Montag, 31. August 2015

Der finnlandschwedische Dichter Jacob Frese

Jacob Frese starb am 31. August 1729 im Alter von 39 Jahren in Stockholm, vermutlich an einer Lungenentzündung, da sich eine Erkältung auf Grund seiner permanenten Kränklichkeit sehr stark auswirkte. Frese ging in die Nachwelt als einer der bedeutendsten religiösen Naturdichter des 18. Jahrhunderts in die nordische Literaturgeschichte ein, wobei er zu den wenigen Dichtern seiner Zeit gehört, die weder Beziehungen hatten, noch Ersparnisse und zudem unverheiratet waren, was ihm bisweilen als Manko ausgelegt wurde, aber Frese hätte auch keine Familie ernähren können, denn sein Einkommen ging an die Herausgabe seiner Werke.

Jacob Frese war 1690 als Sohn eines Kaufmanns in Viborg, im heutigen Russland, geboren worden und schrieb sich 1703 an der Königlichen Akademie in Åbo (Turku) als Student ein, wobei in dieser Zeit auch seine ersten Gedichte entstanden. Sieben Jahre später und nach Abschluss seines grundlegenden Studiums, wurde Viborg von Russland eingenommen und Frese floh nach Stockholm. In der schwedischen Hauptstadt fand der 20-jährige eine Anstellung in der königlichen Kanzlei, eine Aufgabe, die es ihm auch ermöglichte sich als Dichter zu betätigen. Als man am 28. Januar 1715 die Rückkehr von König Karl XII. aus Stralsund feierte, wurde der junge Frese zum Festskalden ernannt und er verfasste daher auch das Willkommensgedicht für den König. Dieser Tag gilt als der erste und sehr erfolgreiche erste öffentliche Auftritt Freses als Dichter.

Jacob Frese zeigte in seiner Dichtkunst eine sehr große Breite und fand nach einigen Jahren auch einen eigenen Stil, was um diese Zeit innerhalb der Literaturgeschichte relativ selten war, da überall Normen angesetzt wurden. Frese, der auch sehr viele Psalmen schrieb und reichlich in den Psalmbüchern jener Zeit vertreten war, gelang es trotz dieser Psalmen nicht wirklich anerkannt zu werden, was manche Literaturforscher damit erklären, dass der im damaligen Finnland sehr starke Pietismus, dem auch Frese folgte, ein Hindernis war. In den Gedichten Freses spürt man jedoch nicht nur die Religiosität und die Natur, sondern auch seinen Gedanken, dass der Frieden für das Wohlbefinden aller Menschen eine Notwendigkeit sei, was den Dichter, zumindest in gewisser Weise, zu einem Vorreiter der Friedensbewegung macht.


31. August 1853: Die schwedische Prinzessin Amalia
31. August 1897: Kvarnholmen, die historische Mühle Tre Kronor in Nacka
31. August 1939: Die Sandöbron schafft eine Landverbindung nach Haparanda
31. August 1987: Björnes magasin, ein Teddybär erobert schwedische Kinder
31. August 2008: Lotta Engberg und die Fernsehlotterie Bingolotto

Copyright: Herbert Kårlin

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Sonntag, 30. August 2015

Bror Emil Hildebrand, der Gründer des Historischen Museums

Als Bror Emil Hildebrand am 30. August 1884 in Stockholm starb, ging er aus mehreren Gründen in die Geschichte ein, denn zum einen war er der Gründer des Historischen Museums, zum anderen hatte er als Archäologe als erster Ausgrabungen an den Königshügeln in Uppsala unternommen. So nebenbei hatte Hildebrand dann auch noch das Dreiperiodensystem in Schweden eingeführt, die Sphragistik zu einer wissenschaftlichen Forschung erhoben und die Zeitschrift Antikvarisk tidskrift gegründet.

Bror Emil Hildebrand war am 22. Februar 1806 in Madesjö im Småland zur Welt gekommen und begann nach seiner Hochschulreife ein Studium der Theologie an der Universität Lund, stellte jedoch sehr schnell fest, dass seine Interessen zur Geschichtswissenschaft neigten, was dazu führte, dass er bald auf diesen Zweig umstieg. 1826 schloss Hildebrand sein Studium mit einem Magister in Philosophie ab und begann eine wissenschaftliche Karriere, die ihn, beim Tod von Hans Järta, sogar für einige Zeit das Amt de Reichsarchivars einbrachte.

Dass Bror Emil Hildebrand in die Geschichte einging, verdankte er ausschließlich seinen persönlichen Leistungen, denn seine extrem konservative Einstellung brachte ihm wenig Freunde und sein Pessimismus und die Depressionen im Winterhalbjahr machten ihn zu einem wenig geliebten Mitarbeiter und Vorgesetzten. Hildebrand forderte auf der einen Seite Höchstleistungen von allen Mitarbeitern, vertraute jedoch Zeit seines Lebens nur sehr wenigen Menschen. Letztendlich ernannte er auch seinen Sohn zum Nachfolger, was natürlich sehr viel Kritik herausforderte.


30. August 1721: Der Frieden von Nystad und der große nordische Krieg
30. August 1751: Der schwedische Erfinder Christopher Polhem
30. August 1795: Elis Schröderheim im Dienste von Gustav III. 
30. August 1884: The Svedberg und ein Nobelpreis in Chemie
30. August 1888: Siri Derkert, Erneuerin der öffentlichen Kunst
30. August 1915: Die unsichtbare schwedische Prinzessin Lilian May
30. August 1953: Polio-Epidemie in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 29. August 2015

Bertil Almqvist und die Steinzeitkinder Hedenhös

Bertil Almqvist, bekannt als Bertila, kam am 29. August 1902 in Ulriksdal bei Solna zur Welt und studierte nach Ablegung der Hochschulreife im Jahre 1921 Literaturgeschichte und Kunstgeschichte an der Hochschule Stockholm und an der Universität Uppsala. Erst anschließend machte er in Stockholm eine Ausbildung als Zeichner, um unmittelbar danach in diesem Beruf für die Dagens Nyheter, die Stockholms-Tidningen, das Aftonbladet und für Söndagsnisse-Strix zu arbeiten. Um diese Zeit arbeitete Almqvist allerdings noch nicht unter dem Namen Bertila, sondern unter dem Pseudonym Trallgöken.

Auch wenn Bertil Almqvist neben seiner Arbeit als Zeichner auch mehrere Lieder für Evert Taube schrieb und, gemeinsam mit diesem, einige davon, Almqvist als Lautenspieler, aufnahm, während des Zweiten Weltkriegs den sogenannten schwedischen Tiger schuf, der alle Schweden daran erinnern sollte über interne Angelegenheiten des Landes grundsätzlich zu schweigen, sowie journalistisch aktiv war, ist Almqvist bis heute vor allem wegen seiner Kinderbuchserie Barna Hedenhös bekannt, die ab 1948 erschienen und weit über Schweden hinaus bekannt wurden.

