Freitag, 2. Dezember 2016

Die Älvsereds kyrka im Halland

Die aktuelle Älvsered kyrka, die Kirche des Ortes Älvsered im Halland, wurde am 2. Dezember 1838 eingeweiht, eine kleinere Holzkirche in neoklassischem Stil, die auf einem kleinen Hügel in Toppered liegt. Um diese Zeit wurden die meisten Kirchen Schwedens bereits in Stein gebaut, was jedoch bei dieser Kirche gar nicht erst in der Diskussion stand, denn die Kirchengemeinde war sehr klein und sehr arm. Um eine neue Kirche zu bekommen, konnte man daher nur zu jedem Material greifen das in der Umgebung reichlich vorhanden war, nämlich zu Holz.

Natürlich war die Älvsereds kyrka nicht die erste Kirche der Gemeinde, sondern nur zwei Kilometer entfernt hatte man bereits im 13. Jahrhundert eine Holzkirche gebaut, die jedoch abgerissen wurde als die heutige Kirche entstand. Über diese erste Kirche ist relativ wenig bekannt und heute erinnert nur noch ein Erinnerungsstein an das Gebäude und hin und wieder werden dort auch noch Freilichtgottesdienste abgehalten. Die Verbindung zwischen der alten und der neuen Kirche bilden jedoch vor allem zwei Gegenstände, die von besonderem Interesse sind und in beiden Kirchen einen wichtigen Platz einnahmen.

Neben einem einzigen Messingleuchter des 18. Jahrhunderts, der noch von der alten Kirche kommt, findet man in der Älvsereds kyrka ein Taufbecken aus dem 13. Jahrhundert, das im Nachbarort Fagered hergestellt wurde, einer bedeutenden Werkstatt für Taufbecken des Mittelalters. Der historisch bedeutendste Schatz der Älvsered kyrka ist jedoch eine der beiden Kirchglocken, die im 14. Jahrhundert von Meister Håkan gegossen wurde, denn hierbei handelt es sich um eine der ältesten noch erhaltenen Kirchglocken Schwedens, die sogar noch mit Runenzeichen versehen ist, die in diesem Jahrhundert schon von der lateinischen Schrift ersetzt worden war, aber noch vereinzelt verwendet wurde.


2. Dezember 1766: Schweden verfügt über das erste Gesetz zur Pressefreiheit
2. Dezember 1836: Der Politiker und Erzbischof Carl von Rosenstein
2. Dezember 1933: Der Schauspieler, Dichter und Revueschreiber Kent Andersson
2. Dezember 1941: Ellen Palmstierna und der Kampf für eine andere Zukunft
2. Dezember 1961: Fredrik Böök verändert die literarische Landschaft Schwedens
2. Dezember 1996: Tomas Tranströmer bekommt Augustpriset und Nobelpreis
2. Dezember 2005: Der Komiker, Sänger und Schauspieler Mikael Dubois 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Die Hängebrücke Högakustenbron (Hochküstenbrücke)

Wer heute die E4 nach Norden nimmt kommt etwa 30 Kilometer nach Härnösand auf die Högakustenbron (Hochküstenbrücke) und wird vermutlich am Ende der 1867 Meter langen Brücke als erstes den Parkplatz anfahren um die atemberaubende Aussicht zu genießen und einige Fotos zu machen, denn nicht nur die Brücke ist ein gigantisches Wunderwerk des Brückenbaus, sondern auch die Höhe von knapp 200 Metern lässt die Höga Kusten (Hohe Küste) geradezu fühlen, ein Naturwunder, das die Landhebung nach der letzten Eiszeit ermöglichte, einer Entwicklung, die bis heute nicht abgeschlossen ist.

Bereits 1993 hatte man mit dem Bau der Högakustenbron begonnen und erst vier Jahre später war das über zwei Milliarden Kronen kostende Bauwerk fertiggestellt. Als dann am 1. Dezember 1997 die ersten Fahrzeuge über die Hochküstenbrücke fahren durften, atmeten alle Spediteure, die auf dieser Strecke verkehrten, auf, denn schwere Lastwagen waren vorher dazu gezwungen einen Umweg von etwa 40 Kilometern zu fahren, und dies auf den engen und sehr gewundenen Straßen der Region, da nur kleinere Fahrzeuge die etwas näher liegende Sandöbron nutzen konnten, was einem Umweg von acht Kilometern entsprach.

