Sonntag, 30. September 2012

Der schwedische Abenteurer Göran Kropp stürzt in den Tod

Am 30. September 2002 stürzte der schwedische Abenteurer Göran Kropp an der Sunshine Wall bei Seattle, USA, im Alter von 35 Jahren in den Tod. Nach einer Untersuchung waren mehrere Ursachen am Unfall verknüpft, unter anderem versagten vier von fünf Sicherungen, was letztendlich verursachte, dass der Bergsteiger nur etwas einem Meter vor der Spitze 21 Meter in die Tiefe stürzte und sich dabei so schwer verletzte, dass er am 2. September starb.

Göran Kropp, der bereits mit sechs Jahren den 2469 Meter hohen Galdhøpiggen in Norwegen bestiegen hatte, wurde vor allem wegen seiner Everest-Besteigung im Jahre 1996 bekannt, als er mit seiner Partnerin Renata Chlumska mit dem Fahrrad von Schweden nach Nepal fuhr, den Berg bestieg und die beiden dann mit dem Fahrrad wieder nach Schweden zurückkehrten. Allerdings mussten sie dabei einen kleinen Teil per Zug zurücklegen, da es Renata verboten war mit dem Fahrrad den Iran zu durchqueren.

Auch wenn Göran Kropp überwiegend von den höchsten Bergen der Welt angezogen wurde und auch einige der 7000er bezwungen hat, so war er jedem Abenteuer offen und hatte eine enorm gute Kondition, die er, unter anderem, dadurch gewann, das er täglich 100 Kilometer im Spurt nahm. Göran Kropp gilt noch heute als derjenige, der in Schweden das Bergsteigen populär machte und Abenteuer für Jedermann öffnete, da er nicht die Leistung in den Vordergrund setzte, sondern das Erlebnis.


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Samstag, 29. September 2012

Ein antroposophisches Krankenhaus in Schweden

Am 29. September 1985 wurde in Schweden in Järna, dem schwedischen Zentrum der Anthroposophen, die erste nordische Klinik geöffnet, die ihre Heilmethoden vollkommen nach der anthroposophischen Philosophie auslegt. Mit diesem Schritt war Schweden, nach der Schweiz und Deutschland, das dritte Land das offiziell eine alternative Klinik zuließ, ein Land, das sich sehr kritische gegenüber jeder alternativen Heilmethoden zeigt.

Die Vidarkliniken ist heute sowohl Krankenhaus, als auch Gesundheitszentrale an die man sich wegen jeder Art von Krankheit wenden kann. Die Besucher kommen aus ganz Schweden, auch wenn bis heute nicht alle Regionen des Landes bei anthroposophischen Heilmethoden die Behandlung finanzieren, eine nationale Regelung jedoch nicht möglich ist. Die anthroposophische Gesellschaft Schwedens mit Sitz in Järna verhandeln seit der Öffnung mit allen Regionen des Landes, denn ihr Ziel ist auch in anderen Gegenden Schwedens alternative Behandlungen anbieten zu können.

Bevor jedoch das Krankenhaus in Järna den anderen staatlichen und privaten Kliniken wirklich gleichgestellt wird, bleibt noch ein weiter Weg, denn auch wenn der schwedische Staat Vertrauen in die Diagnosen der Ärzte hat und die Behandlungsmethoden der anthroposophischen Allgemeinmedizin nur teilweise kritisiert, so dient die Klinik auch nach 27 Jahren nur einer akuten Aufnahme und der Rehabilitation, wobei sich die Vidarkliniken in diesem Rahmen auf die Rehabilitation von Brustkrebspatienten spezialisiert hat.


29. September 1306: Birger Magnusson und das Håtunaleken
29. September 1560: Gustav Vasa, der berühmteste König Schweden
29. September 1866: Per Hallström, der Schriftsteller der nordischen Schwermut

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Freitag, 28. September 2012

Der Untergang der M/S Estonia in der Ostsee

Der Untergang der M/S Estonia am 28. September 1994 gilt als die größte Seekatastrophe der Gegenwart im Ostseeraum, deren Geschichte im Film Baltic Storm, nach einer Geschichte der deutschen Journalistin Jutta Rabe, zu den verschiedensten Spekulationen führt, die den plötzlichen Untergang erklären sollen, auch wenn im Film die 852 Toten kaum eine Rolle spielen, sondern eine Journalistin und einer der 137 Überlebenden.

Die M/S Estonia war in der Nacht des 28. Septembers 1994 auf dem Weg von Tallinn nach Stockholm. Nachdem die ersten Unregelmäßigkeiten an Bord gegen ein Uhr nicht ernst genommen worden waren und nicht untersucht wurden, kam es durch das Eindringen von Wasser dazu, dass um 1 Uhr 20 die Motoren der Fähre aussetzten und nur zwei Minuten später der Notruf „Mayday“ dringende Hilfe anforderte. Obwohl sich zahlreiche Schiffe in der Gegend befanden, machte es die raue See unmöglich Rettungsboote zu Wasser zu lassen, was dazu führte, dass es es zu der hohen Anzahl an Toten kam.

Aus den verschiedensten Gründen wurde die offizielle Version des Untergangs, die auf menschliches Versagen zurückgeführt wurde, kaum ernst genommen und bald zirkulierten die unterschiedlichsten Verschwörungstheorien, die noch dadurch bestärkt wurden, dass mit der Fähre Kriegsmaterial für die schwedische Verteidigung transportiert wurde. Ein Attentat und eine Explosion waren daher nicht ausgeschlossen, zumal die Estonia sehr schnell sank und der offizielle Bericht der schwedischen Regierung erhebliche Lücken aufwies. Beweisen konnte man allerdings bis heute weder, dass es sich um ein Unglück handelte, noch dass ein Attentat stattfand.


28. September 1675: Die Krönung des Königs Karl XI. In der Domkirche in Uppsala
28. September 1994: Der Tod des schwedischen Musikers Pierre Isacsson
28. September 1998: Olle Länsberg, der verschollene Autor Schwedens 

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Donnerstag, 27. September 2012

Der Hafen in Helsingborg hat Geburtstag

Warum man den 27. September 1809 als den Geburtstag des Hafens von Helsingborg betrachtet, kann eigentlich niemand so richtig sagen, denn das Steinpier an dem die Schiffe damals anlegten wurde bereits 1766 gebaut, als es eine einfache Holzbrücke ersetzte, die kaum für das Anlegen von Frachtern geeignet gewesen war, und der tatsächliche Plan für den Ausbau des Hafens kam erst 1827 und führte fünf Jahre später zur offiziellen Eröffnung.

Wenn man der Geschichte Helsingborgs folgt, so stellt man auch sehr schnell fest, dass hier bereits im 9. Jahrhundert ein reger Schiffsverkehr vorhanden war, denn die Lage der heutigen Stadt zog nicht nur Fischer an, sondern auch Händler, die von hier aus einen regen Handel mit Deutschland und Holland unterhielten, auch wenn die Schiffe jener Tage noch keine ausgedehnten Hafenlagen mit festen Piers und gigantischen Kränen benötigten.

Als man zu Beginn des 19. Jahrhunderts erkannte, dass Helsingborg einen modernen Hafen benötigte, beauftragte man mit den Arbeiten Baltzar von Platen, der bereits den Göta Kanal gebaut hatte, eine Entscheidung, die man nicht bereute, denn der Architekt schuf ein Hafenbecken, das von zwei Seiten mit massiven Steinpiers versehen war, was die Anlage zur modernsten Schwedens jener Zeit machte und ein Vorbild für andere nordische Hafenanlagen wurde. Allerdings sollte Baltzar von Platen die Einweihung des Hafens durch Karl XIV. Johan nicht mehr erleben, denn er starb am 6. Dezember 1829 in Kristiania.