Bertil Almqvist schuf mit der Serie Barna Hedenhö eine Familie, die zwar in der Steinzeit lebt, einer geschichtlichen Steinzeit mit viel Fantasie, aber immer wieder Ereignisse der Zukunft erlebt, unter anderem den ersten Vasalauf und den Vorgänger der Olympiade. Auch wenn die Erzählungen und detailreichen Zeichnungen von Bertil Almqvist, der am 16. Mai 1972 in Stockholm starb, überwiegend in Schweden spielen und manche Anspielungen in anderen Ländern kaum verstanden werden, gelang es dem Zeichner und Autor in vielen Ländern bekannt zu werden. Auch die Augsburger Puppenkiste hatte die Buchserie als das Puppentheaterstück „Die Steinzeitkinder“ im Programm, das 1972 erstmals im Fernsehen ausgestrahlt wurde.


29. August 1708: Olof von Dalin: Fortschrittliche Kritik und konservative Geschichte
29. August 1880: Die schwedische Künstlerin Maj Bring
29. August 1915: Ingrid Bergman, eine Karriere mit Unterbrechungen
29. August 1967: Die schwedische Krone wird um zehn Prozent abgewertet

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Freitag, 28. August 2015

Der finnlandschwedische Dichter Jacob Tegengren

Jacob Tegengren kam am 28. August 1875 in Vasa, dem heute finnischen Vaasa, zur Welt, legte im Jahre 1896 seine Hochschulreife ab und wurde drei Jahre später Agronom. Da er jedoch in diesem Bereich nicht arbeiten wollte, studierte er anschließend noch in Dänemark und Schweden Volkshochschulökonomie um zwischen 1910 und 1915 die Volkshochschule in Närpes (finnisch Närpiö) zu leiten. Anschließend wechselte Tegengren jedoch erneut seinen Beruf und wurde Bankdirektor im finnischen Vörå, an der Küste in Österbotten, eine Arbeitsstelle, die er bis 1945 einnahm.

Jacob Tegengren war in seiner Freizeit auch als Archäologe und als Ornithologe aktiv war, sowohl in Finnland als auch in Schweden, auch wenn dies heute weniger bekannt ist. Die literarische Aktivität von Tegengren reicht bis zum Jahr 1900 zurück, als er mit seiner Gedichtsammlung Dikter an die Öffentlichkeit trat. Als Inspirationsquelle für einige der darin enthaltenen Gedichte gilt seine große Liebe Else Nyman, die er nur zwei Jahre später heiratete. Wie alle Werke des Dichters, so zeugt auch seine frühe Poesie bereits von einem starken Glauben, denn die die Bibel war immer die wichtigste Quelle Tegengrens, ein Leitfaden, den man sowohl in seinen Gedichten, als auch seinen Novellen und Psalmen deutlich verfolgen kann.

Jacob Tegengren, der am 25. November 1956 starb, wurde bereits zu Lebenszeiten als nordischer Dichter bezeichnet, da er in Schweden und Finnland gleichermaßen bekannt war, nicht zuletzt auch auf Grund der Anwendung der schwedischen Sprache, was sich daraus erklärt, dass sein Vater aus Schweden stammte und die Mutter aus Schottland. Tegengren, der mit mehreren Psalmen im schwedischen Psalmenbuch vertreten ist, veröffentlichte im Laufe der Jahre 15 Lyrikbände, einige Prosawerke und seine gesammelten Reden. Auch wenn Tegengren zu Beginn des 20. Jahrhunderts als der größte Dichter Österbottens bezeichnet wurde, so gelang es ihm nie den nordischen literarischen Kreis zu verlassen, vermutlich, weil ihm die Originalität eines Dichters fehlte.


28. August 1649: Die Kattan sinkt auf der Fahrt nach Nya Sverige
28. August 1653: Der unvergessene Bischof Jesper Swedberg
28. August 1740: Johan Tobias Sergel, Ritter des Vasaorden
28. August 1882: Gustaf Hellström und das gesellschaftliche Leben in Kristianstad
28. August 2010: Jan Guillou hilft dem Kriminellen Keith Cederholm
28. August 2010: Die Botniabanan wird in Nordschweden eingeweiht

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Donnerstag, 27. August 2015

Die schwedische Fotografin Kerstin Bernhard

Kerstin Bernhard kam am 27. August 1914 als Tochter des Architekten Edvard Bernhard auf Lidingö zur Welt und begann sich sehr für Fotografie zu interessieren. Im Jahre 1933 begann sie daher eine Ausbildung beim Hoffotografen Ferdinand Florin, der sie dann ein Studium an der Königlichen Technischen Hochschule anschloss, bei der sie das Glück hatte mit den Papierabzügen der missglückten Expedition von Salomon August Andrée arbeiten durfte. Im Anschluss daran studierte Bernhard noch Architektur, Design und Fotografie in Berlin, um jedoch 1937 nach Stockholm zurückzukehren und im Atelier Uggla zu arbeiten.

Allerdings hielt es Kerstin Bernhard nicht lange in einem abhängigen Arbeitsverhältnis aus und nur ein Jahr später machte sie sich als Porträtfotografin selbständig, was zu jener Zeit als sichere Einkunftsquelle galt. Als die Konkurrenz dann härter wurde, schuf Bernhard Portraits von Schauspielern, die auf den Titelseiten der bekanntesten Magazine zu finden waren und geradezu eine Dramatik ausstrahlten. Aber auch die reine Studiofotografie konnte die Fotografin nicht lange halten und nach Ende des Zweiten Weltkriegs zog Bernhard mit der Journalisten Ingrid af Ström nach Paris um dort ihre fotografische Richtung von Grund auf zu ändern. Auf der einen Seite begann die Fotografin mit Fotoreportagen, auf der anderen mit Modefotografie.

Aber auch diese Phase sollte für Kerstin Bernhard, die am 30. September 2004 auf Lidingö starb, nur ein Jahr andauern, denn 1948 reiste sie nach New York und machte über Hi Williams die Bekanntschaft mit der Foodfotografie, die über die gesamte Zukunft der Fotografin entscheiden sollte, denn sie perfektionierte diese Technik für den schwedischen Markt. Als Bernhard 1955 ihr Atelier auf Lidingö öffnete, spezialisierte sie sich auf diesem Gebiet und schuf die Bilder für die bedeutendsten Kochbücher und Zeitschriften Schwedens. Im Jahre 1960 entschied sich Kerstin Bernhard dann die Brotkulturen der Welt zu dokumentieren und schuf Bilder, die weltberühmt wurden. Ein Teil des Archivs der Fotografin findet man heute im Nordiska Museet in Stockholm.

