Samstag, 31. Dezember 2016

Die schwedische Künstlerin Lotten Ehrenpohl

Lotten Ehrenpohl starb ab 31. Dezember 1914 in Birgittenkloster im holländischen Weert und war nicht nur die erste schwedische Nonne des Birgittaordens seit der Reformation, sondern sie war auch eine der wenigen Nonnen, die sich als Künstlerin einen Namen gemacht hatte, wobei der Weg Ehrenpols zur Kunst über ein solides Kunststudium gegangen war, was man in ihren sakralen Arbeiten, die man heute in zahlreichen Kirchen und Klöstern finden kann, sehr deutlich sehen kann. Die meisten ihrer Arbeiten im Kloster entstanden allerdings im Auftrag des Klosters und nicht weil Ehrenpohl in dieser Zeit nach einer künstlerischen Tätigkeit strebte.

Lotten Ehrenpohl war am 28. Juli 1841 mit dem Vornamen Charlotte als Tochter eines Militärs in Halmstad zur Welt gekommen und war, nach eigenen Erzählungen, ein sehr wildes Kind, das sich wenig mädchenhaft aufführte. Die Neigung zum Malen zeigte sich sehr früh bei Ehrenpohl, wobei die Eltern sie dabei unterstützten und sie auch darin auch unterrichteten. Erst mit 19 Jahren hatte Ehrenpohl dann die Möglichkeit in Ängelholm das Malen von einem Künstler zu erlernen, was dazu führte, dass sie versuchte ihren Vater zu überzeugen sie in Stockholm Kunst studieren zu lassen.  Lotten konnte ihren Vater überzeugen und nach einigen Jahren an Unterricht wurde Ehrenpohl 1864 als Studentin an der Kunstakademie in Stockholm aufgenommen, wo sie sehr bald auch die ersten Preise für ihre Kunst erwarb.

Nach Abschluss ihres Kunststudiums arbeitete Lotten Ehrenpohl kürzere Zeit als Zeichenlehrerin, aber ihr Drang zum Katholizismus brachte sie immer mehr von der Kunst ab und 1875 trat die Künstlerin dann in Breslau zum katholischen Glauben über. Zwei Jahre später verließ Ehrenpohl Schweden um Nonne im Birgittenkloster in Weert zu werden. In den Augen Ehrenpohl sollte dies auch das Ende ihrer künstlerischen Aktivität sein, aber das Schicksal wählte einen anderen Weg, denn die Äbtissin des Klosters erkannte die Fähigkeiten und verpflichtete Ehrenpohl zur künstlerischen Aktivität, was die Nonne in gewisse Schwierigkeiten brachte, da diese die Kunst als persönliches Vergnügen sah, was nach allen Klosterregeln verboten war, aber andererseits war sie der Äbtissin absoluten Gehorsam schuldig. Diese Entscheidung der Äbtissin führte dann auch dazu, dass Lotten Ehrenpohl noch heute als Künstlerin anerkannt ist.


31. Dezember 1732: Carl Israel Hallman und die schwedische Opéra Comique
31. Dezember 1797: Adolf Eugène von Rosen und die schwedische Eisenbahn
31. Dezember 1858: Die Tageszeitung Göteborgs-Posten, kurz GP genannt 
31. Dezember 1865: Fredrika Bremer, ein Pionier der schwedischen Frauenbewegung
31. Dezember 1928: Gunnar Kieri, der historische Autor des Tornedalen
31. Dezember 1936: Die schwedische Sängerin Siw Malmkvist
31. Dezember 1966: Der Weihnachtsbock in Gävle brennt nieder
31. Dezember 1987: TV3, der erste private Fernsehkanal Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

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Freitag, 30. Dezember 2016

Der schwedische Literaturwissenschaftler Horace Engdahl

Horace Engdahl kam am 30. Dezember 1948 als Sohn eines Offiziers in Karlskrona zur Welt und studierte nach seiner Hochschulreife an der Universität Stockholm Literaturwissenschaft, ein Studium, das er 1987 mit des Disputation Den romantiska texten abschloss. Diese Abhandlung sollte für die Zukunft Engdahls von Bedeutung werden, da er dabei die Linie von Walter Benjamin und Paul de Man einnahm und daher sehr deutlich mit allen damaligen schwedischen Theorien und Abhandlungen zur Romantik brach. Noch heute wird in Schweden diese Arbeit des Literaturwissenschaftlers als kontrovers betrachtet.

