Montag, 29. Februar 2016

Der Komiker und Sänger Knut Agnred

Knut Agnred wurde am 29. Februar 1956 als Sohn eines Sportlers in Göteborg geboren, wuchs jedoch auf der Insel Käringö in den nördlichen Schären Göteborgs auf, einer Insel zu der der Komiker und Sänger auch noch heute ein enges Verhältnis hat. Als Student der Technischen Hochschule Chalmers gründete Agnred, gemeinsam mit drei anderen Studenten, 1979 ein Barbershopquartett unter dem Namen After Shave. Ein Jahr später nahm das Quartett an einem Talentwettbewerb des Aftonbladet teil und kam dabei ins Finale der Region, was die Gruppe in weiten Kreisen bekannt machte.

Knut Agnred, der mit drei Jahren Klavier zu spielen begonnen hatte und dafür bekannt ist, dass er immer besser und lauter singen will als alle anderen, schloss sein Studium als Elektroingenieur ab, aber mittlerweile war die Gruppe After Shave so bekannt und erfolgreich geworden, dass sich die vier Mitglieder nach Abschluss der Studien dazu entschlossen ganz auf eine künstlerische Karriere als Unterhalter zu setzten. 1982 schloss sich daher After Shave mit der Showgruppe Galenskaperna zusammen und begannen gemeinsam in Göteborg ihre außerordentliche Karriere.

Knut Agnred, der ursprünglich Knut Andersson hieß und als Künstler seinen Namen wechselte, hat, nach Claes Eriksson, vermutlich die meisten Texte für Galenskaperna och After Shave geschrieben und träg mit seinen Kompositionen bedeutend am Erfolg der Gruppe bei. In seinen Fernsehrollen und Filmen spielte Agnred oft die Rolle einer etwas verrückten lauten Person, die immer auffällt, wobei sein Sketch Knut på Linjen mehr verbreitet wurde als jeder andere Sketch Schwedens, denn noch heute soll man diesen als Sicherheitsvideo in den Fahrzeugen von Stena Line betrachten. 2004 erschien auch das bisher einzige Soloalbum des Sängers unter dem Titel Text & Musik.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 28. Februar 2016

Der Mord des Ministerpräsidenten Olof Palme

Am Nachmittag des 28. Februar 1986 diskutierte Lisbet Palme, die Ehefrau des früheren Ministerpräsidenten Olof Plame, mit Kollegen einen eventuellen Kinobesuch am gleichen Abend. Ihr Ehemann erfuhr von diesem Plan erst als er um 18 Uhr 30 nach Hause kam und er seine Leibwächter bereits nach Hause geschickt hatte. Erst gegen 20 Uhr bestimmte sich das Ehepaar Palme für das Kino Grand in Stockholm um dort den Film Bröderna Mozart zu sehen. Es gab daher niemanden, der wissen konnte wie und wo Olof Palme den Abend verbringen werde, zumindest nicht bis das Ehepaar die Eintrittskarten an der Kinokasse gekauft hatte.

Als der Film zu Ende war spazierten Olof Palme und seine Ehefrau Lisbet im zentralen Stockholm Richtung Wohnung. Um 23 Uhr 21 näherte sich plötzlich eine unbekannte Person dem Ehepaar und schoss erst Olof Palme in den Rücken und anschließend auf Lisbet Palme. Der Ministerpräsident starb nahezu unmittelbar an der Verletzung, die Ehefrau überlebte und konnte noch einen kurzen Blick auf den Täter werfen, der allerdings den Tatort unmittelbar nach Abgabe der Schüsse verließ, so dass Lisbet Palme die einzige Zeugin der Tat war. Neben der Augenzeugin hatte die schwedische Polizei lediglich zwei Patronenhülsen, die jedoch in einem so schlechten Zustand waren dass es nicht sicher war die Hülsen eindeutig einer bestimmten Waffe zuzuordnen.

Da es sich um den Mord eines schwedischen Ministerpräsidenten handelte, wurde natürlich alles unternommen um den Täter und die mögliche Tatwaffe zu finden. Die sogenannte Palmeutredningen, die noch heute aktiv nach dem Täter sucht, verfolgte mehrere Spuren, die jedoch alle in einer Sackgasse endeten. Als man dann 1988 Christer Pettersson als mutmaßlichen Täter festnahm, schien der Fall aufgeklärt, aber während das Amtsgericht Pettersson noch schuldig sprach, wurde er in höheren Instanzen mangels Beweisen frei gesprochen. Mittlerweile haben rund 130 Personen sich selbst als Täter angegeben, aber auch hier verliefen alle Spuren im Sande, zumal die Tatwaffe bisher nicht gefunden werden konnte. Noch heute gibt es Personen, die sich des Mordes an Olof Palme schuldig bekennen und noch nach 30 Jahren sucht man einen Mörder, der vermutlich nicht gefunden werden kann, oder bereits verstorben ist.

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Samstag, 27. Februar 2016

Die schwedische Fußballspielerin Lotta Schelin

Lotta Schelin kam am 27. Februar 1984 als als Charlotta Schelin in Stockholm zur Welt, wuchs jedoch in einem Vorort Göteborgs auf und begann dort als Sechsjährige, gemeinsam mit ihrer älteren Schwester Camilla, im Fußballklub Kållereds SK Fußball zu spielen. Als Vierzehnjährige musste Schelin dann wählen entweder in die Seniorenmannschaft des Klubs aufzusteigen oder bei Hällesåkers IF spielen, da ihr Klub die Juniorenmannschaft aufgab. Erst zwei Jahre später entschied sich die Fußballspielerin in die Seniorenmannschaft zu wechseln, jedoch zum Mölnlycke IF, der Mannschaft, in der auch ihre Schwester spielte.

Ein Jahr später wechselte Lotta Schelin zum Landvetter IF, da sich der Trainer für die beiden Schelin interessierte. Dort begann auch der sportliche Aufstieg Schelins, denn mit dieser Mannschaft spielte sie 100 Spiele in der höchsten Spielklasse Schwedens, trotz einiger Verletzungen. Am 16. März 2004 kam Schelins erstes Spiel in der Nationalmannschaft, was sie 2006 zu einer Legende machte, denn Schelin schoss beim Spiel um die Bronzemedaille im Algarve Cup das einzige Tor gegen Frankreich. Als sie im Folgejahr auch einige der maßgeblichen Tore in dert Weltmeisterschaft in China schoss, wurde Schelin der diamantene Fußball überreicht, der bedeutendste Preis für eine Fußballspielerin Schwedens.

Im Juli 2008 begann sich dann der französische Fußballklub Olympique Lyonnais für Lotta Schelin zu interessieren, was nur einen Monat später dazu führte, dass Schelin von Göteborg nach Lyon wechselte und ihr Heimatklub dafür eine Million Kronen erhielt, die größte Übergangsumme, die bisher für eine Fußballspielerin bezahlt wurde. Sowohl in der französischen Mannschaft als auch der schwedischen Nationalmannschaft zeigt Schelin seit dieser Zeit ihre Stärke. Am 29. Oktober 2014 schoss Schelin ihr 73 Tor für die weibliche Nationalmannschaft und hält damit den bisherigen absoluten Rekord unter den schwedischen Fußballspielerinnen und wird daher auch oft mit Zlatan Ibrahimović verglichen. Schelins angebliche lesbische Neigung wird bisher nur vom extremistischen Forum Flashback verbreitet und in keiner Weise von der Fußballspielerin bestätigt.

