Dienstag, 27. September 2016

Vom Stockholmer Freihafen zum Hafen für Kreuzfahrschiffe

Auch wenn es eigentlich seit Mitte der 90er Jahre, als sich Schweden der EU anschloss, keinen Freihafen mehr in Stockholm gibt, so spricht man noch heute vom Freihafen, dessen Geschichte bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts zurückgeht, als der Ausbau der Hafenanlagen in Stockholm dringend notwendig wurde. Als 1907 offiziell Freihäfen in Schweden angelegt werden durften, zögerte der Stadtrat Stockholms und erst 1915 konnte sich die Stadt dann für den Gedanken eines Freihafens erwärmen und die Mitglieder des Stadtrates begannen die Bedeutung der Einrichtung eines zollfreien Lagerraumes am wichtigsten Hafen der Stadt zu verstehen.

Zwei Jahre später begannen dann die Arbeiten für einen Freihafen in Stockholm, der nun nicht mehr schnell genug fertiggestellt werden konnte, denn bereits 1919 öffnete man einen kleinen Teil der Anlage und ließ diesen provisorischen Hafen von Gustav V. einweihen. Man baute weiter und entschied sich am 31. August 1922 dazu den immer noch unfertigen Freihafen ein zweites Mal einweihen zu lassen, dieses Mal von Kronprinz Gustaf Adolf. Als der Freihafen in Stockholm dann endgültig fertiggestellt war, so kam es am 27. September 1926 zu einer dritten und letzten Einweihung, dieses Mal stand erneut König Gustav V. bereit die Anlage einzuweihen. Auf diese Weise wurde der Freihafen Stockholms zum am häufigsten eingeweihten Freihafen des Nordens.

Während ab den 30er Jahren die Lagerhallen und die langen Kaianlagen mit seinen Kränen sehr bedeutend wurden, veränderte sich das Bild ab den 70er Jahren, da der Freihafen zu klein für die Containerfahrzeuge geworden war und diese daher einen neuen Hafen in Stockholm erhalten hatten. Als der Beitritt zu Europa dann das ganze Prinzip der Freihäfen erübrigte, kam schließlich die bisher letzte große Veränderung, denn erst kam der Fährverkehr nach Riga und Sankt Petersburg in den Freihafen und seit 2009 legen hier die großen Kreuzfahrtschiffe an, die ständig tausende von Besuchern in die schwedische Hauptstadt bringen. Die Anlagen und der Name Freihafen bleiben daher bestehen, auch weil die Regierung das gesamte Gelände als Schutzgebiet auszeichnete.


27. September 1735: Der schwedische Naturwissenschaftler Peter Artedi
27. September 1777: Johan Anders Wadman, der Skalde, der an Alkoholmangel stirbt
27. September 1809: Der Hafen in Helsingborg hat Geburtstag
27. September 1843: Selma Billström, die unbekannte Frauenrechtlerin
27. September 1882: Die Gründung der schwedischen Universität Lund
27. September 1889: Albin Ahrenberg, ein Luftpionier Schwedens
27. September 1956: Die Strömsundbrücke (Strömsundsbron) im Jämtland
27. September 1963: Die Möllebanan, die Eisenbahn zwischen Höganäs und Mölle
27. September 2014: Das Feuchtgebiet Välen in Göteborg wird Naturreservat

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Montag, 26. September 2016

Der Leuchtturm Pater Noster erhält sein Licht zurück

Als der Leuchtturm Pater Noster am 1. Juli 2002 auf Hamneskär abmontiert, auf das Festland von Tjörn transportiert worden war und dort untersucht wurde, im Hinblick auf eine Renovierung, stellte man schnell fest dass der Leuchtturm fast nur noch Schrott war und die Renovierung statt der geplanten sechs Millionen Kronen bei über 20 Millionen Kronen liegen sollte, weitaus mehr als der Verein zum Schutz des Leuchtturms zur Verfügung hatte, und nur noch wenige Personen glaubten bei diesem Bescheid noch an die Rettung des Pater Noster. In der Tat sollte es fünf Jahre dauern bis der Leuchtturm gerettet werden konnte um am 26. September 2007 erstmals wieder sein Licht über das Meer vor der Insel Hamneskär gleiten zu lassen.

