Donnerstag, 31. Dezember 2015

Die Tageszeitung Göteborgs-Posten, kurz GP genannt

Auch wenn die erste Götheborgs-Posten bereits ab 1813 vom Buchdrucker Georg Löwegren herausgegeben wurde, so rechnet man diese Zeitung nicht als den offiziellen Vorläufer der Göteborgs-Posten, die meist nur kurz als GP bezeichnet wird. Für die Gründungszeit der heutigen GP gibt man den 31. Dezember 1858 an, die von Karl Emil ausgegeben wurde. Aber auch dieses Datum ist etwas umstritten, da am 31. Dezember 1858 lediglich ein Probedruck erschien und die erste der regelmäßigen Tageszeitungen erst am 5. Januar des Folgejahres erschien.

Eigentümer der Göteborgs-Pasten war zu Beginn David Bonnier, der die Tageszeitung als Konkurrenz zur Göteborgs Handels- och Sjöfartstidning, die bis zu den 30er Jahren die bedeutendste Zeitung Göteborgs war, sich jedoch, in den Augen Bonniers, zu weit links bewegte. Als die GP jedoch auch 1872 den Konkurrenten nicht verdrängt hatte, verkaufte Bonnier seine Aktien an Fredrik Åkerblom, was zwar diese Zeitung aus dem späteren Bonnier-Konzern nahm, ihr jedoch das Überleben bot und zu langsam steigenden Auflagen führte. Dass die GP um diese Zeit den Markt nicht übernehmen konnte, lag allerdings daran, dass Åkerblom nicht nur der Skandinavismus nahe lag, sondern er der GP auch eine extrem konservative Richtung gab.

Erst als Harry Hjörne am 29. April 1926 die Göteborgs-Posten übernahm, musste die  Göteborgs Handels- och Sjöfartstidning eine harte Konkurrenz spüren, was wiederum daran lag, dass Hjörne stark auf Sport setzte und Politik nahezu nebensächlich wurde. Hjörne gelang es dadurch die Arbeiter anzusprechen ohne tatsächlich eine Arbeiterzeitung liefern zu müssen. Nach der Jahrtausendwende entwickelte sich die Göteborgs-Posten durch den massiven Aufkauf anderer Zeitungen zur  Stampen Media Group und entwickelte sich mit  einer Auflage von über 400.000 Exemplaren zur auflagenstärksten Zeitung Westschwedens, deren Einfluss allerdings bis ins Mälartal reicht. Während die GP sich ab der Nachkriegszeit einen liberalen Anstrich gab, macht sie seit 2014 einen Rechtsruck um kapitalstärkere Leser zu erreichen, da die Einnahmen der GP nicht vom Verkauf der Zeitung, sondern von der Werbung kommen.


31. Dezember 1732: Carl Israel Hallman und die schwedische Opéra Comique
31. Dezember 1797: Adolf Eugène von Rosen und die schwedische Eisenbahn
31. Dezember 1865: Fredrika Bremer, ein Pionier der schwedischen Frauenbewegung
31. Dezember 1928: Gunnar Kieri, der historische Autor des Tornedalen
31. Dezember 1936: Die schwedische Sängerin Siw Malmkvist
31. Dezember 1966: Der Weihnachtsbock in Gävle brennt nieder
31. Dezember 1987: TV3, der erste private Fernsehkanal Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Mittwoch, 30. Dezember 2015

Die Stadt Kramfors erhält ihr Stadtwappen

Auch wenn vorhistorische Funde bei Kramfors belegen, dass sich hier sehr früh Menschen aufhielten und sich hier bereits im 12. Jahrhundert eine Kirche befand, so gehört Kramfors mit zu den jüngsten Städten Schwedens und zudem erst Ende des 18. Jahrhunderts ihren Namen erhielt, denn bis dahin wurde der Ort Gudmundrå genannt, vermutlich nach einem Adeligen der diese Gegend einst besaß. Bereits um diese Zeit wurde im Wappen Gudmundrås allerdings ein Vogel gefunden, der im allgemeinen als Krähe bezeichnet wurde.

Im Jahre 1744 kam Christoffer Kramm aus Finnland in das heutige Kramfors und baute hier ein Sägewerk und schuf wenige Jahre später mit drei weiteren Personen die Krammfors Sågintressenter. Mit der Zeit erhielt damit der weitläufige Ort in dem man auch rund 300 Bauern zählte, den Namen Kramfors, eine Zusammensetzung des Familiennamens Kramm und dem schwedischen Wort fors, der Stromschnelle von der die Säge des Unternehmens angetrieben wurde, eigentlich eine Abkürzung von Kramfors såg(wärk).

Es sollte allerdings noch bis zum 1. Januar 1947 dauern bis Kramfors zur Stadt erhoben wurde. Interessant ist dabei jedoch, dass der schwedische König bereits am 30. Dezember 1946 das zukünftige Stadtwappen akzeptiert hatte, das die Krähe aus Gudmundrå enthält und die Sandöbron (Sandöbrücke). Auch wenn Kramfors damit theoretisch ein Wappen hatte, so sollte es bis 1984 dauern bis das Wappen auch im Patentamt geschützt wurde, denn die Krähe verursachte Probleme, da dieser Vogel von einem Teil der Stadträte als ungeeigneter Wappenvogel betrachtet wurde, denn eine Krähe war nun einmal kein Adler und auch kein anderer Vogel zu dem man stolz aufblicken konnte.


30. Dezember 1661: Das Schloss Drottningholm brennt ab
30. Dezember 1886: Georg Arn, der Architekt, der Örebro seinen Stempel gab
30. Dezember 1913: Sophia von Nassau wird Königin Schwedens
30. Dezember 1915: Der schwedische Diplomat Sverker Åström
30. Dezember 1923: Carl-Göran Ekerwald, ein literarischer Forscher des Jämtland
30. Dezember 1923: Sara Lidman, ein literarischer Kampf gegen den Kolonialismus
30. Dezember 1940: Schiffe aus Göteborg müssen eskortiert werden
30. Dezember 1967: Es erfolgt der erste Spatenstich für die Ölandbrücke
30. Dezember 1995: Katarina Taikon, die bekannteste Roma-Autorin Schwedens

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Dienstag, 29. Dezember 2015

Die schwedische Künstlerin Hanna Pauli

Als Hanna Pauli, geborene Hirsch, am 29. Dezember 1940 in Solna starb, gehörte sie bereits zu den bedeutendsten Künstlerinnen Schwedens, nicht zuletzt deswegen, weil sich die Künstlerin nicht den verschiedenen Strömungen angepasst hatte, sondern ihrer Neigung zum persönlichen Portrait und der malerischen Schilderung von intimen und persönlichen Situationen treu geblieben war. Hanna Pauli verwirklichte dabei auch die besten Portraits von Ellen Key, die in jungen Jahren ihre Lehrerin war und ihr dabei auch vermittelte dass die Frau ihr Leben in die eigenen Hände nehmen muss.