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Freitag, 26. Februar 2016

Die schwedische Künstlerin Fanny Brate

Fanny Brate kam am 26. Februar 1861 unter dem Namen Fanny Ekbom als Tochter einer Hofbuchhalters in Stockholm zur Welt. Nach Besuch der Mädchenschule Klara Strömberg bereitete sich Brate an der Slöjdskolan auf ein künstlerisches Studium vor und gehörte 1879, im Alter von 18 Jahren, mit zu den ersten Frauen die an der Kunsthochschule in Stockholm aufgenommen wurden, auch wenn diese Ausbildung noch in von Männern separaten Räumen stattfand. Nach Erhalt der königlichen Medaille für ihre Leistungen setzte Brate 1887 ihr Studium an der Académie Colarossi in Paris fort, und machte, dank eines Stipendiums, eine Studienreise in mehrere europäische Städte.

Gegen den Jahrtausendwechsel findet Fanny Brate den Stil mit dem sie später am bekanntesten wurde, mit Schilderungen aus dem bürgerlichen Leben jener Epoche. Brate vermittelt mit ihren Gemälden ein idealisiertes und glückliches Familienleben der gehobenen Schicht Schwedens, was auch dazu führte, dass das Gerücht aufkam sie habe Carl Larsson bei der Wahl seiner Motive inspiriert. Die Bilder sind farbenstark und nahezu impressionistisch von Licht durchsetzt. Auf zahlreichen ihrer Gemälde kann man auch die eigenen Kinder entdecken, die ein beliebtes Motiv der Künstlerin sind.

Fanny Brate gehört zu den wenigen Künstlerinnen ihrer Zeit, die auch nach ihrer Ehe weiterhin an ihrer künstlerischen Karriere arbeiteten und dabei sogar ihre Aktivität ausdehnte, denn sie nahm aktiv an den Debatten über die Ausbildung von Kindern teil und illustrierte nach ihrer Ehe mehrere Kinderbücher, wobei Mormors eventyr den größten Erfolg hatte und in mehreren Ländern erschien. Brate malte jedoch nicht nur das Familienleben, sondern auch Portraits, Landschaften und Stillleben. Fanny Brate findet man heute, unter anderem, im Nationalmuseum in Stockholm. Drei Jahre nach dem Tod von Fanny Brate am 24. April 1940 organisierte das Nationalmuseum auch eine posthume Ausstellung der Künstlerin mit 126 ihrer Werke.

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Donnerstag, 25. Februar 2016

Der schwedische Sänger Danny Saucedo

Danny Saucedo kam am 25. Februar  1986 als Daniel Saucedo Grzechowski, mit polnischem Vater und bolivianischer Mutter, in Stockholm zur Welt und träumte bereits in seiner frühen Jugend davon Popsänger zu werden. Die Chance kam im Jahre 2006, als der 20-jährige nicht nur für den Nachwuchswettbewerb Idol ausgewählt wurde, sondern auch bis zum sechsten Platz kletterte, dann jedoch ausscheiden musste. Die Teilnahme machte Saucedo jedoch bei vielen Schweden bekannt und gab ihm das Selbstvertrauen den nun eingeschlagenen Weg fortzusetzen, und am darauf folgenden Valentinstag erschien die erste Single Saucedos.

Mit der Single Tokyo gelang ihm der Einzug in die schwedische Singelliste und er wurde zum Sopot International Song Festival in Polen eingeladen. Der Erfolg setzte fort mit der Singel Play It for the Girls und seinem ersten Album Heart Beats, mit dem er den ersten Platz auf der Verkaufsliste der Alben erreichte. Trotz des unmittelbaren Erfolges gründete Danny Saucedo Ende 2007, gemeinsam mit Erik Segerstedt und Mattias Andréasson, die Gruppe E.M.D., was im Mai 2008 zum Album State of Minds führte, das 42 Wochen lang auf der Topliste der schwedischen Alben lag. Erst 2011 sollte Danny Saucedo dann mit dem Erscheinen der Single In Your Eyes wieder an seiner Solokarriere arbeiten.

Danny Saucedo, um den es nach einer als rassistisch eingestuften Aussage im Jahre 2012 etwas ruhiger wurde, nahm dreimal an der schwedischen Vorausscheidung Melodifestivalen zum Eurovision Song Contest teil, das erste Mal im Jahre 2009 als E.M.D. mit Baby Goodbye, das den dritten Platz erreichte, 2011 als Solosänger mit In the Club und 2012 mit Amazing. Als Solosänger nahm Saucedo beide Male den Zweiten Platz ein und konnte daher beim ESC Schweden nicht vertreten. 2011 wurde Saucedo von Eric Saade geschlagen und 2012 von Loreen, die dann auch bei internationalen Ausscheidung den ersten Platz einnahm.

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Mittwoch, 24. Februar 2016

Der schwedische Fußballklub Malmö FF

Das Fußballspiel kam bereits 1870 über Großbritannien nach Schweden, begann sich jedoch erst gegen 1890 zu organisieren und die ersten Meisterschaften konnten ausgetragen werden. Fußball war um diese Zeit eine Arbeiterbewegung, was auch erklärt, warum man 1905 auch in Malmö die Jugendlichen zu einer sinnvollen Freizeitaktivität bringen wollte, zu Fußball. Einige Jahre lang existierten dann mehrere Klubs ín Malmö, bis 19 Mitglieder des BK Idrott am 24. Februar 1910 den Malmö FF, den Malmö Fotbollförening gründeten.

Allerdings spielte der Malmö FF die ersten Jahre nur auf lokalem Niveau und erst 1916 gelang ihr der Sprung die Distriktmeisterschaft in Skåne (Schonen), bei der sie jedoch im Finale gegen Helsingborg unterlagen. Ein Jahr später nahm der Malmö FF in der schwedischen Fußballmeisterschaft teil und 1920 begann der Schwedische Fußballverband, der bereits 1904 gegründet worden war, mit organisierten nationalen Ausscheidungen zu denen auch der Malmö FF eingeladen wurde. Nach einigen Auf und Ab gelang es der Malmö FF jedoch erst 1931 in die Oberste Liga Schwedens, die Allsvenskan, aufzusteigen und wurde dann bis (Stand Anfang 2016) insgesamt 21 Mal schwedischer Meister.

Bis 1958 spielte der Malmö FF im Stadion Malmö IP, das sie mit dem dem Konkurrenten IFK Malmö teilen musste und das heute von der Malmöer Damenmannschaft FC Rosengård benutzt wird. Als Malmö 1958 eine Gaststadt für die Fußballweltmeisterschaft wurde, entstand auch ein neues Stadion, das Malmö Stadion, das ab dieser Zeit auch das Heimatstadion der Malmö FF wurde. Als der Fußballklub 2004 die Allsvenskan gewann, plante man ein neues Stadion in Malmö, das Swedbank Stadion, in der der Malmö FF seit 2009 alle seine Heimspiele austrägt.

