Samstag, 25. Februar 2017

Flashback, von der Zeitschrift zum Forum

1993 erschien die erste Nummer des Flashback Magazin, das, nach dem Herausgeber Jan Axelsson, die größte Underground-Zeitschrift Schwedens werden sollte. Das Konzept war einzigartig, denn die Artikel sollten um Nazismus, Anarchismus, Satanisten und Drogen handeln, Themen, die, ebenfalls nach Axelsson, in keiner anderen schwedischen Zeitschrift zu finden waren und damit die Meinungsfreiheit erweitern sollten. Knapp zwei Jahre später, am 25. Februar 1995, hatte das Flashback-Magazin seine erste Internetseite, die besonders dadurch auffiel, dass man hier Anzeigen für Drogen, Weiße Musik und selbst schusssichere Westen fand. Die Leserschicht war damit von Beginn an klar definiert.

Nach mehreren Jahren extremistischer Aktivität gründet Jan Axelsson im Jahr 2000 dann unter der Firma Flashback Media Group mit dem Motto das freie Wort in letzter Konsequenz zu verteidigen und jede Art von Meinung unzensiert zu veröffentlichen. Nachdem der Server des rein schwedischsprachigen Forums nach juristischen Problemen seit 2003 in den USA beheimatet ist, gibt es keinen offiziellen Moderator, keinen Verantwortlichen für den Inhalt und die ethischen Regeln der europäischen Presse werden geradezu mit den Füssen getreten, ein Konzept, das hervorragend funktioniert, denn pro Tag erscheinen bis zu 20.000 neue Beiträge und pro Woche zählt man etwa zwei Millionen Besucher.

Während ein Teil der Beiträge tatsächlich zum aufdeckenden Journalismus gehört, wird im Flashback-Forum Kriminalität gefördert, Rassismus geschürt und Einzelpersonen auf das schwerste gekränkt, da sich Sympathisanten der extrem rechten Gruppen in diesem Forum konzentrieren und das Fehlen einer Moderation für ihre Zwecke ausnutzen. Im Jahr 2010 unterstütze eine größere Gruppe an Lesern sogar den geplanten Selbstmord eines Forum-Teilnehmers. Ständige Leser des Forums nehmen die Artikel bedauerlicherweise grundsätzlich für Tatsachen, zumindest sobald diese ihre Meinung stützen, und verbreiten sie selbst im Netz weiter um dem Flashback-Forum weitere Leser zu bringen.


25. Februar 1834: Gustaf Emanuel Beskow und das Schulwesen
25. Februar 1764: Carl Gustaf von Brinkman, der Dichter deutscher Seele
25. Februar 1882: Ludvig Nordström und das Paradies in Nordschweden
25. Februar 1931: Der schwedische Architekt Ove Hidemark
25. Februar 1952: Thomas Ledin, ein Musiker gegen Rassismus
25. Februar 1978: Acht Personen erfrieren im Jämtland
25. Februar 1986: Der schwedische Sänger Danny Saucedo 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 24. Februar 2017

Die barocke Ervalla Kyrka

Auch wenn von der ursprünglichen Holzkirche in Ervalla nichts mehr zu finden ist, so ist auch die gegenwärtige Ervalla kyrka von großem Interesse, da auch diese Kirche bis zum Jahre 1673 zurückreicht, am 24. Februar 1673 eingeweiht wurde, und früher eine wichtigste Kirche der Gegend war. Die Ervalla kyrka wurde, wie auch die Ulrika Eleonora Kirche in Stockholm vom Architekten Mathias Spieler, der neben einigen Kirchen vor allem Schlösser und Verteidigungsanlagen baute, gezeichnet. Das Geld für die Kirche kam von Sigrid Bielke, der Ehefrau des Feldmarschalls Gustaf Horn, die um diese Zeit das größte Gut in Ervalla bewohnte.

Wenn man heute die Ervalla Kirche betrachtet, so fällt unmittelbar auf, dass der Kirchturm und die Fassade miteinender im Kontrast stehen, denn während das Hauptgebäude noch den barocken Aspekt von 1673 aufweist, musste der Kirchturm Ende des 18. Jahrhunderts erneuert werden, da 1789 der Blitz sowohl den Turm als auch die Kirchglocken und einen Teil des Daches zerstört hatte. Dass die Kirche, auch im Inneren weitgehend noch das ursprüngliche Aussehen hat, verdankt man vor allem dem Architekten Jerk Alton, der 1996 und 1997 der Kirche ihre ursprünglichen Farben zurückgab.

Als Kunstschätze der Kirche gelten vor allem die Kanzel aus dem 17. Jahrhundert und das Taufbecken aus der gleichen Epoche.Interessant sind auch die beiden restaurierten Altartafeln von denen man immer nur eine sehen kann, denn sie wurden im gleichen Rahmen untergebracht und können durch einen drehbaren Mechanismus geschwenkt werden, so dass immer nur eines der beiden Gemälde sichtbar ist. Auch dem Taufbaum der Ervalla kyrkan sollte man einen genaueren Blick gönnen, denn dieser wurde von Bertil Vallien geschaffen, der sich vor allem als Glas-Designer einen internationalen Namen machte.


24. Februar 1389: Die Bedeutung der Schlacht bei Åsle
24. Februar 1457: Karl Knutsson wird dreimal König Schwedens
24. Februar 1708: Israel Holmström und die Gesellschaftspoesie des Barock
24. Februar 1741: Johan Henrik Hästesko wird in Stockholm hingerichtet
24. Februar 1910: Der schwedische Fußballklub Malmö FF
24. Februar 1925: Hjalmar Branting wird zum dritten Mal Ministerpräsident
24. Februar 1933: Der schwedische Reichsverband für sexuelle Aufklärung
24. Februar 1972: Sven Markelius, der Architekt der schwedischen Funkis-Bewegung

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 23. Februar 2017

Helga Henschen, Schriftstellerin, Künstlerin und Illustratorin

Helga Henschel kam am 23. Februar 1917 als Tochter eines Medizinprofessors in Stockholm zur Welt und bereitete sich in der Maj Brings und der Otte Skölds Malerschule auf die Kunstakademie in Stockholm vor, die die Künstlerin von 1940 bis 1945 besuchte und wo sie, unter anderen, auch Isaac Grünewald und Arvid Fougstedt als Lehrer hatte. Bereits 1947 hatte Henschen dann die erste Separatausstellung, der im Laufe ihres Lebens mehrere bedeutende Ausstellung folgen sollten, unter anderem 1960 bei Färg und Form und 1972 in der Liljewalchs Kunsthalle.

