Dienstag, 30. April 2013

Der Tag der schwedischen Flagge

Der inoffizielle Tag der schwedischen Flagge wurde bereits am 6. Juni 1916 von Artur Hazelius im Stockholmer Skansen eingeführt, wobei Hazelius hierbei mehrere Gedanken miteinander verband. Zum einen war er ständig auf der Suche nach Festen, die möglichst viele Besucher ins Skansen zogen, zum anderen wollte er die nationale Bewegung, die um diese Zeit in Schweden herrschte, ausnutzen um auf einen Nationaltag vorzubereiten und er wollte den Gustafsdagen in Erinnerung an Gustav Vasa besonders hervorheben.

Aber auch wenn die heutige schwedische Flagge bereits seit 1906 existiert, da in diesem Jahr die Union zwischen Norwegen und Schweden aufgelöst wurde und daher eine neue Flagge benötigt wurde und Artur Hazelius ihr 1916 nicht nur eine bedeutende Rolle gab, sondern seine Idee auch dazu führte, dass in schwedischen Haushalten bei wichtigeren Festen Tischflaggen eingeführt wurden und später die Wimpel und die Fassadenflaggen erschienen, so gab es in dieser Zeit weder einen Tag der schwedischen Flagge, noch einen Nationaltag.

Erst am 30. April 1982 entschied sich das schwedische Parlament einen Tag der schwedischen Flagge einzuführen, und im gleichen Zug auch einen Nationaltag und so nebenbei auch die Tage festzulegen an denen die Nationalflagge gehisst werden darf, die Flaggentage. Mit dieser Reform entstand jedoch nicht nur der Nationaltag Schwedens und der Tag der schwedischen Flagge, sondern an diesem Tag werden auch in ganz Schweden diejenigen Personen willkommen geheißen, die im Vorjahr die schwedische Staatsbürgerschaft erhielten. Seit  der Nationaltag im Jahre 2005 zum Nationalfeiertag ernannt wurde, sind diese drei Ereignisse kaum noch auseinanderzuhalten, obwohl es sich in Wirklichkeit nach wie vor um drei verschiedene Ereignisse handelt.


30. April: Die Walpurgisnacht in Schweden 
30. April 1946: Carl XVI. Gustaf Folke Hubertus, König von Schweden

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Montag, 29. April 2013

Emilie Högqvist, ein kurzes Leben im Glanz

Emilie Högqvist wurde am 29. April 1812 in Stockholm geboren und hatte bei ihrem Tod mit 34 Jahren mehr erlebt als die meisten Frauen Schwedens. Bereits 1821 wurde sie im Opernballett in Stockholm als Schülerin aufgenommen, 1826 war sie bei der Bergengrenska Teatersällskapet angestellt und 1828 wurde sie Schauspielschülerin am Königlichen Theater der schwedischen Hauptstadt, das sie nach Abschluss ihrer Ausbildung wegen ihrer außerordentlichen schauspielerischen Leistungen übernahm.

Die Karriere von Emilie Högqvist begann dann ernsthaft im Jahre 1834 als der Star des Königlichen Theaters, Sara Torsslow, das Theater verließ, dringend eine Nachfolgerin gesucht wurde und nur Emilie Högqvist dem Schauspielstil der Vorgängerin nahe kam. Dies bedeutete für Högqvist nicht nur eine Karriere sondergleichen, sondern auch ihr Gehalt ging bedeutend in die Höhe. Sie wurde mit 1200 Kronen eine der bestbezahlten Schauspielerin des Landes, was bedeutete, dass sie sechsmal soviel verdiente wie eine normale Schauspielerin.

Bekannt wurde Emilie Högqvist jedoch nicht nur als Schauspielerin, denn sie sammelte auch die einflussreichsten Liebhaber der Zeit, was ihr den Beinamen Aspasia einbrachte, eine Anspielung auf eine frühe griechische Liebhaberin von Perikles. Geradezu ein Skandal wurde jedoch, dass sie etwa zehn Jahre lang auch die Liebhaberin des Kronprinzen Oscar war, dem späteren König Oscar I., denn aus dieser Liebschaft gingen auch zwei Kinder hervor, die vom königlichen Hof in Hamburg versteckt wurden um den Skandal weitgehend zu vermeiden. Der letzte Liebhaber Högqvists wurde dann der Politiker Emil Key, der Vater der Schriftstellerin Ellen Key.


29. April 1659: Sophia Elisabet Brenner und die Frauenbewegung 
29. April 1913: Der schwedische Reißverschluss erobert die Welt

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Sonntag, 28. April 2013

Hjalmar Procopé, ein finnlandschwedischer Dichter

Hjalmar Procopé wurde am 28. April 1868 in Helsingfors, dem heutigen Helsinki, geboren und gehört zu jener Gruppe an Personen, die ein Teil der schwedischen Kultur sind, da sie in einer Zeit zur Welt kamen als Finnland noch nicht selbstständig war und sie die schwedische Sprache als ihre Muttersprache benutzten, zu einer Gruppe, die heute sehr rückläufig ist, da Finnland sich als wenig offen für Minoritätensprachen zeigt und zudem sehr viele Finnlandschweden während der letzten 50 Jahre nach Schweden umzogen.

Hjalmar Procopé studierte nach seinem Schulgang in Vasa (Vaasa) und Helsingfors (Helsinki) Geschichte. Als er sein Studium abgeschlossen hatte, überlegte er, ob er Lehrer oder Journalist werden sollte. Da er den Schulbetrieb jedoch mit Disziplin in Verbindung brachte, entschied er sich letztendlich für den Journalismus. Wann Procopé dann daran dachte auch literarisch aktiv zu werden, ist nicht bekannt, aber als er im Jahre 1900 bei den Tammerfors Nyheter als Redakteur arbeitete, erschien auch der erste Gedichtband des Journalisten.

Sehr schnell zeigte sich, dass sein erster Gedichtband eine breite Leserschicht ansprach, was Hjalmar Procopé dazu veranlasste weitere acht Lyrikbände zu veröffentlichen, die ihn zu einem der bedeutendsten schwedischsprachigen Schriftsteller Finnlands machten. Bereits 1905 begann Procopé eine zusätzliche Karriere und veröffentlichte das Theaterstück Belsazars gästabud, das erstmals 1906 aufgeführt wurde, mit einer von seinem Freund Jean Sibelius dafür geschriebenen Pausenmusik. Nach diesem Erfolg gab Procopé den Journalismus ganz auf und wurde hauptberuflich Schriftsteller.


28. April 1938: Wasser und Brot in schwedischen Gefängnissen 
28. April 1973: Siri Derkert, Erneuerin der öffentlichen Kunst

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Göteborg Reiseführer Göteborgs Tanz- und Theaterfestival

Samstag, 27. April 2013

Inge Schiöler, der schwedische Maler der kräftigen Farben

Der am 27. April 1971 verstorbene schwedische Maler Inge Schiöler gehört heute zu den bedeutendsten Repräsentanten der sogenannten Göteborgskoloristerna (Koloristen von Göteborg) der mit seinen kräftigen und starken Farben Aufmerksamkeit erweckte. Seine Bilder findet man heute in allen großen Museen Schwedens, selbst in der staatlichen Portraitsammlung im Schloss Gripsholm, wo nur herausragende Kunstwerke zu finden sind.