Horace Engdahl richtete seine gesamte Forschung zur Literaturgeschichte auf eine Konfrontation aus, was sich bereits 1977 zeigte, als der Literaturwissenschaftler einer der Gründer der Zeitschrift Kris war und dabei gegen die traditionelle Betrachtungsweise der Literaturtheorie ankämpfte. Diese Konfrontation brachte Engdahl zwar sehr viele Feinde unter Akademikern, führte jedoch gleichzeitig dazu dass er eine neue Denkweise in der Literaturwissenschaft öffnete und damit Bestseller schuf die mittlerweile zu einem neuen literaturwissenschaftlichen Denken führten. Weiterhin gelang es Engdahl damit Leser zu finden, die sich vorher nicht für wissenschaftliche Abhandlungen interessierten.

Das bedeutendste Werk Horace Engdahls, der 1997 in die Svenska Akademien gewählt wurde, war vermutlich das Beröringens ABC: essä om rösten i litteraturen, eine Art Literaturgeschichte in chronologischer Ordnung in der Engdahl die Frage stellt wie der Text eines Autors aufgefasst werden muss, da die literarische Sprache sehr viele Elemente enthält die nicht klar zu definieren sind und daher auch bei jeder Übersetzung verloren gehen. Engdahl geht auch hier einen eigenen Weg, der unmittelbar logisch klingt, aber auch Kritik herausfordert, da auch die Vorgehensweise der Literaturwissenschaftlers subjektiv ist und daher in Frage gesetzt werden kann.


30. Dezember 1661: Das Schloss Drottningholm brennt ab
30. Dezember 1886: Georg Arn, der Architekt, der Örebro seinen Stempel gab
30. Dezember 1913: Sophia von Nassau wird Königin Schwedens
30. Dezember 1915: Der schwedische Diplomat Sverker Åström
30. Dezember 1923: Carl-Göran Ekerwald, ein literarischer Forscher des Jämtland
30. Dezember 1923: Sara Lidman, ein literarischer Kampf gegen den Kolonialismus
30. Dezember 1940: Schiffe aus Göteborg müssen eskortiert werden
30. Dezember 1946: Die Stadt Kramfors erhält ihr Stadtwappen
30. Dezember 1967: Es erfolgt der erste Spatenstich für die Ölandbrücke
30. Dezember 1995: Katarina Taikon, die bekannteste Roma-Autorin Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Der Reichsrat und Kanzleipräsident Karl Vilhelm von Düben

Trotz seiner Beziehungen, seinem hohen Stand und theoretischem Einfluss als Reichsrat und Kanzleipräsidenten spielte Karl Vilhelm von Düben als er am 29. Dezember 1790 in Stockholm starb, keine bedeutende Rolle in der schwedischen Politik. Die Ursache dafür kann man beim Günstling des Königs Gustav III. vor allem darin finden, dass von Düben jeden Konflikt scheute und durch Diplomatie seine hohe Stellung behalten wollte. Sobald eine kritische Situation auftauchte, die von Düben die Karriere kosten konnte, nahm er nur noch eine Gastrolle ein und ließ andere Politiker seiner Zeit handeln.

Carl Wilhelm von Düben war am 2. Februar 1724 als Sohn eines Reichsrates und Hofkanzlers zur Welt gekommen was ihm den Weg in die Politik öffnete. Mit Hilfe des Erzbischofs Jöns Steuchius, eines Verwandten, begann von Düben 1732 ein Studium an der Universität Uppsala, das er mit dem Kanzleiexamen abschloss. Nach seinem Studium wurde von Düben in der königlichen Kanzlei beschäftigt, was ihn, nach einem längeren Aufenthalt in Berlin, zum Kammerherren der Königin Lovisa Ulrika führte, die ihn später zum persönlichen Sekretär und schließlich zum Oberkammerherr ernannte. 1763 wurde von Düben als Diplomat an den russischen Hof gesandt und sechs Jahre später erhielt die Ernennung zum Hofkanzler und wurde schließlich Kanzleipräsident.