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Mittwoch, 26. August 2015

Die schwedische Schwimmerin Therese Alshammar

Therese Alshammar, von ihren Fans Tessan genannt, kam am 26. August 1977 als Tochter der Sportschwimmerin Britt-Marie Smedh in Solna bei Stockholm zur Welt, lebte jedoch von Dezember 2008 bis 2012 mit ihrem Partner und Trainer in Sydney in Australien um sich anschließend mit ihrer Familie in der Schweiz niederzulassen. Auf Grund der Mutter lag es nahe, dass sich auch Therese Alshammar sehr früh für den Schwimmsport entschied und eisern trainierte. Zu Beginn spezialisierte sich Alshammar auf das Rückenkraulen, ging dann Ende der 90er Jahre auf das Freistilschwimmen über um letztendlich auch im Schmetterlingsschwimmen international anzutreten.

Erstmals aufmerksam wurde man auf Therese Alshammar während der Europameisterschaften des Jahres 1993, als die Sportlerin im 100 Meter Rückenkraulen den vierten Platz einnahm. Der Durchbruch in die Weltelite sollte dann jedoch weitere sieben Jahre dauern als sie bei der Schwimmweltmeisterschaft des jahres 2000 sowohl im 50 Meter Freistilschwimmen, als auch im 100 Meter Freistilschwimmen den damaligen Weltrekord aufstellte und im gleichen Jahr auch noch zweimal Europameisterin wurde. Zudem kam Alshammar bei der Olympiade des Jahres 2000 in Sydney zweimal auf den zweiten Platz, was keinen Zweifel mehr daran ließ, dass die Schwedin nun weltweit zu den Spitzenschwimmerinnen gehörte.

Als ab 2008 neue Badeanzüge aus Gummi einzogen, schien dies zum Nachteil von Therese Alshammar zu sein, denn während der Olympiade 2008 in Beijing riss kurz vor dem Semifinale ihr Badeanzug, was die Schwimmerin jedoch nicht daran hinderte in den folgenden Jahren wieder eine Spitzenposition einzunehmen und 2011 wurde sie im 50 Meter Freistilschwimmen auf der Langbahn erneut Weltmeisterin, was bedeutete, dass Alshammar damit bei 50 Meter sowohl auf der Kurzbahn als auch der Langbahn den Weltrekord hielt. Aber auch wenn Alshammar immer noch die erfolgreichste internationale Schwimmerin Schwedens ist, so ist ihr nun Sarah Sjöström dicht auf den Fersen.


26. August 1551: Die schwedische Königin Margareta Eriksdotter
26. August 1861: Der Komponist, Dirigent und Violinist Johan Fredrik Berwald
26. August 1932: Olov Svedelid, Kriminalromane im Stockholmer Milieu
26. August 1932: Olov Svedelid und der Stockholmer Kriminalroman
26. August 1996: Sven Stolpe, der katholische Schriftsteller Schwedens
26. August 2005: Der Schwein- und Schlittschuhverein GOSF in Schweden

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Dienstag, 25. August 2015

Inga Borg und der kleine Troll Plupp

Inga Borg kam am 25. August 1925 als Tochter eines Sportschwimmers in Stockholm zur Welt und wollte sehr früh Künstlerin werden. Ihren Lebensweg fand sie dann bereits im Alter von 19 Jahren, als sie erstmals in die damals kaum berührte Bergwelt Schwedens kam und die Natur auf ihre ursprünglichste Weise kennenlernte. Borg zeichnete und malte alles was sie sah, angefangen von der wilden Natur bis zu den Tieren, die diesen damals noch geheimnisvollen Teil Schwedens belebten. Diese Landschaft faszinierte die junge Frau so stark, dass sie immer wieder in die Wildnis zurückkam, die heute allerdings in dieser Art schon lange nicht mehr besteht.

Um jene Zeit war das Gebirge in Dalarna, dem Ziel von Inga Borg, bei weitem nicht so erschlossen wie heute und um ein Geschäft zu erreichen musste man oft mehrere Kilometer durch die Wildnis gehen. Bei diesen Wanderungen, die Borg oft auch durch Sumpfgebiete führten, traf sie erstmals den kleinen Troll Plupp, der sie in der ganzen Welt bekannt machen sollte. Natürlich entstand Plupp nur in den Gedanken der späteren Bilderbuchautorin, aber die Geräusche bei diesen Wanderungen und die wilde Natur ließen die Gedanken schweifen und Fantasie vermischte sich mit Realität.

Es sollte allerdings noch zehn Jahre dauern bis auch die Allgemeinheit von der Existenz des Trolls Plupp erfahren sollte, denn 1955 hatte Inga Borg ihre erste größere Ausstellung in Stockholm und im gleichen Jahr erschien, allerdings noch unter dem Namen Inga Grubbström, das Buch Plupp und die Rentiere, dem später 23 weitere Bücher über Plupp folgen sollten, Erzählungen, die immer die Tierwelt in den Vordergrund stellten und Kindern, mit Hilfe des kleinen Trolls sehr viele Hintergründe aus der nordischen Tierwelt näher bringen. Nur in einem Punkt schwindelte die Zeichnerin und Autorin etwas, denn auch wenn sie immer davon sprach, dass Plupp aus Lappland kommt, so lebte er in Wirklichkeit in Dalarna, aber Lappland wirkte, damals wie heute, so fern und magisch, dass man Inga Borg diesen Schwindel gerne verzeiht.


25. August 1750: Lovisa, ein adeliger Vorname Schwedens
25. August 1762: Das Drottningholmsteatern in Stockholm
25. August 1955: Die Bibliothekstantieme (Biblioteksersättning) in Schweden
25. August 1956: Anders Franzén findet das Kriegsschiff Vasa
25. August 1961: Der schwedische Serienzeichner Alf Woxnerud
25. August 1976: Eyvind Johnson, ein Arbeiter-Literat mit Nobelpreis
25. August 2014: Maj-Briht Bergström-Walan, die erste Sexologin Schwedens 

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Montag, 24. August 2015

Die Gärten von Jonsered bei Göteborg

Jonsered gehörte ab 1833 in nahezu seiner gesamten Größe dem schottischen Geschäftsmann William Gibson, der daraus ein Industriegebiet machte und den Ort Mitte 1860 wegen seiner Produkte aus Holz in nahezu ganz Schweden bekannt machte. Mit dem Niedergang der Industrie im 20. Jahrhundert geriet Jonsered nahezu ins Vergessen und aus der Glanzzeit des Ortes zeugte heute nur noch das Herrschaftshaus, das Gibson einst von den herrlichsten Gärten umrahmen ließ. Im Jahre 2010 entstand dann, in Zusammenarbeit mit der Universität Göteborg und der Trädgårdsföreningen der Gedanke diese Gärten, auf Basis alter Fotos und Zeichnungen, wieder zum Leben zu erwecken und aus einem vollkommen verwilderten Garten ein Paradies zu schaffen

Am 24. August 2014 war dann der große Tag gekommen und die neu entstandenen Gärten von Jonsered konnten während ihrer Einweihung erstmals wieder von der Allgemeinheit besucht werden. Das Ziel der Gärten war jedoch nicht nur ein Stück Vergangenheit neu erwachen zu lassen, sondern ein Ausflugsgebiet für die Bewohner des nahen Göteborg zu schaffen, denn die Gärten sollten, wie bereits unter der Zeit Gibsons, grundsätzlich für alle Besucher offen stehen, obwohl dies leider auch schon zu mutwilligen Zerstörungen führte. Für die Pflege der Gärten werden vor allem Personen beschäftigt, die auf diese Weise einen Weg zurück ins Berufsleben finden sollen.