Hanna Pauli war am 13. Januar 1864 als Hanna Hirsch als Tochter eines Musikverlegers in Stockholm zur Welt gekommen und begann  bereits im Alter von zwölf Jahren mit einer Kunstausbildung bei der Kunstschule August Malmström, einer Schule, die auch die Künstlerinnen Karin Bergöö-Larsson und Eva Bonnier besucht hatten. Im Jahre 1981 wurde Pauli dann an der Kunstakademie in Stockholm aufgenommen und lernte dort vor allem Geschichtsmalerei und die klassische Kunst der Malerei. Vier Jahre später ging Pauli dann nach Paris um dort ihr Studium in der Académie Colarossi zu beenden. Bei Colarossi spezialisierte sich die Künstlerin auf Porträtmalerei, die bis zu ihrem Lebensende ihre Stärke bleiben sollte.

Bereits in Paris lernte Hanna Pauli auch ihren Ehemann Georg Pauli, ebenfalls ein Maler, kennen, den sie kurz vor der gemeinsamen Abreise nach Rom heiratet, was in jener Zeit so gedeutet wurde dass die Künstlerin nun ihren Beruf aufgeben würde. Pauli gehörte jedoch zu den wenigen Frauen jener Zeit, die frei genug waren um Ehe und Kunst verbinden zu können. Wenige Jahre nach der Rückkehr nach Schweden baute das Paar die bekannte Villa Pauli in Stockholm. Hier fand man das Atelier der beiden Künstler, den Lebensraum für eine Familie mit drei Kindern und zudem Platz für zahlreiche Empfänge, da beide Künstler in ihrem Heim ein Zentrum des kulturellen Lebens ihrer Zeit schaffen wollten. Die bedeutendste Sammlung an Werken von Hanna Pauli findet man heute im Jönköpings läns museum, dem beide Künstler viele ihrer Werke hinterließen.


29. Dezember 1776: Der schwedische Diplomat Gustaf af Wetterstedt
29. Dezember 1905: Der schwedische Erfinder Martin Wiberg
29. Dezember 1980: Der schwedische Künstler Axel Nilsson
29. Dezember 1999: Das Museum Tre Kronor in Stockholm

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Montag, 28. Dezember 2015

Die schwedische Schauspielerin Noomi Rapace

Noomi Rapace kam am 28. Dezember 1979 als Noomi Norén in Norrbo bei Hudiksvall zur Welt, verbrachte jedoch einen Teil ihrer Kindheit mit ihrer Mutter und ihrem Stiefvater auf Island. Ihren Vater, einen spanischen Flamencosänger, lernte Rapace sehr spät kennen ohne jedoch je eine wirkliche Beziehung zu ihm aufzubauen. Im Alter von sieben Jahren bekam die spätere Schauspielerin eine Statistenrolle, was vermutlich auch der Weg direkt zur Bühne war, denn zurück in Stockholm besuchte Rapace die Theaterlinie des Gymnasiums Södra Latin in Stockholm.

Im Jahre 1998 begann Noomi Rapace eine Ausbildung als Schauspielerin an der Scara Skolscen, ohne jedoch anschließend die Theaterhochschule zu besuchen, sondern um nach der zweijährigen Ausbildung direkt zum Theater zu gehen. Ihre schauspielerischen Leistungen führten dazu, dass Rapace 2002 bereits vom Stadttheater in Stockholm beschäftigt wurde und ein Jahr später vom Dramaten engagiert wurde. Als Rapace 1996 in der Fernsehserie Tre Kronor die Rolle von Lucinda Gonzales erhielt, ging die Schauspielerin mehr und mehr zum Film über, was ihr 2009 den großen Durchbruch brachte.

Im Jahre 2009 spielte Noomi Rapace in der Millenium-Trilogie von Stieg Larsson die Hauptrolle Lisbeth Salander, eine Rolle, die ihr anschließend nicht nur einige der begehrtesten Filmpreise einbrachten, sondern Rapace 2011 mit Sherlock Holmes: A Game of Shadows auch den Weg nach Hollywood öffneten. Noomi Rapace wird die kommenden zwei Jahre vor allem in amerikanischen Filmen zu sehen sein, unter anderem 2016 im Science-Sction Thriller Rupture und 2017 als Elisabeth Show in Alien: Convenant.


28. Dezember: Der Tag der unschuldigen Kinder in Schweden
28. Dezember 1858: Der schwedische Künstler Richard Bergh
28. Dezember 1890: Die Beerdigung des Schauspieler Gösta Ekman
28. Dezember 1919: Der schwedische Physiker Janne Rydberg
28. Dezember 1963: Der Film 491 wird in Schweden verboten

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Sonntag, 27. Dezember 2015

Der größte Stromausfall Schwedens

Am 27. Dezember 1983 erlebte Schweden den bis heute größten Stromausfall des Landes, der innerhalb von weniger als 30 Sekunden rund 4,5 Millionen Schweden stromlos machte. Die Ursache für diesen Stromausfall lag an einem Transformator bei Enköping, denn um 12.57 brach im Umspannwerk ein Brand aus, der den Unterbrecher zerstörte. Dieses Problem führte zu einer Kettenreaktion die weder zu bremsen noch zu steuern war, zumindest nicht in den bis heute in Schweden eingesetzten Anlagen, da Sicherheitsvorkehren für diese Fälle, die als extrem unwahrscheinlich gelten, sehr hohe Kosten verursachen würden.

Der Brand im Transformator verursachte dass das Schutzsystem abgeschaltet wurde, das heißt auch zwei Hochspannungsleitungen zu je 400 Kilovolt, die den Strom von Nordschweden in den südlichen Teil Schwedens brachten, vom Netz genommen wurden, was wiederum nicht nur dazu führte, dass ein Kurzschluss sämtliche Leitungen aus Nordschweden lahm legte, sondern auch alle sämtliche Kernkraftwerke, ausgenommen dem Reaktor 1 in Forsmark, keinen Strom mehr lieferten, und dies, obwohl im Grunde das gesamte Stromnetz Schwedens funktionsfähig war.

Da man jedoch nicht das gesamte Stromnetz auf einmal einschalten kann ohne erneut Probleme zu schaffen, dauerte es zwischen ein und sieben Stunden bis die Bevölkerung Südschwedens wieder über Strom verfügte. Da ein Stromausfall dieser Größenordnung natürlich nicht nur Haushalte betrifft, sondern auch Eisenbahnlinien, Krankenhäuser und tausende von Firmen, lagen große Teile Schweden auf Grund eines im Grunde simplen Problems, mehrere Stunden lahm. Die Kosten für diese Überhitzung kostete letztendlich mehrere hundert Millionen Kronen. Auch wenn einige Jahre später ein Blitzschlag erneut einen Brand in einem Transformator  verursachte, so waren Stromausfälle in Schweden seit 1983 auf weitaus kleinere Gebiete begrenzt.