Die wichtigste politische Zeit Carl Wilhelm von Döbens fiel in die Zeit als er einer der engsten Vertrauten der Königin Lovisa Ulrika war, zumal er während des Krieges in Pommern ihre heimliche Korrespondenz erledigte und dabei auch die Politik des Hofes beeinflusste. Diese Rolle nahm ein internationales Niveau an als von Döben als Vertreter des königlichen Hofes nach Russland geschickt wurde, da er in diesen Jahren dem russischen Kaiser gegenüber einerseits die offiziellen Aufgaben Schwedens wahrnahm, als Vertrauter des Hofes jedoch auch inoffiziell agierte und sich damit den persönlichen Interessen des schwedischen Königshaus besonders widmete. Da es hierüber keinerlei Dokumente gibt, kann man die Rückschlüsse zu einigen Ereignissen nur aus verschiedenen geschichtlichen Zusammenhängen schließen.


29. Dezember 1776: Der schwedische Diplomat Gustaf af Wetterstedt
29. Dezember 1905: Der schwedische Erfinder Martin Wiberg
29. Dezember 1949: Die schwedische Künstlerin Hanna Pauli
29. Dezember 1980: Der schwedische Künstler Axel Nilsson
29. Dezember 1999: Das Museum Tre Kronor in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Mittwoch, 28. Dezember 2016

Der schwedische Komponist Johan Wikmanson

Johan Wikmanson kam am 28. Dezember 1752 als Sohn eines Färbers in Stockholm zur Welt. Auch wenn die Familie nach einer Krise der Färbereien relativ arm war, durfte der junge Wikmanson die Klara Schule besuchen in der Musik eine wichtige Rolle spielte. Da Wikmanson ein sehr gutes Gehör hatte und sich in Musik auszeichnete, wurde er von den Lehreren besonders gefördert und lernte von Henrik Philip Johnsen auch Klavier und Bass spielen. Trotz der musikalischen Begabung des Jungen wagten die Eltern nicht auf eine musikalische Karriere zu setzen, sondern schickten Wikmanson für eine Lehre zu einem Instrumentenbauer in Kopenhagen.

Da er jedoch in Kopenhagen nur ausgenutzt wurde, begann Johan Wikmanson dort Klavier zu unterrichten und konnte das Geld für die Rückkehr nach Stockholm erarbeiten. Zurück in der Heimatstadt wurde Wikmanson 1771 als Organist bei der Holländischen Kirche angestellt und zehn Jahre später auch bei der Storkyrkan in Stockholm. Der Musiker erkannte selbst seine Schwächen in der Musiklehre und studierte dadurch selbst die Werke Bachs und erhielt später Unterricht von den beiden Hofkomponistendes Königs Gustav III., die ihm auch beibrachten eigene Musikstücke zu komponieren. Da man als Musiker in jener Zeit relativ wenig verdiente, wurde Wilkmanson dann bei der königlichen Nummernlotterie angestellt, was ihm genügend Einkommen bot um eine Familie zu gründen und ein angemessenes Leben zu führen.

Auf Grund seiner zahlreichen öffentlichen Aufträge fragt man sich heute wie Johan Wikmanson, der am 10. Januar 1800 starb, noch Zeit fand für seine eigenen Kompositionen, die ihn zu einem der bedeutendsten Komponisten Schwedens machten, denn insbesondere seine Streichquartette, die jenen Haydns sehr nahe kommen, zeigen von einem außerordentlichen Musikgefühl. Erst gegen Ende seines Lebens wurde Wikmanson endgültig für seine musikalischen Leistungen belohnt, denn 1788 wurde er in die Königliche Musikalische Akademie gewählt und 1797 zum Direktor der Unterrichtsanstalt der Akademie ernannt, wo er auch Musiktheorie unterrichtete.


28. Dezember: Der Tag der unschuldigen Kinder in Schweden
28. Dezember 1858: Der schwedische Künstler Richard Bergh
28. Dezember 1890: Die Beerdigung des Schauspieler Gösta Ekman
28. Dezember 1919: Der schwedische Physiker Janne Rydberg
28. Dezember 1963: Der Film 491 wird in Schweden verboten
28. Dezember 1979: Die schwedische Schauspielerin Noomi Rapace 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 27. Dezember 2016

Die schwedische Schauspielerin Barbro Kollberg

Barbro Kollberg Hildestrand wurde am 27. Dezember 1917 als Tochter eines Kaufmanns in Eskilstuna geboren, kam jedoch bereits 1924 mit ihren Eltern nach Stockholm. Nach ihrer Hochschulreife im Jahre 1937 wurde Kollberg als Schauspielschülerin im Dramaten aufgenommen, was zwei Jahre später auch zur ersten Rolle am Dramaten führte. 1943 wechselte Kollberg zum Blancheteatern und erhielt gleichzeitig in Gösta Cederlunds Kungsgatan die erste Rolle als Filmschauspielerin. Die Rolle als armes Bauernmädchen brachte Kollberg unmittelbar den Durchbruch.