Inge Schiöler war 1908 im westschwedischen Strömstad geboren worden und hatte von 1925 bis 1929 Kunst in Göteborg studiert. Als Künstler trat er dann 1930 in einer Gruppenausstellung in der Schwedisch-Französischen Kunstgalerie erstmals an die Öffentlichkeit. Schon zwei Jahre später hatte der Künstler eine eigene Ausstellung. Die Karriere wurde jedoch 1933 rapide unterbrochen, denn Schiöler wird wegen psychischen Problemen in die Psychiatrie eingewiesen, wo er sich bis 1942 kaum noch für Kunst interessiert. Anschließend beginnt Schiöler jedoch auch dort langsam wieder zu malen.

In der Psychiatrie entstehen in den Folgejahren zahlreiche Bilder von Inge Schiöler, viele davon auf Toilettenpapier, wovon heute noch rund 200 erhalten sind. Seine Galerie, die auch in dieser Zeit weiterhin seine Werke verkauft, wurde 1946 stark kritisiert, weil sie Geschäfte mit einem kranken Mann macht, aber wenig später kauft selbst das Nationalmuseum in Stockholm ein Bild des Künstlers. Erst 1962 wird Inge Schiöler als geheilt entlassen und bereits 1968 hat er erneut eine Separatausstellung im Stockholmer Künstlerhaus, wo 70 seiner Gemälde aus den Jahren zwischen 1944 und 1967 ausgestellt werden.


27. April 1900: Die Gründung der Stadt Kiruna 
27. April 1900: Die Geburt Kirunas und ihre Flucht

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Vetenskapsfestivalen Göteborg 2013

Freitag, 26. April 2013

Harry Hjörne rettet die GP (Göteborgs-Posten)

Harry Hjörne wurde am 26. April 1893 in Vancegan in Illinois geboren, kam jedoch bereits im Alter von drei Jahren mit seinen Eltern zurück nach Schweden, wo die Familie jedoch die amerikanische Kultur weitgehend aufrecht hielt. Hjörne wuchs daher mit teilweise amerikanischem Denken auf, was ihn nicht nur prägte, sondern ihm später auch bei seinem Aufstieg im Pressewesen von Vorteil sein sollte. Hinzu kam, dass Harry Hjörne sehr früh mit der Arbeiterbewegung und dem Bestreben der Volksbildung in Berührung kam. Durch diese Mischung und ein enormes Arbeitsvermögen war seine Berufswahl nahezu logisch, er wurde Journalist.

Harry Hjörne erkannte auch sehr früh wie wichtig Bildung war und besuchte daher Abendschulen, Vorträge und las eine beachtliche Menge an Büchern. Die Anstrengung lohnte sich und bald war Hjörne Journalist für die Zeitung Norra Skåne in Hässleholm, wo sich die Familie mittlerweile niedergelassen hatte. Einige Jahre lang schrieb er für die dortige Zeitung über alles, was man in einer Zeitung lesen konnte. Der  wahre Aufschwung kam dann jedoch 1918, als Hjörne zur Tageszeitung GP (Göteborgs-Posten) kam, denn auch wenn er dort anfangs nur als einer von mehreren Journalisten arbeitete, so schuf er sich in Göteborg Kontakte, engagierte sich in Vereinen und er stieg stufenweise nach oben.

Im Jahre 1926 war nicht nur die Arbeitslosigkeit in Schweden auf einem Rekordniveau, auch die Presse kämpfte mehr und mehr ums Überleben. Die GP sollte in diesem Jahr auf Grund der geringen Leserzahl ganz eingestellt werden. Der damals 33-jährige Harry Hjörne sah nun seine Chance gekommen und er übernahm die Zeitung bevor sie den Todesstoß erhalten hatte. Im Gegensatz zu allen anderen Zeitungen jener Zeit führte Hjörne am Arbeitsplatz dann die Mitbestimmung ein und er besprach jeden Schritt mit seinem Personal. Sehr schnell erkannte er auch das Interesse der Bevölkerung für Sport, erhöhte die Auflage indem er über das Leben des Volkes schrieb und kirchlichen Fragen eine Platz gab. Indem die GP unter Harry Hjörne Nachrichten und Informationen für alle bot, gelang es ihm die Goteborgs-Posten damit zur größten Tageszeitung Schwedens, Stockholm ausgenommen, zu machen. Harry Hjörne starb am 16. Februar 1969 im Alter von 75 Jahren in Göteborg wo später ein zentraler Platz nach ihm benannt wurde.


26. April 1891: Der Folkets Park in Malmö 
26. April 1998: Sven Olov Lindholm, der Verehrer Hitlers

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Donnerstag, 25. April 2013

Björn Ulvaeus, die Zeit vor und nach ABBA

Björn Ulvaeus wurde am 25. April 1945 in Göteborg geboren und wird noch heute am häufigsten als ehemaliges Mitglied der Popgruppe ABBA gesehen, obwohl der Musiker lange vor der Gründung der Erfolgsgruppe musikalisch aktiv war und nachdem die Gruppe aufgelöst wurde in enger Zusammenarbeit mit Benny Andersson, der ebenfalls Mitglied von ABBA war, weiterhin einen bedeutenden Einfluss auf das musikalische Geschehen Schwedens hat und, so nebenbei, auch mehrere Firmen im kulturellen Bereich besitzt oder dort Teilhaber ist.

Björn Ulvaeus, der von 1971 bis 1979 mit Agnetha Fältskog verheiratet war, war bereits sehr früh an Musik interessiert und als er mit 13 Jahren seine erste Gitarre bekam, war er nicht mehr zu halten. Bereits 1961 gründete er, gemeinsam mit drei Schulfreunden, die Hootenanny Singers, die zwei Jahre später ihre erste Ausscheidung gewannen und dadurch mit Stikkan Anderson in Kontakt kamen. Björn schrieb für die Gruppe einige Lieder und, als sich die Gruppe auflöste, schloss sich Ulvaeus 1966 den Hep Stars an, was der wirkliche Beginn für seine Arbeit als Texter und Komponist wurde. Sein erster Hit war dann Ljuva sextital, den Brita Borg 1969 interpretierte.

Als ABBA sich aufgelöst hatte, arbeitete Björn Ulvaeus mit Benny Andersson zusammen und es entstanden das Musical Chess, Kristina från Duvenmåla und letztendlich auch Mamma Mia! Seit Mitte der 80er Jahre teilten Ulvaeus und Andersson ihre Aufgabenbereiche mehr und mehr auf, was bedeutete, dass Benny Andersson die Musik komponierte und Björn Ulvaeus die Texte schreibt. Dies gilt auch die die Lieder des Benny Anderssons Orkester, denn selbst der Text des Hits Du är min man, der monatelang die Nummer Eins der Svensktoppen war, stammt von Ulvaeus.