Helga Henschen, die am 16. August 2002 im Alter von 85 Jahren in Sundbyberg starb, griff als Malerin vor allem zu Öl und Aquarell, war jedoch auch als Skulpteurin aktiv und hat in ihrer Eugenschaft als Künstlerin auch zahlreiche öffentliche Werke geschaffen, unter anderem die Ausschmückung der U-Bahn-Haltestelle Tensta und den Springbrunnen Dafne in Södertälje, die oft als die bedeutendsten Werke Henschens bezeichnet werden. Die Skulptur Gaia, die man seit 2001 im Europaparlament in Brüssel findet, geht neben diesen beiden Werken nahezu unter, trotz des starken Ausdrucks, den Henschen Gaia verleihen konnte.

Wenn man heute auf die gesamten Arbeiten von Helga Henschen zurückblickt, so stellt man jedoch sehr schnell fest, dass die Künstlerin in mehreren Bereichen sehr aktiv war, denn Henschen veröffentlichte zwölf Bücher, darunter drei Autobiographien, und illustrierte mehrere Bücher, unter anderem von Evert Taube, Gösta Knutsson und Ebbe Linde. Privat war Henschen zudem auch politisch sehr aktiv in der Friedensbewegung Schwedens, der Kulturarbeit der Sozialdemokraten und in Hilfsorganisationen, die sich um alles zwischen Tierschutz und dem Recht politischer Gefangener kümmerten. Lediglich im Privatleben hatte die Künstlerin weniger Glück, denn ihre beiden Ehen mit Schriftstellern hielten nur jeweils vier Jahre.


23. Februar 1717: Magnus Stenbock stirbt in dänischer Haft
23. Februar 1868: Anna Maria Viktoria Uddgren und die erste Strindberg-Verfilmung
23. Februar 1901: Ivar Lo-Johansson, ein Pfeiler der Arbeiterliteratur Schwedens
23. Februar 1967: Das Schloss Skokloster wird Museum
23. Februar 2002: Die schwedische Version von Chess kommt nach Schweden
23. Februar 2012: Prinzessin Estelle kommt zur Welt 

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Mittwoch, 22. Februar 2017

Die schwedische Schauspielerin Elsa Prawitz

Elsa Prawitz kam am 22. Februar 1932 in Stockholm zur Welt und wuchs im Stadtteil Östermalm auf, wo sie auch das Mädchengymnasium besuchte und Mitglied des literarischen Vereins wurde in dem sie ihre ersten Schritte auf der Theaterbühne unternahm. Mit 18 Jahren begann Prawitz dann ein Schauspielstudium am Dramaten, von dem sie nach Abschluss der Ausbildung im Jahre 1954 auch übernommen wurde, bald aber auch im Intiman auftrat.

Im Jahre 1959 spielte Elsa Prawitz im Stück Ägget im Intiman und hatte damit ihren Durchbruch als Schauspielerin und konnte sich vor Aufträgen kaum retten, wobei sie 1961 auch mit der Revue Ursäkta handsken von Karl Gerhard auf der Bühne stand. Prawitz begnügte sich jedoch nicht mit dem Theater, sondern übernahm 1963 auch das Alléteatern als Direktorin, arbeitete als Programmchefin im Radio und führte Regie. Wie sehr viele Schauspieler, die im Dramaten ausgebildet wurden und dort arbeiteten, so zog es Prawitz allerdings auch zum Film.

Zwischen 1956 und 1965 spielte Elsa Prawitz in nicht weniger als 26 Filmen mit, bei denen überwiegend ihr damaliger Ehemann Arne Mattsson Regie führte, sie selbst aber bisweilen das Manuskript geschrieben hatte. Während Prawitz im Theater jede Rolle darstellen konnte, bekam sie im Film nahezu ausschließlich die Rolle der femme fatale und sehr sensuelle Rollen, was mit ihrem südländischen Aussehen zusammenhing, das zu dieser Art der Rollen passte. Als Elsa Prawitz 1977 zum Stadttheater in Borås kam, hatte sie allerdings noch ein weiteres Ziel, sie wollte die Altstadt von Borås retten, ein Unternehmen, das Prawitz leider nicht gelang.


22. Februar 1805: Die schwedische Prinzessin Amalia
22. Februar 1806: Bror Emil Hildebrand, der Gründer des Historischen Museums
22. Februar 1912: Die Künstlerin und Schriftstellerin Emily Nonnen
22. Februar 1832: Christina Charlotta Cederström, eine unveröffentlichte Dichterin
22. Februar 1911: Der schwedische Künstler Carl Fredrik Hill
22. Februar 1944: Russische Bomben fallen auf Stockholm und Strängnäs
22. Februar 1979: Umweltskandal in Skåne
22. Februar 2011: Laila Westersund, eine Karriere mit bereits vier Jahren

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Dienstag, 21. Februar 2017

Der Schauspieler und Regisseur Ivar Kåge

Ivar Kåge kam am 21. Februar 1882 als Sohn eines Großhändlers unter dem Namen Ivar Nilsson in Stockholm zur Welt und entschied sich sehr früh für eine Karriere im Theater. Bereits im ersten Jahr als Schüler im Dramaten hatte Kåge in August Strindbergs Carl XII. eine erste kleinere Nebenrolle. Während seiner Ausbildung von 1902 bis 1906 hatte der Schauspieler dann mehrere bedeutendere Rollen und stand, unter anderem, auch mit Harriet Bosse auf der Bühne. Sein erstes festes Engagement erhielt Kåge dann unmittelbar nach seiner Ausbildung am Stora Teatern in Göteborg.

Bereits nach einem Jahr in Göteborg wurde Ivar Kåge von Albert Ranft entdeckt und stand für diesen mehrere Jahre lang auf den Bühnen Stockholms, wobei er dort insbesondere die Rolle eines Liebhabers oder eines Helden spielte. Insbesondere die Rolle eines Liebhaber war Kåge über Jahre hinweg vorbestimmt. Im Jahr 1912 kehrte Kåge jedoch an das Dramaten zurück, dem er bis 1943 treu bleiben sollte, nicht zuletzt auch deswegen, weil die Schauspieler am Dramaten die Möglichkeiten hatten auf der Bühne und im Film gleichzeitig zu arbeiten.