Die Gärten von Jonsered sind in vier verschieden Gebiete eingeteilt, die im Grunde alle eine andere Schicht an Besuchern anziehen, denn zum einen gibt es natürlich den Rosengarten nach englischem Modell in dem man auch einige historische Rosenarten entdecken kann. Es folgt der Küchengarten mit seinen modernen Gewürzpflanzen und Kräutern, die von sehr vielen kaum noch bekannten Arten begleitet werden. Anschließend kommt der Stilgarten, der vor allem zeigt auf welche Weise früher ein Garten angelegt wurde in dem man seine Spaziergänge machte und die klaren Formen der Gewächse bewunderte. Und letztendlich findet man auch einen künstlerischen Teil, einen Garten, der jedes Jahr von einem anderen Gartenkünstler geschaffen wird und zeigt, dass ein Garten nicht nur praktisch sein muss, sondern auch ein Kunstwerk sein kann.


24. August 1895: Der schwedische Architekt Curt Björklund
24. August 1901: Carl Ludvig Granlund, der letzte Wegelagerer Schwedens
24. August 1901: Der schwedische Künstler Gunnar G:son Wennerberg
24. August 1905: Sven Stolpe, der katholische Schriftsteller Schwedens
24. August 1923: Bo Setterlind, das religiöse Erwachen in der Romantik
24. August 2003: Carolina Klüft gewinnt Gold beim Siebenkampf

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Sonntag, 23. August 2015

Der schwedische Künstler Elis Aidanpää

Elis Aidanpää starb am 23. August 2010 in Karhuniemi bei Kiruna, dem Ort in dem er nahezu sein ganzes Leben verbracht hatte. Bei seinem Tod galt er als einer der größten Künstler des hohen Nordens, der die Landschaften Lapplands nicht nur auf seinen Bildern festgehalten hatten, sondern auch die Bauten und das Leben in Lappland dokumentiert hatte. Noch heute wird Aidanpää oft als der „Häusermaler“ des Nordens bezeichnet, denn der Künstler reiste durch sehr viele der Orte und hielt dort die interessantesten Gebäude erst auf seinen Ölgemälden und später auf Aquarellbildern fest. Sehr viele dieser Gebäude sind heute verschwunden und die Bilder wurden dadurch geradezu zu einem kulturhistorischen Schatz.

Der Künstler Elis Aidanpää kam 1932 al viertes von elf Kindern in Kiruna zur Welt, wobei die Familie allerdings 1950 die Stadt verlassen musste und nach Karhuniemi zog, da es um diese Zeit immer schwieriger wurde in einer wachsenden Stadt Kühe, Pferde und Schweine zu halten. Aber bereits in Kiruna versuchte sich Aidanpää durch die verschiedensten Arbeiten über Wasser zu halten, wobei er sich dabei, ohne jede Ausbildung, als Händler versuchte, der seine Waren in Norwegen erwarb um sie dann in Schweden zu verkaufen. Über diese Handelstätigkeit kursieren noch heute die verschiedensten Geschichten und Gerüchte.

Die künstlerische Karriere von Elis Aidanpää begann kurz nach seiner Heirat Anfang der 60er Jahre, auch wenn der Durchbruch erst einige Jahre später kam, als Aidanpää von der Ölmalerei auf Aquarell überging. Trotz zahlreicher Ausstellungen in Schweden, teilweise auch in Norwegen und Finnland, gelang es Aidanpää zeit seines Lebens kaum in die Museen des Landes einzuziehen. Um so häufiger wurde der Künstler jedoch mit der Ausschmückung öffentlicher Werke beauftragt, unter anderem für das ABF-Gebäude in Stockholm und das Arbeitsamt in Kiruna. Die letzten Jahre seines Lebens nahm die Aktivität Aidanpääs als Maler ab und er begann ein Museum zur Geschichte des Kalixtals aufzubauen. Aidanpää wollte in dieser Zeit in Wort und Bild die Eigenheiten dieses Gebirgstals erhalten und nur sein plötzlicher Tod im Jahre 2010 setzte dieser Idee auf halbem Weg ein Ende.


23. August 1521: Kristian II, König Schwedens für ein Jahr
23. August 1834: Der ungewöhnliche Aufstieg von Anders Fredrik Brander
23. August 1834: Anders Fredrik Skjöldebrand, Feldherr und Künstler
23. August 1889: Nils Ahnlund und die schwedische Geschichte
23. August 1923: Bo Setterlind, das religiöse Erwachen in der Romantik
23. August 1931: Lars Görling, eine Kultfigur Schwedens
23. August 1973: Geiseldrama in der Kreditbanken in Stockholm
23. August 2010: Spårväg City, die neue Straßenbahn in Stockholm 

Copyright: Herbert Kårlin

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Samstag, 22. August 2015

Tage William-Olsson und der Verkehrsknotenpunkt Slussen

Als Tage William-Olsson am 22. August 1960 auf Lidingö starb, hatte er sehr viele Wohngebäude geschaffen, als Stadtplaner gearbeitet und unzählige Vorträge über Architektur und Stadtplanung gehalten. Wirklich bekannt wurde er jedoch nicht für seine Bauten, sonder als Architekt des Verkehrsknotenpunkts Slussen in Stockholm. Mit der Verwirklichung dieses Verkehrsknotenpunkts ging William-Olsson in die Geschichte ein, da er zum einen eine sehr ungewöhnliche Lösung fand, und zudem bereits an den geplanten Rechtsverkehr in Schweden dachte und ein Verkehrschaos sowohl vor der Umstellung als auch nach der Umstellung vermeiden konnte.

Tage William-Olsson war am 8. Juni 1888 als Sohn des Geschäftsmanns Willjam Olsson, dem Gründer der Lundsbergs skola, in London zur Welt gekommen, kam jedoch bereits im Alter von acht Jahren nach Schweden, wo er erst die vom Vater gegründete Schule besuchte, anschließend zum Rudbecksgymnasium in Örebro wechselte und schließlich, neben einigen Auslandsstudien, eine Studium zum Ingenieur und und schließlich zum Architekten an der KTH in Stockholm machte. Im Jahre 1925 gründete William-Olsson dann ein eigenes Architekturbüro, das er jedoch bereits fünf Jahre später wieder aufgab um von der Stadt Stockholm als Stadtplaner beschäftigt zu werden.