27. Dezember 1813: Gustaf Adolf Reuterholm regiert Schweden
27. Dezember 1832: Anna Wästberg, Dichtung und Theater im 19. Jahrhundert
27. Dezember 1919: Die schwedische Filmindustrie SF wird gegründet
27. Dezember 1971: Das Wunder von Gottröra
27. Dezember 1973: Tobias Billström, schwedischer Migrationsminister
27. Dezember 1978: Jonas Hassen Khemiri und das multikulturelle Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Samstag, 26. Dezember 2015

Der schwedische Schriftsteller Samuel Johan Hedborn

Als Samuel Johan Hedborn am 26. Dezember 1849 im Alter von 66 Jahren auf dem Kirchhof in Askeryd im Småland starb, galt er als einer der bedeutendsten Psalmdichter seiner Zeit. Hedborn war von 1820 bis zu seinem Tod Priester in Askeryd und hatte daher mehrmals seine Aufstiegschancen verpasst, denn noch 1815 war er außerordentlicher Hofprediger in Uppsala und Stockholm gewesen und in seinen frühen Jahren verkehrte er in den bedeutendsten literarischen Kreisen Schwedens und hatte, selbst in den Augen von Per Daniel Amadeus Atterbom eine Karriere als Schriftsteller vor sich.

Samuel Johan Hedborn war kam am 14. Oktober 1783 als Sohn eines Grenadiers in sehr ärmlichen Verhältnissen in Kolstad im Östergötland zur Welt. Allerdings empfand Hedborn die Armut nicht als Belastung,sondern er beschrieb später seine Kindheit als Idylle, geprägt von Traditionen, Volksweisen und Volksmusik. Da Hedbom bereits sehr früh als sehr intelligent betrachtet wurde, musste er nicht das übliche harte Leben auf dem Lande führen, sondern durfte die Schule besuchen, die ihn, wie nahezu alle anderen intelligenten armen Kinder jener Zeit, bis zum Priester führen sollte. Als er mit 15 in die Kathedralschule in Linköping kam, wurde ihm dies dadurch ermöglicht indem ihn einer seiner Lehrer bei sich aufnahm, der junge Hedborn daher weder für Essen noch Unterkunft bezahlen musste. In dieser Schule lernte er auch Atterbom kennen was sich zu einer lebenslangen Freundschaft entwickeln sollte.

Im Jahre 1806 schrieb sich Samuel Johan Hedborn an der Universität Uppsala ein, die er jedoch drei Jahre später aus Geldmangel, jedoch mit Priesterweihe, wieder verlassen musste. Auch in den wenigen Jahren an der Universität musste Hedborn immer wieder als Privatlehrer arbeiten um seine Studien fortsetzen zu können. In Uppsala gründete Hedborn, gemeinsam mit Atterbom und einigen anderen Studenten den Verein Musis Amici, der wenig später zum literarischen Verband Auroraförbundet wurde. In dieser Zeit schrieb Hedborn zahlreiche Gedichte und plante eine literarische Zukunft. Nach dem Hedborn die Universität Uppsala verlassen musste, folgte eine mehrjährige Phase an Depressionen, der er 1814 entkam, einer Zeit in der er sich immer mehr der Religion zuwandte und von Gedichten auf Psalmen  überging.


26. Dezember 1302: Valdemar Birgersson, der liebestolle König Schwedens
26. Dezember 1302: Valdemar Birgersson, der Frauenheld unter den Königen
26. Dezember 1795: Johan Albrecht Pripp und die legendären Pripps Brauereien
26. Dezember 1925: Die Uppståndelsekapellet im Stockholmer Waldfriedhof
26. Dezember 1965: Der Film Att angöra en brygga von Hasse und Tage

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 25. Dezember 2015

Der schwedische Opernsänger Rolf Björling

Rolf Björling kam am 25. Dezember 1928 als Sohn des bekannten schwedischen Opernsängers Jussi Björling in Jönköping zur Welt und studierte von 1953 bis 1954 an der Musikhochschule in Stockholm, einem Studium, dem weitere fünf Studienjahre in den USA folgten. Als Björling 1960 nach Schweden zurückkehrte, begann er insbesondere Romanzen und Schlager zu singen, was sich jedoch 1962 ändern sollte, als er in der Rolle von Pinkerton in Madame Butterfly im Storan in Göteborg seine erste Rolle in einer Oper bekam, denn dies sollte seine Zukunft verändern.

Bereits im darauffolgenden Jahr wurde Rolf Björling von der Deutschen Oper in Berlin engagiert, ein Vertrag, der ein weiteres Jahr verlängert wurde. Es folgte ein festes Engagement am Königlichen Theater in Stockholm, dem Björling 21 Jahre lang treu bleiben sollte, auch wenn zahlreiche andere Auftritte eingeschoben wurden, denn als Rolf Björling 1970 in Verdis Nabucco an der Oper in San Francisco Ismael spielte, wurden auch die Vereinigten Staaten auf ihn aufmerksam und wollten den Opernsänger öfter hören.

Der große Durchbruch kam für Rolf Björling, der am 31. März 1993 in Täby starb, im Jahre 1972 als Marico in Verdis Troubadour, denn nach den überragenden Kritiken, die folgten, stand ihm die Welt der Oper völlig offen und vor allem die Einladungen aus den USA mehrten sich. Allerdings gehörte Rolf Björling nicht zu jenen Sängern, die sich ganz auf die Oper festlegen wollten, denn er sang auch in Operetten und Lustspielen. Rolf Björling gründete auch, gemeinsam mit seiner damaligen Ehefrau Gunnel Eklund, Rolf Jupither und Laila Andersson-Palme, das erfolgreicche Nya Björlingskvartetten zu dem, beim Austritt von Andersson-Palme, Kjerstin Dellert stieß. Nach 1985 wurden die Auftritte des Sängers seltener und er zog Konzerte einem permanentem Engagement vor.