Ivar Kåge gehört zu jenen Schauspielern, die Film und Theater ab 1912 auf hervorragende Weise verbinden konnten und in beiden Bereichen großen Erfolg hatten, denn während Kåge im Dramaten ab den 20er Jahren einer der bedeutendsten Charakterschauspieler wurde, stand er bereits 1912 im Stimmfilm Trädgårdsmästaren unter Victor Sjöström vor der Kamera. Nach vier Stummfilmen kam für Kåge, der am 2. April 1951 in Stockholm starb, der Tonfilm. Der Schauspieler wirkte in über 50 Filmen
mit, teilsweise auch als Regisseur, ohne jedoch im Film eine bestimmte Richtung zu gehen, denn er spielte in diesen Jahren jede Art von Rolle. Neben seiner Tätigkeit im Film und auf der Bühne war Ivar Kåge auch über viele Jahre hinweg die Person, die am meisten Gedichte im Radio vortrug und vorlas.

21. Februar 1527: Der schwedische Revolutionär Knut Mikaelsson
21. Februar 1745: Der schwedische Architekt Olof Tempelman
21. Februar 1808: Der Finnische Krieg beginnt 1808 in Abborrfors (Ahvenkoski)
21. Februar 1861: Lars Levi Læstadius, der Apostel der Samen
21. Februar 1907: Der schwedische Ministerpräsident Erik Gustaf Boström
21. Februar 1950: Håkan Nesser, Kommissar Van Veeteren und Kommissar Barbarotti
21. Februar 1950: Håkan Nesser und Kommissar Van Veeteren
21. Februar 1976: Die ersten Paralympischen Winterspiele in Örnsköldsvik

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 20. Februar 2017

Die schwedische Künstlerin Idun Lovén

Als Idun Lovén am 20. Februar 1988 in Solna starb, war sie weniger als freischaffende Künstlerin bekannt, sondern ihr Name wurde sehr eng mit der Kunstschule Idun Lovén in Stockholm verbunden, die die Künstlerin bereits 1958 übernommen, mit dem Lehrfach Skulptur erweitert und zu einer der renommiertesten Kunstschulen Schwedens gemacht hatte. Erst wenige Jahre vor ihrem Tod hatte Lovén auch das Unterrichten aufgegeben und war als Direktorin der Schule zurückgetreten. Die bedeutendste Schaffenszeit Lovéns als schaffende Künstlerin liegt daher in den 50er Jahren, auch wenn Lovén bis ins hohe Alter weiterhin malte.

Idun Lovén war am 12. April 1916 als siebte Tochter eines Lehrers in Växjö zur Welt gekommen und begann erst im Alter von 21 Jahren eine Kunstausbildung in Linköping. Ihr Weg zur Kunst blieb auch nach der Grundausbildung bei Leoo Verde ungewöhnlich, da Lovén kein Studium an der Kunstakademie anstrebte, sondern von 1939 bis 1939 zur Handwerks- und Kunstindustrieschule in Oslo besuchte, sich anschließend in der Malerschule Otto Sköld in Stockholm einschrieb und ihre Ausbildung 1946 bei Isaac Grünewald vervollständigte. Mitte der 50er Jahre verbrachte die Künstlerin noch einige Monate in Paris bevor sie ganz zurück nach Schweden kam.

Auch wenn Idun Lovén vor allem als Landschaftsmalerin bekannt war, so hinterließ sie auch zahlreiche Stillleben und Porträts. Da die Künstlerin keiner klaren Kunstlinie nachging und selbst ihre Landschaftsbilder, die in Lappland, im Småland, den Schären vor Stockholm und anderen Gegenden Schwedens entstanden, nicht der akademischen Vorstellung von Kunst folgten, gelang es Lovén auch nicht sich mit ihren Gemälden in Künstlerkreisen durchzusetzen. Die große Breite ihres Schaffens und ihrer Kenntnisse waren jedoch ein enormer Vorteil bei ihrer Arbeit als Kunstpädagogin, da Lovén in der Lage war Kunst weitaus weniger in Regeln einzuschließen als andere Künstler, sondern die Kreativität förderte, was sicher auch dazu führte, dass die Kunstschule Idun Lovén so gut besucht wurde.


20. Februar 1513: Johan II. von Schweden, König für vier Jahre
20. Februar 1636: Die Entwicklung der schwedischen Post
20. Februar 1816: Anders Jönsson und die schwedische Textilindustrie
20. Februar 1856: Carl David Skogman und wie Wirtschaftspolitik Schwedens
20. Februar 1866: Der schwedische Architekt Carl Westman
20. Februar 1903: Der schwedische Maler Gotthard Werner
20. Februar 1916: Klas Pontus Arnoldson, Träger des Friedensnobelpreises
20. Februar 1917: Gustaf von Platen, journalistische Romane ohne Skandale
20. Februar 1955: Klas Östergren, das exzentrische literarische Genie

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 19. Februar 2017

Der Globen in Stockholm

Am 19. Februar 1989 wurde eines der bekanntesten Gebäude Stockholms eingeweiht, das allgemein als Globen bekannt ist, auch wenn sein Gesamtname Ericsson Globe ist, nachdem der ursprüngliche Name Stockholm Globe Arena sich nicht richtig durchsetzen konnte. Als Attraktion des Globen gilt heute allerdings weder das Bauwerk, noch die Veranstaltungen, die dort abgehalten werden, sondern die Gondeln, genannt Skyview, die 2010 den Globen vervollständigten und das Gebäude von außen erklimmen um auf einer Höhe von 85,2 Meter über der Erde einen gigantischen Ausblick zu bieten, zumindest bei schönem Wetter.

Auch wenn der Globen eigentlich aus mehreren Bauten besteht, so versteht man darunter vor allem die gigantische Kuppel, den eigentlichen Globus, der einen Durchmesser von 110,4 Metern und eine Höhe von 85,2 Meter aufweist und vor allem aus Beton, Stahl, Aluminium, Gips und Glas besteht. Noch bevor die Gondeln auf den Globen fuhren, fand man hier für einige Monate eine weitere Attraktion, ein typisches rotes schwedisches Häuschen (Stuga), das der Künstler Mikael Genberg 2009 auf der höchsten Stelle des Bauwerks errichtet hatte um einem hochmodernen Bau die schwedische Tradition hinzuzufügen, die gewissermaßen den Globen dominiert.