Die Lösung, die Tage William-Olsson für den Verkehrsknotenpunkt Slussen vorlegte, bezeichnete der bekannte Architekt Le Corbusier in einem persönlichen Brief an William-Olsson als das erste große Werk der modernen Zeit. Nach Beendigung des Projekts gründete der Architekt erneut ein Architekturbüro in Stockholm, wechselte jedoch 1943 erneut zur Stadtplanung, dieses Mal in Göteborg, wo er in einem neu entstehenden Stadtteil die damals modernste und revolutionärste Architektur verwirklichte, mit offenen Küchenlösungen und Zwischenwänden, die man individuell verändern konnte. Zehn Jahre später gründete er dann erneut ein eigenes Architekturbüro in Göteborg, um dieses jedoch 1956 wieder nach Stockholm zu verlagern. William-Olsson war bis zu seinem Tode als Architekt aktiv.


22. August 1860: Gustaf Fröding, der Dichter mit der geistigen Verwirrung
22. August 1883: Die schwedische Schauspielerin Ester Textorius
22. August 1906: Der schwedische Spion Stig Wennerström
22. August 1920: Anders Zorn, der internationalste Maler Schwedens
22. August 1952: Ein Polizist als schwedischer Massenmörder
22. August 1980: Sällskapsresan, der größte Kinoerfolg Schwedens

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Freitag, 21. August 2015

Hugo Hamilton, der Gründer des schwedischen Patentamts

Hugo Hamilton kam am 21. August 1849 auf Gut Blomberg in Husaby zur Welt und erhielt durch Privatunterricht eine hohe, vor allem literarische, Bildung, die ihm ermöglichte ab 1869 Jura an der Universität Uppsala zu studieren, ein Studium, das er zwar 1878 mit einem Kandidatexamen beendete, jedoch immer wieder bereute, da er sich mehr als Naturwissenschaftler als als Jurist sah. Jura erlaubte ihm jedoch einen Zugang zu einer politischen Tätigkeiten und eine Karriere als Beamter.

Hugo Hamilton war vor allem in Stockholm als liberaler Politiker aktiv, wobei er sich insbesondere für den Freihandel einsetzte und den Liberalismus förderte. Dies war auch der Grund dafür, dass er in der schwedischen Hauptstadt bald als „der rote Graf“ bekannt war. Als die liberala samlingspartiet ihre Glanzzeit erreicht, setzte sich Hamilton erst voll für den damaligen Ministerpräsidenten Karl Staaff ein, aber als dieser nicht den Ideen des Politikers folgte, verließ er die Partei und kämpfte auf seine persönliche Weise weiter. Hamilton gehörte daher nie einer klaren politischen Linie an, sondern vertrat ausschließlich seine persönlichen Ideen, die er für die einzig richtigen hielt.

Unter Arvid Lindman wurde Hugo Hamilton zum Innenminister ernannt und konnte, dank seiner zahlreichen Verbindungen, mehrere bedeutende Reformen durchführen, vor allem aber den Verkehr zu Wasser und zu Land deutlich ausbauen. Im Jahre 1884 erhielt Hamilton dann den Auftrag die Einrichtung eines Patentbüros in Schweden zu studieren uns wurde als sein Direktor ernannt. Die tatsächliche Einrichtung des Patentamts erfolgte nur elf Jahre später. Neben dieser politischen Tätigkeit schrieb Hamilton auch mehrere Kinderbücher, die sich ursprünglich nur an seine eigenen Kinder richteten, jedoch bald eine breite Verbreitung hatten.


21. August 1737: Die Hedvig Eleonora Kyrka in Stockholm
21. August 1801: Henrik Bernhard Palmær und die schwedische Satire
21. August 1801: Henrik Bernhard Palmær, Satire als Journalismus
21. August 1810: Karl XIV. Johan erhält die Krone Schwedens
21. August 1813: Die schwedische Königin Sofia Magdalena von Dänemark
21. August 1966: Der Essingeleden in Stockholm
21. August 1999: Das Schloss Vadstena in Östergötland
21. August 2010: Spårväg City, die neue Straßenbahn in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 20. August 2015

Bo Jonsson, der mächtigste und reichste Mann Schwedens

Als Bo Jonsson der Adelslinie Grip am 20. August 1386 starb, war er, neben dem König, der mächtigste Mann Schwedens und der reichste Mann der schwedischen Geschichte, denn er besaß nicht weniger als ein Drittel des gesamten damaligen Reiches und zusätzlich ganz Finnland, zum Teil auf Grund von Erbschaften und Erwerbungen, noch mehr jedoch dadurch, dass er dem König Magnus Eriksson immer wieder aus seinen Geldschwierigkeiten half und dafür Ländereien als Pfand erhielt, die der König anschließend nicht mehr einlösen konnte. An den Geschlechtsnamen Grip ertrinken noch heute das Schloss Gripsholm, das Bo Jonsson als Burg erbauen ließ und nach seinem Geschlecht benannte.

Bo Jonsson kam Anfang 1335 zur Welt, kurz nach dem Tode des Vaters. Dies erklärt auch, warum Jonsson erstmals nach seiner Volljährigkeit im politischen Geschehen Schwedens auftaucht. Unter Magnus Eriksson ging die Karriere des sehr ambitiösen Jonssons allerdings sehr schleppend voran, da er den König zwar finanziell unterstütze, jedoch dessen Politik kritisierte, was letztendlich auch dazu führte, dass er den Aufstand gegen den König initiierte und er später Albrecht von Mecklenburg (Albrekt av Mecklenburg) zum Thron verhalf. Dies verhalf Jonsson auch zum höchsten Amt Schwedens, denn 1369 wurde er zum höchsten Beamten des Landes ernannt und nur zwei Jahre später entschied er als Drot auch über das gesamte Rechtssystem Schwedens.

Der Einfluss, der Reichtum und die Macht von Bo Jonsson war mit Intrigen, Drohungen, zahlreichen finanziellen Verflechtungen und sehr vielen wichtigen Beziehungen verbunden, wobei er es als höchster Vertreter des Königs sogar schaffte die Thronrechte der Nachfolger von Albrecht von Mecklenburg einzuschränken. Dokumente belegen auch, dass Jonsson beim Kauf von Gütern nicht nur die Preise drückte, sondern unwillige Verkäufer auch stark unter Druck setzte. Als Privatperson galt Jonsson als extrem brutal und geldgierig. Um an die Güter von Karl Nilsson zu kommen, ermordete er diesen und um seine verstorbene Frau zu beerben, zwang er die Mediziner unmittelbar nach ihrem Tod einen Kaiserschnitt zu unternehmen um das das ungeborene Kind zu retten, die Voraussetzung, dass er das Erbe antreten konnte.