25. Dezember: Die Bedeutung des Weihnachtstags in Schweden
25. Dezember: Julottan, ein alter Brauch der Svenska Kyrkan
25. Dezember 1156: Der schwedische König Sverker den äldre
25. Dezember 1740: Christoffer Bogislaus Zibet, geboren zur falschen Zeit
25. Dezember 1847: Carl Gustaf von Brinkman, der Dichter deutscher Seele
25. Dezember 1909: Der Schriftsteller und Regisseur Harald Molander 
25. Dezember 1932: Ernst Rolf, Schauspieler, Sänger und König der Revue 
25. Dezember 1964: Jonas Sjöstedt, Vorsitzender der Linken Schwedens
25. Dezember 2005: Die schwedische Opernsängerin Birgit Nilsson

Copyright: Herbert Kårlin

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Donnerstag, 24. Dezember 2015

Die Schriftstellerin und Künstlerin Henny Utsi Åhlin

Henny Utsi Åhlin, geborene Utsi, kam am 24. Dezember 1930 in Karesuando in Norrbotten zur Welt und wuchs im nahen Dorf Mertajärvi auf. Da die Familie auf 14 Personen anwuchs, war Fisch und Nahrung aus der kleinen Landwirtschaft die Hauptnahrung. Ihre Schulbildung erhielt Utsi Åhlin in der Dorfschule in der ein Lehrer für drei Klassen gleichzeitig zuständig war, was jedoch auch den Vorteil hatte, dass man dort die schwedischen Gesetze zur Bildung nicht ganz so ernst nahm und Finnisch die allgemeine Schul- und Umgangssprache war, auch wenn sich alle Schüler anstrengten auch gutes Schwedisch zu lernen.

Da Henny Utsi Åhlin jedoch auf eigenen Beinen stehen wollte, musste sie zur weiteren Bildung das Dorf verlassen. Zuerst besuchte sie eine Volkshochschule in Västerbotten, anschließend die Haushaltsschule in Öjebyn und schließlich noch die Fachschule für Haushaltsökonomie in Uppsala, was der späteren Schriftstellerin und Künstlerin den Weg zur Hauswirtschaftlerin öffnete. Nach einigen Jahren in diesem Beruf und ständigen Umzügen, die mit dem Beruf ihres Ehemanns zusammenhingen, kam die Familie 1965 schließlich nach Eksjö und ließ sich dort endgültig nieder.

In Eksjö ging Henny Utsi Åhlin auf eine Halbtagsbeschäftigung zurück und machte Fernkurse in Textilkunst und Lebensmittelwissenschaft. Bald nahm jedoch die Kunst die wichtigere Stellung ein, denn nach ihrer ersten Ausstellung in Eksjö im Jahre 1968 folgten auch Ausstellungen in anderen Ländern. Dies hielt Utsi Åhlin jedoch nicht davon ab nebenbei auch die Pädagogische Hochschule zu besuchen und 1976 den Abschluss als Lehrerin zu machen. 1981 kam erneut eine Wendung im Leben Utsi Ählins, denn es erschien ihr Buch Lakkasbarnen, dem weitere Werke folgen sollten. Aufsehen erregte die Schriftstellerin vor allem mit ihren beiden Büchern Nordkalotten brinner und Krigets vindar över Nordkalotten, denn in diesen Büchern beschreibt sie das Leben in Nordschweden während des Zweiten Weltkriegs, als Flüchtlinge von zwei Seiten in Lappland ankam und gleichzeitig die deutsche Kriegsmacht seine Präsenz zei
gt.

24. Dezember: Der Heilige Abend (Julaftonen) in Schweden
24. Dezember 1643: Israel Kolmodin und der bekannteste Psalm Schwedens
24. Dezember 1731: Gustaf Fredrik Gyllenborg, der Satiriker des 18. Jahrhunderts

24. Dezember 1861: Der schwedische Architekt Rudolf Arborelius
24. Dezember 1967: Die schwedische Sängerin Pernilla Wahlgren
24. Dezember 1973: Martin Kellerman und der Hund Rocky
24. Dezember 2009: Bernt Erikson, der unverstandene Dichter Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Von Pirate Radio City bis zu Cityradion Gävle

Auch wenn die am 23. Dezember 1979 gegründete private Radiostation Pirate Radio City zu den ersten Radiostationen gehörte, die in Schweden auf legale Weise entstanden, so wollte man an die Piratenstationen anknüpfen und eine Alternative zum Staatsfunk bieten, insbesondere in Hinblick auf die ausgestrahlte Musik. Die kleine Station hatte kaum die Kraft um ganz Stockholm zu bestrahlen und an nationale Sendungen war um diese Zeit gar nicht erst zu denken. Bereits 1984 änderte Pirate Radio City seinen Namen und wurde für einige Jahre zu FMAK.

FMAK, was eine Abkürzung für Verein (Förening) für Moderne Alternative Kultur ist, spielte Funk, Disco, Soul und Pop und konnte sich damit ein treues und junges Publikum schaffen. FMAK gilt bis heute als der erste professionelle private Rundfunksender Schwedens, der nicht nur  die besten Discjockeys beschäftigte, sondern auch sehr viele jüngere Künstler jener Epoche interviewte und ein lebendiges Radioprogramm schuf. FMAK wurde in den 80er Jahren geradezu eine Bewegung und einige andere Stationen, unter anderem auch Fjällradion in Åre, wurden gegründet, allerdings alle mit weitaus weniger Erfolg als die Station in Stockholm, die 1991 den Namen Cityradion annahm.

Cityradion entwickelte sich zu einem kleinen Netzwerk, aber die finanziellen Probleme kleinerer Lokalradios führten auch dazu, dass Cityradion Åre im Jahre 2007 aufgab und Cityradion Södra Dalarna zwei Jahre später in Konkurs ging. Erhalten blieben im Jahre 2010 lediglich Cityradion Värmland und Cityradion Gävle, wobei letztere sich aus dem Netzwerk löste und heute jedem anderen Privatsender mit einer breiten Musikmischung entspricht, immer noch mit der Bezeichnung Cityradion, jedoch mit einem neuen Logo. Die Sendestation in Karlskoga/Degerfors gibt mittlerweile auch eine kostenlose Werbezeitschrift heraus, die die Station mitfinanzieren kann.


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Mit Stena Line nach Schweden

Dienstag, 22. Dezember 2015

Der schwedische Künstler Bengt Erland Fogelberg

Bengt Erland Fogelberg starb am 22. Dezember 1854 in Triest in Italien, dem Land, das er als seine Wahlheimat gewählt hatte, obwohl er kaum Berührungspunkte mit er Künstlerkolonie in Rom hatte und seine bedeutendsten Kunstwerke in Schweden zu finden sind. Fogelberg galt als zurückgezogener Einzelgänger in der Kunst, dem es jedoch gelungen war das griechische und römische Kunstideal mit der nordischen Mythologie zu verknüpfen, was sich sehr deutlich bei seinen Skulpturen der nordischen Götter zeigt, die in den größten Museen Schwedens zu finden sind.