Der Globen in Stockholm ist eine Multiarena, die sich für die unterschiedlichsten Ereignisse eignet, angefangen von sportlichen Ausscheidungen bis zu Konzerten von Weltkünstlern. Im optimalen Fall finden im Inneren des Globen über 16.000 Personen Platz. Bei großen Ereignissen ist der Globen, der bis 2009 nur rote Zahlen einbrachte, grundsätzlich ausgebucht.Als eines der wichtigsten regelmäßigen Ereignisse im Globen zählt die jährliche Endausscheidung des Melodifestivalen, die schwedische Endausscheidung für die Teilname am Eurovision Song Contest, der sowohl im Jahr 2000, als auch 2016, ebenfalls in diesem Globus ausgetragen wurde. Beim Anflug in Bromma ist der Globen heute geradezu ein Wahrzeichen Stockholms geworden.


19. Februar 1719: Georg Heinrich von Görtz wird hingerichtet
19. Februar 1733: Der schwedische Botaniker Daniel Solander
19. Februar 1734: Nils Philip Gyldenstolpe in adeligem Kreis
19. Februar 1841: Elfrida Andrée und der frühe Feminismus Schwedens
19. Februar 1859: Svante Arrhenius, der erste schwedische Nobelpreisträger
19. Februar 1865: Sven Hedin, Abenteurer und Schriftsteller in fernen Ländern
19. Februar 1930: Kjell Espmark, ein Leben für eine unsterbliche Literatur
19. Februar 1978: Arvid Olson und die Filmanimation in Schweden
19. Februar 1990: Ingvar Carlsson wird dreimal schwedischer Ministerpräsident

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Samstag, 18. Februar 2017

Hans Larsson, Philosoph und Schriftsteller

Hans Larsson wurde am 18. Februar 1862 als Sohn eines Landwirts in Östra Klagstorp geboren und schrieb sich, nach der Hochschulreife an der Kathedralschule in Lund, an der Universität Lund ein um dort Philosophie zu studieren. Als Larsson 1893 den Doktor in Philosophie erworben hatte, wurde er auch zum Dezent in theoretischer Philiosphie an der Kronoberg Volkshochschule. Acht Jahre später, und einem Lehrauftrag in Uppsala, wurde Larsson dann im gleichen Fach zum Professor an der Universität Lund ernannt.

Der Philosoph Hans Larsson war ein starker Verfechter der Literatur und der philosophischen Denkweise der Zeit um 1880 und stellte Intuition und Ästhetik in Zusammenhang mit dem Kulturradikalismus, der diese Zeit prägte. Dabei stellte sich der Philosoph auch gegen die Denkweise von Verner von Heidenstam und Ola Hansson. Auf Grund seiner einfachen Herkunft war Larsson auch bereit die Philosophie in den Alltag zu bringen und einer breiten Schicht näher zu bringen, im Gegensatz zu Philosophen rein akademischer Herkunft. Dies verhalf Larsson auch dazu gewissermaßen eine eigene philosophische Richtung zu schaffen und die Denkweise innerhalb der Philosophie zu erneuern.

Hans Larsson gehört zu den wenigen Philosophen, die auch zur Belletristik griffen um ihre Denkweise nach außen zu tragen, wobei er mit seiner Logik, als bodenständiger Romantiker, auch gegen die Zeitströmung lief, da er die starke Nationalromantik, die immer mehr zu nationalistischen und antidemokratischen Gedanken führte, in dieser Konsequenz ablehnte. Dies zeigt sich auch sehr deutlich ab etwa 1910, als Larsson immer mehr in die politische Debatte einsteigt und seine Meinung auch in der Tagespresse ausdrückt. Dieser Charakterzug verhinderte es auch weitgehend dass Larsson, der am 16. Februar 1944 in Lund starb, innerhalb der Philosophie die Ehre erhielt, die ihm eigentlich zusteht.


18. Februar 1527: Peder Jakobsson wird als Staatsfeind hingerichtet
18. Februar 1602: Per Brahe der Jüngere und Visingsö im Vättern
18. Februar 1860: Anders Zorn, der internationalste Maler Schwedens
18. Februar 1862: Die Männergesellschaft Concordia in Örebro
18. Februar 1908: Das Dramaten in Stockholm, das Nationaltheater Schwedens
18. Februar 1928: Die schwedische Künstlerin Karin Larsson
18. Februar 1956: Ted Gärdestad und der Tod unter der Eisenbahn
18. Februar 1960: Per Hallström, der Schriftsteller der nordischen Schwermut
18. Februar 1981: Ebba von Sydow, Trendbücher die eine Generation beeinflussen

Copyright: Herbert Kårlin

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Freitag, 17. Februar 2017

Der Ritter, Jurist und Reichsrat Karl Ulfsson till Tofta

Karl Ulfsson till Tofta wurde am 17. Februar 1410 im Alter von etwa 90 Jahren im Kloster Vadstena begraben. Auch wenn sein Alter durch verschiedene Dokumente glaubhaft ist, so ist weder das Geburtsdatum, noch das Sterbedatum des Reichsrats Ulfsson till Tofta bekannt. Wenige Jahre vor seinem Tod unterzeichnete der Ritter noch im Auftrag des Königs Albrecht von Mecklenburg das Dokument das die Kalmarer Union einleitete, die knapp 126 Jahre lang die drei nordischen Reiche Schweden, Norwegen und Dänemark politisch miteinander verknüpfte.

Der Ritter Karl Ulfsson till Tofta wurde vermutlich zu Beginn des 14. Jahrhunderts als Sohn eines Reichsrats geboren und gehörte zu den wenigen Personen seiner Epoche die schreiben und lesen konnten. Diesem Umstand verdankte er es auch in Paris Jura studieren zu können, bevor er in Schweden im näheren Kreis des Hofes zu arbeiten begann. Sein wahrer Aufstieg begann jedoch erst nachdem Ulfsson till Tofta nach einer politischen Affäre des Landes verwiesen worden war und sich deswegen nach Mecklenburg begab und zur Gruppe gehörte, die Albrecht von Mecklenburg zur Krone Schwedens verhalf.

Zum Dank für seine Dienst wurde Karl Ulfsson till Tofta vom König 1364 zum Marschall und zum Vogt Stockholms ernannt. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts war der Ritter nicht nur zusätzlich der Oberste Richter im Uppland geworden, sondern er nahm auch an nahezu allen wichtigen Treffen der Zeit teil, unter anderem beim Treffen in Nyköping im Jahre 1396 (Nyköpings Recess) bei dem die Grundlage für die Kalmarer Union geschaffen wurde und Teile des schwedischen Reiches neu verteilt wurden. Auch der Königin wurde bei dieser Gelegenheit ihre Morgengabe wieder zugesprochen.