20. August 1730: Johan Liljencrantz, der Wirtschaftsberater von Gustav III.
20. August 1779: Jacob Berzelius und die chemischen Elemente
20. August 1843: Die schwedische Sängerin Kristina Nilsson erobert sie Welt
20. August 1893: Axel Rudolf Mauritz Wall und die Dagens Nyheter
20. August 1898: Vilhelm Moberg und die schwedischen Auswanderer
20. August 1904: Gustav Sandgren, vom Industriearbeiter zum Literat
20. August 1982: Die schwedische Schauspielerin Ulla Jacobsson

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Mittwoch, 19. August 2015

Die zweifelhafte Gründung von Stockholm

Da Birger Jarl und Erzbischof Jarler am 19. August 1252 ihre Sigel unter ein Dokument setzten, das eindeutig und erstmals den Namen Stockholm enthielt, gilt dieses Datum als das Gründungsdatum der schwedischen Hauptstadt, obwohl man die Rolle Stockholms jener Tage nicht kennt und kein Dokument vorliegt nach dem Stockholm damals bereits die Stadtrechte besaß oder erhielt. Als daher Stockholm im 2002 sein 750-jähriges Jubiläum feierte, tauchte auch die Frage wieder auf ob die Stadt nicht bereits weitaus älter sei.

In der Tat schrieb Olaus Petri im 16. Jahrhundert in seiner Chronik, die hinsichtlich der Gründung Stockholms auf die Erikskrönikan des 14. Jahrhunderts zurückgreift, dass Sigtuna, die größte und einzige schwedische Stadt des 12. Jahrhunderts, im Jahre 1187 überfallen und abgebrannt wurde. Es ist daher gut möglich, dass nach diesem Ereignis der Platz für eine neue und gut zu befestigende Stadt gesucht wurde. Da die Umgebung Stockholms wiederum der einzige Ort wer, der einen Zugang zum Mälaren bot und strategisch daher von höchstem Interesse war, liegt auch der Gedanke nahe, dass man nach der Zerstörung Sigtunas an den Bau der heutigen schwedische Hauptstadt ging.

Zu bedenken ist dabei auch, dass zwar die Umgebung Stockholms bereits zur Steinzeit bewohnt wurde, jedoch Stockholm, auf Grund der Landhebung, erst gegen 900 ständig bewohnt werden konnte, zumindest teilweise. Wenn man wiederum nach einem Privilegienbrief sucht, der Stockholm als Stadt bestätigt, so muss man bis zum 1. Mai 1436 warten, denn erst dann wurde dieser vom Reichsrat ausgefertigt. Heute nimmt man dieses Datum jedoch nicht als Gründungsdatum Stockholms, sondern geht davon aus, dass damit die Vorherrschaft Stockholms befestigt wurde und diese damit zur Hauptstadt des Landes wurde. Auch dies lässt sich natürlich diskutieren, denn Gustav Vasa, der „Gründer“ des schwedischen Großreiches, zog erst am 24. Juni 1523 in Stockholm ein .


19 August 1745: Johan Gottlieb Gahn, der uneigennützige Chemiker Schwedens
19. August 1772: Schwedischer Staatsstreich mit großen Folgen
19. August 1808: Henrik af Chapman macht den Schiffsbau zur Wissenschaft
19. August 1826: Lars von Engeström, der erste Außenminister Schwedens
19. August 1922: Das Schlosstheater Drottningholm auf Lovön im Mälaren
19. August 1936: Oscar von Sydow, für acht Monate Ministerpräsident Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

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Dienstag, 18. August 2015

Die Gründung des Samenrats in Karasjok

Als im August/September 1953 die erste internationale samische Konferenz in Jokkmokk stattfand, wurde eine Kommission eingerichtet, die die Aufgabe hatte einen gemeinsamen Rat vorzubereiten, der die Interessen der Samen in Schweden, Norwegen, Finnland und Russland öffentlich vertreten solle, auch wenn die Samen weder damals noch heute als Staat anerkannt sind. Die Vorbereitung dieses Rates sollte knapp drei Jahre in Anspruch nehmen, denn erst am 18. August 1956 konnte der nordische Samenrat endgültig gegründet werden und seine Arbeit aufnehmen.

Der Samenrat, der jedes vierte Jahr zusammentritt, will die Einheit der Samen über Ländergrenzen hinweg stärken und setzt sich sowohl für die gemeinsamen Interessen des Volkes als auch die Einzelinteressen von Samen ein. Eines seiner wichtigsten Ziele ist darauf zuzuarbeiten, dass die Samen als Urvolk anerkannt werden und auch als Volk behandelt werden, wobei es sich hierbei sowohl um politische als auch kulturelle und gesellschaftliche Fragen handelt. Der Samenrat arbeitet auch dafür, dass die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte aller Samen in den Gesetzen der vier betroffenen Ländern aufgenommen und respektiert werden.

Die Ergebnisse, die der Samenrat bisher erzielen konnte, sind allerdings noch sehr begrenzt, denn 1979 konnte man sich über eine gemeinsame Rechtschreibung einigen und 1986 bekamen die Samen eine gemeinsame Nationalflagge, Symbole, die bis heute vor allem in den Teilen der Länder eine Rolle spielen in denen die Samen beheimatet sind. Wie problematisch die Arbeit des Samenrats ist, zeigt sich auch daran, dass die schwedische Regierung noch im Jahre 2015 vor Gericht erklärte, dass Schweden keinerlei internationale Verpflichtungen habe auch nur einen einzigen Rechtsanspruch der Samen zu respektieren oder zu akzeptieren. Selbst die Aussage, dass es sich bei den Samen um ein Urvolk handle, wurde von schwedischer Seite noch in Frage gestellt.


18. August 1810: Die Bernadottes übernehmen die Macht in Schweden
18. August 1812: Der letzte Reichstag in Örebro
18. August 1859: Ernest Thiel, Bankier und Kunstsammler
18. August 1951: Kaffeerationierung in Schweden

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Montag, 17. August 2015

Nya Lödöse, ein Vorläufer der Stadt Göteborg

Wenn man heute durch den Göteborger Stadtteil Gamlestaden (Altstadt) geht, so findet man, außer einigen wenigen Grabsteinen, keine Zeichen mehr einer Altstadt, trotz seines Namens. Und nur Eingeweihte wissen heute, dass sich hier einst die Stadt Nya Lödöse befand, die am 17. August 1473 ihre Stadtrechte bekam, ursprünglich Göthaholm heißen sollte und einer der Vorläufer der heutigen Stadt Göteborg war, die um diese Zeit noch überwiegend ein Sumpfgebiet war und kaum für eine Besiedelung geeignet schien. Ausgrabungen konnten weder das frühere Kloster entdecken und die letzte Kirche Nya Lödöses wurde 1993 abgerissen.

Wie später auch Göteborg, so war Nya Lödöse eine Stadt, die aus strategischen Gründen entstand und das frühere Lödöse ersetzte, das zwar zur der Zeit der Wikinger eine große Rolle spielte, jedoch im 15. Jahrhundert den Feinden zu sehr ausgesetzt war um überleben zu können. Im Jahre 1526 entzog daher Gustav Vasa Lödöse die Stadtprivilegien und betonte, das nun Nya Lödöse als wichtige Handelsstadt befestigt werden müsse. Da die Befestigung sich jedoch verzögerte, wollte der König 1542 die neue Stadt zum Schloss Älvsborg verlegen, aber musste, auf Grund der Dackefejden, dann auf diesen Schritt vorerst verzichten.