Bengt Erland Fogelberg war am 8. August 1786 in Göteborg als Sohn eines Messinggießers zur Welt gekommen und schrieb sich 1804 in der Kunstakademie in Stockholm ein. Nach einem Jahr erwarb er dort den Gesellenbrief als Ziselierer. In der Zwischenzeit fühlte sich Fogelberg jedoch bereits mehr von der Skulptur angezogen und setzte daher sei Studium in diesem Bereich weitere sechs Jahre fort, wobei er in dieser Zeit dreimal hintereinander den Preis für den besten Nachwuchskünstler gewann und sich bereits den Ruf eines überragenden Künstlers gemacht hatte.

Im Jahre 1819 erhielt Bengt Erland Fogelberg von der Kunstakademie ein Reisestipendium das ihn erst nach Paris und, zwei Jahre später, nach Rom führte. Auch wenn sich Fogelberg nun ganz der italienischen Skulpturlehre zuwandte, so waren seine Hauptthemen bis zum Ende seines Lebens mit der nordischen Mythologie verknüpft. Zu seinen Auftragsarbeiten innerhalb der Monumentalskulptur gehörten allerdings auch Statuen von Karl XIII., Birger Jarl, Karl XIV. Johan und natürlich Gustav II. Adolf, wobei allerdings die Statue des letzteren bei einem Schiffbruch versank, dann in Bremen landete und für Göteborg eine neue Statue gegossen werden musste.


22. Dezember 1775: Der Buchdrucker Nils Magnus Lindh wird zum Verleger
22. Dezember 1878: Carl Wilhelm Böttiger, der wissenschaftliche Lyriker Schwedens
22. Dezember 1952: Johan Göth und die Lokalgeschichte Smålands
22. Dezember 1957: Der schwedisch Schwergewichtsboxer Anders Eklund
22. Dezember 1984: Jonas Erik Altberg, bekannt als Basshunter
22. Dezember 1998: Brandattentat auf das Stockholmer Kaufhaus PUB

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Montag, 21. Dezember 2015

Die schwedische Schauspielerin Karin Ekelund

Als Karin Ekelund am 21. Dezember 1976 im Alter von 63 Jahren in Stockholm starb, war ihre Karriere als Schauspielerin bereits Geschichte, denn ihr letzter Film Så tuktas kärleken, der bereits als Comeback-Film gilt, stammte aus dem Jahre 1955. Diese Abkehr aus der Film- und Theaterwelt hatte insbesondere mit  Ehe mit Ragnar Sachs, dem damaligen Geschäftsführer des renommierten schwedischen Kaufhauses NK zu tun den sie 1951 geheiratet hatte, denn es kostete viel Überredungskunst um die Schauspielerin 1955 für neue Dreharbeiten zu gewinnen.

Karin Ekelund war am 26. Mai 1913 als Tochter eines Studienrates in Ystad zur Welt gekommen und wollte nach ihrer Hochschulreife eigentlich Medizin studieren. Olof Molander konnte Ekelund jedoch davon überzeugen eine Rolle in Det stora bygget zu übernehmen, das 1930 während der Stockholmausstellung aufgeführt wurde. Die Folge davon war, dass Ekelund sich von der Medizin abwandte und noch im gleichen Jahr in der Schauspielschule im Dramaten aufgenommen wurde. Nach ihrer dreijährigen Ausbildung blieb Ekelund noch ein Jahr am Dramaten um jedoch bereits ein Jahr später von Gösta Ekman im Vasateatern engagiert zu werden. Es folgten das Oscarsteatern und 1944 schließlich das Stadttheater in Malmö.

Karin Ekelund spielte in diesen Jahren sowohl auf der Theaterbühne als auch im Film, wobei sie im Film, als schlanke, große und blonde Frau, auch das Idealbild einer Schwedin war und sehr viel zum Ruf der blonden Schwedin beitrug. Ihre Rollen waren oft dem Aussehen entsprechend mit nordischen Charaktereigenschaften verbunden, da dies die Filme auch zum Exportschlager werden ließ, jedoch die Schauspielerin in eine Nische drängte. Besonders zu bemerken ist, dass Karin Ekelund 1961 als erste Frau Schwedens als Regisseurin und Produzentin für die Hörspielabteilung des Staatsfunks Sveriges Radio eingestellt wurde.


21. Dezember: Die Wintersonnenwende in Schweden
21. Dezember 1610: Katarina Vasa gewinnt Einfluss in Ostfriesland
21. Dezember 1624: Ein Holländer und eine neue schwedische Handelskompanie
21. Dezember 1875: Der schwedische Sprachforscher Bengt Ivar Hesselman
21. Dezember 1904: Johannes Edfelt, der zeitlose Dichter des 20. Jahrhunderts
21. Dezember 1937: Der schwedische Künstler Harald Lyth

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Sonntag, 20. Dezember 2015

Der schwedische Nationalökonom Knut Wicksell

Knut Wicksell kam am 20. Dezember 1851 als Sohn eines Immobilienmaklers in Stockholm zur Welt und verdankte es dem Wohlstand seiner Eltern, die er sehr früh verlor, dass er sich dennoch an der Universität Uppsala einschreiben konnte um dort Mathematik und Physik zu studieren. Nach einem Lizenziat in beiden Fächern wechselte der Student Wicksell zur Nationalökonomie, was ihm wiederum ein Stipendium einbrachte das ihm ermöglichte seine Studien in England, Frankreich, der Schweiz, Österreich und Deutschland zu vervollständigen und sich mit den verschiedensten Theorien vertraut zu machen. Nach seiner Promotion im Jahre 1899 wurde Wicksell erst Dozent in Nationalökonomie und Finanzrecht in Uppsala und 1901 wurde er zum Professor in beiden Fächern an die Universität Lund berufen.

Auch wenn Knut Wicksell heute fast vergessen ist, so galt er zu Beginn des 20.Jahrhunderts als einer der bedeutendsten Nationalökonomen Europas, zumindest bis John Maynard Keynes 1936 die Nationalökonomie revolutionierte. Wicksell hat indes sowohl die Theorien von Keynes, als auch die sogenannte Stockholmer Schule und Gunnar Myrdal stark beeinflusst, da der Wissenschaftler alle damaligen Meinungen zur Geldtheorie in Frage setzte und die Marktwirtschaft auf eine, damals revolutionäre Form, beschrieb, die bis heute auch die Steuerpolitik Schwedens beeinflusst. Um die historische Entwicklung der europäischen Volkswirtschaft zu verstehen, ist Wicksell nicht zu vernachlässigen.

Die Haupttheorie von Knut Wicksell war, dass nicht die Menge des Geldes über das wirtschaftliche Wachstum entscheidet, sondern vor allem das Verhältnis der Rentabilität bei Investitionen, die Wicksell als natürliche Zinsen bezeichnete, und die Darlehenszinsen über die Kaufkraft entscheiden, was bedeutet, dass die Wirtschaft aufwärts strebt sobald die Rentabilität höher ist als die zu zahlenden Zinsen und umgekehrt. Politisch gesehen arbeitete Wicksell vor allem gegen den damals in Schweden herrschenden Protektionismus und griff dabei auch die Staatskirche an, die sich durch Kapital steuern ließ und dadurch auch steuerte, was dem Nationalökonomen wegen Gotteslästerung zwei Monate Gefängnis einbrachte.