Wer die Högakustenbron etwas näher betrachtet, wird sehr schnell entdecken, dass diese Brücke die Golden Gate Bridge in San Francisco als Vorbild hatte und teilweise auch die gleichen Techniken benutzte wurden, die sich bereits in Kalifornien bewährt hatten, ergänzt von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Seit die Brücke für den Verkehr geöffnet wurde, musste sie bisher nur ein einziges Mal für den Verkehr gesperrt werden, als 2007 bei einem Sturm ein Anhänger auf der Brücke umkippte. Nur einige hundert Meter von der Brücke entfernt, die hoch über dem Fluss Ångermanälven liegt, beginnt (oder endet) auch der 128 Kilometer lange Wanderweg Höga Kusten, der das Weltkulturerbe Höga Kusten von einer besonderen Warte aus entdecken lässt.


1. Dezember 1374: Magnus Eriksson und das Problem mit Skåne
1. Dezember 1751: Johan Henric Kellgren und die Svenska Akademien
1. Dezember 1856: Die erste staatliche Eisenbahn in Schweden
1. Dezember 1859: Das Södra Teatern in Stockholm 
1. Dezember 1879: Viran Rydkvist und das schwedische Theater
1. Dezember 1900: Die schwedische Bevölkerung zur Jahrtausendwende 1900
1. Dezember 1934: Der schwedische Adventskalender
1. Dezember 1947: Der schwedische Musiker Pierre Isacsson
1. Dezember 1960: Der erste Adventskalender im schwedischen Fernsehen 
1. Dezember 1966: Der Weihnachtsbock in Gävle brennt nieder 

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Mittwoch, 30. November 2016

Der samische Schriftsteller Johan Turi

Johan Turi, dessen Familienname auch Thuuri und Thuri geschrieben wird, starb am 30. November 1936 im nordschwedischen Jukkasjärvi. Wer im dortigen Friedhof seinen Grabstein sucht, kann darauf lesen „Samernas författare“, der Schriftsteller der Samen, eine Aussage, die die Leistungen Turis für die samische Kultur kaum besser beschreiben könnte, denn Turi gilt als der Nationalskalde der Volksgruppe und ist der erste Schriftsteller der Samen, der zum einen in der samischen Sprache schrieb, zum anderen über das Leben dieses Volkes schrieb, das Zeit seines Lebens nur diskriminiert wurde und für schwedischen Autoren ein Randthema war.

Johan Turi war am 10. März 1854 im norwegischen Kautokeino zur Welt gekommen und kam, wie viele andere Samen zu Beginn der 80er Jahre nach Schweden, nachdem die Russen 1852 die Grenzen nach Finnland auch für Rentiere geschlossen hatten, und er ließ sich im Samendorf Talma nieder. Obwohl Turi keinerlei Schulbildung hatte, hatte er sehr früh den Wunsch ein Buch über das Leben der Gebirgssamen zu schreiben. Diesen Wunsch konnte sich Johan Turi erst 1910 erfüllen, denn erst musste Turi das Schreiben erlernen und anschließend auch noch mit den Vorurteilen der eigenen Volksgruppe kämpfen, denn die Idee ein Buch zu schreiben, fand man absurd, da man ein Buch über das samische Leben um diese Zeit kaum in Schweden veröffentlichen konnte und die Idee daher geradezu als unsinnig betrachtet wurde.

Johan Turis erstes Werk, Muitalus sámiid birra, wäre vermutlich für immer ein Traum geblieben, wenn er nicht 1904 die dänische Schriftstellerin Emilie Demant-Hatt kennengelernt hätte, denn Turi half der Schriftstellerin dabei ein Jahr lang unter den Samen leben zu können, und sie versprach ihm dafür ihm bei seinem Buch zu helfen. 1907 zog die Schriftstellerin dann für einige Monate zu Turi und half ihm nicht nur bei der Arbeit an seinem Buch, sondern sortierte auch die unzähligen Aufzeichnungen und bat Hjalmar Lundblom, einen ihrer Freunde, das Buch, dem sie eine dänische Übersetzung beifügte, zu veröffentlichen. Diesem Werk, das Johan Turi auch bebilderte, sollten noch zwei weitere Bücher folgen, die dabei halfen die samische Kultur besser zu verstehen und späteren samischen Schriftstellern den Weg öffnete.