17. Februar 1347: Die Geschichte der Kupfergruben in Falun
17. Februar 1753: Schweden greift zum Gregorianischen Kalender
17. Februar 1859: Johan Lindström Saxon, der Heimatautor Närkes
17. Februar 1893: Arvid Källström, der unermüdliche Skulpteur Schwedens
17. Februar 1931: Hitler und Goebbels erhalten in Stockholm Redeverbot
17. Februar 1973: Die schwedische Sängerin Shirley Clamp
17. Februar 1992: Der einzige unaufgeklärte Polizistenmord in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 16. Februar 2017

Die schwedische Schriftstellerin Katarina von Bredow

Katarina von Bredow kam am 16. Februar 1967 als Tochter eines Typographen und dem Namen Petra Lindén in Aneby zur Welt. Mit elf Jahren kam von Bredow mit ihrer Mutter nach Jönköping, wo sie sehr bald den um 36 Jahre älteren Journalisten Einar von Bredow kennenlernte. Als die spätere Schriftstellerin 15 Jahre alt war, zog sie zu von Bredow nach Sigtuna und machte dort auch ihre Hochschulreife, ein Jahr nachdem sie von Bredow in Paris geheiratet hatte. Anschließend zog das Ehepaar nach Stockholm und Katarina von Bredow schrieb sich an der Kunsthochschule ein um dort Malerei, Zeichnen, Skulptur, Fotografie und Kunstgeschichte zu studieren, ein Studium, das sie jedoch 1989 abbrach um mit ihrem Mann für einige Jahre nach Spanien zu ziehen.

Auch wenn Katarina von Bredow bereits mit 15 Jahren begonnen hatte einen Liebesroman zu schreiben, machte sie sich erst in Spanien ernsthaft an die Arbeit diesen Roman auch fertigzustellen, der 1991 unter dem Titel Syskonkärlek (deutsch: „Ludvig meine Liebe“) erschien. Anfang der 90er Jahre hatte von Bredow auch einige Kunstausstellungen ihrer Werke, bis die Schriftstellerei die Oberhand gewann und die Kunst immer mehr in den Hintergrund geriet. Das Buch Syskonkärlek wurde von der Kritik sehr gemischt aufgenommen, da die Schriftstellerin hier ein Tabuthema gewählt hatte hatte, die Liebe zwischen Geschwistern, die die moralisch festgelegte Grenze überschreiten.

Noch in den 90er Jahren scheiterte die Ehe. Katarina von Bredow fand im 22 Jahre älteren Kjell Andersson eine neue Liebe und zog mit ihrem zweiten Mann nach Norregård, wo sie sich weiterhin der Schriftstellerei widmete. Erstaunlicherweise schrieb von Bredow nun vor allem Jugendbücher ohne je das Thema der jungen Liebe zu verlassen, ein Thema, das sie nie selbst erlebt hat und daher auch immer wieder zu Kritik führte, der Schriftstellerin jedoch auch bereits zahlreiche Jugendbuchpreise einbrachte. 2013 erschien von Bredows Buch Som jag vill vara, das ähnlich ihrem Erstlingswerk, zu einer starken Reaktion der Kritik und der Leser führte, da in diesem Buch eine 15-jährige schwanger wird und das Kind behalten will, was viele als Zeichen betrachten dass von Bredow eine christliche Abtreibungsgegnerin sei, was die Autorin allerdings nicht so sieht, auch wenn sie bei einem zweimonatigen Embryo davon spricht durch Abtreibung ein Kind zu töten.


16. Februar 1758: Der Kriegsheld Georg Carl von Döbeln
16. Februar 1862: Die politisch satirische Zeitung Söndags-Nisse
16. Februar 1869: Oscar Patric Sturzen-Becker, ein literarischer Revolutionär 
16. Februar 1880: Hjalmar Lundgren, Literatur und Lakalpatriotismus aus Norrköping 
16. Februar 1895: Fredrik August Dahlgren, der Forscher der schwedischen Sprache 
16. Februar 1945: Rudolf Värnlund, der unverstandene Arbeiterliterat 
16. Februar 1957: Ingmar Bergmans Film „Das siebente Siegel“
16. Februar 1962: Das Kriegsschiff Vasa wird in Stockholm geborgen 
16. Februar 1969: Harry Hjörne rettet die GP (Göteborgs-Posten)
16. Februar 1981: Die schwedische Leichtathletin Sanna Kallur
16. Februar 1987: Carl von Linné ersetzt König Gustav II. Adolf 
16. Februar 1999: Björn Afzelius und politische Kritik

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Mittwoch, 15. Februar 2017

Der schwedische Künstler Alfred Nyström

Als Alfred Nyström an 15. Februar 1897 im Alter von 52 Jahren in Djursholm starb, galt er als einer der bedeutendsten Skulpteure seiner Zeit, der bereits mit seinem ersten Werk den Durchbruch hatte, seiner Bellman-Statue für die August Strindberg Modell saß und bis heute in Stockholm betrachtet werden kann. Im Gegenzug findet man in Strindbergs Roman Tjänstekvinnans son (Der Sohn einer Magd) auch den Künstler, auch wenn dabei der Vorname Alfred zu Albert wurde. Neben seinen großen Skulpturen schuf Nyström auch zahlreiche Porträtbüsten von denen man einige auch im Kunstmuseum Göteborg entdecken kann.

Alfred Nyström kam am 11. März 1844 als Sohn eines Schmiedes in Medevi im Östergötland zur Welt, wobei allerdings bei der Geburt kurz nach der Hochzeit der Eltern das Gerücht kursierte, dass der wahre Vater ein Kurgast war. Auch wenn Nyström bereits als Kind deutlich seine Neigung zur Kunst zeigte, so war er, aus finanziellen Gründen, gezwungen, ohne längere Schulbildung sehr früh als Schmied zu arbeiten. Dass Nyström 1866 bei Johan Peter Molin an der Kunstakademie in Stockholm Skulptur studieren konnte, verdankte er Axel Dickson, dem Besitzer des edlen Gutes des Ortes, denn dieser hatte die Fähigkeiten Nyströms früh erkannt und sollte ab der frühen Jugend des späteren Künstlers sein Mäzen sein.