27. September 1777: Johan Anders Wadman, der Skalde, der an Alkoholmangel stirbt
27. September 1843: Selma Billström, die unbekannte Frauenrechtlerin
27. September 1889: Albin Ahrenberg, ein Luftpionier Schwedens 
27. September 1963: Die Möllebanan, die Eisenbahn zwischen Höganäs und Mölle

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Der Botanaische Garten in Göteborg

Mittwoch, 26. September 2012

Das erste Reagenzglasbaby Schwedens wird geboren

Auch wenn heute jedes Jahr rund 3700 schwedische Kinder nach einer künstlichen Befruchtung auf die Welt kommen, so kam das erste schwedische Reagenzglasbaby erst am 26. September 1982 in der Sahlgrenska Universitätsklinik in Göteborg zur Welt, über vier Jahre nachdem das erste Baby nach einer In-vitro-Fertilisation (IVF) in Großbritannien geboren worden war und 102 Jahre nachdem die ersten Versuche an Meerschweinchen unternommen wurden.

Allerdings bedeutete diese erste Geburt nicht, dass sich die Methode in Schweden sofort durchsetzte, denn Kirche, der Rat für Ethik und andere Gruppen widersetzten sich der Befruchtung im Reagenzglas. Und selbstverständlich kam nicht in Frage, dass die In-vitro-Fertilisation (IVF) bei Alleinstehenden oder Homosexuellen in Anwendung kam. Selbst verheiratet Paare mussten in Schweden bis zum 14. Juni 1988 warten bis die Regierung diese Art der Befruchtung gesetzlich regelte. Die ersten lesbischen Frauen mussten mit dann sogar bis 2005 warten, bevor sie auf ein Kind hoffen konnten.

Während man über die meisten ersten Kinder eines Landes, die durch eine In-vitro-Fertilisation (IVF) zur Welt kamen, immer wieder etwas lesen kann, so verschweigt Schweden dieses Kind, obwohl das Schicksal gerade dieses Kindes bemerkenswert ist. Die Eltern Marias, die in Göteborg geboren wurde, kamen aus Jugoslawien, wobei die Frau gewählt wurde, weil ihre Eileitern zerstört waren. Die Ehe scheiterte jedoch sehr bald und als Maria gerade einmal sechs Jahre alt war, wurde die Mutter vom Vater erschossen. Nach unbestätigten Quellen soll Maria danach zu Verwandten nach Jugoslawien zu Verwandten gegangen sein, wo sich die Spuren dann verlieren.


26. September 1832: Der Göta-Kanal, eine Verbindung zwischen Vänern und Vättern
26. September 1896: Aina Cederblom, schwedische Textilkünstlerin und Abenteurerin
26. September 1925: Ola Hansson, der schwedische Schriftsteller ohne Heimat 

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Dienstag, 25. September 2012

Eine schwedische Königin gibt drei Orten ihren Namen

Am 25. September 1826 starb Fredrika Dorotea Vilhelmina von Baden, die durch ihre Ehe mit Gustav IV. Adolf von 1797 bis 1809 die Königin von Schweden wurde und am 21. Mai 1799 den drei schwedischen Orten Fredrika, Dorotea und Vilhelmina ihren Namen gab, nachdem die ab 1713 von Schweden  besiedelte Gegend eine Kirche bekommen hatten. Mit diesem Schritt wurden die vorherigen Namen Viska, Bergvatten und Volgsjö durch die Entscheidung ihres Mannes abgeschafft.

Als Fredrika Dorotea Vilhelmina von Baden, die am 12, März 1781 in Karlsruhe geboren worden war, den König heiratete, war sie gerade einmal 16 Jahre alt und wird zwar als eine Schönheit beschrieben, aber gleichzeitig als kindlich betrachtet. Am Hof wurde sie wenig geliebt, da sie sich weder für Feste noch große Veranstaltungen interessierte. Die Politik Schwedens war für sie auch kein Thema, und als sie sie ein einziges Mal Einfluss auf die Politik ausüben wollte, wenn auch nur indirekt, endete dies mit einer Katastrophe.

Dies war vielleicht auch einer der Gründe, warum sie später, als ihr Ehemann vom Thron vertrieben worden war, jede Intrige ablehnte durch die sie den gemeinsamen Sohn auf den schwedischen Thron bringen können hätte und selbst die Vormundschaft erhalten hätte. Als sie jedoch mit dem abgesetzten Gustav IV. Adolf das Land verlassen hatte, ging auch die Ehe mit ihm zu Ende und 1812 kam es zur Scheidung. Als Vormund für sich und ihre Kinder wählte Fredrika Dorotea Vilhelmina, die ins Schloss nach Baden zurückgekehrt war, den russischen Zaren.


25. September 1828: Charlotte Seuerling, die blinde Harfenspielerin
25. September 1935: Sjöwall-Wahlöö und Polizist Martin Beck
25. Septmeber 1935: Maj Sjöwall und Kommissar Beck 

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Montag, 24. September 2012

Carl Wilhelm Wilhelmson, der Maler des Bohuslän

Am 24. September 1928 starb der schwedische Maler Carl Wilhelm Wilhelmson in Göteborg, ein Künstler, der in Fiskebäckskil im Bohuslän aufwuchs und mit seinen Motiven diese steinige Landschaft und seine Menschen nie verlassen hat. Beim Betrachten seiner Bilder bekommt man daher nahezu den Eindruck bei jedem Pinselstrich die karge Landschaft zu entdecken, was sich selbst darin ausdrückt, dass Wilhelmson sehr wenig Farbe auflegte, so dass das Tuch bisweilen Teil eines Bildes wurde.

Carl Wilhelm Wilhelmson hatte sich bereits mit 14 Jahren entschieden Maler zu werden und nahm ab diesem Alter Kurse in Göteborg. Sobald er bei der Kunsthochschule Valand akzeptiert wurde, setzte er dort seine Studien fort und hatte das Glück auch Carl Larsson und Bruno Liljefors als Lehrer zu haben. Neben seinem Kunststudium ließ sich Wilhelmson allerdings gleichzeitig als Lithograf ausbilden, da die reine Kunst nicht unbedingt eine sichere Zukunft war.

Die Jahre zwischen 1890 und 1897 verbrachte Carl Wilhelm Wilhelmson in Spanien, Deutschland und Frankreich, wo er überwiegend als Lithograf arbeitete und seine relativ wenigen Bilder, die um diese Zeit entstanden, bei Kunstausstellungen unterbrachte. Der Erfolg kam dann in Paris, wo seine Bilder in den Salons beachtliches Aufsehen erregten. Zurück in Schweden entstanden dann, neben seiner Arbeit als Kunstlehrer in Göteborg und Stockholm, die eindrucksvollsten Werke des Künstlers, die fast immer das Bohuslän zum Thema hatten. Seine Portraits und Landschaftsbilder findet man in allen großen Kunstmuseen Schwedens, unter anderem in der Nationalgalerie in Stockholm und dem Kunstmuseum in Göteborg.


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Sonntag, 23. September 2012

Katharina von Sachsen-Lauenburg, Königin von Schweden

Am 23. September 1535 starb Katarina von Sachsen-Lauenburg, die am 24. September  1513 im deutschen Ratzeburg geboren wurde und an ihrem Geburtstag, nur 18 Jahre später, in Stockholm den legendären König Gustav Vasa geheiratet hatte und damit die erste von drei Frauen des Monarchen geworden war. Allerdings handelte es sich bei dieser Ehe um keine Liebesehe, sondern eher eine politische Spekulation, die die Macht und den Einfluss von Gustav Vasa stärken sollte.

Durch die Ehe mit Katarina von Sachsen-Lauenburg hoffte Gustav Vasa wieder mit dem Bjälbo-Geschlecht in Verbindung gebracht zu werden, wenn auch über den Umweg über die Großmutter Katarinas, zum anderen bot ihm die Verbindung zum norddeutschen Fürstengeschlecht wichtige Verbindungen und zum dritten war die Schwester Katarinas mit dem dänischen König Kristian III. verheiratet, wodurch Dänemark zu einem befreundeten Land werden sollte. Auch wenn die Ehe nur wenige Jahre dauerte, so ging aus ihr der Thronfolger Erich XIV. hervor.