In den 40er und den 50er Jahren zeigte Barbro Kollberg eine enorme Energie, denn sie stand auf der Theaterbühne, spielte in Filmen, war ab 1945, neben Lorens Marmstedt, Direktorin des Skansenteatern und erzog so nebenbei auch ihre vier Kinder, die ihre frühen Jahre vor allem in Garderoben und hinter der Bühne verbrachten. 1960 war es Kollberg jedoch klar dass diese Situation nicht haltbar war und die Schauspielerin zog sich vollkommen vom Theater und Film zurück und ging nach Motala um dort, gemeinsam mit ihrem zweiten Ehemann, das Stadthotel zu führen. Kollberg sollte 19 Jahre lang von Bühne und Film verschwinden bis es zum Comeback kam.

Das Comeback für Barbro Kollberg, die am 6. März 2014 in Stockholm starb, kündigte sich jedoch bereits 1976 an, als sie als Pädagogin bei der Bühnenschule in Göteborg zu arbeiten begann. Als Kollberg dann 1979 als Kaufmannsfrau in der Fernsehserie Mor gifter sig, nach dem gleichnamigen Buch von Moa Martinson, zu sehen war, zeigte sich, dass sie weder das Schauspielen vergessen hatte, noch aber von ihrem Publikum vergessen war. Die letzte Rolle im Film spielte Barbro Kollberg dann im Jahr 2004, als sie bereits 86 Jahre alt war. Der Film Så som i himmelen, in dem Kollberg die Rolle von Olga spielte, gilt heute als einer der Kultfilme Schwedens.


27. Dezember 1813: Gustaf Adolf Reuterholm regiert Schweden
27. Dezember 1832: Anna Wästberg, Dichtung und Theater im 19. Jahrhundert
27. Dezember 1919: Die schwedische Filmindustrie SF wird gegründet
27. Dezember 1971: Das Wunder von Gottröra
27. Dezember 1973: Tobias Billström, schwedischer Migrationsminister
27. Dezember 1978: Jonas Hassen Khemiri und das multikulturelle Schweden
27. Dezember 1983: Der größte Stromausfall Schwedens 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 26. Dezember 2016

Der Schauspieler und Regisseur John W. Brunius

John W. Brunius kam am 26. Dezember 1884 als Sohn eines Schuldirektors und Schriftstellers in Stockholm zur Welt und besuchte von 1899 bis 1901 die Tekniska Skolan, heute Konstfack, in der schwedischen Hauptstadt.  Bevor Brunius dann ein Jahr später an der Schauspielschule des Dramaten aufgenommen wurde, arbeitete er in einem Architekturbüro und zeichnete Baupläne. Nach Studienreisen in mehrere europäische Zentralen wurde Brunius 1905 dann am Dramaten angestellt, wo er jedoch nur zwei Jahre lang blieb, da der Schauspieler von Albert Ranft entdeckt wurde, der ihn 1907 für das Svenska Teatern verpflichtete.

Am Svenska Teatern hatte John W. Brunius zu Beginn vor allem die Rollen leichtsinniger junger Männer, die er erst nach einigen Jahren gegen Charakterrollen wechselte, die der Schauspieler weitaus besser ausdrücken konnte. In diesen Jahren war Brunius auch mit Pauline Brunius verheiratet, die ebenfalls am Svenska Teatern arbeitete. Als das Svenska Teatern 1925 abbrannte, entschied sich das Ehepaar, gemeinsam mit Gösta Ekman, das Oscarsteatern zu übernehmen. Mit dem Ende der Ehe im Jahre 1935 arbeitete Brunius noch einige Zeit für das Reichstheater und das Göteborger Stadttheater, widmete sich jedoch mehr dem Film, den er bereits am 16. Dezember 1937 nach seinem frühen Tod und seiner Höhe als Filmregisseur verließ.