Dabei begann die Geschichte des Leuchtturms Pater Noster im Grunde bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts, als die Seefahrt vor Marstrand zunahm und immer mehr Schiffe dort auf Grund liefen. Nach sehr vielen Diskussionen wurde schließlich 1779 entschieden auf dem Turm der Festung Carlsten ein rotierendes Leuchtfeuer zu installieren, das zwei Jahre später in Betrieb genommen wurde. Der Nachteil war jedoch, dass man bei Nebel oder sehr niederig liegenden Wolken das Leuchtfeuer von den Schiffen aus nicht sehen konnte. Die einzige Lösung war daher dieses Leuchtfeuer wieder abzuschalten und einen neuen Leuchtturm auf einer der vorgelagerten Schäreninseln zu planen.

Auf königlichen Beschluss wurde schließlich der Leuchtturm Pater Noster auf Hamneskär geplant. Erst am 9. September 1868 sollte dieser Leuchtturm mit einer Höhe von 32 Metern fertiggestellt sein, eine Eisenkonstruktion, die den Turm nicht nur sehr stabil, sondern vom Aussehen her auch einzigartig machte. Bis 1977 sollte der Pater Noster den Schiffen vor Marstrand eine große Hilfe bei der Navigation sein, um dann jedoch zu erlöschen und vom Leuchtturm Hättesberget ersetzt zu werden. Ab dieser Zeit wurde der Leuchtturm dann nicht mehr gewartet und das Salz begann das Eisen zu zersetzen. Die sehr aufwendige Restauration des Pater Noster sollte sich letztendlich jedoch lohnen, denn 2015 wurde der Leuchtturm und seine zugehörigen Gebäude unter Denkmalschutz gestellt, da die Gesamtheit als bedeutender kultureller Wert gesehen wurde.


26. September 1748: König Karl XIII. von Schweden
26. September 1810: Die heutige schwedische Successionsordnung tritt in Kraft
26. September 1828: Nils Fredrik Sander und populärwissenschaftliche Mythologie
26. September 1832: Der Göta-Kanal, eine Verbindung zwischen Vänern und Vättern
26. September 1866: Carl Jonas Love Almqvist, ein Revolutionär zur falschen Zeit
26. September 1896: Aina Cederblom, schwedische Textilkünstlerin und Abenteurerin
26. September 1925: Ola Hansson, der schwedische Schriftsteller ohne Heimat
26. September 1956: Die Filmkrönikan im schwedischen Fernsehen
26. September 1978: Manne Siegbahn und der Nobelpreis in Physik
26. September 1982: Das erste Reagenzglasbaby Schwedens wird geboren

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 25. September 2016

Der Arbeiterschriftsteller Hjalmar Eriksson

Hjalmar Eriksson kam am 25. September 1895 als Sohn eines Bergmans in Nora zur Welt und begann nach einer grundlegenden Schulbildung mit 16 Jahren ebenfalls im Bergwerk zu arbeiten. Da in jener Zeit die Bergwerke in Bergslagen teilweise unrentabel wurden und niedergelegt wurden, wechselte Eriksson mehrmals seine Arbeitsstelle, unterbrochen von Zeiten der Arbeitslosigkeit und Gelegenheitsarbeiten, bis er 1928 in der Grube Grängesberg dann eine permanente Arbeitsstelle fand um dort bis zu seiner Pensionierung zu arbeiten.

In Grängesberg gelang es Hjalmar Eriksson jedoch auch sich hochzuarbeiten und teilweise die Welt in den dunklen Gängen zu verlassen um im Arbeiterverband als Sekretär aktiv zu werden. Bereits ab Mitte der 30er Jahren war Eriksson dann auch gewerkschaftlich engagiert und arbeitete in mehreren Ausschüssen der Gewerkschaft SAC mit. Nach seinen eigenen Aussagen schloss sich Eriksson in dieser Zeit auch Studiengemeinschaften an, schuf einen eigenen Kreis zur Ausbildung in Schwedisch, und es wuchs sein Wunsch seine Erfahrungen in schriftlicher Form festzuhalten.

Im Jahre 1946 erschien dann Hjalmar Erikssons erster von sieben Romanen mit dem Titel Järn och bröd (Eisen und Brot), der als der erste Arbeiterroman Schwedens im Grubenmilieu gilt, der über das tatsächliche Leben in einem Bergwerk berichtet ohne romantischen oder abwertenden Einschlag. Eriksson lässt den Leser mit seinen sieben Romanen an der Freude und der Misere eines Bergwerkarbeiters teilhaben, beschreibt aber auch das Leben der Familien der Grubenarbeiter und die Herausforderungen, die ein solches Leben in jener Zeit stellte. Die Romane sind daher nicht nur leicht zu lesen, sondern bilden auch die Kulturgeschichte einer wichtigen Zeit Schwedens, die sonst meist nur in Zahlen ausgedrückt wird. Hjalmar Eriksson starb am 5. Mai 1973 in Göteborg, wo er seit seiner Pensionierung im Jahre 1960 lebte.