Nach dem Erfolg mit seiner ersten Statue studierte Alfred Nyström drei Jahre lang in München, wo er für eines seiner Werke den ersten Preis erhielt, und arbeitete dann von 1875 bis 1884 in Rom, wobei er diese Aufenthalte ebenfalls seinem Mäzen Dickson verdankte. 1885 kehrte Nyström dann endgültig nach Stockholm zurück und stellte dort mehrmals seine Werke aus. 1889 wurde Nyström auch in die Kunstakademie gewählt und hatte damit die höchste Stufe eines Künstlers erreicht. Allerdings sind nicht alle seine Skulpturen wirklich künstlerische Werke, denn für seine Versorgung stellte Nyström auch zahlreiche Gebrauchsskulpturen und Porträtbüsten her.


15. Februar 1362: Håkan Magnusson, der König auf verlorenem Posten
15. Februar 1700: Casten Rönnow und das älteste Herbarium Schwedens
15. Februar 1794: Olof Celsius der Jüngere, Philosoph und Politiker
15. Februar 1819: Jacob Axelsson Lindblom, ein besonderer Bischof Schwedens
15. Februar 1820: Der schwedische Ministerpräsident Arvid Posse
15. Februar 1893: Hans von Euler-Chelpin erhält den Nobelpreis in Chemie
15. Februar 2004: Hasse Ekman, Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautor 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 14. Februar 2017

Der schwedische Künstler Carl Brandt

Carl Brandt kam am 14. Februar 1871 als Sohn eines Schneiders und unter dem Namen Carl Svensson in Locketorp zur Welt und begann nach der Grundschule eine Lehre als Maler. Mit 18 Jahren richtete sich der Handwerker dann eine Werkstadt in Örebro ein und machte sich selbständig. Bereits um diese Zeit begann er, parallel zum Handwerk, auch Gemälde in Aquarell und in Pastell zu malen, die ihm ein zusätzliches Einkommen brachten, das bald die Einnahmen aus dem Handwerk überstieg.

Im Jahre 1890 änderte der Künstler seinen Namen von Carl Svensson in Carl Brandt, ein Name, der ab dieser Zeit auch in sämtlichen Kirchenbüchern zu finden ist. Als Brandt dann vier Jahre später die adelige Ida Rudbeck heiratete, war er bereits ein anerkannter Künstler und hatte das Handwerk zur Seite gestellt. Brandt hatte sich vor allem einen Namen als Landschaftsmaler gemacht, wobei bei seinen Bildern die schwedische Landschaft mit seinen roten Häuschen am See, umgeben von einem Tannenwald, dominierte, oft verbunden mit einem Sonnenuntergang, der geradezu ein Zeichen des Künstlers wurde.

Als zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Schweden immer mehr Ansichtskarten geschrieben wurde, erhielt auch Carl Brandt zahlreiche Aufträge für Ansichtskarten mit Landschaften. Insgesamt verwirklichte der Künstler im Laufe seines Leben rund 200 Ansichtskarten. Nach dem Tod seiner Frau zog Brandt für einige Jahre nach Stockholm, wo er seine zweite Frau traf, mit der er 1912 nach Hässelby zog um dort sein Atelier einzurichten. In Hässelby entstanden dann nicht nur einige der interessantesten Gemälde der Künstlers, sondern Brandt war dort auch in zahlreichen Vereinen aktiv. Im dortigen Kino findet man noch heute ein Wandgemälde des Künstlers, der am 13. Februar 1930 an einem Gallenleiden in Stockholm starb.


14. Februar 1805: Carl Eneas Sjöstrand und das finnische Kalevala
14. Februar 1844: Der schwedische Ministerpräsident Robert Themptander 
14. Februar 1900: Bengt Helldal, der fitte Arzt aus Falkenberg
14. Februar 1944: Schwedens bester Formel 1 Fahrer stirbt nach Unfall
14. Februar 1947: Die schwedische Schriftstellerin Majgull Axelsson
14. Februar 1960: Sven Lidman, ein Nihilist wird zum Autor von Psalmen
14. Februar 1995: Metro, die kostenlose Tageszeitung Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 13. Februar 2017

Die schwedische Uhrmacherin Betty Linderoth

Betty Linderoth, geborene Cedergren, kam am 13. Februar 1822 als Tochter eines Urmachers in Stockholm zur Welt und lernte in der Werkstadt des Vaters den Beruf einer Uhrmacherin, was um jene Zeit sehr ungewöhnlich war. Auf Grund des ständigen Mobbings der anderen, ausschließlich männlicher Lehrlinge, schnitt sich die junge Frau dann die Haare kurz und kleidete sich wie die männlichen Lehrlinge, was ihr eine gewisse Achtung einbrachte. Allerdings sollte Linderoth später nicht die Firma des Vaters übernehmen, sondern einen anderen Weg einschlagen.

Mit 22 Jahren heiratete nämlich Betty Cedergren den Uhrmacher Gustaf Wilhelm Linderoth, der seine Ehefrau zum Werkstattmeister in seiner Werkstätte in Stockholm machte. Die junge Frau hatte nun nicht nur die Aufgabe Uhren herzustellen oder zu justieren, sondern sie war auch für die Ausbildung von Lehrlingen zuständig. In dieser Aufgabe gelang es ihr acht Frauen für den Beruf eines Uhrmachers zu gewinnen und damit auch Frauen den Weg in diesen Beruf zu öffnen. Linderoth machte in diesen Jahren auch Studienreisen nach Paris und vor allem in die Schweiz um alle Geheimnisse eines Uhrmachers zu erforschen, was sich auch auszahlte, denn bald gehörten auch Prinzessin Eugénie und Josefina von Leuchtenberg zu ihren Kunden.

Als ihr Ehemann 1871 starb, übernahm Betty Linderoth das Geschäft, das mittlerweile zum Hoflieferant aufgestiegen war, bis sie es 1884 an den Adoptivsohn ihres Sohnes weitergab. Betty Linderoth war jedoch nicht nur die Hofuhrmacherin des Königs Oscar II., sondern sie sie war auch die erste Schwedin, die ihre Arbeiten 1862 in der Weltausstellung in London präsentiert und dafür einen Preis erhalten hatte. Als sich Betty Linderoth,  die am 10. Dezember 1900 in Stockholm starb, bereits von der aktiven Tätigkeit zurückgezogen hatte, wurde sie als erste Frau Schwedens Ehrenmitglied in der Uhrmachergesellschaft in Stockholm und in die die Schwedische Uhrmachergesellschaft aufgenommen und schuf Frauen damit einen offiziellen Platz in einem Gewerbe in dem sie selbst anfangs nur geduldet war.