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Pferdesport in Göteborg

Mittwoch, 24. April 2013

Örebro wird internationale Handelsstadt

Seit dem 17. Jahrhundert war der internationale Handel in Schweden einigen wenigen Städten vorbehalten, die vor allem an der Küste lagen, da der Transport in jener Zeit überwiegend zur See erfolgte. Einige wenige Städte im Binnenland, die an wichtigen Flussläufen, später auch an Kanälen, lagen, erhielten jedoch ebenfalls das Recht internationalen Handel zu betreiben. Allerdings mussten dort wichtige wirtschaftliche Güter verladen werden, die dem König dienten.

Am 24. April 1896 wurde in diesem Rahmen auch Örebro zur sogenannten Stapelstad ernannt, was nicht nur bedeutete, dass Örebro internationalen Handel betreiben durfte, was insbesondere Eisen betraf, sondern dass dort auch eine Zollstelle eingerichtet wurde, die den Export und Import überwachte und dass entsprechende Hafenanlagen vorhanden sein mussten, Bedingungen, die Örebro damals auch erfüllte. Diese Ernennung führte natürlich mit sich, dass damit Örebro die wichtigste Handelsstadt der Region wurde und der Handel dort blühte.

Das Stapelstäder gingen im Grunde bis zur Regierung von Gustav II. Adolf zurück, der gegen 1610 neue Handelsregeln in Schweden einführte und mit Zöllen seine Kriege finanzieren wollte. Ab dieser Zeit wurde der Handel selbst innerhalb Schwedens extrem beschränkt und der Export und Import durch die Einführung der Stapelstäder überwacht. Die Handelsfreiheit innerhalb Schwedens wurde erst 1864 wieder eingeführt. Örebro war die letzte Stadt Schwedens, die noch zur Stapelstad ernannt wurde, da sich bereits im folgenden Jahrhundert das Wirtschaftssystem auch in Schweden zu ändern begann.


24. April 1917: Die Hungerdemonstration in Stockholm 
24. April 1961: Das Kriegsschiff Vasa wird in Stockholm geborgen

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Dienstag, 23. April 2013

Die schwedische Prinzessin Eugénie

Prinzessin Eugénie, die eigentlich Eugenia hieß, sich aber nie so nannte, starb am 23. April 1889 in Stockholm, nur einen Tag vor ihrem 59. Geburtstag. Prinzessin Eugénie war die Tochter von König Oscar I. sowie der Königin Josefina von Leuchtenberg und führte ein relativ unscheinbares Leben, da sie sich sehr früh auf Gotland zurückzog und auch wegen ihren häufigen Krankheiten nur wenig am höfischen Leben beteiligte. Eugénie bevorzugte es unter dem Pseudonym E****** als Künstlerin und Komponistin zu arbeiten.

Da Prinzessin Eugénie nie heiratete, war sie 1858, als der Reichstag entschied dass alle unverheirateten Frauen auf Antrag für mündig erklärt werden konnten, eine der ersten schwedischen Frauen, die über ihr Leben selbst entscheiden konnten und dadurch ein relativ unabhängiges Leben führen konnte, etwas, das sie bereits als junges Mädchen anstrebte. Sie gehörte daher auch zu den ersten Frauen, die den entsprechenden Antrag stellten.

Prinzessin Eugénie, die eine Freundin der Schriftstellerin Lina Sandell war, war in vielen Hinsichten eine bemerkenswerte Frau, denn sie spendete nicht nur ein Vermögen für wohltätige Zwecke, sondern bildete 1882 den ersten Verein gegen wissenschaftliche Tierquälerei, sie bildete einen Nähverein auf Gotland, gründe das Eugeniahemmet für unheilbare Kinder in Stockholm  und hinterließ mit ihren Bildern ein eindrucksvolles Bild des Lebens am Hofe, da dieses Thema ihr Hauptmotiv war, das uns heute erlaubt einen Einblick in die sonst unbekannte Welt des Königshauses zu gewinnen.


23. April 1942: Das nordische Folkbåt (Volksboot) läuft vom Stapel
23. April 1967: Musik, Vergnügen und Essen in Stockholm

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Montag, 22. April 2013

Der eigenwillige schwedische Architekt Carl Bergsten

Auch wenn der schwedische Architekt Carl Bergsten am 22. April 1935 in Stockholm starb, der Stadt in der er erst an der Königlichen Technischen Hochschule Architektur studierte, einem Studium, das er mit einer Ausbildung an der Akademie für Freie Künste ergänzte, bevor er noch in Deutschland und vor allem in Wien nach modernen Einflüssen suchte, so sind seine bedeutendsten Gebäude in Norrköping zu finden, die überwiegend eine Mischung aus Wiener Architektur und Jugendstil sind.

Carl Bergsten war indes kein Architekt, der sich auf das Zeichnen und Bauen von Gebäuden festlegte, denn Bergsten war eine Mischung aus Architekt, Designer und Künstler, der in seinem Schaffen keine Grenzen kannte. Er wollte sich weder an einen bestimmten Stil halten und sah in der Architektur eine Gesamtheit. Aus diesem Grund wurde er Möbeldesigner, schuf Monogramme für Bettwäsche und wurde der Designer für den Ehering seiner Frau und ihres Hochzeitskleids, das man heute im Stadtmuseum Norrköpings bewundern kann.

Die Vielseitigkeit des Architekten Carl Bergsten zeigt sich auch an seinen verschiedenen Aufgaben, die er akzeptierte, denn von 1912 bis 1916 arbeitete er als Redakteur für die Zeitschrift Arkitektur, von 1917 bis 1925 war er verantwortlich für die Möbelabteilung des Kaufhauses NK (Nordiska Kompaniet) und wurde ein Reformator der schwedischen Einrichtung, von 1925 bis 1931 hatte er eine leitende Funktion im schwedischen Bauamt und anschließend arbeitete er als Professor für Architektur an der Kunsthochschule in Stockholm. So nebenbei hatte der Architekt auch noch ein eigenes Architekturbüro.


22. April 1672: Georg Stiernhielm, der Vater der schwedischen Skalden
22. April 1929: Funktionalismus im Stockholmer Kaufhaus NK

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Sonntag, 21. April 2013

Klasse Möllberg, der Liebling schwedischer Kinder

Klas Möllberg, besser bekannt „Klasse Möllberg“, wurde am 21 April 1948 in Katrineholm geboren und begann seine Bühnenkarriere mit 18 Jahren, auch wenn er damals noch nicht wusste wie sich seine Karriere tatsächlich entwickeln würde, denn nach seinen Anfängen als Musiker und Schauspieler hatte er bald vor allem Kinder als sein Publikum, denn ab 1976 stand er mit Lasse Åberg für die Kinderrevue Trazan & Banarne vor den Fernsehkameras und 1979 nahm er die Platte Klasse Möllberg i Smurfland auf und interpretierte die Schlümpfe so gut, dass vermutlich bald jede Kindergärtnerin verzweifelte, weil die Kinder die Lieder immer wieder hören wollten.

In den Folgejahren kamen sehr viele Rollen hinzu, die den schwedischen Kindern unvergesslich blieben, denn Klasse Möllberg spielte in Hemlige Arne eine skurrile Figur mit Brille und großen Zähnen, er war einer der Hauptdarsteller in Pulver & Nicko und 1992 vollbrachte der Künstler ein enorme Leistung, indem er live im Lasses Julkalendern (Adventskalender) sein junges Publikum täglich eine halbe Stunde auf Weihnachten vorbereitete. Kaum ein Schauspieler würde heute eine solche Herausforderung akzeptieren.