Katarina von Sachsen Lauenburg wird als Frau beschrieben, die sich in Schweden unglücklich fühlte und über alles klagte was Schwedisch war. Noch bevor es jedoch zu einer eventuellen Trennung oder zumindest bedeutenden Spannungen kommen konnte, fiel die Königin bei einer Tanzveranstaltung im Jahre 1535 so unglücklich, dass sie erst bettlägerig wurde und am 23. September des gleichen Jahres starb. Unmittelbar nach dem Tode Katarinas verbreitete sich das Gerücht Gustav Vasa habe sie erschlagen, was viele für glaubwürdig hielten, da auch Gustav Vasa mit der Ehe nicht sehr zufrieden war. Untersuchungen des Schädels von Katarina konnten allerdings dieses Gerücht nicht bestätigen.


23. September 1885: Kristina Nillsons Gesang verursacht 20 Tote in Stockholm
23. September 1934: Per Olov Enquist und die interpretierte Wirklichkeit im Roman
23. September 1963: Tystnaden, das Schweigen, von Ingmar Bergman 

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Samstag, 22. September 2012

Fredrik Westin, vom Portraitmaler zum Maler von Altarbildern

Fredrik Westin wurde am 22. September 1782 in Stockholm geboren, lernte seine Kunst unter einigen der bekannten Malern seiner Zeit und machte anschließend eine Karriere an der Stockholmer Kunstakademie, wo er 1816 Professor wurde und 1828 zum Direktor ernannt wurde. Mit diesem Hintergrund war es auch logisch, dass er zahlreiche Gemälde am königlichen Hof malte und uns damit ein Gesicht von mehreren wichtigen Personen hinterlassen hat, das man heute in mehreren großen Museen Schwedens betrachten kann.

Fredric Westin wurde wegen seiner Portraits allerdings bereits zu seiner Zeit kritisiert, da ein Portrait nicht sehr hoch im Wert stand und ihm zudem vorgeworfen wurde, dass er allen Personen, die er malte, sehr ähnliche Charakterzüge gab und oberflächlich arbeitete. Nicht kritisiert wurde jedoch ein Aspekt, der im geschichtlichen Zusammenhang der Portraits eine gewisse Rolle spielt, denn seine Gemälde basieren auf dem Gedanken einer Großmacht Schwedens, die auf die schwedische Mythologie aufbaut, diese jedoch als reale Geschichte betrachtet, was beim Gemälde mit Kronprinzessin Josefinas Ankunft in Schweden am deutlichsten zu Tage tritt.

Als Johan Gustaf Sandbergs Altarbild für die Sankt Jacobs Kirche in Stockholm für minderwertig befunden wurde, bekam Fredric Westin den Auftrag das Gemälde zu malen, nicht zuletzt auch deswegen, weil er bereits wenige Jahre Vorher die Altartafel  „Die Auferstehung“ gemalt hatte. Nachdem Westins Stil in mehreren Punkten von jenem anderer Maler von Altarbildern abwich, erhielt er im Anschluss auch den Auftrag für mehrere weitere Altartafeln in Kirchen, die sich, unter anderem, auch in Uddevalla und Åbo befinden.


22. September 1959: Johan Norberg und der moderne Jazz Schwedens
22. September 1993: Kommerzielle Radiostationen erreichen Schweden
22. September 2008: Olov Svedelid, Kriminalromane im Stockholmer Milieu

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Freitag, 21. September 2012

Die schwedische Fernsehserie Tre Kronor

Auch wenn man bei Tre Kronor als erstes an das frühere Schloss denkt, den Vorläufer des Stockholmer Schlosses, also die Residenz des schwedischen Königs, so handelt es sich bei dem Gebäude Tre Kronor, das bei der gleichnamigen Fernsehserie eine tragende Rolle spielt, um eine Sporthalle in Mälarviken, einem fiktiven Vorort Stockholms. Im Laufe der Serie, deren erster Teil am 21. September 1994 ausgestrahlt wurde, lernt der Zuschauer das Familienleben in Mälarviken im kleinsten Detail kennen.

Tre Kronor, das bei TV4 ausgestrahlt wurde, sollte eine Konkurrenz zur Erfolgsserie Rederiet, was eine Mischung aus Soap und Geschichte war, werden, wobei TV4 den gleichen Autor wählte, der bereits für die 318 Teile von Rederiet verantwortlich war, nur dass es sich dabei lediglich um 123 Teile handelte, die später in sechs CD-Boxen erschienen. Beide Serien entwickelten sich zu einem „Dallas“ Schwedens, nur eben angepasst auf die schwedische Gesellschaft.

Die Handlung der Serie Tre Kronor ist heute so aktuell wie damals, denn die Geschichte geht ums Familienleben, Liebesgeschichten und Gemeinschaft, aber auch um Schwarzgeld, Arbeitslosigkeit und eine verfehlte Flüchtlingspolitik. Der letzte Teil von Tre Kronor gewann jedoch eine besondere Brisanz, denn der Psychopat Sten Frisk, ein Pastor, wird zum Selbstmordbomber, der die Sporthalle und das Restaurant mit Hilfe eines Sprengstoffgürtels in die Luft jagt und dabei viele Tote und Verletze zurücklässt.


21. September 1895: Viktor Rydberg, der Autor zwischen Mythologie und Philosophie
21. September 1895: Viktor Rydberg, der Autor, der Jesus zum Menschen machte

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Donnerstag, 20. September 2012

Großbrände in Gävle

Durch die Lage am Meer war Gävle, wie jede Stadt an der Küste, im Laufe der Geschichte immer wieder Angriffen ausgeliefert, aber entkam dabei selbst dem Brandschatzen der russischen Armee im Jahre 1719, als zahlreiche der Städte an der Ostsee Opfer der Flammen wurden. Weitaus weniger glücklich war die Stadt jedoch mit Bränden, die wegen Unachtsamkeit im Ort selbst ausbrachen und dabei mehrmals Gävle nahezu dem Erdboden gleich machten.

Einer der fünf überlieferten Großbrände in Gävle brach am 20. September 1776 gegen vier Uhr Nachmittag im Dachstuhl eines Wohnhauses aus und griff auch auf das Nachbarhaus über. Im Grunde war dieser Brand relativ harmlos, aber zum einen herrschte an diesem Freitag ein sehr starker Wind, der die Gefahr erhöhte und zum anderen war die Mehrheit der Bewohner beim Fischfang, so dass nicht genügend Kräfte zum Löschen vorhanden waren. Dieser Umstand führte dazu, dass insgesamt 156 Gebäude dem Erdboden gleich gemacht wurden.

Auch wenn dieser Brand am 20. September nicht der größte Brand war von dem die Stadt heimgesucht wurde, so hat er jedoch das Bild Gävles am meisten verändert, da man die Stadt nicht mehr im alten Stil aufbaute, sondern das Stadtbild neu plante, was zum heutigen Straßennetz der Innenstadt führte. Außerdem wurde nach dem Brand, im Auftrag von Gustav III., das heutige Rathaus vom Architekten Carl Fredrik Adelcrantz gebaut, das mit seinem rokoko-klassischem Stil den Rathausplatz dominiert. Allerdings wurden Teile des Gebäudes nach einem weiteren Brand im Jahre 1869, als das Rathaus beschädigt wurde, nochmals in einigen Details verändert.


20. September 1396: Der Beschluss in Nyköping verändert die schwedische Regierung
20. September 1937: Monica Zetterlund, ein Leben im Rampenlicht und im Schatten
20. September 1974: Olle Hedberg, der Autor, der seine Vergangenheit verbrannte 

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Mittwoch, 19. September 2012

Carl Milles, einer der grössten Skulpteure Schwedens

Carl Milles, der bei Geburt noch Carl Andersson hieß, starb am 19. September 1955 im sogenannten Millesgården auf Lidingö, wo er sich regelmäßig im Sommer aufhielt und den er bereits 1936 in Form einer Stiftung dem schwedischen Volk geschenkt hatte. Die Anlage, die heute ein Skulpturengarten und ein Museum ist, war beim Tode von Carl Milles nahezu fertig, wobei man dort nicht nur Skulpturen findet, die der Künstler in Schweden fertigte, sondern auch zahlreiche Werke, die in den USA entstanden.