Als Gustav Vasa denn 1547 den Umzug durchsetzen konnte und die Stadt Älvsborg zu Füssen des Schlosses entstand, sollte dies jedoch nur von kurzer Dauer sein, denn bereits 1563 zerstörten die Dänen diese neue Stadt und die Bewohner konnten zurück nach Nya Lödöse ziehen. 1612 nahm dann der dänische König Kristian IV. auch Nya Lödöse ein und ließ die gesamte Stadt abbrennen. Erneut war eine Verlegung der Stadt geplant, wobei erst Alingsås in Diskussion stand, dann erneut Älvsborg, bis Gustav II. Adolf das heutige Zentrum Göteborgs gründete. Nur drei Jahre nachdem Göteborg die Stadtprivilegien erhalten hatte, zwang der König dann alle Bewohner aus Nya Lödöse in seine neue und stark befestigte Stadt umzuziehen.


17. August 1605: Die Schlacht bei Kirkholm und ein Verlust ohne Folgen
17. August 1801: Fredrika Bremer, ein Pionier der schwedischen Frauenbewegung
17. August 1850: Siri von Essen, die stärkste Frau Strindbergs
17. August 1908: Laura Fitinghoff, Kinderbücher aus Nordschweden
17. August 1908: Laura Fitinghoff, Literatur gegen Schundliteratur
17. August 1947: Prinz Eugen von Schweden und die Kunst
17. August 1995: Der Mord an John Hron bewegt Schweden

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Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 16. August 2015

Die schwedische Sängerin Cajsa-Stina Åkerström

Cajsa-Stina Åkerström wurde am 16. August 1967 als Tochter des Troubadours Fred Åkerström geboren, der seiner Tochter den Vornamen nach Fredman första epistel des Dichters Carl Michael Bellmann gab, was sehr viel über den Vater der Sängerin aussagt. Mit 13 begann Åkerström  an der Seite ihres Vaters aufzutreten, was allerdings dazu führte, dass die Sängerin nach dem Tod des Vaters im Jahre 1985 die Musik in die Schublade steckte und in Lund Archäologie studierte, denn Musik war für die junge Künstlerin auch mit Alkohol, langen Abenden in den Kneipen und dem sehr exzentrischen Auftreten ihres Vaters verbunden.

Aber auch wenn Cajsa-Stina Åkerström den Alkohol vermeiden konnte, so konnte sie sich kaum von der Musik lösen, denn als sie in Kalmar als Archäologin arbeitete, hatte sie Kontakt zu einem Reporter, der sie 1991 bat an einem Radioprogramm teilzunehmen. Zum ersten Mal präsentierte die Sängerin nun ihre eigenen Lieder, die beim Publikum sehr gut ankamen. Bald schon kam für Åkerström die Archäologie an zweiter Stelle und 1994 präsentierte sie ihr erstes Album CajsaStina mit dem Erfolgshit Fråga stjärnorna, das an Anhieb einschlug, 130.000 mal verkauft wurde und zu einer Tournee mit Magnus Uggla, Orust und Just D. führte. Nur zwei Jahre später kam ihr zweites Album Klädd för att gå und, parallel dazu, begann die Sängerin, als Verfasserin von Texten, eine Zusammenarbeite mit Lill Lindfors, Åsa Jinder und anderen bekannten Künstlern.

Im Jahre 1998 kam für Cajsa Stina Åkerström erneut eine Pause als Sängerin, denn die Angst vor der Bühne und vor anderen Menschen war so groß geworden, dass sie einige Jahre an sich arbeiteten musste um dieses Problem wieder zu überwinden. Erst 2002 kam dann erneut ein Album der Sängerin, das sie Picknick nannte und, unter anderem, den Song Himmel över dig enthält und von ihrem eigenen Label produziert wurde. Nach mehreren weiteren Alben nahm Åkerström 2014 mit dem eigenen Sång En enkel sång erstmals an der Vorausscheidung des Eurovision Song Contests teil, kam allerdings nicht ins Finale,auch wenn ihr Lied anschließend einen bedeutenden Erfolg aufweisen konnte.


16. August 1537: Anna von Österreich wird Königin in Schweden
16. August 1740: Der Landesverräter Göran Magnus Sprengtporten
16. August 1912: Fingerabdrücke als Beweismittel in Schweden
16. August 1921: Hans Asplund, der Architekt des Brutalismus
16. August 1958: Steve Sem-Sandberg, der Autor der offenen Fragen
16. August 1989: Anton Nilson, ein Held als Verbrecher

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Samstag, 15. August 2015

Die Nationalflagge der Samen

Auch wenn die Samen über keinen eigenen Staat verfügen, sondern mittlerweile lediglich als Volksgruppe anerkannt werden, so verfügen sie seit dem 15. August 1986 über eine eigene Flagge, die offiziell elfmal im Jahr gehisst wird um besondere Ereignisse in der Geschichte der samischen Geschichte hervorzuheben. Aber noch heute ist dieses Ereignis nur in wenigen Orten im Norden zu beobachten, denn sobald man sich von den Dörfern der Samen entfernt, spricht man nur sehr wenig über die Samen, da die Geschichte in diesem Fall weder für Finnland, noch für Norwegen, Schweden oder auch Russland sehr glorreich aussieht, was sich bereits an dem früher üblichen Ausdruck Lappen, statt Samen, sehr deutlich zeigte.


Die Flagge der Samen wurde von Astrid Båhl gezeichnet, wobei diese bei der Wahl der Farben sowohl auf die traditionellen Farben der samischen Kleidung zurückgriff, als auch auf die Symbole des Volkes und sich zudem vom Gedicht Paiven parneh (Die Kinder der Sonne) des samischen Dichters Anders Fjellner inspirieren ließ. In der Flagge der Samen findet man alle Elemente, die das Leben symbolisieren, die Gewächse, das Wasser, das Feuer und die Sonne. Keine Flagge der anerkannten Staaten beinhaltet eine so starke Aussage wie diese Flagge, die jedoch zu den am wenigsten bekannten Flaggen weltweit gehört.

Während die Entscheidung über die samische Flagge bereits 1986, während der Konferenz des samischen Volkes in Åre, fiel, konnte der Nationaltag der Samen erst ab dem 6. Februar 1992 gefeiert werden, denn über diesen wurde erst während der 15. Konferenz der Samen in Helsingfors (Helsinki) entschieden. Als die wichtigsten Flaggentage der Samen gelten daher natürlich der 6. Februar und der 15. August jeden Jahres, von Mittsommer abgesehen, das nicht nur für die Schweden einer der wichtigsten Tage  des Jahres ist, sondern seit ältester Zeit den wichtigste Feiertag der Samen ausmacht.