Nachdem Klasse Möllberg bereits 1985 im zweiten Teil der legendären Sällskapsresen bewies, dass er auch ein erwachsenes Publikum erreichen kann, machte er als Musiker eine parallele Karriere, denn er bewährte sich auch als Sänger von Volksweisen und Swing, wobei er in seinem Repertoire vor allem zu Liedern von Carl Michael Bellman, Evert Taube und Cornelis Vreeswijk greift. Heute tritt der Künstler vor allem bei größeren Festen oder Ereignissen auf, wbei denen er einen engen Kontakt zu seinem Publikum hat.


21. April 1612: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden 
21. April 1917: Streik und Revolution in Schweden

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Samstag, 20. April 2013

Björn Skifs, mehr als nur ein schwedischer Sänger

Björn Skifs wurde am 20. April 1947 in Vansbro in Dalarna geboren und hatte seine ersten Auftritte noch als Kind, nämlich in einer lokalen Revue, die sein Vater im Heimatort schuf. Als Skifs 15 Jahre alt war, gründete er die Popband Slam Creepers, die 1966 den ersten Preis in einem Popwettberwerb des schwedischen Staatsfunks Sveriges Radio gewann und bis 1969 regelmäßig auf Tournee ging. Die Band löste sich 1969 auf und Björn Skifs wollte neue Wege gehen.

Gemeinsam mit Eva Rydberg und Lars Kühler schuf Björn Skifs mehrere Shows, begann für das Fernsehen zu arbeiten und 1972 bildete er erneut eine Band, die den Namen Blåblus erhielt und 1974 mit Hooked on a Feeling in die amerikanische Billboard-Liste kam. Im folgenden Jahr nahm Skifs dann mit Michelangelo an der schwedischen Vorentscheidung des Eurovision Song Contests teil, den er allerdings erst 1978 und 1981 gewann. In den 80er Jahren kamen neue Shows, unter anderem in der Hamburger Börs in Stockholm, die Hauptrolle im Musical Spök und die Hauptrolle im Film Strul, der einer der meist gesehenen Filme des Jahrzehnts wurde.

Vor rund zehn Jahren nahm Björn Skifs dann erneut Schallplatten auf, wobei er mit Håll mitt hjärta, einem Song des Comeback-Albums Back on Track, 142 Wochen lang in den Svensktoppen blieb. 2010 kam dann nicht nur eine neue Schallplatte, sondern auch eine neue Show im Circus in Stockholm. Der Höhepunkt des gleichen Jahres war dann jedoch sein Auftritt bei der königlichen Hochzeit am 19. Juni 2010, als er, gemeinsam mit Agnes Carlsson, vor der Kronprinzessin Victoria When you tell the world you are mine sang.


20. April 1907: Tradition der Majblomman (Maiblume) in Schweden
20. April 1978: Neues Thronfolgegesetz in Schweden

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Göteborg Reiseführer Göteborgs Tanz- und Theaterfestival

Freitag, 19. April 2013

Per Verner-Carlsson, der Revolutionär des schwedischen Theaters

Als Per Verner-Carlsson am 19. April 2004 im Alter von 78 Jahren in Stockholm starb, hatte er einen bleibenden Eindruck im schwedischen Theatergeschehen hinterlassen und die Dramaturgie erneuert, eine Bühnenkunst, die auch nach seinem Tod weiterlebt und selbst die jüngsten Regisseure noch inspiriert, da die Grundidee Verner-Carlssons war dem Regisseur eine weite Freiheit bei der Inszenierung zu bieten.

Das Leben von Per Verner-Carlsson war seit seiner Jugend mit der Bühne verknüpft, denn noch als Jugendlicher spielte er in einer Jazzband, anschließend wurde er Regisseur beim Studententheater in Stockholm, er spielte in einer Revue von Karl Gerhard, schrieb Theaterkritiken, gründete 1956 die Zeitschrift Teaterkonst und war der Coautor des Manifestes für eine neue künstlerische und suchende Theaterkunst, die sich von den strikten Regeln der Bühnenkunst entfernte und damit das Theater auch einem neuen, weniger akademischen Publikum öffnet.

Per Verner-Carlsson folgte mit seinen Ideen der Entwicklung des modernen französischen Theaters jener Zeit und sah vor allem Antonin Artaud, Jean-Paul Sartre und Samuel Beckett als seine Vorbilder. Als im Jahre 1960 das Stadttheater in Stockholm seine erste Vorstellung bot, war Verner-Carlsson sein erster Regisseur und bot mit Pingpong einen ersten Eindruck des „Neuen Theaters“, das mit Jean Genets Skärmarna (Die Wände) im Jahre 1964 bereits seinen Höhepunkt fand, einem fünfstündiges Meisterwerk, das jedoch ein völliger Flop wurde, der nicht nur an der langen Vorstellung lag, sondern auch daran, dass er eine völlig neue Idee im Theater einführte auf die Publikum und Kritiker nicht vorbereitet waren.

Das Genie von Per Verner-Carlsson wurde jedoch noch während der 60er Jahre von weiten Kreisen erkannt, insbesondere als er August Strindbergs Pelikanen erst als Hörspiel in klassischer Form brachte, gefolgt von einer modernen Bühnenversion im Dramaten, einer weiteren in der Verner-Carlsson die beiden Werke parallel gegenüberstellt, was wiederum einige Jahre später zu einer letzten Version führt, die völlig von der damals noch offiziellen Theaterkunst wegführt. Sein persönliches Meisterwerk, für das der Regisseur auch das Manuskript schrieb, war jedoch Kajakkvinnan mit der Schauspielerin Marie Göranzon, ein Theaterstück in dem eine einsame Frau völlig dem Eismeer und ihrer Isolation ausgeliefert ist.


19. April 1632: Sigismund, ein König nicht wie die anderen 
19. April 1958: Von Trelleborg nach Sassnitz

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Donnerstag, 18. April 2013

Prinz Johan verzichtet zweimal auf die schwedische Krone

Als Prinz Johan am 18. April 1589 als zweiter Sohn des Königs Johan III. im Schloss in Uppsala geboren wurde, war er im Grunde nicht dazu bestimmt der nächste König Schwedens zu werden, auch wenn es das Schicksal anders wollte. Im Alter von einem Jahr wurde der Prinz zum Herzog von Finnland und zum Grafen von Åland und Bråborg ernannt. Als jedoch sein Vater zwei Jahre später starb, übernahm sein Halbbruder Sigismund die Macht, der jedoch kaum sieben Jahre später aus politischen Gründen abgesetzt wurde. In diesem Moment wurde Prinz Johan zum direkten Thronfolger.