Im Alter von 17 Jahren begann Carl Milles eine Schreinerlehre, wobei er jedoch unmittelbar Abendkurse am Konstfack (damals noch Technische Schule) in Stockholm besuchte, wo er nur drei Jahre später ganztägig zu studieren begann. Als er 1897 vom Verein der Kunsthandwerker ein Stipendium in Höhe von 200 Kronen erhielt, begab er sich nach Paris, wo er sich für mehrere Jahre niederließ und unter anderem an der Ecole des Beaux-Arts studierte. In Paris war er von den Arbeiten Auguste Rodins so beeindruckt, dass ihn diese Art der Skulptur nie wieder los ließ, was man beim Betrachten seiner Werke deutlich erkennen kann.

Carl Milles, der in Schweden als künstlerisches Genie betrachtet wird, legte sich vor und während des Zweiten Weltkriegs mit allen damals als fortschrittlich betrachteten Journalisten und Medien an, da er, im Gegensatz zur Mehrheit der Künstler und Journalisten der Zeit, ein absoluter Bewunderer von Hitler, Mussolini und Franco war, die in seinen Augen ein klares Ziel vor Augen hatten und ihre Länder reinigen würden. In diesem Rahmen verteidigte er auch jede völkerfeindliche Maßnahme dieser Staatsmänner. Im gleichen Jahr als der Zweite Weltkrieg zu Ende ging wurde Carl Milles indes amerikanischer Staatsbürger.


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Göteborg Reiseführer

Dienstag, 18. September 2012

Bekämpfung der Dyskalkulie in Schweden

Obwohl man seit über hundert Jahren weiß, dass Dyskalkulie (Rechenschwäche) für viele Kinder und Erwachsene ein Problem ist, das auch durch große Anstrengungen nicht verbessert wird, nehmen viele Eltern das Problem ihrer Kinder nicht ernst und stellen viele Ärzte die Diagnose zu spät, sehr oft, weil sie auf die Diagnose einer Dyskalkulie zu schlecht vorbereitet sind oder die Rechenschwierigkeiten der Kinder nicht ernst nehmen.

Als am 18. September 2008 eine weltweite Konferenz zur Dyskalkulie in Stockholm organisiert wurde, nahm dies der Malmöer Neuropsychologe Björn Adler zum Anlass am gleichen Tag den Verein Dyskalkylieföreningen zu gründen um allen betroffenen Eltern und Kindern eine Anlaufstelle zu bieten, wo sie mit anderen diskutieren können, aber auch erfahren wie man eine einfache Diagnose stellen kann oder seine Kinder sinnvoll unterstützen kann.

Als die Dyskalkylieföreningen im Jahre 2010 sämtliche 290 Gemeinden und 21 Regionregierung Schwedens anschrieb um zu erfahren welche Hilfen in Schweden Kindern mit Dyskalkulie zur Verfügung stehen, antworteten gerade einmal 67 Gemeinden und 13 Regionen. Nicht nur dass die Anzahl der Antworten erschreckend gering war, bezeichnet ist auch, dass nur in 23 Gemeinden, die antworteten, kompetente Fachkräfte für Dyskalkulie existieren und nur zwei Regionen über ein Programm verfügen, das bei der Aufdeckung von medizinisch bedingten Rechenschwierigkeiten eingreift, obwohl etwa sechs Prozent der Bevölkerung unter Dyskalkulie leidet.


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Montag, 17. September 2012

Folke Bernadotte wird in Israel ermordet

Am 17. September 1948 wurde Folke Bernadotte in Israel von Anhängern der zionistischen Bewegung Stern-Liga ermordet, weil seine Vorschläge zu einer Zweistaatenlösung dem Großmachtdenken der Gruppe entgegenlief. Auch wenn es nach dem Mord zu einer Untersuchung und Entwaffnung der Stern-Liga kam, so wurde niemand für die Tat bestraft, obwohl sie Täter namentlich bekannt waren. Das Mitglied der terroristischen Vereinigung Yitzhak Shamir wurde später sogar Premierminister Israels, andere Mitglieder erhielten führende Positionen im wachsenden Israel.

Folke Bernadott war am 17. September 1948 im Auftrag der UN in Jerusalem und sollte am Nachmittag den israelischen Militärgouvernör Dov Joseph zu Gesprächen treffen. Auf dem Weg zum Treffen wurden die Begleitfahrzeuge Folke Bernadottes von einem Militärjeep blockiert und dann die Reifen des Autos in dem der UN-Vermittler saß, zerschossen. Als das Fahrzeug zum Stehen kam, tötete Yehoshua Cohen Folke Bernadotte und den französischen Oberst André Sérot durch gezielte Schüsse. Cohen wurde anschließend als Volksheld betrachtet und inoffiziell Bodyguard von David Ben Gurion.

Als Ursache des Mordes gelten die beiden Vorschläge, die Folke Bernadotte bei der UN eingereicht hatte, denn auch wenn sein erster Vorschlag zwei Staaten zu gründen, einen israelischen und einen palästinensischen, von Amerika blockiert wurde, so sollte auch der zweite Vorschlag einen permanenten Frieden garantieren, die Grenzen zwischen den beiden Ländern eindeutig festlegen und die Macht der beiden Länder begrenzen, eine Forderung, die von Israel kategorisch abgelehnt wurde.


17. September 936: Bischof Unni führt Birka zurück zum Christentum
17. September 1811: August Blanche und das Stockholmer Milieu des 19. Jahrhunderts
17. September 1868: Emil Kléen, der dekadente Poet des 19. Jahrhunderts
17. September 1941: Eine Explosion auf zwei Kriegsschiffen gleichzeitig 

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Sonntag, 16. September 2012

Der schwedische Komiker Måns Nilsson

Måns Nilsson wurde am 16. September 1977 bei Lund geboren, wo er auch aufwuchs, bevor er sich an der Universität in Lund einschrieb. Bereits an der Universität fühlte er sich von der Welt des Radio angezogen, der er engagierte sich unmittelbar bei Radio AF, dem Studentenfunk Lunds, wo er, gemeinsam mit Anders Johansson zwei Jahre lang das Programm Vanilj zu einem gewissen Erfolg brachte, eine Sendung mit Musik, die die beiden persönlich mochten und mit humoristischen Beiträgen zu allem was ihnen durch den Kopf ging.

Mit 21 kam dann für Måns Nilsson eine größere Hörerzahl, denn mit einigen anderen Freunden kam er zum Sketchprogramm Wallraff, das im staatlichen Kanal P3 ausgestrahlt wurde und nach Günter Wallraff benannt war. Das Team wollte durch fiktive Dokumentationen, fiktive versteckte Mikrofone und Sketche den verlogenen Durchschnittsschweden bloßstellen. Diese Sendung lief mit grossem Erfolg ebenfalls zwei Jahre lang.

Anschließend ging es für Måns Nilsson Schlag auf Schlag, denn es folgten weitere Radioprogramme, öffentliche Auftritte und ab 2006 folgten immer häufiger Auftritte und humoristische Serien im Fernsehen. Seit 2010 erscheinen nun Måns Nilsson und Anders Johansson regelmäßig in der humoristischen Serie „Succéduon med Anders och Måns“, wo sich die beiden Komiker selbst spielen und über das Leben nach 30 spekulieren, wenn vieles nicht mehr ganz so einfach läuft und so manches missglückt.