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Dienstag, 23. Februar 2016

Das Schloss Skokloster wird Museum

Das Schloss Skokloster am Mälaren, zwischen Stockholm und Uppsala, wurde als Privatpalast auf einem Kloster aus dem 13. Jahrhundert  gebaut und gilt heute als das eindrucksvollste Barockkloster Schwedens. In der Tat handelt sich dabei um den größten je in Schweden gebauten privaten Palast während der schwedischen Epoche der Großmacht, auch wenn der Bauherr Carl Gustaf Wrangel noch vor der Fertigstellung des Schlosses starb und daher nie die volle Pracht sehen konnte. Wer heute das Schloss Skokloster betrachtet, versteht auch warum man für den Bau dieses Schlosses 30 Jahre benötigte.

Am 23. Februar 1967 kaufte der schwedische Staat das Skokloster mit rund 50.000 Einrichtungs- und Kunstgegenständen für den Preis von 25 Millionen Kronen, was heute über 200 Millionen Kronen entsprechen würde, und verwandelte das Schloss in ein Museum. Allerdings entfernte der letzte Privatbesitzer, die Familie von Essen, noch nahezu alle sehr wertvollen Gegenstände des Schlosses Skokloster, was der Besucher jedoch kaum bemerkt, da es so viel zu sehen gibt, dass dieser Verlust, von touristischer Warte, zu verschmerzen ist.

Nach dem Kauf des Skoklosters setzte eine enorme Restaurationsarbeit von zehn Jahren ein, die das Ziel hatte das Gebäude so lange wie möglich zu erhalten. Um Probleme mit modernem Baumaterial zu vermeiden, benutzte man ausschließlich Techniken und Material des 17. Jahrhunderts das möglichst jenem entsprach, das auch Wrangel beim Bau seines Schlosses benutzt hatte. Besucher des staatlichen Museum entdecken heute drei Waffensammlungen, Kunsthandwerk, Textilien, Keramik und andere historische Gegenstände, die die Privatbesitzer des Schlosses Skokloster zwischen 1550 und 1850 gesammelt hatten. Das Schloss ist zwischen Mai und September geöffnet, wobei die Grundausstellungen kostenlos besucht werden können.

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Montag, 22. Februar 2016

Russische Bomben fallen auf Stockholm und Strängnäs

Am Abend des 22. Februar 1944 vernahmen die Bewohner in Stockholm und Strängnäs plötzlich lautes Fluggeräusch war, und wenig später fielen dann die ersten Bomben auf die nicht verdunkelten Städte. Wie sich später zeigte, hatten in dieser Nacht russische Bomber ihre Last nicht nur über Finnland abgeworfen, sondern auch über Schweden, wobei diese Last in Strängnäs sehr nahe der Kasernen abgeworfen wurde und in Stockholm mehrere Gebiete davon betroffen waren. Der Angriff kam ohne jede Vorwarnung und ohne dass Schweden offiziell in den Zweiten Weltkrieg eingetreten war.

Nach offiziellen Angaben war in dieser Nacht ein Luftangriff auf das finnische Åbo (Turku) geplant, wobei 220 russische Flugzeuge nach Finnland geschickt wurden und der massive Angriff Finnland zu einem Friedensvertrag mit der Sowjetunion zwingen sollte. Obwohl an diesem Tag ausgezeichnetes Flugwetter herrschte, hatten einige der Flugzeuge Schwierigkeit mit der Navigation und kehrten kurz nach dem Start wieder nach Leningrad zurück. Nach ebenfalls offiziellen Angaben hatten auch die anderen Bomber Schwierigkeiten ihre Route zu halten, was wiederum dazu führte, dass nicht nur Åbo, sondern mehrere Teile Finnlands, aber auch Åland und ein Teil Schwedens bombardiert wurden.

Bis heute ist nicht klar was die Ursache für die Bombardierung von Stockholm und von Strängnäs war und ob sie absichtlich oder versehentlich geschah. Die russische Seite behauptete in jedem Fall dass die mit kyrillischen Zeichen versehenen Bomben nicht aus Russland stammten, da nie ein russisches Flugzeug über Schweden war. Von schwedischer Seite gibt es bis heute mehrere Theorien, denn der Angriff kann auch eine Warnung gewesen sein um zu verhindern dass man von Stockholm aus deutsche Truppen nach Finnland reisen lässt, es war möglich dass man damit die Freilassung eines russischen Spions, der in Schweden gefangen genommen worden war, erwirkt werden sollte, und auch Navigationsprobleme können nicht ausgeschlossen, obwohl allen russischen Piloten bekannt war, dass in Finnland ein Verdunklungsgesetz bestand, Stockholm und Strängnäs jedoch voll beleuchtet waren.

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Sonntag, 21. Februar 2016

Der schwedische Revolutionär Knut Mikaelsson

Knut Mikaelsson, der allgemein nur Meister Knut genannt wurde, wurde am 21. Februar 1527 auf dem Stortorget in Stockholm öffentlich hingerichtet, da er sich mit Peder Jakobsson zusammengeschlossen hatte und die Regierung von Gustav Vasa kritisiert hatte und dabei auch eine Revolution plante, den sogenannten ersten Dalupproret, der allerdings im Sande verlief, wie auch die beiden später folgenden geplanten Revolutionen, da es zu schwierig war die einfachen Bauern in Dalarna zu aufrührerischen Kriegern zu machen, die auch noch dem Heer des Königs trotzen konnten.

Dabei hatte die Karriere von Knut Mikaelsson sehr vielversprechend begonnen, denn nach seiner Hochschulreife wurde er zum Magister ernannt, später nahm er an der Versammlung teil bei der Kristian II. zum König Schwedens erklärt wurde, dann wurde Mikaelsson zum Dompropsten des Stiftes Västerås und letztendlich auch zum Kanzler unter Gustav Vasa, was auch bedeutete, dass er am Reichstag des Jahres 1523 teilnahm. Im gleichen Jahr wurde Mikaelsson dann auch noch, gemeinsam von Gustav Vasa und Papst Hadrianus V. zum Erzbischof Schwedens erhoben. Allerdings wurde er in diesem Amt nicht mehr offiziell eingeführt da er vorher wegen seiner Zusammenkünfte mit Peder Jakobsson als Revolutionär angeklagt wurde und dabei sämtliche Ämter verlor.

Nach der Anklage gelang es Knut Mikaelsson noch nach Norwegen zu entkommen, aber von dort wurde er unter Geleit zu seiner Verhandlung nach Stockholm gebracht. Hier zeigte sich sehr schnell dass Gustav Vasa sich nicht an seine Versprechen halten wollte, denn statt dem zugesagten kirchlichen Gericht wurde sein Fall vom Gericht des Königs verhandelt, was dazu führte, dass Mikaelsson des Hochverrats für schuldig befunden wurde. Auch wenn der Reichsrat den König anschließend darum bat Mikaelsson zu begnadigen, so wollte dieser Mikaelsson hingerichtet und ihn gedemütigt zum Schafott geführt sehen.

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Samstag, 20. Februar 2016

Der schwedische Architekt Carl Westman

Carl Westman kam am 20. Februar 1866 als Sohn eines Direktors im Eisenhandel in Uppsala in gut bürgerlicher Familie zur Welt. Als Westman sechs Jahre alt war, zog die Familie nach Stockholm und der Junge begann die Beskowska Schule zu besuchen, die er jedoch einige Jahre später gegen die Nya Elementarskolan austauschte. Nach seiner Hochschulreife im Jahre 1885 schrieb sich Westman an Tekniska Högskolan ein um dort Architektur zu studieren, ein Studium, das er vier Jahre später mit mittlerem Erfolg abschloss. Bevor Westmann dann für zwei Jahre nach Amerika ging, wo er als Architekt angestellt wurde, besuchte er noch drei Jahre lang die Kunstakademie um sich auch mit den rein künstlerischen Aspekten der Architektur zu beschäftigen.