Prinz Johan wurde jedoch in dieser Zeit, gemeinsam mit dem späteren König Gustav II. Adolf, von Herzog Karl erzogen. Als Sigismund im Jahre 1599 sein Amt verlor, sollte nun nach der Thronfolgeordnung der zehnjährige Johan die Macht übernehmen. Dieser verzichtete jedoch offiziell, aus welchen Gründen auch immer, auf die Krone, so dass sein Onkel Karl IX. an seiner Stelle gekrönt wurde. Im Gegenzug erhielt Prinz Johan mehrere bedeutende Herzogtümer, wobei er jedoch auch zeitweise an den Regierungsgeschäften teilnahm.

Als Karl IX. im Jahre 1611 starb, hatte Prinz Johan wieder eine wichtige Rolle in der Regierung, was ihm jedoch erneut nicht zur ihm zustehenden Krone verhalf, denn beim Reichstag in Nyköping wurde Gustav II. Adolf zum König ernannt und Prinz Johan musste zum wiederholten Male offiziell auf die Krone verzichten. Ein Jahr später heiratete Prinz Johan seine Cousine Maria Elisabet, aber da die Ehe sowohl kinderlos blieb als auch als sehr unglücklich galt, beschäftigte sich Prinz Johan mit der Entwicklung seiner Herzogtümer. In diesem Rahmen spielte er eine wichtige Rolle für Norrköping, Motala und Skövde, was er als König sicher nicht gemacht hätte.


18. April 1962: Jan Björklund, der Kultusminister mit militärischem Hintergrund 
18. April 1965: Der Priester, der sich für Homosexualität einsetzt

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Messetermine in Göteborg

Mittwoch, 17. April 2013

Alfred Berg entdeckt als Student die Musik

Als Alfred Berg am 17. April 1929 starb, dachte kaum noch ein Schwede daran, dass „Vater Berg“ eigentlich Botanik studiert hatte und sein Leben der Wissenschaft gewidmet sein sollte, denn der 71-jährige wurde bei seinem Tode so eng mit der Musik und insbesondere dem Studentengesang der Universität Lund verbunden, dass das ursprüngliche Studium in Physik und Botanik in Uppsala und Lund längst verblasst war.

Alfred Berg schrieb sich 1877 in der Universität Uppsala ein, fand die Naturwissenschaft zwar sehr interessant, aber noch lieber verbrachte er seine Zeit mit dem Studentenchor. Als jedoch der Vater starb und damit das Geld für das Studium versiegte, musste sich Berg als Privatlehrer erst wieder Kapital beschaffen. Nach einem Jahr setzte er dann in Lund sein Studium fort, aber hier war die Anziehungskraft der Musik noch stärker als schon in Uppsala, denn auch wenn Berg 1888 noch sein Examen als Wissenschaftler ablegte, so war er war er bereits in der ganzen Stadt als Chorleiter, als Dirigent und als Komponist bekannt geworden.

Auf diese Weise war die Zukunft von Alfred Berg geklärt, denn von 1891 bis 1925 wurde der Freizeitmusiker der Verantwortliche für den Studentenchor Lunds, sowie der Leiter des Orchesters der Universität, Mitglied in zahlreichen Gesangsvereinen und Kapellmeister des Par Bricoles Chor in Malmö. Vor allem mit dem Studentenchor Lunds ging Berg ständig auf Tournee und besuchte nicht nur Schweden, sondern nahezu ganz Europa und, anlässlich der Weltausstellung in St. Louis, selbst die USA. Dank seiner Initiative war der Studentenchor Lunds zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Begriff in ganz Schweden. Zwischen seinen zahlreichen Aktivitäten hatte Berg allerdings auch zwei Jahre lang Musik in Leipzig studiert, was ihm bei seinen zahlreichen Kompositionen eine große Hilfe leistete.


17. April 1907: August Strindbergs "Ein Traumspiel" hat Uraufführung 
17. April 1970: Rudolf Petersson und der berühmteste Rekrut Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 16. April 2013

Der schwedische Jazzmusiker Esbjörn Svensson

Der schwedische Jazzmusiker Esbjörn Svensson wurde am 16. April 1964 geboren und wuchs in Skultuna bei Västerås auf. Er wählte sein Instrument, das Piano, nur deswegen, weil es das einzige Instrument war, das zu Hause herumstand, zumindest behauptete der Musiker dies immer. Was seiner späteren Karriere diente, war auch, dass in der Nachbarschaft ein weiterer Jazzenthusiast wohnte, nämlich Magnus Öström, der bald fester Teil des Jazztrios E.S.T. (Esbjörn Svensson Trio) war, dem sich auch Dan Berglund angeschlossen hatte.

Im Jahre 1993 begann das Jazztrio nicht nur öffentlich aufzutreten, sondern es erschien auch die erste Schallplatte mit dem Titel When Everyone Has Gone. Die Musik des Esbjörn Svensson Trios war experimenteller Jazz, der zwar auf die schwedische Jazztradition zurückgriff, aber weitaus kraftvoller als dieser war, was die Kritiker oft mit Esbjörn selbst in Verbindung brachten, dessen Pianospiel mit jenem von Jan Johansson und Keith Jarrett verglichen wurde, die beiden ebenfalls das Experiment in der Musik suchten.

Die Karriere von Esbjörn Svensson, der in nur wenigen Jahren mit mehreren bedeutenden Preisen für seine Musik ausgezeichnet wurde, ging am 14. Juni 2008 sehr abrupt zu Ende, denn als an diesem Tag eine Gruppe an Tauchern an der Björkviks brygga in den Schären vor Stockholm wieder an die Wasseroberfläche kam, fehlte einer der Taucher, nämlich Esbjörn Svensson. Auch wenn unmittelbar nach dem Musiker getaucht wurde und er per Hubschrauber ins Karolinska Universitätskrankenhaus geflogen wurde, so konnte er nicht mehr gerettet werden und Schweden verlor einen seiner bedeutendsten Jazzmusiker.


16. März 1851: Ernst Josephson, der Künster des Wahnsinns 
16. März 1943: Schwedische U-Boot HMS Ulven spurlos verschwunden

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Vetenskapsfestivalen Göteborg 2013

Montag, 15. April 2013

Erik Femström, als Sänger bekannt unter dem Namen Jerry Williams

Wenn man in Schweden von Erik Fernström spricht, der am 15. April 1942 in Solna geboren wurde, so wird kaum jemand reagieren und oft nicht wissen, dass man von einem der bekanntesten Rocksänger des Landes spricht, nämlich von Jerry Williams. Die Ursache liegt einfach daran, dass der Sänger sein Privatleben und seine Familie vom der beruflichen Karriere trennt und kaum Fragen über sein Privatleben beantwortet, was in seinem Fall selbst die Skandalpresse des Landes respektiert und daher auch nur selten seinen bürgerlichen Namen nennt.

Die musikalische Karriere des früheren Installateurs Fernström begann im Jahre 1963, als er mit der Band The Violents während der gesamten Schweden-Tournee der Beatles als Vorband der Gruppe auftrat. Jerry Williams ließ sich anschließend bei seinem Rock mehr und mehr vom Soul beeinflussen bis er Ende der 60er Jahre seinen ersten großen Erfolg mit Keep On hatte. Seine Bands wechselten in den 70er und den 80er Jahren und Williams eroberte mit seiner Musik ganz Schweden. Die mittlerweile etwas ältere Bevölkerung erinnert sich mit Sicherheit auch noch an seine Auftritte mit der Gruppe Roadwork, mit der er jahrelang durch Schweden zog.