25. September 1826: Eine schwedische Königin gibt drei Orten ihren Namen
25. September 1828: Charlotte Seuerling, die blinde Harfenspielerin
25. September 1853: Der schwedische Architekt Fredrik Blom 
25. September 1935: Maj Sjöwall und Kommissar Beck
25. September 1935: Sjöwall-Wahlöö und Polizist Martin Beck
25. September 1963: Der schwedische Schauspieler Mikael Persbrandt

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Samstag, 24. September 2016

Die Ehe von Gustav Vasa und Katarina von Sachsen

Als Gustav Vasa 1523 zum König gekrönt wurde, war ihm sehr schnell bewusst dass er seine Macht nur bewahren konnte wenn er auch starke Freunde in den Nachbarstaaten hatte und einen ahnenreiche Prinzessin heiratete. Dies sollte sich jedoch als gewisses Problem zeigen, denn zum einen galt Schweden als kaltes und ungemütliches Land, zum anderen gab es nicht sehr viele Prinzessinnen, die auch eine entsprechende Ahnentafel hatten, und letztendlich musste seine zukünftige Ehefrau auch noch dem protestantischen Glauben treu sein, denn die Reformation lag dem König sehr am Herzen.

Schließlich fand Gustav Vasa die entsprechende Ehefrau in der 15-jährigen Katharina von Sachsen-Lauenburg, die protestantisch erzogen, beim deutsch-römischen Kaiser hoch angesehen und deren Schwester zudem mit dem dänischen Kronprinzen Kristian verheiratet war. In kürzester Zeit führten Vermittlungen zum gewünschten Ziel, auch wenn der Ehevertrag, nach gewissen Querelen und Forderungen von beiden Seiten, erst am 19. März 1531 in Lübeck geschlossen wurde. Die Ehe selbst wurde dann auf den 24. September 1531 in Stockholm gelegt, den Geburtstag der Königin, die 17 Jahre jünger war als ihr Gemahl.

Aber selbst die erste Ehe des Monarchen sollte noch Probleme verursachen, da man hierfür einen Erzbischof benötigte, Schweden jedoch zu jener Zeit zwei Erzbischöfe hatte, die allerdings beide Schweden verlassen hatten. Gustav Vasa ernannte daher kurzerhand Laurentius Petri zum neuen Erzbischof, der damit der erste Erzbischof Schwedens protestantischen Glaubens wurde und die Bande zu Rom später endgültig abschnitt. Die aus politischen Gründen geschlossene Ehe sollte allerdings sehr schlecht laufen, da Königin Katarina kein Schwedisch sprach und Schweden absolut nichts abgewinnen konnte, dem König jedoch vor ihrem Tod im Jahre 1535 noch einen Thronfolger zur Welt brachte, den späteren Erik XIV. Nach Gerüchten, die allerdings nie bestätigt werden konnten, soll Gustav Vasa seine junge Frau ermordet haben.


24. September 1513: Katharina von Sachsen-Lauenburg, Königin von Schweden 
24. September 1706: Der Frieden von Altranstädt beendet zwei Kriege
24. September 1838: Die Tageszeitung Östgöta Correspondenten 
24. September 1852: Der schwedischen Sängerprinz Gustaf Oscar
24. September 1878: Ivan Bratt und das Alkoholmonopol in Schweden
24. September 1888: Der Örebro Kanal, eine Attraktion in Närke
24. September 1919: Lennart Hyland, eine Legende des schwedischen Fernsehens
24. September 1927: Hjalmar Procopé, ein finnlandschwedischer Dichter
24. September 1928: Carl Wilhelm Wilhelmson, der Maler des Bohuslän
24. September 1975: David Vikgren, moderne Lyrik aus dem dem hohen Norden
24. September 2008: Bengt Anderberg, der Schriftsteller der schwedischen Erotik

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 23. September 2016

Ein Raub mit Hilfe eines Helikopters in Stockholm

In den Morgenstunden des 23. September 2009 fand im Bargeld-Depot eines Geldtransportunternehmens in Stockholm einer der spektakulärsten Diebstähle in der schwedische Geschichte statt bei der zudem erstmals ein Helikopter für den Raub eingesetzt wurde. Die mutmaßlichen Täter wurde später gegriffen und zu Strafen zwischen einem und acht Jahren Gefängnis verurteilt, von der Diebesbeute, die schätzungsweise bei 40 Millionen Kronen lag, fehlt bis heute jedoch jede Spur. Ein Teil der Täter ist mittlerweile wieder auf freiem Fuß und die Polizei hofft dass diese sie auch irgendwann zur Beute führen werden.