Nach seiner Rückkehr nach Schweden arbeitete Carl Westman drei Jahre lang für den schwedischen Architekten Aron Johansson, der um diese Zeit den Auftrag hatte das Reichstagsgebäude zu bauen. 1897 machte Westman dann sein eigenes Architekturbüro auf und begann vor allem Eigenheime und Wohnhäuser zu bauen, für die er auch Möbel nach den Ideen der Arts and Crafts-Bewegung schuf. Allein in Saltsjöbaden baute der Architekt in den ersten Jahren seiner Selbständigkeit rund 15 Eigenheime, unter anderem die Pressens Villa, die ihm den Durchbruch als Architekt brachte, wenn auch nur beim Bau von Villen.

Erst als Carl Westman 1906 das Gebäude der schwedischen Ärztegesllschaft fertigstellte, konnte sich der Architekt vom Ruf des Privathausarchitekten lösen, denn bei diesem Bau schuf er eines der ersten wegweisenden Gebäude der Nationalromantik und verband eine Granitbasis mit einem relativ nüchternen Ziegelbau. In den Folgejahren konnte Westman seine Kunden wählen und unter seiner Feder entstanden einige der bedeutendsten Bauten der Nationalromantik, unter anderem das Stockholmer Rathaus, das Karolinska Institut und das Gebäude des Designmuseums Röhsska in Göteborg.

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Mit Stena Line nach Schweden

Freitag, 19. Februar 2016

Elfrida Andrée und der frühe Feminismus Schwedens

Elfrida Andrée wurde am 19. Februar 1841 als Tochter eines Landarztes in Visby auf Gotland geboren und gehört zu jenen Frauen Schwedens, die sehr früh für die Rechte der Frau eintraten, ohne jedoch in einer der offiziellen Frauenbewegungen zu finden zu sein. Dennoch war Andrée die erste Organistin einer Domkirche, die erste Telegrafistin des Landes und eine der wenigen Komponistinnen Schwedens, die selbst eine Gesetzesänderung erwirkte um allen Frauen den Weg zur Organistin zu ebnen. Jede Errungenschaft Andrées war mit einem Kampf für die Rechte der Frauen verbunden.

Im Alter von 19 Jahren stellte Elfrida Andrée ihren ersten Antrag um Telegrafistin zu werden, einen Beruf, der Frauen grundsätzlich verwehrt war. Obwohl ihr Vater den Antrag unterschrieb, mit dem Hinweis, dass die Tochter umsonst arbeiten würde und bereits über die nötigen Kenntnisse verfüge, wurde der Antrag abgelehnt, da diese Arbeit ungeeignet für Frauen sei. Zwei Jahre später schrieb Andrée persönlich an den König und stellte einen neuen Antrag, der jedoch erneut abgelehnt wurde. Erst 1864 öffnete dann das Telegrafenamt den Beruf auch für Frauen und akzeptierte die ersten 23 Frauen bei einer entsprechenden Ausbildung, darunter Elfrida Andrée, die anschließend drei Jahre lang als Telegrafistin arbeitete.

Bereits 1861 war Elfrida Andrée auch bei der finnischen Kirche und der französisch reformierten Kirche in Stockholm als Organistin beschäftigt, was ihr in der offiziellen Kirche des Landes um diese Zeit nicht möglich war. Auch hier kämpfte Andrée um ihre Rechte und, dank ihrer Fähigkeiten, gelang es ihr dann 1867 als Organistin in der Göteborger Domkirche beschäftigt zu werden, eine Arbeit, die sie bis zu ihrem Lebensende am 11. Januar 1929 behielt. Nachdem die Musikerin auch komponieren wollte, machte sie beim dänischen Komponisten Niels W. Gade eine Privatausbildung, denn in einem Konservatorium wurden Frauen in Schweden um diese Zeit nicht aufgenommen. Andrée schrieb mehrere Symphonien, Librettos und Orgelquintette, aber nur sehr wenige davon wurden bisher aufgeführt, denn auch dies war kein Beruf für eine Frau.

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Donnerstag, 18. Februar 2016

Die schwedische Künstlerin Karin Larsson

Auch wenn Karin Larsson bei ihrem Tod am 18. Februar 1928 im Schatten ihres Ehemannes Carl Larsson stand, so stand die Künstlerin ihrem Mann in keinem Punkt nach, da sie nicht nur acht Kinder erziehen musste, sondern auch künstlerisch einzigartige Arbeiten hinterließ und als die wichtigste Kritikerin der Bilder ihres Mannes gilt. Und selbst der sogenannte Carl Larsson-gården ist ein Erbe ihrer Eltern und ist weitaus mehr von ihren Arbeiten geprägt als von jenen ihres Ehemannes. Aber in jener Zeit war es normal dass die Frau nur eine Nebenrolle in der Kunst zu spielen hatte und nur wenig Chance hatte öffentliche Anerkennung zu finden.

Karin Larsson, geborene Bergöö, war am 3. Oktober 1859 als Tochter eines Kaufmanns in Örebro zur Welt gekommen und zeigte sehr früh eine künstlerische Neigung, denn noch während sie die Franska skolan besuchte, schrieb sie sich an der Slöjdskolan in Stockholm ein um sich auf die Kunstakademie vorzubereiten. 1877 schrieb sich die damalige Bergöö dann an der Kunstakademie ein, wo sie auch Eva Bonnier, Jenny Nyström, Julia Strömstedt und andere Künstlerinnen traf. Auch wenn diese Künstlerinnen die gleiche Ausbildung wie männliche Studenten erhielten, so war ihnen der Zugang zur Hauptabteilung der Akademie versagt, denn Frauen wurden separat unterrichtet.

Nach fünf Jahren Studium unterbrach Karin Larsson ihre Ausbildung an der Akademie um ihre Ausbildung an der schwedischen Künstlerkolonie bei Paris zu ergänzen. Dort lernte die Künstlerin auch Carl Larsson kennen, den sie nur ein Jahr später heiratete. Nach einem weiteren gemeinsamen Aufenthalt in Paris zog das Künstlerpaar 1888 in ein kleines Häuschen bei Falun, das Karin Larsson von ihren Eltern erhielt und sich langsam in den heutigen Carl Larsson-gården verwandelte. Dort ging die Künstlerin mehr und mehr von der Malerei auf Textilkunst über, wovon das Museum stark geprägt ist. Die Künstlerin entwarf und schuf dort nicht nur Textilien, sondern gab auch einem Teil der Möbel, die man im Carl Larsson-gården findet, ihr Aussehen. Heute gilt Karin Larsson als eine Vorläuferin der skandinavischen abstrakten Textilkunst.

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Mittwoch, 17. Februar 2016

Die schwedische Sängerin Shirley Clamp

Shirley Clamp kam am 17. Februar 1973 bei Borås zur Welt und verdankt ihren Vornamen ihrem in England geborenen Vater, der der Tochter einen Namen geben wollte der unmöglich ins Schwedische zu übertragen sei. Clamp arbeitete sehr früh an einer Karriere als Sängerin und besuchte erst die Ballettakademie in Göteborg um dort Musical zu studieren. Neben ihrer Teilname an verschiedenen Bands, die allerdings sehr kurzlebig waren, setzte die Sängerin dann ihre Ausbildung an der Musiktheaterschule in Bjärnum fort. Mit 16 gewann die Künstlerin auch ihren ersten Talentwettbewerb, der ihr zwar einige Auftritte brachte, nicht jedoch den Durchbruch.