16. September 1621: Die Eroberung von Riga durch Gustav II. Adolf
16. September 1920: Dan Andersson, zwischen Arbeitergedichten und Wildmark
16. September 1920: Dan Andersson stirbt in Stockholm an Cyanidvergiftung

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Samstag, 15. September 2012

Der Name Arla wird in Schweden geboren

Auch wenn die schwedische Großmolkerei Arla bis zum Jahre 1880 und den Brüdern Wilhelm und Hildemar Albin Lidholm zurückgeht, so geht die heutige Firma und vor allem die Geschichte des Warenzeichens nur zurück bis zum 26. April 1915, als in Stockholm die Lantmännens Mjölkförsäljningsföreningen gegründet wurde, die im Laufe der Jahrzehnte eine Unzahl an kleineren Molkereien des Landes aufkaufte oder mit ihnen fusionierte. Diese Entwicklung führte auch dazu, dass der Ruf nach einem neuen Namen für das Unternehmen immer lauter wurde.

Als dann Anfang der 70er Jahre die Mjölkcentralen, die Lantbrukarnas Mjölkcentral, die Sydöstmejerier und die Molkerei in Örebro sich noch dem wachsenden Unternehmen anschlossen, begann man ernsthaft einen gemeinsamen Namen zu suchen, was letztendlich dazu führte, das am 31. Oktober 1974 der Name Mjölkcentralen Arla offiziell als Firmenname eingetragen wurde, obwohl niemand mit dieser langen Bezeichnung zufrieden war. Am 15. September 1975 begann man daher in der Öffentlichkeit nur noch das Markenzeichen Arla zu verwenden.

Allerdings war der Name Arla nicht gerade eine Neuerfindung, denn dieser Name wurde bereits von der ersten genossenschaftlich betriebenen Molkerei Schwedens, der Arla Mejeriförening im Västmanland, im Jahre 1881 verwendet. Warum man jedoch zu diesem Namen zurückgriff, war vor allem, dass man ihn weltweit benutzen konnte und er in Schweden an frühen Morgen, an Sauberkeit und eine kühle, frische Temperatur erinnert. Die Idee bei der Namensgründung war daher nicht nur einen einprägsamen Namen zu finden, sondern auch den europäischen Markt mit Arla-Milchprodukten zu erobern.


15. September 1907: Gunnar Ekelöf, der erste surrealistische Autor Schwedens
15. September 1969: Die Karriere von Åke Grönberg 
15. September 1972: Flugzeugentführung in Schweden

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Freitag, 14. September 2012

Der Flugzeugträger HMS Gotland wird zu Wasser gelassen

Am 14. September 1933 wurde der schwedische Flugzeugträger HMS Gotland in Göteborg zu Wasser gelassen, genau ein Jahr bevor das Fahrzeug geliefert wurde und zum Einsatz kam. Das Deck des Flugzeugkreuzer war für bis zu acht Flugzeugen geplant, die mit Hilfe eines mit Druckluft betriebenen Katapults gestartet wurden. Als 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach, gehörte die HMS Gotland zu den modernsten Kriegsschiffen, die in Europa zum Einsatz kamen.

Als der Zweite Weltkrieg dann tatsächlich ausbrach, war die Gotland der einzige für Kriegsfälle vorbereitete Kreuzer Schwedens. Als jedoch am 9. April 1940 die deutsche Invasion von Dänemark und Norwegen einsetzte, war der Flugzeugträger gerade zu einer Wartung in der Werft in Stockholm, also weit entfernt vom Schauplatz. Als die HMS Gotland dann jedoch im Mai 1941 die deutschen Kreuzer Bismarck und Prinz Eugen auf dem Weg nach Norwegen entdeckte, beobachteten sie die beiden Kreuzer aus sicherer Entfernung und informierten davon auch die britische Marine, was letztendlich dazu führte, das die Bismarck versenkt wurde.

Obwohl die HMS Gotland erst 1934 eingesetzt wurde, schritt die militärische Entwicklung so schnell voran, dass der Flugzeugträger und insbesondere die auf ihm stationierten Flugzeuge bereits 1944 vollkommen unmodern waren. Ab dieser Zeit wurden dann bei Fahrten des Schiffes keinerlei Flugzeuge mehr mitgeführt und der Flugzeugträger wurde nur noch für lange Reisen und die Ausbildung von Kadetten eingesetzt. Ab 1956 war die Gotland nur noch in Bereitschaft und am 1. Juli 1960 wurde sie ausrangiert. Bereits 1962 wurde das Schiff in Ystad verschrottet.


14. September 1730: Sophia Elisabet Brenner, Frauenliteratur im 17. Jahrhundert
14. September 1805: Hans Magnus Melin und die moderne Bibel Schwedens
14. September 1913: Die schwedische Schauspielerin Annalisa Ericson 
14. September 2003: Referendum über den Euro in Schweden

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Donnerstag, 13. September 2012

Stockholm wird mit Strom versorgt

Am 13. September 1881, rund 30 Jahre nachdem die Stockholmer Straßen mit Gas beleuchtet worden waren, wurde das Elektrizitätswerk Brunkebergsverket an der Regeringsgatan in Betrieb genommen, das mit Hilfe einer gigantischen Akkumulatorenbatterie 1024 Glühbirnen im Stockholmer Bezirk Norrmalm zum Leuchten brachte, allerdings nicht nur Straßenlampen, sondern auch einige wenige Geschäfte, die sich diesen Luxus leisten konnten, denn ein Kilowatt Strom kostete 80 Öre, was ein wahres Vermögen war.

Trotz des hohen Preises für Strom ging der Ausbau des elektrischen Netzes in Stockholm dann mit Riesenschritten voran, denn bereits 1896 gingen vom Brunkebergsverket dreizehn Hauptleitungen entlang der verschiedenen Straßen, auch wenn man damals kaum von sicheren Leitungen reden konnten, denn die Kabel wurden ohne jeden Schutz neben den Bürgersteigen eingegraben und nur an Kreuzungen durch eine Metallhülse geschützt.

Allerdings muss man dabei bedenken, dass man zu dieser Zeit nur Gleichstrom lieferte und Wechselstrom nur in Versuchslabors getestet wurde. Gleichstrom hatte jedoch auch den Nachteil, dass die Leitungen nicht unbegrenzt lang sein konnten und sich die Stromversorgung daher nur in einem gewissen Radius um das Kraftwerk ausdehnen konnte. Bereits 1890 war daher die Grenze erreicht, was jedoch dennoch bedeutete, dass die Gesamtkabel eine Länge von 120 Kilometer hatten und das zentrale Stockholm mit Licht versorgt werden konnte.


13. September 1757: Schweden führt einen Krieg ohne Ergebnisse
13. September 1932: Der schwedische Jazzmusiker Bengt Hallberg
13. September 1943: Gunder Andersson, ein linker Autor der Sport zu Literatur macht

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Mittwoch, 12. September 2012

Stikkan Anderson, Musik für die schwedische Gruppe Abba

Am 12. September 1997 starb Stikkan Anderson, der mit bürgerlichem Namen Stig Erik Leopold Andersson hieß, an den Folgen eines Herzinfarkts in Stockholm. Stikkan war bei seinem Tod so bekannt, dass die Beerdigung selbst im Fernsehen in einer Direktsendung übertragen wurde. Die Tochter Marie Ledin gab in Erinnerung an den Künstler, der vom Volksschullehrer bis zu einer Ikone in der Musikwelt aufgestiegen war, 2008 das Buch Min Pappa hette Stikkan heraus, das sie gemeinsam mit dem Journalisten und Schriftsteller Petter Karlsson geschrieben hatte.

Stikkan Anderson war am 25. Januar 1931 in Hova im Västergötland geboren und ist eine der Schlüsselpersonen der schwedischen Musik und insgesamt über 3000 Texte geschrieben hat. Sein Durchbruch kam im Jahre 1959, als er für Lill-Babs den Song Är du kär i mig ännu, Klas-Göran schrieb, den die Künstlerin erstmals in Hylands hörna interpretierte. In den 70er Jahren war Stikkan einer der Gründer der Musikgruppe Abba für die er auch den Text Waterloo schrieb. Seine besondere Leistung hier war allerdings auch, dass er in Schweden mit Abba kommerziellen Pop einführte, gegen den Widerstand jeder schwedischen Musikorganisation.