30. November 1718: Karl XII., der „Kriegskönig“ Schwedens
30. November 1833: Artur Hazelius, das Nordische Museum und Skansen
30. November 1868: August Blanche und das Stockholmer
30. November 1888: Die Markthalle auf Östermalm in Stockholm
30. November 1977: 67 Häuser verschwinden bei einem Erdrutsch bei Göteborg
30. November 2005: Der Komiker, Sänger und Schauspieler Mikael Dubois
30. November 2010: Der Kåldolmens dag, der schwedische Tag der Kohlrouladen 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 29. November 2016

Der schwedische Erzbischof Johannes Canuti Lenaeus

Johannes Canuti Lenaeus wurde am 29. November 1573 in Lena im Uppland als Sohn eines Hofpredigers geboren und studierte nach dem Besuch der Kathedralschule in Uppsala ab 1597 Theologie und Philosophie an der Universität Uppsala. Nach zwei Jahren in Uppsala wechselte Lenaeus für einige Jahre an die Universität in Wittenberg, da dort die neusten philosophischen Strömungen unterrichtet wurden. Gleichzeitig mit Johannes Rudbeckius wurde Lenaeus jedoch zwei Jahre später nach Schweden zurückgerufen um zu erklären welche tatsächlichen Beziehungen er zu den mutmaßlichen Feinden von Herzog Karl, dem späteren Karl IX. hatte.

Johannes Canuti Lenaeus und Johannes Rudbeckius, die beide gleichzeitig Professoren an der Universität Uppsala waren, gehörten zur Gruppe der Neoaristotelisten und widersetzten sich daher der Gruppe der konservativen Gruppe an der Universität, was sich insbesondere auch dadurch ausdrückte, dass Lenaeus die staatliche und die kirchliche Macht trennen wollte und auch davon ausging, dass die reine Logik auch innerhalb der Theologie ihre Gültigkeit habe. Diese damals moderne Warte innerhalb der Theologie machte Lenaeus weit über die Grenzen Schwedens hinaus bekannt und sein Werk De Veritate et Excellentia Christianae Religionis, Brevis informatio im Jahre 1638 wurde daher in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Obwohl Johannes Canuti Lenaeus sich gegen den Versuch des Königs und des Adels wehrte, die mehr Einfluss auf die Kirche ausüben wollten, und obwohl der Theologe kein echter Neuerer der Lehre war, gilt er als eine wichtige Figur während des Beginns der Großmachtszeit Schwedens, da er zu jenen Personen gehörte, die mit der früheren konservativen Strömung der Theologie abgeschlossen hatten. Trotz bedeutenden Widerstands wurde Lenaeus 1647 zum Erzbischof Schwedens ernannt und stand damit auch dem Königshaus nahe. In der Eigenschaft als Erzbischof krönte der Theologe auch Königin Kristina und Karl X. Gustav. Nach seinem bedeutendsten Werk De jure Regio, zeigte ihm zwar Königin Kristina vorübergehend die kalte Schulter, da sich Lenaeus in diesem Werk für die konstitutionelle Theokratie ausgesprochen hatte, aber da das Werk von sämtlichen Priestern des Landes, die nicht in den Adelsstand aufgenommen worden waren, als Meisterwerk betrachtet wurde, war der Erzbischof ab dieser Zeit gewissermaßen unantastbar und ein wichtiges Bindeglied zwischen Adel und Volk.


29. November 1772: Der schwedische Philosoph Carl Mesterton
29. November 1927: Das erste Telefongespräch von Stockholm nach New York
29. November 1937: Tom Trana, mit Volvo und einer Kurventechnik zum Erfolg
29. November 1940: Die Gründung des Studienverbands Medborgarskolan
29. November 1958: Der schwedische Sänger und Musiker Orup
29. November 2011: Marianne Zetterström, die Autorin der wenigen Worte

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Montag, 28. November 2016

Die deutsch-schwedische Künstlerin Lotte Laserstein

Lotte Laserstein kam am 28. November 1898 als Tochter eines Apothekers in Preußisch Holland, dem heutigen Polen, zur Welt, wuchs jedoch mit ihrer Mutter in Dresden und Berlin auf, da der Vater bereits 1902 starb. Als Laserstein 1927 ihr Kunststudium in Berlin abgeschlossen hatte, machte sich die Künstlerin einen Namen als Porträtmalerin und entwickelte sich zu einer der bedeutendsten Vertreterinnen der Malerei der Weimarer Republik. Ihrem Aufstieg sollte jedoch ihre jüdische Herkunft der Nationalsozialismus in Deutschland ein Ende setzen, denn ab 1933 wurde es für Laserstein nicht nur immer schwieriger Aufträge zu erhalten, sondern an Ausstellungen war nun nicht einmal mehr zu denken.