Als Jerry Williams im Jahre 1989 Did I Tell You sang, hatte er den absoluten Höhepunkt seiner Karriere erreicht und er begann, neben den üblichen Konzerten, eigene Shows zu schaffen mit denen er in ganz Schweden vor ausverkauften Häusern auftrat. Seine Vorstellung in der Hamburger Börs in Stockholm zählte insgesamt 167 Vorstellungen. Als Williams dann 1999 I Can Jive präsentierte, das in der Hamburger Börs startete und noch 2006 im Lorensbergsteatern in Göteborg ein volles Haus bot, zeigte sich, dass Jerry Williams sein Publikum nicht nur halten konnte, sondern auch ständig ein neues und jüngeres Publikum anzog, was man während seines Auftritt beim Allsång på Skansen im Jahre 2010 sehr deutlich sehen konnte.


15. April 1931: Die Lyrik des Tomas Tranströmer
15. April 1990: Greta Garbo, von der Friseuse zum Weltstar

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Göteborger Flugschau 2013

Sonntag, 14. April 2013

Marianne Aminoff, der unbekannte Filmstar

Obwohl Marianne Aminoff in knapp 40 Filmen mitspielte und bei mehreren Filmen Ingmar Bergmans mitwirkte, war sie am 14. April 1984, als sie in Stockholm im Alter von 67 Jahren starb, nahezu ausschließlich dem Theaterpublikum bekannt, obwohl Aminoff das Stadttheater in Stockholm bereits 1975 verlassen hatte und anschließend in nicht weniger als drei bedeutenden Filmen von Ingmar Bergman gespielt hatte, unter anderem in Fanny und Alexander.

Marianne Aminoff kam am 21. September 1916 im westschwedischen Uddevalla zur Welt und gehörte zu den schwedischen Schauspielern, die ihre Ausbildung am Dramaten in Stockholm erhalten hatten, nach ihrer Ausbildung im Jahre 1938 jedoch zuerst zurück ans Stadttheater in Göteborg kam. Nach Engagements in verschiedenen bedeutenden Theater in Stockholm, Malmö und Uppsala kehrte Aminoff erst 1963 zurück ans Dramaten wo sie dann bis 1968 blieb, bevor sie ein letztes festes Engagement am Stadttheater in Stockholm akzeptierte.

Marianne Aminoff wirkte erstmals 1937 an einem Film mit und spielte bis zu ihrem Tode in nahezu 40 Filmen mit. Da Aminoff jedoch die gebrechliche aristokratische Frau am glaubhaftesten ausdrücken konnte, musste sie sich, mit wenigen Ausnahmen, fast immer mit einer Nebenrolle zufrieden geben, die jedoch meist eine große Bedeutung für das Geschehen hatte. Ihre letzte Filmrolle spielte Marianne Aminoff in August Strindbergs Mäster Olof, einer Fernsehserie, die 1983 erstmals ausgestrahlt wurde.


14. April 1924: Eine Straßenbahn, die mit Benzin fährt 
14. April 1927: Der erste Volvo läuft vom Band

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Samstag, 13. April 2013

Die schwedische Textilkünstlerin Agnes Branting

Obwohl Agnes Branting eine der bedeutendsten Textilkünstler Schwedens war und vermutlich nahezu jeder Schwede bereits einige ihrer Werke gesehen hat, war sie bei ihrem Tod am 13. April  1930 nur einer kleinen Schicht an Kunstinteressenten bekannt, da man ihre Werke nur in wenigen Museen in Spezialabteilungen finden konnte und sich die meisten ihrer Kunstwerke noch heute in den Kirchen Schwedens befinden.

Agnes Branting war eine der ersten beiden Frauen Schwedens, die an der Technischen Schule in Stockholm Kunstlehrerin mit der Fachrichtung Textilkunst wurde und ab 1891 Mitglied der Handarbetets vänner wurde, wo sie auch bald die Leitung des Ateliers übernahm. 1904 gründete Branting ihr Textilatelier Licium, das innerhalb von 26 Jahren über 1600 künstlerische, sakrale Textilien an religiöse Einrichtungen lieferte und dabei bedeutend für den Gebrauch der fünf liturgischen Farben der schwedischen Kirche beigetragen hat.

Agnes Branting war von Beginn an an der Herstellung kirchlicher Textilien interessiert, da diese Textilien mit ihrem Symbolgehalt und der Aussagekraft eine Vielseitigkeit zulassen, die in anderen Bereichen der Textilkunst kaum zu finden sind, auch wenn die Hauptarbeit dabei von der Ausarbeitung und dem Sticken von Ornamenten und Bibeltexten dominiert wird. Zu den eindrucksvollsten Leistungen von Agnes Branting gehört jedoch die Einrichtung des Domkirchenmuseums in Uppsala, wobei die Künstlerin auch sämtliche damaligen Textilien für den Dom schuf. Branting ist es auch zu verdanken, dass die mittelalterlichen Textilien der Domkirche in Linköping erhalten wurden, die sie über ihren Verein Pietas restaurierte.


13. April 1714: Großbrand in Västerås 
13. April 1876: Are Waerland, ein schwedischer Gesundheitsapostel

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Freitag, 12. April 2013

Der schwedische Vorname Liv und seine Bedeutung

Obwohl der Vorname Liv einer der ältesten nordischen Vornamen ist, war er in Schweden noch in den 70er Jahren nahezu ausgestorben und kam nur dank der Schauspielerin Liv Ullman wieder in Mode und zu Beginn des Jahres 2013 zählte man rund 5550 Frauen mit diesem Vornamen, wobei knapp über 3000 diesen Namen auch als Rufnamen trugen. Liv, die seit 2001 jeweils am 12. April Namenstag hat, wird oft mit „Leben“ übersetzt, kommt aus dem altisländischen Wort hlif und bedeutet ursprünglich „Verteidung“ und „Schutz“, auch wenn der Begriff „Leben“ sehr passend ist und den Inhalt der Worte wiedergibt.

Liv war nach der nordischen Mythologie die einzige Frau, die Ragnarök überlebte und mit Livtrasir, dem einzigen männlichen Überlebenden, die Welt neu bevölkerte. Das Paar hatte eine so große Stärke und klammerte sich beim Weltuntergang so stark ans Leben (seglivad), dass sie dem Schicksal der anderen entgingen und die Chance bekamen ein neues Leben auf der Erde zu schaffen. Die Aufgabe von Liv und Livtrasir war natürlich nicht nur für Nachwuchs zu sorgen, sondern sie mussten nach den großen Zerstörungen auch die Erde wieder neu aufbauen.

Liv ist daher die Urahnin aller Menschen, die heute die Welt bevölkern, eine der Ursachen dafür, dass dieser Vorname auch mit „Leben“ übersetzt wird, obwohl die Aussage weitaus weiter reicht. Die neue Erde in der Liv und Livtrasir lebten, wurde in der Mythologie Gimle genannt, was von christlichen Mönchen später mit „Himmel“ übersetzt wurde und dadurch die nordische Mythologie mit christlichem Denken in Einklang brachte. Was jedoch tatsächlich dem christlichen Bild nahe kommt, ist die Tatsache, dass Gimle und die neue Ära nur noch von einem der früheren Götter geleitet wird, nämlich von Balder, einem Sohn Odins.