15. August 1247: Sigtuna, die Dominikaner und die Mariakyrkan
15. August 1794: Elias Magnus Fries, der erste schwedische Fachmann für Pilze
15. August 1901: Der Vorname Estelle und Prinzessin Estelle von Schweden
15. August 1954: Stieg Larsson, der Erfolg kam nach seinem Tod
15. August 1982: Der schwedische Biochemiker Hugo Theorell
15. August 2004: Sune Bergström und der Nobelpreis in Medizin
15. August 2011: Sif Ruud, noch mit 85 auf der Bühne des Dramaten

Copyright: Herbert Kårlin

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Freitag, 14. August 2015

Der Frieden von Värälä beendet den schwedisch-russischen Krieg

Am 14. August 1790 wurde auf Schloss Värälä im südlichen Finnland der sogenannte Frieden von Värälä geschlossen, der den schwedisch-russischen Krieg beendete, und damit auch einen Schlussstrick zwischen den Streitigkeiten zwischen Gustav III. und seiner russischen Kusine Katarina II. beendete. Unterzeichnet wurde der Friedensvertrag allerdings im Schloss Tsarskoje Selo in Sankt Petersburg, und erst am 19. August von schwedischer Seite im Kriegslager in Värälä.

Gustav III. hatte am 2. Juli 1788 den Krieg gegen Russland begonnen, in der Hoffnung die früher von Schweden verlorenen Gebiete wieder zu erobern und Russland dazu zu zwingen sich nicht mehr in die internen Angelegenheiten Schwedens zu mischen, ein Wunsch, der jedoch beim Frieden von Värälä nicht vollständig in Erfüllung ging, da der Krieg unentschieden endete, nicht zuletzt deswegen, weil sich einige schwedischen Offiziere weigerten den Befehlen des schwedischen Königs zu gehorchen. Nach dem Friedensvertrag blieben die Grenzen erhalten, aber beide Seiten mussten sämtliche Gefangene bedingungslos freigeben und Schweden erhielt gewisse Handelsrechte verliehen.

Der Frieden von Värälä konnte jedoch von keiner der beiden Seiten als Erfolg betrachtet werden, denn nicht nur dass Schweden bei diesem Krieg etwa 50.000 Soldaten verloren hatte und Russland Probleme mit dem Nachschub bekam, sondern Russland hatte um diese Zeit weitaus größere Probleme als die Auseinandersetzungen mit Schweden. Seit 1787 war Russland im Krieg mit dem Osmanischen Reich, der sich 1790 alles andere als erfolgreich zeigte und ein Friedensvertrag mit Schweden daher dringend nötig war. Diese Situation führte auch dazu, dass sich Russland nach dem Friedensschluss nicht mehr in schwedische Angelegenheiten mischte, entsprechend dem Frieden in Nystad aus dem Jahre 1721.


14. August 1591: Anders Bure, der Vater der schwedischen Kartographie
14. August 1814: Die Union von Schweden und Norwegen
14. August 1847: Frans Michael Franzén, vom modernen Dichter zum Bischof
14. August 1847: Frans Michael Franzén, vom Skalde zum Bischof
14. August 1904: Erik Zetterström, bekannt als Kar de Mumma
14. August 1914: Stieg Trenter und der Kriminalroman mit Stockholmer Milieu
14. August 1914: Stieg Trenter und der Stockholmer Kriminalroman
14. August 1919: Der schwedische Künstler Gösta Sandels

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Donnerstag, 13. August 2015

Die Forsby kyrka bei Skövde

Nur etwa sechs Kilometer von Skövde entfernt findet man die Forsby kyrka (Kirche von Forsby), die älteste datierte Kirche Schwedens, denn hier findet man sehr deutlich die Inschrift  XIII KL AUG DED MCXXXV ANN, was bedeutet, dass diese Kirche am 13. August 1135 eingeweiht wurde und damit vermutlich auch eine wichtige Rolle in der Christianisierung Schwedens spielte. Natürlich kann man nicht mit Bestimmtheit sagen, ob Mönche, die die Schweden um diese Zeit zum „wahren Glauben“ bringen wollten, nicht schon vorher Kapellen oder auch Kirchen bauten, aber es gibt hierfür keinerlei Beweise und Skara, das nicht weit entfernt von der Forsby kyrka liegt, spielte um in dieser Epoche ein sehr wichtige Rolle für die Christianisierung des Landes.

Die Forsby kyrka ist jedoch nicht nur wegen ihres Alters von großer Bedeutung, sondern auch deswegen, weil sie auf einem Grabhügel der Eisenzeit gebaut wurde und hier bei Ausgrabungen im Jahre 2002 eine mittelalterliche Kalkbrennerei entdeckt wurde. Hinzu kommt, dass man in der Nähe der Kirche auch die zwei einzigen husabyar Västergötlands findet, also Königshöfe, die man sonst vor allem im Mälartal sieht. Dies lässt darauf schließen, dass die Umgebung der Kirche bereits zur Zeit der Wikinger ein wichtiges Machtzentrum mit einem bedeutenden Markt war. Weitere Ausgrabungen könnten daher zusätzliche Erkenntnisse bringen und Teile des schwedischen Geschichtsbilds verändern.

Die Bauweise der turmlosen Forsby kyrka zeigt deutliche Einflüsse der romanischen Bauweise Skånes (Schonen), auch wenn die Kirche mittlerweile mehrmals renoviert und teilweise umgebaut wurde. Dass die Kirche von Forsby erhalten blieb, gilt nahezu als Wunder, da sie als katholisches Zentrum während der Reformation unter Gustav Vasa nicht mehr benutzt werden durfte und sich daher nahezu bald darauf in eine Ruine verwandelte und erst im 17. Jahrhundert wieder instand gesetzt wurde. Auch der daneben stehende Glockenturm und das nahe Vorratsgebäude der damaligen Gemeinde entstanden erst im 17. Jahrhundert. Zu den interessantesten Inventaren der Forsby kyrka gehört ein kleines Madonnengemälde, das aus dem frühen Mittelalter stammt. Die beeindruckende Deckengemälde der Kirche verdankt man dem Künstler Johan Risberg, der 1745 ursprünglich fünf davon malte, aber da die Darstellung der Hölle so erschreckend war, dass die Gläubigen die Kirche nicht mehr betreten wollten, wurde diese letzte Malerei wieder entfernt.


13. August 1645: Der Frieden von Brömsebro unter Königin Kristina
13. August 1814: Das Nordlicht und Anders Jonas Ångström
13. August 1824: Der schwedische Uhrmacher Victor Kullberg
13. August 1833: Elias Wilhelm Rudas Weg zur Literatur
13. August 1840: Frans Hodell, Schauspieler und Schriftsteller
13. August 1889: Bertil Malmberg und die göttliche Lyrik
13. August 1905: Norwegen entscheidet sich gegen eine Union mit Schweden
13. August 1970: Lisa Nilsson, zwischen Jazz, Pop und schwedischer Volksmusik

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