Eine Ausstellung in der Galerie Moderne in Stockholm im Jahre 1937 sollte dann das Leben von Lotte Laserstein von Grund auf verändern, denn durch eine Scheinehe gelang es ihr die schwedische Staatsbürgerschaft zu erhalten und konnte sich als Künstlerin in Stockholm niederlassen. Da sie jedoch keine Genehmigung erhielt ihre Mutter nachzuholen, starb diese 1943 im Konzentrationslager Ravensbrück, einer der Gründe warum Laserstein auch nach dem Krieg nicht mehr Deutschland zurückkehren wollte. Auch in Schweden arbeitete Laserstein vor allem an Porträts, die, unter vielen anderen, auch Torgny Segerstedt und Natanael Beskow darstellen.

Allerdings gelang es Lotte Laserstein bis zu ihrem Lebensende am 21. Januar 1993 in Kalmar nicht mehr an den Erfolg der beginnenden 30er Jahre anzuknüpfen, denn auch wenn eine Ausstellung im Jahre 1987 in London Aufmerksamkeit erweckte, so sollte Laserstein erst 2005 wieder in aller Munde sein, als das Judiska Museet in Stockholm ihre Gemälde ausstellte und parallel dazu die deutsch-schwedische Nobelpreisträgerin Nelly Sachs würdigte und dabei auf das Problem von Künstlern während der Diktatur Hitlers aufmerksam machte. Als dann 2010 eines der Meisterwerke Lasersteins bei Sotheby's in London angeboten wurde, ging das Gemälde „Abend über Potsdam“ für knapp fünf Millionen Kronen an die Neue Nationalgalerie in Berlin, wo das Meisterwerk noch heute zu finden ist.


28. November 1718: Hedvig Charlotta Nordenflycht, die erste Feministin Schwedens
28. November 1773: Die Adolf-Friedrich-Kirche (Adolf Fredriks Kyrka) in Stockholm
28. November 1793: Carl Jonas Love Almqvist, ein Revolutionär zur falschen Zeit
28. November 1811: Oscar Patric Sturzen-Becker, ein literarischer Revolutionär
28. November 1898: Die schwedische Lebensrettungsgesellschaft
28. November 1906: Oskar Andersson, der erste Comiczeichner Schwedens
28. November 1927: Die Komponistin und Musikerin Gullan Bornemark 
28. November 1935: Der schwedische Künstler Georg Pauli
28. November 1972: Prinzessin Sibylla von Sachsen-Coburg-Gotha

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 27. November 2016

Der schwedische Glaskünstler Vicke Lindstrand

Vicke Lindstrand kam am 27. November 1904 mit dem Vornamen Viktor als Sohn eines Malers in Göteborg zur Welt und machte nach dem Hauptschulabschluss eine Lehre als Buchbinder, was ihn jedoch wenig begeisterte, denn noch 1918 schrieb er sich in Abendkursen der Schule der Slöjdföreningen ein um sich zum Werbezeichner auszubilden zu lassen. Nach Ende der Ausbildung zeichnete Lindstrand acht Jahre lang Werbeschilder und arbeitete zudem als Karikaturist für die Göteborgs-Posten und die Göteborgs Handels- och Sjöfartstidning. Als Lindstrand 1928 den Glasdesigner Simon Gate traf, sollte der Künstler jedoch seine Berufung finden, denn Gate verhalf ihm zu einer Anstellung bei der Glashütte Orrefors.

Die erste Zeit arbeitete Vicke Lindstrand in verschiedenen Bereichen von Orrefors und arbeitete, unter anderem, auch mit Edward Hald und Elsa Gullberg zusammen. Sehr bald begann er jedoch mit den verschiedensten Glastechniken zu experimentieren und erneuerte die Techniken die bis dahin bei Orrefors angewendet wurden. Der Durchbruch kam für Lindstrand dann bereits im Jahre 1939, denn nachdem er zwei Jahre vorher bereits die Glasfenster des Konzerthauses in Göteborg und die Fenster der Dreifaltigkeitskirche in Gävle geschaffen hatte, stellte er nun das Fenster Tekniken och Framtiden bei der Pariser Weltfachausstellung und schuf seine erste Skulptur, einen Springbrunnen aus Kristall, den er im gleichen Jahr in der Weltausstellung in New York präsentierte.