13. Februar 1660: Karl X. Gustav stirbt an einer Blutvergiftung
13. Februar 1834: Der schwedische Künstler Alfred Wahlberg
13. Februar 1843: Der schwedische Künstler Georg von Rosen
13. Februar 1950: Die schwedische Schauspielerin Eva Britt Remaeus
13. Februar 1995: Metro, die kostenlose Tageszeitung Schwedens
13. Februar 2003: Tore Fredrik Wretman und die schwedische Kochkunst

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Sonntag, 12. Februar 2017

Der schwedische Dokumentarfilmer Ebbe Gilbe

Ebbe Gilbe kam am 12. Februar 1940 in Örgryte, heute ein Stadtteil Göteborgs, zur Welt und begann nach Abschluss der Schulzeit erst als Gärtner zu arbeiten, bildete sich jedoch später zum Pfleger in der Psychiatrie aus und arbeitete dann im Krankenhaus Vipeholm in Lund. In seiner Freizeit interessierte sich Gilbe vor allem für den Film. Ohne in diesem Bereich eine Ausbildung zu machen, begann Gilbe 1970 dann für die neu gegründete Fernsehanstalt TV2 als Filmer zu arbeiten.

Sehr schnell war Ebbe Gilbe ein bekannter Name unter Dokumentarfilmern, denn er nahm seine Themen aus den eigenen Erfahrungen und zeigte Menschen in besonders ausgesetzten Situationen. Seine Filme beleuchteten Behinderte, Autismus, Personen, die in ihrer Entwicklung zurückgeblieben waren und andere Gruppen, die vorher kaum Gehör gefunden hatten. Gilbe wagte sich an Themen, die oft als Tabu betrachtet wurden und ihm auch den Ruf brachten der merkwürdigste Dokumentarfilmer Schwedens zu sein. Seine Arbeiten leiteten jedoch ein Umdenken ein und ermöglichte einer nahezu ausgestoßenen Gruppe an Menschen eine Rückkehr in das normale Leben und zur Anerkennung.

Im Jahre 1988 verwirklichte Ebbe Gilbe dann seinen ersten Langfilm Så går ett år und wählte dabei den Ort Sjöbo in Skåne (Schonen) der während der Dreharbeiten in die nationale Presse geriet, da man dort eine Volksbefragen zur Aufnahme von Flüchtlingen  durchführte. Nach 20 Jahren beim öffentlich rechtlichen Fernsehen machte sich Gilbe als Filmer selbständig, ohne jedoch seine Linie als Dokumentarfilmer aufzugeben, wobei insbesondere ein dreiteilige Serie über Autismus eine breite Öffentlichkeit ansprach. Der letzte Film Gilbes entstand im Jahre 2007 mit dem Titel Drömmen om det goda livet, der die Ferieninsel Rügen zum Thema hatte. Sein folgendes Projekt blieb auf Grund seines plötzlichen Todes am 29. April 2008 in Kristianstad unvollendet.


12. Februar 1579: Der Psalmenverfasser Laurentius Petri Gothus
12. Februar 1771: Adolf Fredrik stirbt an einer Lebensmittelvergiftung
12. Februar 1849: Der schwedische Schriftsteller Carl von Zeipel
12. Februar 1959: Die schwedische Sängerin Susanne Alfvengren
12. Februar 1972: Die schwedische Sängerin Sophie Zelmani

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Samstag, 11. Februar 2017

Ebba Busch Thor und die Christdemokraten Schwedens

Ebba Busch Thor, eigentlich Ebba-Elisabeth Busch, geborene Busch-Christensen, kam am 11. Februar 1987 als Tochter eines norwegischen Vaters und einer schwedischen Mutter in Gamla Uppsala zur Welt und besuchte erst die extrem konservative Grundschule Livets Ord, die von der Schulinspektion häufig kritisiert wurde weil man dort den blinden Religionsglauben ins Zentrum setzt. Anschließend besuchte Busch Thor die renommierte Kathedralschule in Uppsala, wo sie auch die Hochschulreife ablegte. Da Busch Thor nur in der Politik eine Zukunft sah, schrieb sie sich nach der Hochschulreife an der Universität Uppsala für Friedens- und Konfliktwissenschaft ein, ohne jedoch das Studium abzuschließen.

Der Lebenslauf von Ebba Busch Thor ist kaum nachzuvollziehen, da sie in ihren Erzählungen immer wieder Lücken lässt. Sicher ist jedoch dass sie beim Europapolitiker Kars Wohlin ein Praktikum machte und vor den Wahlen des Jahres 2010 als politische PR-Beraterin arbeitete. Mit einem klaren Ziel in Augen nutzte die Politikerin jede Schwäche ihrer „Gegner“ zu ihren Gunsten und machte sich sehr früh bei den Christdemokraten Schwedens einen Namen. Von 2008 bis 2011 war Busch Thor Vorsitzende des Jugendverbands der Partei und 2010 wurde sie, nach einer gezielten Aktion gegen ihren Vorsitzenden und dank eines Bloggs, die jüngste gewählte Christdemokratin im Wahlkreis Uppsala.

Ab dieser Zeit strebte Ebba Busch Thor auch den Vorsitz der Partei an und hatte eine klare Strategie, die es ihr ermöglichte, zumindest indirekt, den Parteivorsitzenden Göran Hägglund zum Rücktritt zu bringen und 2015 selbst an die Spitze der Kristdemokraterna zu gelangen. Nachdem bereits Hägglund mit seiner Politik immer mehr Wähler verloren hatte, glaubte Busch Thor durch eine sehr konservative Familien- und Flüchtlingspolitik diesen Niedergang zu wenden. Da die Politikerin jedoch nur an sich selbst zu glauben scheint und die Meinung der Parteibasis wenig beachtet, gelang es Busch Thor bisher nur die Partei nahezu ins Abseits zu steuern, da sie bei der aktuellen Wählerunterstützung, die bei drei bis knapp unter vier Prozent liegt, auf keinen Fall den Sprung ins Parlament machen kann.