20. Dezember 1483: Dialogus creatorum, das erste gedruckte Buch Schwedens
20. Dezember 1537: König Johan III., der Bauherr Schwedens
20. Dezember 1946: Peps Persson bringt Blues und Reggae nach Schweden
20. Dezember 1977: Die schwedische Sängerin Sonja Aldén 

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Samstag, 19. Dezember 2015

Die Caroli kyrka, die Deutsche Kirche in Malmö

Die am 19. Dezember 1880 eingeweihte Caroli kyrka in Malmö, in der seit 2010 keinerlei Gottesdienste mehr abgehalten werden, da sie ein Jahr vorher privatisiert worden war und 2010 auch entweiht wurde, spielt eine besondere Rolle in der Kirchengeschichte Schwedens, was eventuell auch dazu beigetragen hat dass sie auch im Inneren noch den Aspekt einer Kirche beibehalten hat, auch wenn die ursprüngliche Altartafel durch eine modernere ersetzt wurde und keine sakralen Werte mehr im Bau zu finden sind.


Die Geschichte der Caroli Kirche geht im Grunde bis zu Beginn des 17. Jahrhunderts zurück, als in Malmö sehr viele Deutsche wohnten, die mangels einer eigenen Kirche regelmäßig jene in Kopenhagen besuchten. Mit dem Frieden in Roskilde im Jahre 1658 änderten sich jedoch die Verhältnisse, denn das vorher dänische Schonen gehörte plötzlich zu Schweden und Kopenhagen war damit keine Alternative mehr. Da sich die deutsche Gemeinschaft jedoch auch nicht der im Grunde obligatorischen Svenska Kyrkan anschließen wollte, baten sie den König Schwedens um eine Ausnahmegenehmigung, die ihnen Karl XI.  auch gewährte. Bereits am 1. Oktober 1693 konnte dann die deutsche Kirche eingeweiht werden, wobei sie zu Ehren des Königs auch den Namen Caroli kyrka erhielt.

Bis 1778 wurde der Gottesdienst in der Malmöer Caroli kyrka ausschließlich in Deutsch abgehalten und nach einer Übergangszeit musste die Kirchengemeinde dann 1831 ganz auf schwedisch übergehen. Die deutsche Gemeinde wuchs, die kleine Kirche veraltete und 1879 entschied sich Malmö dafür die Kirche abzureißen und die Kirchengemeinde ganz in die schwedische Versammlung einzugliedern und dafür eine neue Kirche zu bauen, die Sankt Pauli kyrka. Letztendlich wurden dann jedoch zwei Kirchen gebaut und die deutsche Gemeinde erhielt eine neue Caroli kyrka. Die Kirchenversammlung als solches wurde jedoch 1949 aufgelöst und man diskutierte viel über die Zukunft der Kirche, die letztendlich ein Verein verwalten durfte, bis sie im Jahr 2000 an die Musikhochschule Malmö vermietet und 2009 verkauft wurde.


19. Dezember 1666: Die Gründung der schwedischen Universität Lund
19. Dezember 1893: Harry Blomberg und die religiöse Literatur des 20. Jahrhunderts
19. Dezember 1917: Die Knut und Alice Wallenberg Stiftung 
19. Dezember 1954: Frans G. Bengtsson, Militärromantik und die Antidemokratie

19. Dezember 1996: Die Schengener Abkommen in Schweden
19. Dezember 2011: Das Ende der klassischen, schwedischen Saab Automobile

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Freitag, 18. Dezember 2015

Die Sundsvallsbron, die längste Autobahnbrücke Schwedens

Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit wurde die Sundsvallsbron am 18. Dezember 2014 von Carl XVI. Gustaf eingeweiht, eine Brücke, die insgesamt 1,9 Milliarden Kronen kostete und die erste Brücke innerhalb Schwedens ist, die nicht kostenlos benutzt werden kann. Personenwagen müssen für die Überfahrt jeweils neun Kronen bezahlen und schwere Lastwagen 20 Kronen. Offiziell soll 35 Jahre lang eine Gebühr verlangt werden um die Brücke letztendlich von den Benutzern finanzieren zu lassen.


Mit einer Gesamtlänge von 2109 Meter ist die Sundsvallsbron die drittlängste Brücke Schwedens, jedoch die längste Autobahnbrücke des Landes. Nicht gerechnet wird dabei die Öresundbrücke, da diese zwei Länder verbindet und deswegen nicht als rein schwedische Brücke betrachtet werden kann. Nach Berechnungen gewinnen Autofahrer, die die Sundsvallbrücke benutzten und nicht durch Sundsvall fahren, mindestens fünf Minuten bei Normalverkehr und weitaus mehr während des Berufsverkehrs, der den Verkehr in der Stadt teilweise zum Stillstand bringt.

Die Sundsvallsbron wurde nach einer bis dahin nie geprüften Methode gebaut, die es ermöglichte den Angebotspreis bedeutend zu senken, wobei alle Konkurrenten zu traditionellen und geprüften Methoden griffen. Der Bau der Brücke wurde kurzzeitig in Frage gestellt, als das dänische Unternehmen E. Pihl & Søn im August 2013 den Konkurs anmeldete, da dieses Unternehmen für sämtliche Zementarbeiten an der Brücke verantwortlich war. Da jedoch das Baukonsortium, das gemeinsam die Verantwortung für den Bau der Sundsvallbrücke übernommen hatte, auch aus zwei deutschen Firmen bestand, musste diese ab August 2013 die gesamten Arbeiten übernehmen.


18. Dezember: Der Tag des Kuchens in Schweden
18. Dezember 1290: Der schwedische König Magnus Ladulås
18. Dezember 1661: Der schwedische Erfinder Christopher Polhem
18. Dezember 1793: Der schwedische Künstler Johan Niclas Byström
18. Dezember 1828: Viktor Rydberg, der Autor, der Jesus zum Menschen machte
18. Dezember 1869: Hilma Borelius, Wissenschaft und Frauenrecht in der Literatur
18. Dezember 1884: Die Tageszeitung Svenska Dagbladet, Svenskan
18. Dezember 1936: Ulla Trenter, zwischen Kriminalroman und Novelle

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 17. Dezember 2015

Der schwedische Künstler Nils Forsberg

Nils Forsberg kam am 17. Dezember 1842 als Sohn eines Kätnerpaares in armen Verhältnissen zur Welt und musste daher bereits im Kindesalter bei Landwirten der Umgebung arbeiten. Als sich seine Eltern entschieden ihn zu einem Schuhmacher in die Lehre zu schicken, was den Jungen, trotz des sozialen Aufstiegs, sehr wenig begeisterte, brannte er durch und kam auf diesem Weg nach Helsingborg, wo er eine Anstellung bei einem Kunstmaler fand, der ihm auch die grundlegenden Kenntnisse eines Künstlers vermittelte.