Der Raub war geradezu filmreif und bis zum kleinsten Detail geplant. Sehr früh am Morgen des Tages hatten die Diebe in Norrtälje einen Hubschrauber gestohlen mit dem sie später den Raub ausführten. Gleichzeitig hatten sie jedoch auch Fußangeln um das Gelddepot verteilt um der Polizei den Zugang zu erschweren und sie hatten auf dem einzigen Flugplatz für Polizeihubschrauber Attrappen von Bomben ausgelegt, was verhinderte dass die Polizei die Helikopter für die Verfolgung benutzen konnte. Auf diese Weise konnte die Verbrechergruppe das Depot vollkommen ungestört berauben und hatten die Zeit auch die Beute sehr gut zu verstecken.

Beim Diebstahl selbst landete eine Teil der Gruppe auf dem Dach des Bargeld-Depots, schlug mit einem Vorschlaghammer eine Glasscheibe auf dem Dach des Gebäudes ein und verschaffte sich mit Hilfe von Sprengladungen Zugang zu einer unbestimmten Anzahl an Geldsäcken, die unmittelbar zum Hubschrauber transportiert wurden. Als die Polizei eine viertel Stunde später am Gelddepot ankam, wollen sie auf die laufenden Rotorblätter des Hubschraubers schießen, was ihnen jedoch verboten wurde, da dies als zu gefährlich betrachtet wurde, und als sie die Unterstützung eines Jas Gripen verlangten, wurde auch dies verweigert, da da der Diebstahl ein Polizeisache war, das Streitflugzeug jedoch unter militärischem Befehl stand. Die Diebe mussten daher nur das Einladen beenden und sich mit dem Hubschrauber wieder vom Bargeld-Depot entfernen.


23. September 1535: Katharina von Sachsen-Lauenburg, Königin von Schweden
23. September 1835: Georg Adlersparre, zwischen Feldherr, Literat und Revolutionär
23. September 1885: Kristina Nilssons Gesang verursacht 20 Tote in Stockholm
23. September 1906: August Bondeson, der Schriftsteller des schwedischen Volkes
23. September 1934: Per Olov Enquist und die interpretierte Wirklichkeit im Roman
23. September 1943: Ernst Trygger wird Ministerpräsident Schwedens
23. September 1944: Die Entwicklung des Stadttheaters in Malmö
23. September 1963: Tystnaden, das Schweigen, von Ingmar Bergman

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 22. September 2016

Das Kaufhaus Nordiska Kompaniet, genannt NK

Am 22. Mai 1915 wurde in Stockholm das Kaufhaus  Nordiska Kompaniet eingeweiht, dass allgemein nur NK genannt wird und im Laufe seiner Geschichte geradezu bahnbrechend war, und heute, wegen seiner berühmten Weihnachtsfenster, weiterhin eine Attraktion ist, die jedes Jahr Tausende von Kindern anlockt. Aber auch wenn das NK erst 1915 in Stockholm öffnete, so geht das Unternehmen Nordiska Kompaniet bis 1902 zurück, als sich zwei der größten Einzelhändler Schwedens, K. M. Lundberg und Joseph Leja, zusammenschlossen und ein modernes Großkaufhaus planten, das den entsprechenden Kaufhäusern in anderen Hauptstädten Europas gleich kommen sollte.

Für den Bau des Kaufhauses Nordiska Kompaniet wurde der Architekt Ferdinand Boberg beauftragt, der dafür mehrere Städte in Europa und den USA besuchte, sich dann jedoch vor allem vom Kaufhaus Wertheim in Berlin inspirieren ließ und sich auch für eine Granitfassade entschied, die stark an Barock erinnert. Drei Jahre lang sollte es dauern bis das Gebäude fertig war und von König Gustav V. eingeweiht werden konnte. Die Bedeutung des Kaufhauses kann man sich vorstellen, wenn man bedenkt, dass 1915 dort 1500 Personen arbeiteten, 330 Telefone zu finden waren und die verschiedensten Abteilungen und die Büros über eine 7500 Meter lange Rohrpost verbunden waren.