12. April 1116: Rikissa von Polen wird zweimal zur schwedische Königin 
12. April 1167: Karl Sverkersson stirbt auf Visingsö

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Donnerstag, 11. April 2013

Szenen einer Ehe, ein Film von Ingmar Bergman

Am 11. April 1973 wurde der erste von sechs Teilen des Filmes Szenen einer Ehe (Scener ur ett äktenskap) von Ingmar Bergman im Fernsehen übertragen, ein Film, der in seiner Originalversion 281 Minuten lang die Geschichte von Marianne und Johan erzählt und der Ausgangspunkt für den Kinofilm war, der auf eine Länge von 167 Minuten zurechtgeschnitten wurde, da sich vermutlich niemand die Originalversion im Kino angesehen hätte, auch nicht, wenn es sich um ein Meisterwerk Ingmar Bergmans handelt.

Szenen einer Ehe war die erste Fernsehserie, die Ingmar Bergman realisierte und der 1976 Ansikte mot Ansikte und 1982 Fanny och Alexander folgten, die beide ebenfalls in Kurzversion in die internationalen Kinos kamen. 30 Jahre nach der Premiere von Scener ur ett äktenskap drehte Ingmar Bergman mit Saraband die Fortsetzung, bei der sich Marianne und Johan erneut treffen. Allerdings verging zwischen den beiden Filmen eine zu lange Zeit als dass Saraband den Erfolg des ersten Filmes wiederholen könnte. Man spürt bei diesem Film auch, dass Bergman müde wurde und, in der Tat, es handelte sich dabei um seine letzte Regie und seinen ersten Film in digitalem Format.

In Szenen einer Ehe findet man die gesamte Filmkunst und Dramaturgie Ingmar Bergmans auf kleinstem Raum, vorausgesetzte, man sieht die Gesamtversion, denn die Missverständnisse, das Schweigen, die Leere, alles was den Filmer beschäftigt, verarbeitet er in Szenen einer Ehe, der umso überzeugender wird, da er mit Liv Ullman und Erland Josephson arbeitete, die beide wussten wie Bergman arbeitet und welche Schauspielkunst er von ihnen erwartete. Einer der Kernpunkte des Filmes ist ein kurzes Gespräch bei dem Marianne ihrem Mann nach einem Streit sagt, dass er, wenn er wolle, mit ihr schlafen könne und die Antwort lautet „Nein danke, ich bin saumüde.“ Und die Nachttischlampe erlischt.


11. April 1837: Der schwedische Kampf gegen den Alkohol 
11. April 1940: Schweden rüstet sich gegen Deutschland

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Pferdesport in Göteborg

Mittwoch, 10. April 2013

Nicodemus Tessin der Jüngere und das Stockholmer Schloss

Als Nicodemus Tessin der Jüngere am 10. April 1728 in Stockholm starb, sollte er zwar als einer der bedeutendsten Schlossarchitekten Schwedens in die Geschichte eingehen, jedoch sein vielleicht bedeutendstes Gebäude unvollendet lassen, denn das Stockholmer Schloss musste ein Schüler von ihm vollenden und seine Arbeiten am Schloss Tre Kronor waren in Flammen zerstört worden noch bevor er die Restaurierungsarbeiten vollkommen abgeschlossen hatte.

Nicodemus Tessin der Jüngere hatte im Grunde Mathematik, Französisch und Italienisch studiert und hatte seine Kenntnisse in Architektur insbesondere von seinem Vater. Da er dank der Beziehungen seiner Familie Günstling der Witwenkönigin Hedvig Eleonora und von Königin Kristina wurde, konnte er ausgedehnte Reisen unternehmen und sich dabei mit der Schlossarchitektur mehrerer Länder auseinandersetzen. Es war daher auch logisch, dass Nicodemus Tessin der Jüngere seinem Vater als Schloss- und Stadtarchitekt Stockholms folgen sollte.

Nicodemus Tessin der Jüngere gilt heute als einer der bedeutendsten Barockarchitekten Schwedens, auch wenn man dies am Stockholmer Schloss weniger bemerkt, da der Nachfolger Tessins, Carl Hårleman, dem Gebäude seinen eigenen Stempel geben wollte. Um den bedeutendsten Barockbau Tessins zu entdecken, muss man die Fredrikskyrkan in Karlskrona oder die Ulrika Eleonora Kyrka in Söderhamn besuchen, da diese beiden Kirchen den barocken Baustil des Architekten noch am deutlichsten zeigen.


10. April 1946: Mikael Wiehe, mit Allsång die Regierung stürzen 
10. April 1990: Das Ivar Lo-Johansson Museum in Stockholm

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Dienstag, 9. April 2013

Lars Norén und die schwedischen Außenseiter

Lars Norén wurde am 9. April 1944 in Stockholm geboren, verbrachte jedoch seine Kindheit in Genarp in Skåne, dem er in mehreren seiner Theaterstücke ein Denkmal setzte. Über die Probleme, auf die Norén in Stockholm traf, sprechen seine Gedichte, die ab 1963 erschienen und als Schizzo-Poesie bezeichnet werden, und natürlich seine sehr zahlreichen Theaterstücke, die bis heute auf dramatische Weise die Welt der Außenseiter und Ausgestoßenen Schwedens zeigen, deren Bild man jedoch in jeder Stadt der Erde treffen kann.

Lars Norén, der heute zu den weltweit bedeutendsten Gegenwartsdramaturgen zählt, folgt in gerader Linie den Wegen und Ideen von August Strindberg und Ingmar Bergman bei dem zwischenmenschliche Probleme immer im Vordergrund stehen, was den Zugang zu einigen seiner Werke nahezu zu einem Problem werden lässt und den Zuschauer mit Sicherheit berührt, da man auf der Bühne auf die Tiefe verschiedener Schicksale trifft und durch die Dramaturgie Noréns noch deutlicher spürt als in der täglichen Realität, falls man die Augen öffnet.

Den Zugang zu Lars Norén, der Regisseur am Dramaten war, am Reichstheater künstlerischer Leiter wurde und seit 2009 die gleiche Aufgabe am Folkteatern in Göteborg übernommen hat, gewinnt man am ehesten über seinen Roman Biskötarna aus dem Jahre 1970 in dem er dem Leser das Stockholm der Drogenabhängigen, der Prostituierten, der Kriminellen und anderer Außenseiter präsentiert, eine Welt, die bis heute in jedem seiner Theaterstücke in irgend einer Weise vorhanden ist. Lars Norén bietet kein angenehme Welt, sondern provoziert durch den Kontrast. Am Ende eines Stückes bleibt man unsicher, ob man der künstlerischen Leistung Noréns Beifall spenden soll oder tief betroffen das Theater durch die Hintertür verlassen muss.