Stikkan Andersson war jedoch auch in anderen Bereichen innerhalb der schwedischen Musikwelt aktiv, denn er gründete die Schallplattenfirma Polar Music, die, unter anderen, Abba, Ted Gärdestad und Tomas Ledin produzierten. Im Jahre 1989 gründet Stikkan auch den weltweit anerkannten Polarpriset, der im Jahre 2012 an Paul Simon ging und mit einer Million Kronen dotiert ist. Die Preisverleihung findet jährlich im Konzerthaus in Stockholm statt.


12. September 1818: Aurora von Qvanten, die vergessene Schriftstellerin Schwedens
12. September 1921: Die ersten freien Parlamentswahlen in Schweden
12. September 1984: Die schwedische Sängerin Petra Marklund

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 11. September 2012

Håkan Magnusson, ein gewählter König ohne Macht

Nach geschichtlichen Dokumenten starb Håkan Magnusson am 11. September 1380, ein König, der in Schweden gerade einmal eine Regierungszeit von zwei Jahren nachweisen kann. Allerdings ist nicht sicher, ob er nicht in Wirklichkeit die Macht in Schweden mit seinem Vater teilen musste, da Magnus Eriksson in dieser Zeit noch sehr aktiv in Schweden war, unabhängig davon, dass sein Sohn offiziell zum König gewählt worden war.

Die Macht des Königs Håkan Magnusson stand allerdings auf sehr wackeligen Beinen, so dass man seine Wahl eigentlich als Notlösung gesehen werden muss. Da Håkan Magnusson gleichzeitig König von Norwegen war, waren ihm die Belange Schwedens weitgehend unbekannt oder sie interessierten ihn nicht, denn dass er sich 1359 mit Margareta, der Tochter Valdemar Atterdags verlobt hatte, der Skåne im Jahre 1360 erobert hatte, war bereits ein grundlegendes Problem, zumal er die Verlobung im Laufe der Konflikte aufgelöst hatte und damit zeigte, dass er kein diplomatisches Gefühl hatte.

Aber Håkan Magnusson gelang es seine Probleme in Schweden noch zu vergrößern, denn er verlobte sich nahezu unmittelbar mit Elisabet von Holstein, die von Atterdag auf der Reise nach Schweden gefangen genommen wurde. Nach Friedensverhandlungen mit Dänemark musste er nun die neue Verlobung brechen und doch Margareta heiraten, eine Voraussetzung um Skåne zurück zu gewinnen. Diese Handlung brachte ihm die Feindschaft von Albrecht von Mecklenburg, der nun die Chance sah den schwedischen Thron zu erobern. Unterstützt wurde dieser von der Heiligen Birgitta, die ohnehin unzufrieden mit Håkan Magnusson und Magnus Eriksson war und einen absolut gläubigen Katholiken auf dem Thron sehen wollte. Das Ergebnis war, dass Håkan bereits 1364 zu Gunsten von Albrecht als König abgesetzt wurde.


11. September 1929: Birgitta Trotzig, Schuld und Befreiung im Glauben
11. September 1988: Die Musikgruppe Imperiet gibt ihr letztes Konzert 
11. September 2003: Anna Lindh stirbt nach Überfall im Kaufhaus NK

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 10. September 2012

August Jahnke, der Gründer der Allmänna Sångförening

August Jahnke wurde am 10. September 1821 im deutschen Greifswald geboren und wanderte 1840 nach Schweden aus, wo er am Tyska Nationallyceum, der heutigen Deutschen Schule, als Musiklehrer tätig wurde und als Organist in der Deutschen Kirche wirkte. Ab 1847 beeinflusste August Jahnke dann das musikalische Geschehen Stockholms auf so bedeutende Weise, dass er am 24. Februar 1865 in die Königliche Musikalische Akademie aufgenommen wurde.

Im Grunde übernahm August Jahnke nur die Idee aus Lund und Uppsala, wo sich ab den 20er Jahren Männerchöre entwickelten, die sich auch auf Quartettgesang und Weisen spezialisierten. In diesem Sinne gründete Jahnke im Jahre 1847 die „Folksångarföreningen“, die bereits nach drei Jahren 150 Mitglieder zählte. 1862 gründete August Jahnke dann die Stockholms Allmänna Sångföreningen und 1871 kam auch das Svenska Damqvartetten auf seine Initiative zustande.

Auch wenn allein diese Chöre die Musikwelt Stockholm stark veränderten, so sah August Jahnke höhere Ziele, denn schon bald gründete er auch den Chor Nationalsångare, eine Gruppe, die nur in der Nationaltracht des Landes auftrat und im Rahmen der nationalen Bewegung jener Zeit einen enormen Erfolg verzeichnete. Und auch eine weitere Idee des ursprünglichen Musiklehrers zeigte Erfolge, denn in den Chören fand man Unternehmer neben Handwerkern, was bewies, dass Musik die Stände aufheben konnte, die im 19. Jahrhundert eine große Bedeutung in Schweden hatten.


10. September 1892: Anders Anderson, ein Arzt als schwedischer Skalde
10. September 1978: Schwedens bester Formel 1 Fahrer stirbt nach Unfall

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 9. September 2012

Liza Marklund und die Revolte gegen die herkömmliche Buchlandschaft

Am 9. September 1962 wurde Liza Marklund, die in Deutschland vor allem mit ihren Kriminalromanen bekannt wurde, in Pålmark am Rande der nordschwedischen Stadt Piteå geboren. Nach der Oberstufe war für Liza die Schule abgeschlossen und sie wollte die Welt entdecken. Vom Croupier in Piteå kam sie als Bedienung nach London, arbeitete in einem Kibbutz in Israel und landete in einem Callcenter in Hollywood. Anschließend kam Liza Marklund zurück nach Schweden und bildete sich in der Volkshochschule zur Journalistin aus.

Nach dieser Ausbildung begann Liza Marklund beim Norrbottens-Kuriren in Luleå zu arbeiten, um jedoch schon bald eine Anstellung beim Aftonbladet in Stockholm zu akzeptieren und später beim Expressen. Liza war jedoch nicht für die weisungsgebundene Arbeit als Journalist geschaffen, was sich darin ausdrückte, dass sie schon bald die kostenlose Zeitschrift Metro mitgründete, freiberuflich für die Fernsehanstalt TV4 arbeitete und schließlich, gemeinsam mit Jan Guillou, Sigge Sigfridsson und Ann-Marie Skarp den Piratförlaget gründete.

Die literarische Karriere Liza Marklunds begann mit ihrem Roman Gömda, der 1995 bei Bonniers erschien und 2009 erheblich in die Kritik geriet als der Wahrheitsgehalt des Buches angezweifelt wurde. Ihr erster Kriminalroman Sprängaren kam 1998 auf den Markt und wurde unmittelbar ein Bestseller, nicht zuletzt wegen der Hauptfigur Annika Bengtzon, einer Reporterin, die bei einer Abendzeitung in Stockholm arbeitete. Liza Marklunds Bücher wurden in 30 Sprachen übersetzt und sie ist die zweite skandinavische Autorin, der es gelang in die Bestsellerliste der New York Times zu gelangen.


9. September 1912: Marianne Zetterström, die Autorin der wenigen Worte
9.September 1962: Liza Marklund zwischen Politik und Kriminalroman 
9. September 1986: Die schwedische Liga der Maskierten

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Samstag, 8. September 2012

Umeå stellt alle Stadtbusse auf Ethanol um

Die nordschwedische Stadt Umeå verfügt über elf zentrale Buslinien, eine Linie für den Fernverkehr und eine Buslinie vom Zentrum zum Flughafen, wobei die Geschichte des lokalen Busverkehrs relativ jung ist und nur bis zum Jahr 1965 zurückreicht, als die Firma Gabrielsson mit dem Warenzeichen Ultra (Umeå Lokaltrafik) die erste reguläre Linie einrichtete. Da der Name Ultra von der Stadt eingetragen wurde, kann man noch heute zahlreiche Busse in Umeå mit diesem Namen verkehren sehen.