Shirley Clamp schloss sich neuen Musikgruppen an, gewann 1994 erneut einen Talentwettbewerb und 1997 war sie im Finale von Sikta mot stjärnorna. Auch wenn die Stimme der Sängerin bald bekannt war, da sie diese Rickard Engfors in einer Dragshow lieh und 2002 beim Pridelied des Jahres sang und sowohl 2001 als auch 2002 als Backgroundsängerin im Eurovision Song Contest mitwirkte, so sollte Clamp erst ab 2005 den nationalen Durchbruch haben, allerdings bereits auf zwei Ebenen, denn in diesem Jahr ging sie mit Robert Wells, Nanne Grönvall und Peter Jöback auf Tournee und hatte erstmals als Solokünstlerin bei der schwedischen Vorausscheidung zum Eurovision Song Contest Erfolg.

Allerdings gelang es Shirley Clamp mit ihrem Song Mr. Memory Im jahre 2003 nicht in die schwedische Endausscheidung zu gelangen. Im folgenden Jahr sang Clamp in der Vorausscheidung Min kärlek, den bisher größten Publikumserfolg der Sängerin. Beim dritten Anlauf beim ESC im Jahre 2005 gelang es Clamp mit Att älska dig direkt ins Finale zu gelangen, um dann jedoch nur auf dem vierten Platz zu landen. Der Einsatz der Sängerin führte jedoch zu ihrem ersten Album und zu zahlreichen Auftritten. Shirley Clamp nahm noch mehrmals an den Vorausscheidungen zum Eurovision Song Contest teil, hatte damit jedoch weitaus weniger Erfolg als auf der Bühne oder auch ihrem Weihnachtsalbum des Jahres 2014. Shirley Clamp lebt mit ihrem Partner und der gemeinsamen Tochter Vilja gegenwärtig in Stockholm.

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Dienstag, 16. Februar 2016

Die schwedische Leichtathletin Sanna Kallur

Sanna Kallur kam am 16. Februar 1981, mit ihrer Zwillingsschwester Jenny Kallur, als Tochter eines Eishockeyspielers in Huntington in den USA zur Welt, da der Vater um diese Zeit für die New York Islanders spielte. Allerdings wuchs Kallur dann ab ihrem vierten Lebensjahr in Falun auf, wo sie auch zur Schule ging, sich auf eine sportliche Karriere vorbereitete und wo sie noch heute, gemeinsam mit ihrem Eheman Klas, der Tochter Majken und ihrer Katze Greta, lebt. Gegenwärtig bereitet sich Kallur in ihrem Heimatort auf die Olympiade in Rio de Janeiro vor.

Der sportliche Durchbruch kam für Sanna Kallur, die eigentlich Susanna Kallur heißt, mit der Weltmeisterschaft der Junioren im Jahre 1998, als die Sportlerin gerade einmal 17 Jahre alt war und sie beim 100-Meter-Hürdenlauf den dritten Platz errang. Nur zwei Jahre später gewann Kallur dann die Weltmeisterschaft der Junioren und sie wechselte zu den Senioren. In den folgenden Jahren gelang es der Sportlerin jedoch nicht die Spitzenposition zu halten und erst 2005 kam dann die erste  Bronzemedaille bei der Hallenweltmeisterschaft in Moskau, der im gleichen Jahr der Sieg bei der Europameisterschaft in Göteborg folgte.

Im Jahre 2008 gelang Sanna Kallur der Weltrekord beim 60-Meter-Hürdenlauf, was bedeutete, dass die Leichtathletin nun zur Weltspitze gehörte. Zwischen Dezember und Februar bewies Kallur mit fünf besten Zeiten ihre Leistungsfähigkeit, aber eine Verletzung unterbrach für sie die Saison und beim Neustart während der Olympischen Spiele 2008 schied Kallur im Semifinale aus. Anschließend unterbrach Sanna Kallur ihre Karriere und kehrte erst 2010 wieder langsam zurück zur Leichtathletik. Als 2013 ihre Tochter Majken zur Welt kam, setzte sich die Pause fort und Schwierigkeiten mit Sponsoren machten ein echtes Comeback problematisch. Nun hofft Kallur während der Olympiade 2016 wieder ihre volle Form zu zeigen, vermutlich die letzte Chance um eine Sportlegende zu werden, da Sanna Kallur nun 35 Jahre alt wurde.

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Montag, 15. Februar 2016

Hasse Ekman, Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautor

Als Hasse Ekman am 15. Februar 2004 im Krankenhaus im spanischen Marbella starb, ging er als einer der produktivsten Regisseure und Schauspieler in die schwedische Geschichte ein, denn er führte bei 41 Filmen Regie und stand für 51 Filme vor der Kamera. Hasse Ekman ist sowohl im Theater als auch der Filmwelt bis heute eine Symbolfigur der 40er und 50er Jahre, was oft auch damit verbunden wird, dass Ekman für einige seiner Filme das Manuskript schrieb, die Regie führte und auch noch die Hauptrolle spielte, was in der schwedischen Filmgeschichte geradezu als einmalig betrachtet werden kann.

Hasse Ekman war am 10. September 1915 unter dem Namen Hans Ekman als Sohn des legendären Schauspielers und Theaterdirektors Gösta Ekman in Stockholm zur Welt gekommen und hatte sich mit 17 Jahren dazu entschieden eine wichtige Rolle im schwedischen Film zu spielen. Mit 20 Jahren ging er nach Hollywood um dort Film zu studieren. Als Ekman ein Jahr später nach Schweden zurückkehrte, erhielt er unmittelbar seine erste Nebenrolle im Film und stand neben seinem Vater und Ingrid Bergman bei Intermezzo vor der Kamera, gleitet vom Regisseur Gustaf Molander.

Es sollten nur vier Jahre vergehen bis Hasse Ekman seinen ersten eigenen Film Med dej i mina armar präsentierte. Allerdings war Ekman nicht nur im Film aktiv, sondern führte auch im Theater Regie, dem er sich ab den 60er Jahren mehr und mehr zuwandte, da er sich im damals modernen Film nicht mehr wohl fühlte. 1964 zog sich Ekman dann ganz von der Filmwelt zurück und führte nur noch gelegentlich Regie am Theater. Auch privat änderte sich in dieser Zeit das Leben des Regisseurs, Schauspielers und Filmers, denn er verkaufte seine gesamte Kunstsammlung um sich ein Leben in Marbella aufbauen zu können.

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Sonntag, 14. Februar 2016

Die schwedische Schriftstellerin Majgull Axelsson

Majgull Axelsson wurde am 14. Februar 1947 in Landskrona geboren, wuchs jedoch in Nässjö im Småland auf, wo sie auch zur Schule ging. Nach ihrer Hochschulreife besuchte Axelsson die Poppius Journalistenschule in Stockholm und wurde insbesondere in der schwedischen Arbeiterbewegung aktiv, wobei sie die ersten Jahre für den Gewerkschaftsbund LO arbeitete und sich auf Handelspolitik und den Arbeitsmarkt spezialisierte. In diesem Rahmen übernahm die Schriftstellerin auch einige politische Aufträge, unter anderem im Außenministerium.

