im Ort Välluv bei Helsingborg Kristina Nordström geboren, die später unter den beiden Namen Tina Nordström und Mat-Tina in ganz Schweden als Autorin von Kochbüchern und vor allem als Fernsehköchin bekannt wurde. Kochen wurde Tina Nordström nahezu in die Wiege gelegt, denn bereits mit acht Jahren half sie ihren Eltern, die um diese Zeit das Ramlösa Wärdshus führten und der jungen Tina machte die Arbeit Spaß, da sie sich in der Küche in ihrem Element fühlte.

Als Tina Nordström dann im Gymnasium begann, war es für die heutige Fernsehköchin geradezu logisch, dass sie zu einer Schule griff, die ihr auch eine Restaurant-Ausbildung bot, eine Ausbildung also, die weitaus weiter geht als ihr kochen und backen beizubringen und so nebenbei zur Hochschulreife verhilft. Nach ihrem Abitur arbeitete Tina Nordström dann zwei Jahre im dänischen Helsingör, anschließend in Mölle, in Lund und schließlich noch in Torekov, drei Orten, die alle in Skåne liegen, also in der Nähe ihres Geburtsorts.

Nachdem Tina Nordström im Jahre 2000 an der Essensolympiade in Erfurt teilgenommen hatte und ihre Equipe dabei die Silbermedaille errang, wurde das schwedische Fernsehen auf die Köchin aufmerksam. In den Folgejahren konnte man Tina Nordström dann immer häufiger im Fernsehen entdecken, wobei sie in sieben Saisons des Programms Mat (Essen) teilnahm. Den größten Erfolg hatte Nordström bisher jedoch mit Tinas Cookalong, der schwedischen Version von Gordon Ramsays Cookalong, einer Serie bei der die Köchin, gemeinsam mit einem bekannten Gast, innerhalb einer Stunde ein Menü mit drei Gängen zubereitet und die Zuschauer, mit Hilfe einer Webkamera, parallel zu Tina Nordström ihre Kochkunst öffentlich zeigen können.


6. August 1933: Der erste internationale Grand Prix in Schweden 
6. August 1968: Der schwedische Architekt Ivar Justus Tengbom

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Montag, 5. August 2013

Gustav von Wasa, der Kronprinz ohne Thron

Als Kronprinz Gustav von Wasa am 5. August 1877 in Pillnitz starb, war er seit 1809 aus Schweden verwiesen worden und hatte Helsingborg und Ramlösa nur ein einziges Mal, anonym als Tourist, besucht. Als offizieller Thronfolger des ehemaligen Königs Gustav IV. Adolf war Gustav von Wasa Schweden verwehrt, nicht zuletzt auch deswegen, weil er nie aufgegeben hatte den schwedischen Thron zu fordern und seine Rechte in Europa großenteils als legitim betrachtet wurden.

Gustav von Wasa war am 9. November 1799 geboren worden und hatte das Pech, dass sein Vater, König Gustav IV. Adolf, bei einem militärischen Staatsstreich am 13. März 1809 vom Thron gestürzt wurde. Während seine Eltern im Schloss Gripsholm gefangen gehalten wurden, entschloss sich die neue Regierung unter Karl XIII. den Thronfolger des Landes zu verweisen. Diese Entscheidung sollte sich jedoch als Fehler herausstellen, denn dadurch wuchs die Unterstützung des Königssohnes und viele wollten ihn wieder auf dem schwedischen Thron sehen, was das Verhältnis Schwedens zu mehreren Ländern stark auf die Probe stellte.

Die Unterstützung des ehemaligen Kronprinzen ging sogar soweit, dass ihm Österreich den Titel Prinz von Wasa verlieh als ihm die Bezeichnung schwedischer Prinz untersagt wurde. Privat hatte Gustav von Wasa in seinem Exil allerdings weniger Glück, denn er zeigte sich als rastlos und begab sich von einer Reise zur nächsten und seine Ehe mit Luise von Baden dauerte gerade einmal 13 Jahre bevor sie aufgelöst wurde. Seine Hoffnungen je Gerechtigkeit von Schweden zu erfahren, wurden nie erfüllt.


5. August 1926: Victor Hasselblad und seine legendäre Kamera 
5. August 1964: Moa Martinson, die schwedische Autorin der Proletarier

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Messetermine in Göteborg Way Out West, Musik in Göteborg

Sonntag, 4. August 2013

Der schwedische Erfinder Bo Kalling

Auch wenn der am 4. August 1892 in Stockholm geborene Ingenieur Bo Kalling den meisten Schweden kein Begriff ist, haben seine Erfindungen eine große Rolle für die Industrie Schwedens gespielt, wobei hierbei natürlich auch die Studienwahl des Grafen bedeutend war, denn im Jahre 1914 machte er an der Königlichen Technischen Hochschule in Stockholm sein Examen als Bergingenieur und hatte sich dabei auf die Metallurgie spezialisiert.

Zwischen 1914 und 1924 erwarb der Ingenieur Bo Kalling seine praktische Erfahrungen erst im Eisenwerk Domnarvets Jernverk und anschließend bei der AB Ferrolegeringar in Trollhättan. Als Kalling dann 1924 bei der Avesta Jernverks AB begann, konnte der Ingenieur seine Kenntnisse erstmals wirklich anwenden und aus dem Ingenieur entwickelte sich ein Erfinder, denn innerhalb der nächsten sieben Jahre entwickelte er nicht nur einen neuen Schmelzprozess für Eisenpilz, sondern er entwickelte auch Methoden, die es erlaubten rostfreien und säurebeständigen Stahl herzustellen.

Auf Grund dieser Erfindungen wurde Bo Kalling 1931 eine Professur in Metallurgie angeboten, die er allerdings nur neun Jahre lang wahrnahm, da er seine Bestimmung in den Eisenwerken sah und der Entwicklung von neuen zukunftsweisenden Methoden. Ab 1940 entwickelte er dann Verfahren zur Gewinnung von Nickel, Blei und einigen anderen Metallen bis er dann in den 40er Jahren als technisch-wissenschaftlicher Direktor der Stora Kopparbergs Bergslags AB für das Domnarvets Jernverk das Kaldo-Verfahren entwickelte, das von seinem Namen die drei Buchstaben „Kal“ und vom Eisenwerk die Buchstaben „do“ erhielt, ein Verfahren, das eine Revolution in der Eisengewinnung ausmachte.


4. August 1912: Raoul Wallenberg, ein schwedischer Held 
4. August 1979: Der Stockholm Marathon wird zum Erfolg

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