Am 8. September 1994 war Umeå dann die erste Stadt Schwedens, die sämtliche Busse auf Ethanolbetrieb umstellte und damit den ersten Schritt zur umweltfreundlichsten Stadt Schwedens machte. Aber auch wenn der Ansatz sehr gut war, so änderte sich vieles als Veolia im Juni 2006 den städtischen Busverkehr übernahm. Veolia änderte nicht nur die Farbe der Busse, sondern wählte auch wieder überwiegend Diesel als Treibstoff. Wegen den hohen Kosten wurde der Vertrag mit Veolia jedoch bereits für 2008 gekündigt, eine Entscheidung, die auch die Umweltfragen wieder mehr ins Zentrum setzte.

Die Wende begann in der Tat im Jahre 2009 als die Stadt Umeå die ersten Hybridfahrzeuge erwarb und das lokale Unternehmen Hybricon die Technik auf Busse übertrug. Im Jahr 2011 investierte die Stadt dann 4,8 Millionen Kronen in den weltweit ersten schnell ladbaren Hybridbus, der jedoch in diesem Jahr noch als Testfahrzeug unterwegs war, da man wissen wollte wie sich diese Motoren bei der nordischen Kälte verhalten. Nach Abschluss des Testes verkehrt nun bereits ein Hybridbus regelmäßig zum Flughafen Umeå und 1914, wenn Umeå europäische Kulturhauptstadt wird, werden alle Besucher der Stadt die wachsende Flotte an Hybridbussen testen können, die so leise sind, dass der Busfahrer sich wieder Klingeltönen bedienen muss wenn er sich Haltestellen nähert.


8. September 1930: Mads Edvin Rydman, Poet und Filmschauspieler
8. September 1962: Wir Kinder aus Bullerbü - Alla vi barn i Bullerbyn

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Freitag, 7. September 2012

Söderhamn wird zur Stadt erhoben

Wann Söderhamn wirklich besiedelt wurde und wie sich der Ort ursprünglich entwickelte ist weitgehend unbekannt. Sicher ist jedoch, dass Söderhamn mit einem königlichen Brief vom 7. September 1620 die Stadtrechte erhielt, also unter Gustav II. Adolf, der insgesamt 15 Städte in Schweden gründete, die meisten davon aus militärischen Gründen, was auch in Söderhamn der Fall war, wenn es hier auch nicht um die strategische Lage des Ortes ging.

Bis 1620 war Söderhamn mit seinem Hafen vor allem ein Ort für Fischer und Händler und wurde von der Burg Faxehus dominiert. Das Besondere an Söderhamn war jedoch, dass es in der Umgebung zahlreiche Schmiede gab, die sich auf die Herstellung von verschiedenen Waffen spezialisiert hatten, was Gustav II. Adolf zu Ohren gekommen war. Er ernannte daher Karl Olsson, den wichtigsten Händler des Ortes, zum Bürgermeister und verordnete, dass sich die Schmiede in der Stadt zusammenschließen mussten um eine Gewehrfabrik aufzubauen.

Um den Schmieden und den Bürgern das Ganze auch schmackhaft zu machen, ernannte der König Söderhamn nicht nur zur Stadt, sondern schenkte ihr auch noch ausgedehnte Ländereien und einige Schäreninseln, allerdings bereits mit dem Hintergedanken, dass sich dadurch die Stadt auch ausdehnen konnte. Mit dem Brief, der Söderhamn zur Stadt machte, kam auch ein Vorschlag für das Stadtwappen, das vom Stadtrat erst am 28. Januar 1927 als Symbol der Stadt offiziell festgestellt wurde und an die erste Gewehrfabrik erinnert, da auf dem Siegel zwei gekreuzte Gewehre auf einem Kriegsschiff abgebildet werden.


7. September 1661: Gunno Dahlstierna, der erste Mundartdichter Schwedens
7. September 1520: Die Eroberung Stockholms durch Kristian II.

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Donnerstag, 6. September 2012

Axel Anders Teodor Hägerström, der Gründer der Uppsala-Schule

Am 6. September 1868 wurde Axel Anders Teodor Hägerström in Vireda als Sohn eines Priesters geboren. Hägerström verlebte seine Jugend in Örberga bei Vadstena und begann 1886 an der Universität Uppsala Theologie und Philosophie zu studieren. Beide Fächer schloss er bereits nach einem Jahr mit einem erfolgreichen Examen ab und wählte dann die akademische Laufbahn. Nach seinem Doktorat im Jahre 1893 wurde Hägerström dann auch Dozent für praktische Philosophie in Uppsala.

Nach einer religiösen Krise bestimmte sich Axel Anders Teodor Hägerström Theologie und Philosophie zu trennen und löste sich gleichzeitig von der Religion, was auch dazu führte, dass er eine neue Einstellung zur Philosophie fand. Hägerström wandte sich in diesem Punkt von der schwedischen philosophischen Linie ab und näherte sich dabei mehr der Transzendalphilosophie Kants mit der Erklärung zur Bedeutung von Begriffen wie Wirklichkeit und Notwendigkeit, was gewissermaßen eine Revolution innerhalb der schwedischen Philosophie dieser Epoche darstellte.

Die Theorien von Axel Anders Teodor Hägerström und seine Herabstufung des Individualismus und der Persönlichkeit brachten dem Philosophen einen sehr bedeutenden Einfluss für die zukünftige Denkweise in der schwedischen Philosophie, aber auch bei juristischen und politischen Entscheidungen, zumal die sogenannte Uppsala-Schule, die Hägerström mit seinen Theorien schuf, auch die Basis für die sozialdemokratische Rechtsphilosophie wurde, die insbesondere Dag Hammarskjöld später vertrat. Bedeutend dabei ist auch, dass Hägerström die menschlichen Werte wie Moral relativierte und damit die Basis der damaligen Gesellschaft als solches in Frage stellte.


6. September 1815: Der schwedische Sprachforscher Johan Ernst Rietz
6. September 1893: Stefan Oljelund und die Arbeiterbewegung Schwedens
6. September 1910: Der Tod durch die Guillotine in Schweden

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Mittwoch, 5. September 2012

Carl Edward Norström, Pionier des schwedischen Eisenbahn

Am 5. September 1871 starb Carl Edward Norström im Alter von 56 Jahren in Norrköping, der Mann, der für die gesamte Entwicklung der schwedischen Eisenbahn zuständig war und als der erste schwedische Eisenbahningenieur bezeichnet werden kann. Zum Ingenieurberuf kam Carl Edward allerdings bereits durch seinen Vater, der Baumeister am Kanal von Trollhättan war und ihm auf der Baustelle zu einem Job als Ingenieursschüler verhalf. Schon bald wurde dann Carl Edward Norström beim Bau des Göta Kanals eingesetzt und noch etwas später am Kanal von Säffle.

Als dann Adolf von Rosen, gemeinsam mit Carl Edward Norström, Claes Adolf Adelsjköld und Nils Ericson, ab 1845 die Eisenbahn in Schweden entwickeln sollte, so durfte nichts schief gehen um die Bevölkerung nicht gegen den Eisenbahnbau aufzubringen. Als Lösung empfand man den jungen Carl Norström ein halbes Jahr lang auf eine Studienreise nach Belgien, Holland, England und die USA zu schicken, damit er sich mit den neuesten Kenntnissen und Techniken des Eisenbahnbaus vertraut machen konnte. Vor allem über John Ericsson, der seit 1836 in Amerika lebte, erfuhr Norström dann tatsächlich alles, was er über den Bau einer Eisenbahnlinie wissen musste.