Auch als Vicke Lindstrand zwölf Jahre später zu Upsala-Ekeby AB wechselte und 1950 dann zur Glashütte Kosta als künstlerischer Direktor kam, blieben die Skulpturen des Künstlers im Zentrum seines Schaffens. In diesem Zusammenhang darf man nicht vergessen dass der in New York ausgestellte Springbrunnen drei Meter hoch war und sechs Tonnen wog, zudem das Kristall einen geheimen Schimmer ausstrahlte. Es war daher nicht verwunderlich dass Lindstrand dann 1964 in Stuttgart die neun Meter hohe Nadel des Ikaros herstellen durfte und der Künstler 1967 mit der 11,5 Meter hohen Prisma genannten Glasskulptur in Norrköping das größte Glaskunstwerk weltweit schuf. Die letzte Glasskulptur Lindstrands, der am 7. Mai 1983 in Kosta starb, wurde dann eine Glasskulptur im Theaterpark in Växjö.


27. November 1640: Freiherr Gabriel Gustafsson Oxenstierna
27. November 1701: Anders Celsius und die Celsius-Skala

27. November 1854: Louis De Geer, ein entscheidungsunwilliger Ministerpräsident
27. November 1907: Astrid, die Entwicklung eines altnordischen Namens

27. November 1937: Der schwedische Ministerpräsident Felix Hamrin
27. November 1949: Åsa-Nisse, der Kino-Erfolg Schwedens
27. November 1984: Die schwedische Sängerin Sanna Nielsen

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 26. November 2016

Der schwedische Erzbischof Johan August Ekman

Johan August Ekman wurde am 26. November 1845 als Sohn eines Husaren im Leibregiment in Hjälstad geboren und wuchs daher in sehr bescheidenen Verhältnissen auf. Auch wenn der Vater geplant hatte seinem Sohn eine bessere Bildung zu beschaffen als er selbst aufwies, zeigten sich im Gymnasium bald Probleme, denn um seine Studien finanzieren zu können, musste der junge Ekman jüngeren Schülern Nachhilfeunterricht geben und die eigenen Studien etwas vernachlässigen. Auf Grund seiner hohen Intelligenz gelang es Ekman jedoch 1865 die Hochschulreife in Skara abzulegen um anschließend ein theologisches Studium an der Universität Uppsala zu beginnen.

Auch die Studien in Uppsala zogen sich für Johan August Ekman hin, denn nun musste er, neben seinem Studium, als Privatlehrer arbeiten. Bereits 1873 wurde Ekman zum Priester geweiht, drei Jahre später schloss er das Studium mit einer Kandidatur ab und 1893 legte er dann auch seine Doktorarbeit vor. Nachdem Ekman einige Jahre lang als Theologieprofessor an der Universität Uppsala gearbeitet hatte, wurde er 1898 zum Bischof in Västerås ernannt und nur zwei Jahre später zum Erzbischof Schwedens. Auch wenn diese Beförderungen ihren logischen Weg gingen, so hatte Ekman in diesen Jahren mit mehreren beruflichen Rückschlägen zu tun, da man an seiner Einstellung zur klassischen Theologie, die jedes Neudenken ablehnte, teilweise zweifelte.

Mit der Ernennung von Johan August Ekman zum Bischof wurde der Theologe gleichzeitig Vizekanzler der Universität Uppsala und erhielt das Pastorat Billing, Ämter, die er bis zu seinem Tod am 30. November 1913 in Uppsala innehatte. Im Gegensatz zu der Mehrheit der schwedischen Erzbischöfe war Ekman kein Veränderer und nutze seinen Einfluss auch nicht politisch aus, sondern verband Menschlichkeit mit einem tiefen religiösen Bibelglauben, wobei Ekman allerdings auch das Problem hatte dass gerade um diese Zeit der Einfluss eines Erzbischofs sowohl in den Schulen als auch an der Universität abnahm, da man davon ausging dass kirchliche Gedanken von weltlichen Gedanken getrennt werden mussten. Als Schriftsteller setzte sich Ekman dafür ein Glaube, Kirche und Wissenschaft zu vereinen, denn er ging davon aus dass sich diese drei Gebiete ergänzen und sich in keinem Punkt widersprechen.


26. November 1751: König Adolf Fredrik, ein Herrscher ohne Macht
26. November 1803: Die schwedische Schriftstellerin Wilhelmina Ståhlberg
26. November 1867: Hans Jakob Lundborg und die Erweckungsbewegungen
26. November 1939: Die Götaälvbron in Göteborg als Bindeglied
26. November 1951: Bruno K. Öijer, das enfant terrible der schwedischen Poesie
26. November 1952: Sven Hedin, Abenteurer und Schriftsteller in fernen Ländern
26. November 1952: Der letzte Geadelte Schwedens: Sven Anders Hedin
26. November 1962: Der schwedische Schauspieler und Regisseur Hannes Holm
26. November 1970: Sigfrid Siwertz und die konservative Bourgoisie Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

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