Aber auch später sollte die Nordiska Kompaniet in Stockholm, die gegenwärtig noch ein zweites Warenhaus in Göteborg betreibt, ein Kaufhaus besonderer Art sein, denn im NK wurde die erste Rolltreppe Schwedens eingebaut, 1931 weihte Sigvard Bernadotte auf der Dachterrasse eine Golfbahn ein, NK hatte noch vor Diners Club eine eigene Kreditkarte und bis Ende der 60er Jahre fand man hier die wichtigsten Ausstellungen der schwedischen Kunsthandwerker und der schwedischen Kunstindustrie. Nur der Mord an Anna Lindh im Jahre 2003 brachte dem Kaufhaus NK in Stockholm weniger geschätzte Schlagzeilen.


22. September 1782: Fredrik Westin, vom Portraitmaler zum Maler von Altarbildern
22. September 1790: Anders af Botin und die Geschichtsschreibung Schwedens
22. September 1855: Der schwedische Architekt Gunnar Asplund 
22. September 1906: Oscar Levertin, Autor, Literaturkritiker und Professor
22. September 1932: Ingo (Ingemar Johansson) wird Weltmeister im Schwergewicht
22. september 1947: Der satirische Zeichner und Künstler Ivar Starkenberg
22. September 1959: Johan Norberg und der moderne Jazz Schwedens
22. September 1993: Kommerzielle Radiostationen erreichen Schweden
22. September 2008: Olov Svedelid, Kriminalromane im Stockholmer Milieu

Copyright: Herbert Kårlin

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Mittwoch, 21. September 2016

Die feministische Schriftstellerin Enel Melberg

Enel Melberg kam am 21. September 1943 in Tallin im Estland als Tochter eines Metallarbeiters zur Welt, kam jedoch bereits im Alter von einem Jahr mit ihren Eltern nach Schweden, wo die Familie erst in verschiedenen Flüchtlingsunterkünften untergebracht war, bald jedoch nach Göteborg zog wo Mellberg auch ihre Hochschulreife machte, bevor sie Literatur, nordische Sprachen und Religionsgeschichte an der Universität Lund studierte. Nach Abschluss des Studiums ging Melberg als Lehrerin nach Stockholm und begann zu schreiben. Im Jahre 1977 erschien dann ihr erster Roman Modershjärtat.in der die Schriftstellerin die Auseinandersetzung zwischen Mutter und Tochter zum Thema hat.

Das erste Buch Enel Melbergs muss auch als eine Art Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Geschichte gesehen werden, denn im Alter von 30 Jahren trennte sich die Schriftstellerin von ihrem estnischen Mann, was zu einem Bruch mit ihrer gesamten Familie führte. Gleichzeitig wurde Melberg auch in der feministischen Bewegung jener Zeit aktiv, unter anderem dem Verein Kvinnokultur (Frauenkultur), der Gruppe 8 und anderen Gruppen, die sich für die Rolle der Frau innerhalb der Arbeiterliteratur interessierten und die Rolle der Frau ändern wollten. Vieles aus dieser Zeit hielt Melberg später in ihrem autobiografischen Werk Separator fest.

Nachdem einige Bücher von Enel Melberg in Schweden mit Erfolg veröffentlicht worden waren, zog die Schriftstellerin nach Oslo, wo sie, neben dem Värmland, auch heute noch großteils lebt. In Norwegen legte Melberg einem dortigen Verlag ein in Schwedisch geschriebenes Manuskript vor, das der Verlag dann ins Norwegische übersetzte und was zu einem Buch führte das erst später auch in Schweden erschien. Da jedoch Melbergs andere, in Schwedisch geschriebenen, Bücher ebenfalls in Norwegen erschienen, kehrte sie danach ganz zur schwedischen Sprache und einem schwedischen Verleger zurück. Noch heute arbeitet Enel Melberg als Schriftstellerin, wobei sie sich jedoch auch einen Namen als Übersetzerin aus dem Estnischen und dem Norwegischen machte. Als Schriftstellerin zeichnet sich Melberg dadurch aus, dass sie in ihren Büchern häufig den Sprachstil und das Sprachniveau wechselt, was sie selbst damit erklärt dass Schwedisch eben nicht ihre Muttersprache sei, sondern ihre Schreibsprache.


21. September 1568: Jöran Persson wird auf qualvolle Weise hingerichtet
21. September 1619: Die Stadt Alingsås erhält die Stadtprivilegien
21. September 1884: Olof Palme stirbt durch die Kugel eines unbekannten Schützen
21. September 1895: Viktor Rydberg, der Autor zwischen Mythologie und Philosophie
21. September 1895: Viktor Rydberg, der Autor, der Jesus zum Menschen machte
21. September 1916: Marianne Aminoff, der unbekannte Filmstar
21. September 1918: Die Werft Öresundsvarvet in Landskrona 
21. September 1994: Die schwedische Fernsehserie Tre Kronor

Copyright: Herbert Kårlin