Im Jahre 1851 ging Nils Forsberg nach Göteborg um sich an der Schule für Kunsthandwerk einzuschreiben. Um diese Zeit war es in Göteborg auch leicht an Stipendien zu kommen, was auch Forsberg zu spüren bekam, denn eine Privatperson gab ihm ein Stipendium für eine Reise nach Paris. Auch wenn die Reise nur wenige Wochen dauern sollte, so  blieb Forsberg insgesamt 35 Jahre lang in Paris. Dort hatte der Künstler das Gluck Schüler von Léon Bonnat zu werden, was leider nicht ausreichte um ihm unmittelbar Erfolg zu bringen. Über zehn Jahre lang war Forsberg daher gezwungen als handwerklicher Maler, Fotograf und Kopiermaler zu arbeiten um überleben zu können.

Den ersten Erfolg hatte Nils Forsberg dann mit seinem Gemälde Akrobatfamilj inför cirkusdirektören, das er im Jahre 1878 malte. Ein Gemälde, das man heute im Kunstmuseum in Göteborg finden kann. In dieser Zeit entstand auch das bekannteste Bild de Künstler, En hjältes död, auch wenn der Erfolg des gemäldes zu Beginn aus einem Missverständnis entstand, denn der Künstler sah das Gemälde als Protestzeichen für jeden Krieg, die Kritiker entdeckten im Bild jedoch den Patriotismus des Künstlers. Als Nils Forsberg, der am 8. November 1934 in Helsingborg starb, 1902 nach Schweden zurückkehrte, malte er überwiegend Portraits und Altartafeln, die jedoch nicht an die in Frankreich entstandenen Werke heranreichen. Als Forsberg 86 Jahre alt war, wurde ihm für seine Leistungen eine Staatspension von 4000 Kronen verliehen.


17. Dezember 1860: Königin Desideria, die unschwedische Königin
17. Dezember 1863: Der schwedische Künstler Gunnar G:son Wennerberg
17. Dezember 1877: Johan Erik Rydqvist und die schwedische Sprache
17. Dezember 1951: Der Film „Sie tanzte nur einen Sommer“ hat Premiere

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Die schwedische Sängerin Zara Larsson

Zara Larsson kam am 16. Dezember 1997 als Tochter eines Militärs und einer Krankenschwester in Stockholm zur Welt. Nach zwei Schuljahren in der Schule in Enskede wechselte sie in die Königliche Schwedische Ballettschule. Obwohl Zara bereits um diese Zeit viel sang, wollte sie auf keinen Fall die Musikschule Adolf Fredrik in Stockholm besuchen, da sie sehr wenig von Chorgesang hielt, der dort zu den Pflichtfächern gehört. Erst nach der neunten Klasse wählte Zara Larsson dann die Schule Kulturama, die auf auf alle künstlerischen Berufe spezialisiert ist.

Die Karriere von Zara Larsson begann 2008, als sie, mit zehn Jahren, den Nachwuchswettbewerb Talang mit My Heart Will Go On gewann und ihre erste Single erschien. Es folgte eine Pause bis 2012, als Larsson einen Plattenvertrag erhielt und ihre eigene Einstiegs EP Introducing veröffentlichte. Im folgenden Jahr erschien dann ihre Single Uncover, die nicht nur in Schweden unmittelbar Erfolg hatte, sondern auch in Norwegen und einigen anderen europäischen Ländern. Mit 15 war es Larrson gelungen als jüngste Künstlerin zwei Rockbjörnar zu gewinnen, Musikpreise, die das Aftonbladet seit 1979 vergibt. An diesen Erfolg knüpfte die Sängerin 2014 mit Carry You Home an.

Bereits auf dem Höhepunkt erschien dann 2015 Zara Larssons Lush Life und entwickelte sich in Schweden zum am häufigsten gespielten Song des Jahres. Larsson erhielt dafür viermal Platin in Schweden und jeweils eine Platinplatte in Dänemark und Norwegen. Allerdings macht Zara Larssaon nicht  nur mit ihrer Musik auf sich aufmerksam, sondern auch mit ihrer feministischen Einstellung, die viele in Schweden als provozierend empfinden, obwohl Larsson dabei nur die Wahrheit verbreitet, wenn auch auf ihre sehr persönliche Weise, als sie, zum Beispiel, ein Foto veröffentliche mit einem Kondom über ihrem Fuß und der Aussage dass ein Kondom wohl immer passt und Männer auf dumme Ausreden verzichten sollten.


16. Dezember 1520: Hemming Gadh wird auf Schloss Raseborg hingerichtet
16. Dezember 1857: Die Västra Stambanan zwischen Göteborg und Stockholm
16. Dezember 1946: Benny Andersson, weitaus mehr als nur ein ABBA-Mitglied
16. Dezember 2008: Erdbeben in der schwedischen Region Skåne

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 15. Dezember 2015

Die schwedische Afrika-Kompanie (Guineakompanie)

Bereits mit dem Plan Schwedens innerhalb der Kolonialpolitik des Landes Cabo Corso zu erwerben, beantragte Louis De Geer einen Privilegienbrief um Handel mit der neuen Kolonie betreiben zu können. Königin Kristina war leicht davon zu überzeugen und am 15. Dezember 1649 konnte der holländische Kaufmann die Schwedische Afrika-Kompanie, auch Guineakompanie genannt, gründen und das erste Fahrzeug für die Reise vorbereiten. Die Hauptinvestoren des Unternehmens waren vor allem holländische und deutsche Kaufleute denen es nicht gelungen war sich an anderen Gesellschaften jener Zeit zu beteiligen.

Die Idee der Schwedischen Afrika-Kompanie war indes nicht nur einen Handel zwischen Schweden und Cabo Corso zu entwickeln, sondern gleichzeitig auch einen sehr lukrativen Sklavenhandel mit den Plantagenbesitzern auf São Tomé zu unterhalten. In der Tat  bedeutete dies, dass zum einen Textilien, Haushaltsgeräte und Schmuck aus Schweden in Cabo Corso gegen Zuckerrohr, Elfenbein, Gold und Sklaven getauscht wurde. Die Sklaven wurden anschließend auf São Tomé verkauft, die restlichen Waren gingen nach Schweden, ein Geschäft, das allerdings auch zu starken Spannungen mit holländischen und englischen Kompanien führte.