11. Februar 1700: Der Beginn des Großen Nordischen Krieges
11. Februar 1744: Hedvig Taube, die erste offizielle Maitresse Schwedens 
11. Februar 1774: Hans Järta, revolutionäre Schriften und die Wandlung
11. Februar 1795: Carl Michael Bellman, der Nationalskalde Schwedens 
11. Februar 1795: Carl Michael Bellman, der Außenseiter unter den Skalden
11. Februar 1842: Der schwedische Ministerpräsident Erik Gustaf Boström
11. Februar 1874: Elsa Beskow, jedes Jahr ein neues Kinderbuch 
11. Februar 1876: Anders Bjurholm und die schwedischen Bierflaschen 
11. Februar 1958: Bertil Malmberg und die göttliche Lyrik
11. Februar 1978: Harry Martinson, ein Nobelpreisträger begeht Selbstmord 
11. Februar 2007: Marianne Fredriksson und die christliche Frauenliteratur Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 10. Februar 2017

Der schwedische Regisseur Lars-Eric Kjellgren

Als Lars-Eric Kjellgren am 10. Februar 2003 in Stockholm starb, gehörte er bereits zu jenen Regisseuren, die von der Masse des Volkes nahezu vergessen waren, obwohl Kjellgren in den 50er Jahren einer der bedeutendsten Regisseure Schwedens war, der zudem oft auch die Manuskripte für seine Filme geschrieben hatte. Dabei müsste Kjellgren auch heute eine Wiedergeburt erleben, denn die Themen seiner Filme entsprechen jenen zahlreicher moderner Erfolgsfilme, die die Gesellschaftsprobleme des heutigen Schwedens hervorheben, Themen, die heute noch genauso aktuell sind wie in den 50er Jahren.

Lars-Eric Kjellgren war am 28. August 1918 in Arvika im Värmland zur Welt gekommen und begann, nach Beendigung seines Studiums in Uppsala und Stockholm, ab 1943 als Korrektor für Filmmanuskripte und Aufnahmeleiter für Ingmar Bergman, Alf Sjöberg und Gustaf Molander, bei der Svensk Filmindustri zu arbeiten. Nur drei Jahre später war Kjellgren dann Regisseur für den Film Tappa inte sugen, einen der besten Musical- und Tanzfilme, die je in Schweden produziert wurden und bei der Kritik und dem Publikum entsprechend aufgenommen wurde. Kjellgren verwirklicht noch einige dieser leicht verdaulichen Publikumserfolge, entschloss sich dann jedoch seinen persönlichen Weg als Regisseur zu gehen.

Mit dem Film Medan staden sover, nach einer Idee Ingmar Bergmans, verwirklicht Lars-Eric Kjellgren 1950 seinen ersten gesellschaftskritischen Film, der dem Film Dröm Vidare des Jahres 2017 gleichgestellt werden kann. Kjellgren bleibt in den Folgejahren bei der Gesellschaftskritik und zeichnet sich durch eine ungeahnte Stärke aus bei der auch die Schauspieler voll in ihren Rollen aufgehen. Weitaus weniger Stärke zeigen dann die Filme Kjellgrens der 60er Jahre, da er sich in dieser Zeit der Nouvelle vague anschließt, die von Frankreich aus auch die schwedische Produktion erobert. Allerdings ging Kjellgren in den 60er Jahren auch zum Fernsehen über, das nach Publikumserfolgen suchte und den Regisseur thematisch teilweise in die Anfangszeit seines Schaffen zurückführte.


10. Februar 1050: Ingegerd Olofsdotter, eine russisch-orthodoxe Heilige aus Schweden
10. Februar 1306: Torgils Knutsson, der Gründer Viborgs
10. Februar 1858: Nils Lovén, der schreibende Priester Skånes
10. Februar 1881: Pauline Brunius, die erste Frau, die das Dramaten leitete
10. Februar 1914: Karl Staaff tritt mit der liberalen Regierung zurück
10. Februar 2013: Der Lomma Kanal am Öresund 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 9. Februar 2017

Die Stiftung Arbetarbostadsfonden

Am selben Tag als man in Stockholm die Genesung des Königs Oscar I. mit einem großem Feuerwerk feierte, also am 9. Februar 1853, wurde der Grundstein für die Stiftung Arbetarbostadsfonden gelegt, der bis heute in der schwedischen Hauptstadt Wohnungen ausschließlich an Arbeiter vermietet, vorausgesetzt sie haben keine Schulen und ein Einkommen, das dreimal so hoch ist wie die festgesetzte Miete. Gegenwärtig handelt es sich um 1415 Wohnungen in Stockholm, was dazu führt dass die Chance dort eine Wohnung zu finden allerdings sehr gering ist.

Arbetarbostadsfonden ist Schwedens älteste Stiftung, die Wohnungen baut und verwaltet, allerdings nur in Stockhom aktiv ist. Das Geld für die Stiftung in Höhe von 15.200 Reichstalern kam durch eine Sammlung zustande, da sehr viele wohlhabende Stockholmer um diese Zeit die Bewegung unterstützen wollten die Slums der schwedischen Hauptstadt zu beseitigen, was nur möglich war den Ärmsten der Stadt eine Wohnung zu beschaffen. Das erste Haus des Arbetarbostadsfonden entstand nur wenig später am Rande Södermalms und bot die ersten 16 Wohnungen für Arbeiterfamilien, die jeweils einen Raum und eine Küche hatten. Seit 1926 gehört dieses erste Haus der Stiftung der Stadt Stockholm und wurde natürlich modernisiert.

Im Laufe der Jahre entwickelte sich der Arbetarbostadsfonden, trotz zahlreicher Probleme des Wohnungsbaus, denn auch wenn das Ziel eine Art Gleichstellung von Arbeitern und Bürgern hinsichtlich der Wohnungen als Ziel gesehen wurde, so stiegen die Baupreise im Zentrum der Stadt so bedeutend an, dass die Stiftung beim Kauf der Grundstücke oder Gebäude immer weiter an den Stadtrand gedrängt wurde. Seit 2006 ist der Arbetarbostadsfonden nun eine private Stiftung, was für die Mieter erhebliche Vorteile mit sich bringt, denn dadurch müssen sämtliche Einnahmen in der Stiftung bleiben damit mit diesem Geld der Unterhalt und die Reparationen finanziert werden können.

9. Februar 1772: Frans Michael Franzén, vom modernen Dichter zum Bischof
9. Februar 1772: Frans Michael Franzén, vom Skalde zum Bischof
9. Februar 1910: Das Alkoholmonopol in Schweden
9. Februar 1916: Helmer Linderholm und der historische Roman Schwedens
9. Februar 1946: Der Frukostklubben, noch heute eine Legende Schwedens
9. Februar 1974: Der schwedische Orientalist Henrik Samuel Nyberg
9. Februar 1996: Der Vinterparken (Winterpark) in Östersund

Copyright: Herbert Kårlin