Als 1018 die Filmindustri AB Skandia gebildet wurde, heute die Svensk Filmindustri, gegründet wurde, wurde John W. Brunius dort, parallel zu seiner Theaterkarriere, unmittelbar als verantwortlicher Regisseur beschäftigt, was zum Stummfilm Mästarkatten i stövlar führte, der Verfilmung eines Theaterstücks, das der Regisseur selbst geschrieben hatte und dem Brunius auch selbst mitspielte. Die Filmgesellschaft setzte wenig später vor allem auf literarische Verfilmungen, die mit "Johan Ulfstjerna" Brunius die höchste Anerkennung fand, auch wenn der Regisseur anschließend auch für die historischen Filmdramen "Karl XII." und "Gustav Vasa" verantwortlich war, die zwar einen großen Erfolg hatten, jedoch mehr wegen ihrer monumentalen Hollywoodart Aufmerksamkeit erregten als wegen der große Leistung von John W. Brunius als Regisseur.


26. Dezember 1302: Valdemar Birgersson, der liebestolle König Schwedens
26. Dezember 1302: Valdemar Birgersson, der Frauenheld unter den Königen
26. Dezember 1795: Johan Albrecht Pripp und die legendären Pripps Brauereien
26. Dezember 1849: Der schwedische Schriftsteller Samuel Johan Hedborn 
26. Dezember 1925: Die Uppståndelsekapellet im Stockholmer Waldfriedhof
26. Dezember 1965: Der Film Att angöra en brygga von Hasse und Tage

Copyright: Herbert Kårlin

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Sonntag, 25. Dezember 2016

Der schwedische Künstler Reinhold Callmander

Reinhold Callmander wurde am 25. Dezember 1840 als Sohn eines Priesters in Örebro geboren und zog nach der Grundschule und dem Besuch des technischen Gymnasiums in Örebro 1860 nach Stockholm um dort Schüler des Dekormalers Fredrik Liljeblads zu werden und um sich auf die Kunstakademie vorzubereiten. Sein Studium an der Kunstakademie in Stockholm wurde jedoch unterbrochen durch Kunststudien in Antwerpen, Düsseldorf und Paris und ein Reisestipendiums, das Callmander von der Witwenkönigin Josefina verliehen wurde. Nach Abschluss seines Studiums und einem längeren Aufenthalt in Skåne (Schonen) zog Callmander 1877 nach Göteborg.

In Göteborg entwickelte sich Reinhold Callmander zu einer der bedeutendsten Künstlergestalten seiner Zeit, wobei er dort nicht nur Konservator und Sekretär des Künstlervereins wurde, sondern auch zu den Gründern der heutigen Kunsthochschule Valand gehört, als Lehrer für Ornamentsmalerei tätig war und unter dem Namen Callmus zahlreiche Illustrationen für die verschiedensten Zeitungen zeichnete. Im Nebenberuf war Callmander zusätzlich als Dekormaler aktiv und schuf eines seiner Meisterwerke, denn er dekorierte die Decke das heutigen Palacehuset in Göteborg für Pontus Fürstenberg mit einem Motiv aus der Sage Amor och Psyke, zu der Viktor Rydberg später sein bekanntes Gedicht Psyke verfasste.

Reinhold Callmander, der am 1. November 1922 in Bollebygd starb, widmete sich jedoch nicht nur der Malerei, sondern der Künstler gilt auch als einer der Vorreiter der modernen Glasmalerei. Diese Aktivität faszinierte Callmander so stark, dass er 1888 ein Glasunternehmen übernahm um daraus das erste Unternehmen Schwedens für Glasmalerei zu machen. Wie bedeutend dieses Unternehmen wurde, zeigt sich daran, dass man die gläsernen Werke Callmanders in zahlreichen Kirchen des Landes finden kann, unter anderem der Oscar Fredriks Kirche in Göteborg und der Kathedrale Uppsalas.


25. Dezember: Die Bedeutung des Weihnachtstags in Schweden
25. Dezember: Julottan, ein alter Brauch der Svenska Kyrkan
25. Dezember 1156: Der schwedische König Sverker den äldre
25. Dezember 1740: Christoffer Bogislaus Zibet, geboren zur falschen Zeit
25. Dezember 1847: Carl Gustaf von Brinkman, der Dichter deutscher Seele
25. Dezember 1909: Der Schriftsteller und Regisseur Harald Molander
25. Dezember 1928: Der schwedische Opernsänger Rolf Björling
25. Dezember 1932: Ernst Rolf, Schauspieler, Sänger und König der Revue 
25. Dezember 1964: Jonas Sjöstedt, Vorsitzender der Linken Schwedens
25. Dezember 2005: Die schwedische Opernsängerin Birgit Nilsson

Copyright: Herbert Kårlin