Auf Grund dieser überragenden Kenntnisse über die Carl Edward Norström nach seiner Rückkehr verfügte, stieg er sehr schnell im Rang und als am 30. April 1855 der erste Spatenstich für die staatliche Eisenbahn bei Alingsås erfolgte, erhielt Norström die Aufsicht über den Bau der Västra Stambanan, was bedeutete, dass ihm bis zu 200 Ingenieure und 6000 Arbeiter unterstanden. Bis zu zu seinem Tode hatte Carl Edward Norström dann etwa 700 Kilometer schwedische Eisenbahn gebaut.


5. September 1987: Die beliebte Sendung På Spåret hat in Schweden Premiere
5. September 1995: Ebba Lindqvist, Gedichte vom Meer und dem Bohuslän
5. September 2001: Der schwedische König wird mit Torte beworfen

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 4. September 2012

Das Blutbad von Ronneby

Am 4. September 1564 fand in Ronneby das sogenannte Blutbad von Ronneby statt, das geschichtlich größte Massaker während des Nordischen Siebenjahreskrieges. An diesem Tag drang das schwedische Heer mit 7900 Soldaten in Ronneby ein und tötete nahezu alle Bewohner des Ortes.  Nach späteren Aufzeichnungen sollten selbst kleine Kinder aufgespießt und Frauen, die kurz vor Geburt waren auf einem Scheiterhaufen verbrannt worden sein. Nur einige wenige Personen sollen dem Massaker entkommen sein. Die Stadt wurde nach der Eroberung von den Schweden abgebrannt.

Das Geschehen geht darauf zurück, dass der schwedische König Erik XIV. Blekinge, das damals noch zu Dänemark gehörte, als Pufferzone benutzen wollte und daher systematisch zerstörte. Während die meisten Orte der Region sofort kapitulierten sobald sie das schwedische Heer sahen, leistete Ronneby Widerstand, obwohl die Stadt wissen musste, dass sie dem schwedischen Heer nicht gewachsen war Vermutlich hofften sie auch nur die Stadt so lange verteidigen zu können bis die Dänen ankamen um den Feind zurückzuschlagen. Niemand kennt die Gedanken der Toten.

Erik XIV. schrieb nach der Tat, dass das Wasser des Flusses rot war durch das Blut der vielen Toten, was er positiv sah, denn für ihn war es besser ein zerstörtes Land Blekinge zu haben als ein feindliches Land. Die Tat wurde sowohl von den Dänen als auch den Schweden als besonders grausam dargestellt, da die Schweden damit den Kampfwillen der Schweden stärken wollten und sich als unbesiegbar hinstellen konnten. Die Dänen dagegen wollten die Grausamkeit der Schweden hervorheben, damit sich das Volk gegen ein so bestialisches Land zur Wehr setzt, da es Angst vor einer Eroberung hat.


4. September 1563: Das Schloss Älvsborg wird von Dänemark erobert
4. September 1826: Martin Wiberg, ein vergessener Erfinder Schwedens
4. September 1994: Folke Mellvig, der schwedische Krimiautor der 50er Jahre 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 3. September 2012

Elias Wilhelm Rudas Weg zur Literatur

Elias Wilhelm Ruda wurde am 3. September 1807 als Sohn eines Gärtners in Häringe im Södermanland geboren, ein Autor, der innerhalb der schwedischen Literaturgeschichte sehr schwer einzuordnen ist, nicht nur, weil er sich in verschiedenen literarischen Bereichen versuchte, sondern auch, weil er bereits am 13. August 1833 im Alter von knapp 26 Jahren an einer plötzlichen Krankheit in Örebro starb und dadurch noch keinen klaren Stil entwickeln konnte. Während seine Prosa mehr humoristisch war, zeugen seine Gedichte von einer Schwermut und der Suche nach Romantik.

Nachdem Elias Wilhelm Ruda in sehr armen Verhältnissen aufwuchs, war ihm eigentlich die Literatur verschlossen, auch wenn er sich bereits sehr früh als sehr intelligent zeigte. Als jedoch sein Großvater starb, verfügte dieser, dass Elias Wilhelm von dem Geld, das der Großvater während seines Leben erspart hatte, eine Schulbildung erhalten sollte. Mit zehn Jahren kam Elias Wilhelm daher in die Hauptschule in Strängnäs, wo er den niedrigsten Gymnasialabschluss machte, der ihm allerdings kein Studium ermöglichte. Als er mit 15 dann bei einem Priester angestellt wurde, konnte er die deutsche Literatur entdecken und mit 16 begann der junge Ruda seine ersten Gedichte zu schreiben.

Seine Wissbegierde und das ständige Lernen führten dazu, dass Elias Wilhelm Ruda, neben seinem Beruf, nach wenigen Jahren bereits so umfassende Kenntnisse erworben hatte, dass er in Uppsala als Student akzeptiert wurde. Um das nötige Geld für ein Studium zu verdienen, arbeitete Ruda als Pressesprecher und PR-Berater bei der Regionalregierung in Kalmar. Ab dieser Zeit entwickelte Ruda eine extreme Aktivität, denn außer seiner Arbeit und dem Studium in Uppsala arbeitete er noch für den Upsala Correspondenten sowie die Svenska Literaturföreningens tidning und veröffentlichte mehrere Werke, darunter En tysk resandes ströfverier på svenska parnassen. Nahezu unmittelbar nach seinem Magisterexamen verstarb dann jedoch Elias Wilhelm Ruda und hinterließ nur eine Hand voll an Werken.


3. September 1925: Der schwedische Künstler Bengt Lindström
3. September 1942: Schweden unterstützt das geplünderte Norwegen
3. September 1949: Vilhelm Ekelund, zwischen Poesie, Prosa und Philosophie


Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 2. September 2012

Johan August Gustafsson, der Bauern-Skultör aus Öland

Am 2. September 1932 starb Johan August Gustafsson in Borgholm auf Öland, ein Künstler, der nur als JAGS und als Gustav-Jon bekannt ist und der einzige der Familie war, der auf Öland blieb um dort den kleinen Bauernhof des Vaters zu übernehmen. Seine drei Brüder und die Schwester wanderten nach Australien aus um nie mehr in die ärmlichen Verhältnisse zurückzukehren. Da der Bauernhof zu wenig abwarf um davon überleben zu können, betätigte sich Gustav-Jon noch mit dem Fischfang und suchte am Strand nach Wrackteilen, die irgendwelchen Wert hatten.

Als dann die Preise für landwirtschaftliche Produkte gegen 1880 noch tiefer sanken, begann Johan August Gustafsson, der am 19. Juli 1852 in Seby auf Öland geboren worden war, sich mehr und mehr mit Erfindungen und der Schnitzerei zu beschäftigen, einem Hobby, das er bereits mit 14 oder 15 entdeckt hatte. Die Ideen zu seinen Holzfiguren entnahm er der Bibel, den Tageszeitungen, der Sagenwelt und den wenigen Büchern, die ihm in die Hände fielen. Da er keine künstlerische Ausbildung hatte, entwickelte JAGS einen völlig eigenen Stil, der erst sehr spät als Kunst anerkannt wurde und heute im JAGS-Museum in Segerstad genauer betrachtet werden kann.

Noch heute kreisen um Gustav-Jon, der mit 80 Jahren an einer Unterkühlung starb nachdem er nach Wrackteilen getaucht war, zwei Legenden. So soll JAGS nach Abbildungen, die er in der Presse sah, das erste Fahrrad auf Öland gebaut haben und damit alle Stellen der Insel besucht haben, zum anderen sei er 1897 mit seinem Ruderboot nach Stockholm aufgebrochen um dort einige seiner Werke bei der Weltausstellung zu präsentieren. Auch wenn sich heute noch einige Kritiker über den Wert seiner Kunstwerke streiten, so wurde Johan August Gustafsson auf Öland eine Legende, die niemand vergisst.


2. September 1807: Fredrika Charlotta Runeberg, die erste Journalistin Finnland
2. September 1854: Die Bomarsunds Festung auf Åland
2.September 1925: Gunnar Nilsson, in Jazzkreisen bekannt als Siljabloo 

Copyright: Herbert Kårlin