Nach einigen Jahren als Journalistin im Gewerkschaftsbereich begann Majgull Axelsson ab 1978 Sachbücher zu unterschiedlichen aktuellen Themen zu schreiben, unter anderem über die Dritte Welt, Kinderprostitution und auch die Probleme Asiens. Erst in den 90er Jahren ging Axelsson dann auf Belletristik über und 1994 erschien mit Långt borta från Nifelheim ihr erster Roman, der zwar Beachtung fand, aber noch keine bedeutenden Verkaufsziffern aufwies. Erst als Axelsson drei Jahre später Aprilhäxan veröffentlichte, kam der literarische Durchbruch. Für Aprilhäxan wurde die Schriftstellerin auch mit dem begehrten Augustpriset belohnt, einem Preis, dem bald andere folgen sollten.

Die Romane von Majgull Axelsson beleuchten nahezu alle die menschliche Psyche und die Bedeutung des Verhältnisses zwischen Kindern und Eltern, was in der Regel den unterhaltenden Charakter ihrer Romans teilweise nimmt. Majgull Axelsson gehört mit zu den bedeutendsten Gegenwartsautorinnen Schwedens, wobei ihre Aprilhäxan in 23 Sprachen übersetzt wurde. Im Jahr 2002 zeigte sich Axelsson auch erstmals als Dramatikerin mit LisaLouise, einem Theaterstück, das 2007 im Dramaten in Stockholm Uraufführung hatte. Die Schriftstellerin lebt und arbeitet heute auf Lidingö bei Stockholm.

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Samstag, 13. Februar 2016

Der schwedische Künstler Georg von Rosen

Georg von Rosen kam am 13. Februar 1843 als Sohn des Generalkonsuls Adolf Eugène von Rosen in Paris zur Welt, wo er auch die ersten Lebensjahre verbrachte. Während der Februarrevolution im Jahre 1848 floh die Familie jedoch nach Schweden. Im Alter von zwölf Jahren schrieb sich von Rosen bereits an der Kunstakademie in Stockholm ein, wo er bis 1861 die klassische Kunst studierte. Ein Jahr später besuchte von Rosen die Weltausstellung in London und entdeckte dort die Arbeiten des belgischen Künstlers Hendrik Leys, die ihn nachhaltig beeindruckten und ihn auch bei seinen eigenen Werken stark inspirierten.

Zurück in Schweden entstand dann das erste bedeutende Werk Georg von Rosens, das historische Gemälde Sten Sture d.ä. intåg i Stockholm, das dem Künstler die königliche Medaille einbrachte. Bereits bei diesem Werk Rosens zeigt sich eine enorme Detailtreue des Künstlers bei der man selbst das Kopfsteinpflaster noch deutlich erkennen kann. Rosen folgte in diesem Punkt den künstlerischen Vorstellungen des Königs Oscar II. Während seines gesamten Lebens sollte sich von Rosen gegen neue Strömungen wehren und nur die akademische klassische Malerei akzeptieren.

Die folgenden fünf Jahre verbrachte Georg von Rosen mit Studienreisen in zahlreichen Länder. Erst 1871 kehrte der Künstler nach Schweden zurück und vollendete das in München begonnene Gemälde mit Erik XIV. und Karin Månsdotter. Nur ein Jahr später wurde von Rosen in die Kunstakademie gewählt um dort ab 1874 als Vizeprofessor zu arbeiten, was 1880 zu einer Professur in Malerei und im Zeichnen führte. Als von Rosen 1893 auch Direktor der Ausbildungseinrichtung wurde, galt er als der härteste Kämpfer gegen die modernen Maler, die eine Reform der Ausbildung forderten. Werke des Künstlers findet man in den bedeutendsten Museen Schwedens, unter anderem in Stockholm und Göteborg.

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Freitag, 12. Februar 2016

Der schwedische Schriftsteller Carl von Zeipel

Als Carl von Zeipel am 12. Februar 1849 im Alter von 55 Jahren starb, galt der heute nahezu vergessene Schriftsteller als einer der bedeutendsten schwedischen Autoren leichter historischer Romane, einer Romanform, die um diese Zeit sehr gefragt war und zu der von Zeipel nur deswegen griff, weil er die letzten Jahre seines Lebens unter Geldproblemen litt und von seinen Gütern nur noch das Wohnhaus besaß. Die einzige Chance seine große Familie zu ernähren, sah der Schriftsteller daher in historischen Romanen, die zum Teil erst nach seinem Tode auch in andere Sprachen übersetzt wurden.

Carl von Zeipel war am 28. März 1793 als Sohn eines deutschstämmigen Vaters in Sölvesborg zur Welt gekommen. Als der spätere Schriftsteller acht Jahre alt war, zog die Familie nach Järlåsa im Uppland, wo die Mutter eine Papierfabrik geerbt hatte, die der Vater von Zeipels ab 1801 führte. Um dem Jungen eine sichere Zukunft zu garantieren, wurde er erst von Privatlehrern unterrichtet und mit elf Jahren an der Universität Uppsala eingeschrieben. Bereits 1811, im Alter von 18 Jahren, legte von Zeipel dort dann das Kanzleiexamen ab und begann ein Jurastudium, das er jedoch nie beendete, denn in dieser Zeit begann der junge Student sich für die Schriftstellerei zu interessieren.

Im Jahre 1815 erwarb der Vater von Carl von Zeipel die Hälfte der Akademischen Druckerei in Uppsala, die von Zeipel dann vier Jahre lang, gemeinsam mit dem Schriftsteller Vilhelm Fredrik Palmblad, betrieb, neben seiner literarischen Aktivität als Poet und Lyriker. 1919 ließ sich von Zeipel dann auf dem von seinem Vater geerbten Gut Lingonbacka nieder und begann sich um die Papierfabrik der Familie zu kümmern. Als sich die finanziellen Probleme für von Zeipel jedoch immer deutlicher zeigten, erschien, nach einer mehrjährigen Pause, 1842 sein Roman Två herrar och en narr, dem anschließend unterhaltende Geschichtsromane folgten, mehrere davon kreisen um die Königsfamilie Vasa und hatten bedeutende Auflagen.

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 11. Februar 2016

Der Beginn des Großen Nordischen Krieges

Am 11. Februar 1700 brach, völlig überraschend für König Karl XII., der Große Nordische Krieg aus, der dazu führen sollte, dass Schweden seine Großmachtstellung an Russland abgeben musste und Schweden endgültig nach Norden abgedrängt wurde. Dabei war dieser Krieg vorherzusehen, denn um diese Zeit wollten mehrere Länder die schwedische Macht brechen, was nur dadurch verzögert worden war, dass sich die Schweden feindlich gesinnten Länder nicht früher einigen konnten und das Militär Schwedens als sehr schlagkräftig galt.

Schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts hatten sich dann jedoch Friedrich IV. aus Dänemark, August II. aus Sachsen-Polen und Peter I. aus Russland zusammengeschlossen, auf Bestreben Dänemarks, das zum einen die beim Frieden in Roskilde verlorenen Gebiete zurückerobern wollte, zum anderen die Macht Schleswig-Holstein-Gottorps brechen wollte, einem der mächtigsten Verbündeten Schwedens. Die Alliierten Dänemarks waren gut gewählt, denn August II. strebte nach einer Vormacht Osteuropas und der Tsar Peter I. wollte die Ostsee erreichen und gleichzeitig die schwedische Zolldominanz auf dem Binnenmeer aufheben.