Bis 1654 das schwedische Kammerkollegium die Schwedische Afrika-Kompanie übernahm, gingen die Gewinne nahezu ausschließlich nach Holland und Deutschland, die über eine bedeutende Mehrheit der Aktien verfügte. Göteborg wurde als der Zentralhafen benutzt und in Stockholm befand sich die Firmenleitung. Die Struktur des Unternehmens war daher bis 1654 den heutigen Risikokapitalunternehmen sehr ähnlich, denn Schweden war nur wegen der Privilegien von Bedeutung, die De Geer in Holland verweigert worden waren. Auf Grund der Schwierigkeiten mit Holland und England war die Schwedische Afrika-Kompanie allerdings bereits 1667 ruiniert und musste den Holländern zusätzlich garantieren nie wieder Handel mit Westafrika zu betreiben.


15. Dezember 1716: Olof Celsius der Jüngere, Philosoph und Politiker
15. Dezember 1877: Der schwedische Filmregisseur Georg af Klercker
15. Dezember 1952: Ernest Florman, der erste Filmer Schwedens
15. Dezember 1992: Sven Delblanc und die Nachkriegsliteratur Schwedens
15. Dezember 1994: Das schwedische Parlament unterschreibt den Europavertrag
15. Dezember 1999: Rune Andréasson und der berühmteste Bär Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Montag, 14. Dezember 2015

Der schwedische Arzt Åke Senning

Åke Senning wurde am 14. Dezember 1915 als Sohn eines Veterinärs in Rättvik geboren und studierte nach seiner Hochschulreife am Karolinska Intstitut in Stockholm Medizin. Nach Abschluss des Studiums im Jahre 1944 spezialisierte sich der Chirurg Senning auf Herzkrankheiten und disputierte 1952 in Stockholm, was dazu führte, dass Senning im gleichen Jahr noch Dozent am Karolinska Institut und dort 1958 zum Professor ernannt wurde. Nur drei Jahre später wurde der Mediziner als Professor in Chirurgie an die Universität in Zürich berufen.

Der internationale Erfolg von Åke Senning beruhte auf einem unglücklichen Zufall, denn eigentlich wollte Senning Technik studieren, aber da er zu spät von einer Europareise zurückkam, war die Einschreibung an der Universität abgeschlossen und Senning musste sich mit einem Medizinstudium zufrieden geben. Hier hatte er wiederum das Glück unter Clarence Crafoord arbeiten zu können, der dem Studenten nicht nur die Liebe zur Chirurgie vermitteln konnte, sondern auch dessen technische Fähigkeiten erkannte. Senning bekam daher den Auftrag, in Zusammenarbeit mit einem Ingenieur, eine klinisch anwendbare Herz-Lungen-Maschine zu entwickeln. Dank den Fähigkeiten Sennings konnte dann 1954 eine schwierige Herzoperation erfolgreich durchgeführt werden, die zweite dieser Operationen weltweit, was Schweden zu einem bedeutenden Zentrum der Herzchirurgie machte.

Äke Senning wurde nach dieser Operation, die er mit Crafoord durchgeführt hatte, als der führende Herzchirurg Stockholms betrachtet. Auf Grund der Verbindung von technischen und medizinischen Kenntnissen  begann Senning wenig später an einem Pacemaker zu arbeiten, der im Körper eines Patienten eingesetzt werden konnte. Als es dem Chirurgen dann am 8. Oktober 1958 gelang als erster Mediziner weltweit einem Patienten sein neues Gerät einzusetzen, war sein Ruf als Herzspezialist allgemein anerkannt. Nach einigen weiteren aufsehenerregenden Herzoperation wurde Åke Senning, der am 21. Juli 2000 in Zürich starb, an die Universität der schweizer Hauptstadt berufen und erhielt dort geradezu einen Freibrief für den Aufbau eines Herzzentrums. Die Schweiz wurde dadurch, nach den USA und Schweden, das dritte Land, das eine Spitzenposition in der Herzchirurgie einnehmen konnte.


14. Dezember 1503: Sten Sture der Ältere,einer der Helden Schwedens
14. Dezember 1774: Anders Berch, der erste Nationalökonom Schwedens
14. Dezember 1917: C. H. Hermansson und der politische Kampf in der Literatur
14. Dezember 1917: Der Dala-Demokraten erscheint zum ersten Mal
14. Dezember 1988: Christer Pettersson und der Mord an Olof Palme

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 13. Dezember 2015

Der Schauspieler und Theaterdirektor Pierre Deland

Pierre Deland kam am 13. Dezember 1805 als Sohn eines Violinisten in Stockholm zur Welt und arbeitete erst als Buchhalter, wurde Unteroffizier und entdeckte 1822 das Theater, denn gemeinsam mit seinen Brüdern Lars Mauritz und Fredrik schloss er sich in diesem Jahr Kristoffer Svanbergs reisender Theatergesellschaft an. Ohne jede Ausbildung im Schauspiel lernte Deland sehr schnell die Bühne zu erobern und das Publikum zu begeistern, trotz seiner Überheblichkeit und der negativen Einstellung, die er zu seinen Kollegen hatte.

Bereits 1833 übernahm dann der Schauspieler Pierre Deland die Theatergesellschaft, die vor allem in kleineren Orten und sehr viel in Finnland unterwegs war, da dort um diese Zeit keine festen Theater existierten und die von ihm gewählten französischen Komödien dort nahezu unbekannt waren. Obwohl es nicht leicht war unter Deland zu arbeiten, da dieser weder im Privatleben noch beim Schauspiel den Begriff Toleranz kannte, konnte er die besten Schauspieler jener Zeit in seine Truppe locken und halten, da sein Theater Erfolg hatte.

Einer der Gründe für den Erfolg von Pierre Deland war, dass er seinen Schauspielern ein möglichst normales Sprechen auf der Bühne beibrachte und diese sich dadurch dem Publikum näherten. Deland begnügte sich jedoch nicht damit das schwedische Theater zu erneuern und natürlicher zu gestalten, sondern er gründete auch einige feste Theater, zum Beispiel in Uppsala und auf Åland. Eine andere Errungenschaft Delands, der am 13. November 1862 starb, war die Gründung einer Pensionskasse für Künstler, was viele Schauspieler und Musiker von der extremen Altersarmut rettete.


13. Dezember 1533: König Erik XIV, der Nachfolger von Gustav Vasa
13. Dezember 1621: Katarina Stenbock und der schwedische König Gustav Vasa
13. Dezember 1638: Katarina Vasa und der Übergang in ein neues Königsgeschlecht
13. Dezember 1810: Das Karolinska Institut in Solna bei Stockholm
13. Dezember 1881: Anders Österling, der Landschaftsdichter Skånes
13. Dezember 1927: Lucientag und Lucienfest in Schweden
13. Dezember 1939: Schweden bekommt eine Sammelregierung (samlingsregering)

Copyright: Herbert Kårlin

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