Den Großen Nordischen Krieg leitete August II. ein, als er im Februar 1700 Riga angriff. Auch wenn dieser Angriff von Erik Dahlbergh abgewehrt werden konnte, so griffen nun England, die Holländer und Hannover, auf schwedischer Seite, in den Krieg ein und zwangen Dänemark zu intensiven Verhandlungen mit den eigenen Verbündeten. Bereits im März 1700 zog Dänemark dann erfolgreich gegen Schleswig-Holstein-Gottorp und im August eroberte Peter I. das Ingermanland und belagerte Narva. Der Große Nordische Krieg, der über 21 Jahre dauern sollte, war damit, innerhalb nur weniger Monate, auf sehr breiter Front im Gange.

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Mittwoch, 10. Februar 2016

Der Lomma Kanal am Öresund

Wenn man in Schweden von Kanälen spricht, so meint man entweder jene, die einst für den Wassertransport gebaut wurden und heute touristisch genutzt werden, oder aber jene Kanäle, die innerhalb einer Stadt als Hafenanlagen oder auch den Transport von Waren gebaut wurden. Der Lomma Kanal am Öresund, etwas nördlich von Malmö, gehört in keine der beiden Gruppen, obwohl auch dieser Kanal zu einem kleinen Freizeithafen führt, denn der Lomma Kanal ist vor allem ein architektonisches Projekt der Stadtplanung.

Die erste Etappe des Lomma Kanals wurde am 10. Februar 2013 eingeweiht und ist gerade einmal 80 Meter lang, denn die restlichen 202 Meter entstehen erst dann wenn die Baugesellschaft, die dort auch für den Bau von Häusern nach Bostadsrätt zuständig ist, sicher ist, dass sich das ganze Projekt auch lohnt. Der bis zu dreizehn Meter breite Gesamtkanal wird daher kaum vor 2019 vorhanden sein, soll dann jedoch eine Attraktion des Ortes Lomma sein und die industrielle Geschichte des Ortes endgültig hinter sich lassen, denn ein früheres Industriegebiet wird in ein eine luxuriösen Wohngegend verwandelt.

Auch wenn der Lomma Kanal vor allem den Anwohnern dienen wird, so sind entlang des Lomma Kanals mehrere kleinere Plätze geplant und das Ufer ist dabei sich in eine Parkanlage zu verwandeln. Neben einem Wasserfall und einem kleinen Teich, der das Ende des Lomma Kanals bildet, wird auch eine Sonnentreppe entstehen, die im Sommer als Versammlungsplatz und zum Sonnenbaden dienen soll. An den Bootsstegen wird man allerdings vor allem die Motorboote der Wohnungskäufer finden. Der Vorteil des Kanals wird jedoch sein, dass man auf einem ruhigen und grünen Weg vom Zentrum zum Strand am Öresund kommt.

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Dienstag, 9. Februar 2016

Der Vinterparken (Winterpark) in Östersund

Als am 9. Februar 1996 der Vinterparken in Östersund eingeweiht wurde, geschah dies auf Initiative der Unternehmer Östersunds, in Zusammenarbeit mit der Gemeinde der Stadt. Die Idee dabei war die Stadt Östersund auch im Winter attraktiver zu gestalten. In diesem Fall dachte man allerdings weniger an die Touristen, die zum Wintersport in die Region kommen, sondern vielmehr an die Bewohner Östersunds, denen man auch in der dunklen und kalten Jahreszeit interessante Aktivitäten bieten wollte.

Die Idee des Vinterparken (Winterparks) zeigte unmittelbar einen großen Erfolg und aus einer relativ kleinen Attraktion entwickelte sich im Laufe der Jahre ein Ereignis, das mittlerweile auch zu einem touristischen Interesse wurde. Seit 1996 verwandelt sich das Ufer des Sees und der Storsjön ab Ende Januar oder Beginn Februar in eine Winterlandschaft in der man den Winter Jämtlands in vollen Zügen genießen kann. Am Ufer des Sees reiht sich ein Liegestuhl an den anderen und die nahezu unendliche Eisfläche des Sees lädt zu zahlreichen Aktivitäten ein.

Am Ufer des Storsjön findet jedes Alter seinen Spaß, denn die jüngsten Besucher können sich im vinterparken in der Burg aus Eis und Schnee vergnügen, während die etwas ältere Schicht zu einer längeren Schlittschuhtour aufbricht oder mit Langlaufskis die gebahnten Spuren benutzt. Aber man findet auch Grillplätze, kann Eisbaden oder in einer Sauna die Grenzen seines Wärmeempfindens testen. Heute ist der Winterpark in Östersund eine Art Treffpunkt für die gesamte Umgebung Östersunds geworden. Und die Skigebiete von Åre ist ebenfalls nicht weit von der Stadt entfernt.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 8. Februar 2016

Das Folkets hus (Haus des Volkes) in Göteborg

Mit der wachsenden Arbeiterbewegung in Schweden und den ersten Gewerkschaften Ende des 19. Jahrhunderts kam in Schweden auch der Ruf nach Versammlungslokalen auf, Räumen für die Volksbildung und nach kulturellen Veranstaltungen für Arbeiter. In dieser Bestrebung entstand am 27. September 1890 in einer Werkstatt in Kristianstad das erste Folkets Hus (Haus des Volkes) Schwedens. Im gleichen Jahr plante man in Malmö den Bau eines Folkets Hus, das den Bedürfnissen von Arbeitern und Gewerkschaften weitaus näher kam als die Werkstatt in Kristianstad. Allerdings sollte das Folkets Hus in Malmö erst am 2. April 1893 eingeweiht werden und seine Arbeit aufnehmen.

Auch in Göteborg, wie in mehreren anderen Städten Schwedens, kam bereits Ende des 19. Jahrhunderts der Wunsch nach eigenen Räumen für Arbeiteraktivitäten auf, aber auch hier entschied man sich erst die Räume des lokalen Arbeitervereins am Järntorget dafür zu verwenden, wobei man die Räume am Järntorget vor allem wegen seiner langen Geschichte der Arbeiterbewegung wählte. Obwohl man sehr bald feststellte, dass man ein gesamtes Gebäude für die Treffen, den Unterricht und die Veranstaltungen benötigte, so sollte es noch bis 1944 dauern bis man den Architekten Nils Einar Eriksson mit dem Bau eines Folkets Hus am Göteborger Järntorget beauftragte. Am 8. Februar 1952 konnten die Gewerkschaften dann endlich in das Folkets Hus in Göteborg einziehen, denn an diesem Tag fand die Einweihung der Basisgebäude statt, das anschließend noch mit dem Kino Draken und dem Tanzrestaurant Vågen ergänzt wurde, die vier Jahre später eingeweiht wurden.

Seit 1952 hat sich das Folkets Hus in Göteborg natürlich sehr verändert, auch wenn das Kino Draken noch heute existiert und aus dem Tanzrestaurant Vågen das Dansforum wurde, also immer noch der Tanz im Zentrum steht. Die Hauptaktivität des Folkets Hus am Järntorget ist heute die Organisation von Konferenzen, die bei weitem nicht mehr alle mit der Arbeiterbewegung verknüpft werden können und das Folksteater zieht ebenfalls nicht mehr Arbeiter an, sondern Personen, die ein alternatives Theater suchen. In den zahlreichen Räumen des Folkets Hus in Göteborg findet man auch ein kleines „Museum“ mit mehreren bekannten Künstlern Göteborgs, aber auch diese Gemälde sind nicht mehr der Allgemeinheit zugänglich.

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 7. Februar 2016

Der schwedische Nobelpreisträger Ulf Euler

Ulf Euler kam am 7. Februar 1905 als Sohn des Nobelpreisträgers Hans von Euler in Stockholm zur Welt und traf bereits als Kind zahlreiche Wissenschaftler im Haus seiner Eltern, was mit großer Wahrscheinlichkeit auch sein wissenschaftliches Interesse weckte. Im Jahr 1922 begann Euler ein Medizinstudium am Karolinska Institut in Solna. Seinen endgültigen Wissenschaftlichen Weg fand Euler dann jedoch 1926, als er von G. Liljestrand in der Fakultät der Pharmazie als Assistent beschäftigt wurde. Denn Liljestrand gelang es auch bei Euler das Interesse für Pharmazie zu wecken.

Nur 4 Jahre später und nach einem Rockefeller Stipendium wurde Ulf Euler dann am Karolinska Institutet als assistierender Professor beschäftigt, was dem Wissenschaftler 1939 letztendlich eine Professur an der gleichen Einrichtung einbrachte. Die ersten bedeutenden Arbeiten Eulers waren 1935 die Entdeckung von Prostaglandine im menschlichen Sperma und wenig später die Funktionsweise von Noradrelanin als Informationsübermittler in den Nervenfasern, eine Entdeckung, an der Euler weiterarbeitete und die ihm 1970 auch einen geteilten Nobelpreis in Physiologie oder Medizin einbrachte.

Bereits bevor Ulf von Euler den Nobelpreis, gemeinsam mit Julius Axelrod und Bernard Katz, erhielt, konnte er zahlreiche wissenschaftliche Preise aus mehreren Ländern aufweisen, wobei der Wissenschaftler ab 1953 auch Mitglied des Nobelkomitees für Physiologie und Medizin war, 1961 zum Sekretär im gleichen Komitee avancierte und ab 1965 der Vorsitzende der Nobelstiftung geworden war. Als Ulf von Euler am 9. März 1983 im Alter von 78 Jahren starb, galt er als einer der bedeutendsten schwedischen Physiologen seiner Zeit, der der Medizin durch seine Entdeckungen und Forschungen zu einer Revolution verholfen hatte.

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Samstag, 6. Februar 2016

Das Verbot von DDT in Schweden

Auch wenn Schweden immer bekannt gibt dass DDT bereits im Jahre 1972 verboten wurde, bevor die Nachbarstaaten überhaupt an ein Verbot dachten, wurde DDT in Schweden erst am 6. Februar 1975 tatsächlich verboten, da die Waldwirtschaft bis dahin vom Verbot des Jahres 1972 ausgenommen wurde. Und selbst 1982 gab es noch Politiker in Schweden, die das Insektizide DDT für die Waldwirtschaft wieder einführen wollen, da man den Schaden durch Schädlinge als negativer betrachtete als die Schäden durch DDT. Und bis heute ist dieser Gedanke nicht ganz ausgerottet und in gewissen Kreisen Schwedens hält man das Gift immer noch für ein Wundermittel.

DDT war, kurz nach seiner Entwicklung, bereits in den 40er Jahren nach Schweden gekommen und galt um diese Zeit als eines der optimalen Insektizide, die, wie man dachte, keinerlei negative Effekte auf Säugetiere habe. Der ersten Zweifel tauchten in Schweden auf als in einer kleinen Region in Skåne (Schonen) im Jahre 1958 eines morgens rund 15.000 tote Stare gefunden wurden und Forscher bald feststellten dass dies nur auf DDT zurückzuführen war. Weitere Forschungen zeigten später auch dass sich DDT negativ auf die Fertilität von Mensch und Tier auswirkt und mehrere Insekten gegen DDT resistent wurden, das Insektizid daher bald nur noch negative Wirkungen habe.

Auch wenn die Halbwertzeit von DDT im Boden mit 15 Jahren und im Grundwasser mit 31 Jahren angegeben wird, so findet man noch heute in vielen Teilen Schwedens DDT und man darf nicht vergessen, dass auch in atmosphären Niederfällen noch DDT enthalten ist, da das Gift immer noch hergestellt und in vielen Ländern weierhin benutzt wird. Lebensmittelanalysen konnten beim Test von zehn verschiedenen Olivenölen in einem davon ebenfalls DDT feststellen und in drei anderen andere gefährliche Umweltgifte. Mediziner aus den USA konnten mittlerweile sogar einen Zusammenhang zwischen DDT und Alzheimer feststellen, und dennoch gibt es immer wieder Versuche DDT in Schweden in begrenztem Umfang wieder zuzulassen, denn immerhin geht es dabei nur um zehn Tonnen des wirksamen Insektizids pro Jahr.

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Freitag, 5. Februar 2016

Der Komiker und Schriftsteller Tage Danielsson

Tage Danielsson wurde am 5. Februar 1928 als Sohn eines Busfahrers in Linköping geboren und verbrachte seine Kindheit überwiegend im dortigen Folkets Park (Volkspark), da seine Mutter dort in einem Kiosk arbeitete. Danielsson half bei allen möglichen Arbeiten die dort anfielen, machte dabei jedoch auch Bekanntschaft mit dem Theater, das eine feste Einrichtung im Volkspark war. Seine eigenen Theaterversuche erstreckten sich in jener Zeit jedoch vor allem auf die Hintergrundarbeit, da er sich aus Lampenfieber dem Publikum nicht stellen wollte.

Da sich Tage Danielsson in der Schule als überdurchschnittlich begabt zeigte, überzeugten die Lehrer seine Eltern ihn auf das Gymnasium zu schicken. Nach seiner Hochschulreife im Jahre 1958 schrieb sich Danielsson dann an der Universität Uppsala ein. Allerdings interessierte er sich hier mehr für die humoristischen studentischen Aufführungen als das Studium. Hier stand Danielsson nicht nur auf der Bühne, sondern er schrieb auch kurze Stücke und führte bei mehreren Aufführungen Regie, was ihn geradezu zu einer kulturellen Kultfigur an der Universität machte.

Nach Ende seines Studiums begann Tage Danielsson beim Staatsfunk Sveriges Radio zu arbeiten und überzeugte die Hörer vor allem mit seinem Humor und seinem Einfallsreichtum. In dieser Zeit lernte Danielsson auch Hans Alfredson kennen, und bald darauf entstand das Duo Hasseåtage, das sich, unter anderem, mit der Revue Gula Hund und dem Film Att angöra en brygga, in ganz Schweden bekannt machten. In dieser Zeit schrieb Tage Danielsson nicht nur Filmmanuskripte, sondern er entwickelte sich auch zu einem beliebten Autor. Auf der Höhe seiner Karriere starb Danielsson dann jedoch am 13. Oktober 1985, im Alter von 57 Jahren, an Hautkrebs.

Copyright: Herbert Kårlin