9. April 1689: Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin
9. April 1947: Maria-Pia Boëthius und der schwedischer Feminismus 

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Göteborg Reiseführer Göteborgs Tanz- und Theaterfestival

Montag, 8. April 2013

Die Karriere des schwedischen Schauspielers Oskar Textorius

Als Oskar Textorius am 8. April 1864 in einer kinderreichen Familie in Kristianstad zur Welt kam, dachte niemand, dass der Junge einst zu den bedeutendsten Schauspielern und Regisseuren Schwedens gehören sollte und selbst als Textorius nach nur wenigen Schuljahren nach Stockholm ging, gehörte das Schauspiel nicht in die Welt des späteren Künstlers, denn er begann in der schwedischen Hauptstadt eine Ausbildung als Hersteller von Farben. Erst nach dieser Ausbildung näherte sich Textorius der Welt der Bühne.

Seinen ersten Auftritt als Schauspieler hatte Oskar Textorius im Jahre 1887. Da er auf der Bühne überzeugte, wurde er in den kommenden Jahren von verschiedenen Theatergesellschaften engagiert und bis 1893 war Textorius daher nahezu ständig auf Tourneen durch Schweden. In diesem Jahr kam dann jedoch sein erstes festes Engagement am Folkteatern in Stockholm, wo er bis 1899 blieb. Von 1899 bis 1906 führte Textorius dann seine eigene Theatergesellschaft und spezialisierte sich auf die Operette, was dazu führte, dass seine Truppe ständig ausgebucht war. 1906 gab der Schauspieler seine Gesellschaft jedoch wieder auf um sich wieder mehr der Kunst auf der Bühne widmen zu können und arbeitete erneut für andere Theatergesellschaften Stockholms.

Der wahre Durchbruch kam für Oskar Textorius dann im Jahre 1911, als der Schauspieler vom Oscarsteatern engagiert wurde und dort der Operette zum Erfolg verhalf. Nach seinem siebenjährigen Engagement am Stockholmer Oscarsteatern standen Textorius die Bühnen Skandinaviens offen. Er arbeitete am Scakateatern in Kopenhagen und wurde 1918 künstlerischer Leiter des Stora Teatern in Göteborg. Mit seiner dritten Frau, der Schauspielerin Ester Pettersson unterbrach der Schauspieler dann jedoch dieses Karriere wieder um einige Jahre lang erneut mit einer eigenen Theatergruppe durch die Folksparks Schwedens zu ziehen. Erst 1937 kehrte er wieder als künstlerischer Leiter an das Stora Teatern zurück wo er bis zu seinem Tod ein Jahr später arbeitete. Auch wenn der Schauspieler am 20. April 1938 in Göteborg starb, so wurde seine Leiche anschließend in Stockholm beigesetzt.


8. April 1931: Erik Axel Karlfeldt: Mit Poesie zum Nobelpreis der Literatur
8. April 1956: M/S Gripsholm, von Schweden nach Amerika

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Vetenskapsfestivalen Göteborg 2013

Sonntag, 7. April 2013

Die drei Berufe des Schweden Albert Theodor Gellerstedt

Als Albert Theodor Gellerstedt am 7. April 1914 im Alter von 77 Jahren in Stockholm starb, hatte er in drei verschiedenen künstlerischen Berufen Karriere gemacht und blieb der Nachwelt in allen drei Bereichen in Form seiner Werke erhalten, obwohl heute kaum noch jemand Gellerstedt kennt und seine Gedichte mittlerweile nur noch vereinzelt in Sammelwerken aufgenommen werden, obwohl er als Mitglied der Svenska Akademien zu den „unsterblichen“ Personen Schwedens gehört.

Albert Theodor Gellerstedt hatte an der Kunstakademie in Stockholm ursprünglich Architektur studiert und sich dann vor allem auf Eisenstrukturen spezialisiert, eine Technik, die er insbesondere während seiner Studienreisen nach Dänemark, Deutschland und Frankreich genauer unter die Lupe nahm. Auch wenn der Architekt in Schweden einige Wohnhäuser und zwei Kirchen baute, so wurde er vor allem mit seinen zahlreichen Leuchttürmen bekannt, die er zeichnete und die man noch heute auf Gotland, Öland, in Karlskrona und anderen Orten bewundern kann.

Aber Albert Theodor Gellerstedt wurde auch als Graveur und vor allem als Aquarellist bekannt, wobei er sich als Maler vor allem auf Landschaftsmalerei im Stil der französischen Freiluftmalerei spezialisiert hatte und zu den wenigen Künstlern gehört, die das alte Stockholm in seinen Bildern festgehalten haben. Als Maler beeinflusste Gellerstedt insbesondere Anders Zorn und Axel Hägg. Obwohl sich die meisten seiner Bilder heute in Privatbesitz befinden, so kann man einige seiner Werke im Nationalmuseum in Stockholm und im Kunstmuseum in Malmö entdecken.


7. April 1953: Dag Hammerskjöld, eine schwedische Legende 
7. April 1990: Brand auf der M/S Scandinavian Star bei Lysekil im Bohuslän

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Samstag, 6. April 2013

Sara Svensson, die religiöse Mörderin Schwedens

Sara Svensson, die am 6. April 1977 geboren wurde, hatte 2004 im Alter von 27 Jahren einen der aufsehenerregendsten Morde Schwedens begangen, jedoch im Auftrage von Gott, denn der Pfarrer des Ortes Knutby, Helge Fossmo, der mit ihr auch ein sexuelles Verhältnis hatte, hatte ihr erklärt, dass sie seine Frau töten müsse um diese vom Leiden der Welt zu befreien. Durch die Aussagen von Sara Svensson konnte man in der Folge zwar den Tathergang rekonstruieren, aber vieles der extremen christlichen Vereinigung in Knutby, das auch eine Rolle für die Tat gespielt haben kann, ist bis heute ein Rätsel, denn die Gemeindemitglieder schweigen immer noch.

Sara Svensson kam ursprünglich wegen einem einmonatigen Praktikum nach Knutby, aber nachdem sie im Oktober die Bibelschule der Gemeinde besucht hatte, spürte sie, dass sie von Gott nach Knutby geführt worden war und 2001 zog sie schließlich beim Pfarrer Helge Fossmo ein und hatte den Auftrag die Dämonen des Geistlichen zu vertreiben, was grundsätzlich mit Sex endete. Als sie jedoch, aus unerklärten Gründen, im Jahre 2003 Alexandra Fossmo, die Ehefrau des Priesters, misshandelte, musste sie den Ort verlassen. Fossmo hielt jedoch per Telefon und SMS einen engen Kontakt zu Svensson und verhalf ihr auch zu einer Waffe mit der sie seine Frau töten sollte.

Am 10. Januar 2004 kam es dann zum Drama und Sara Svensson tötete mit mehreren Schüssen Alexandra Fossmo und verletzte einen Nachbarn schwer. Die Staatsanwaltschaft konnte später beweisen, dass vor und während der Tat der Pfarrer Helge Fossmo ständig Kontakt mit Sara hatte und konnte daher auch beweisen, dass der Pfarrer seiner ehemaligen Angestellten und Liebhaberin den Auftrag Gottes weitergegeben hatte. Das Gericht kam bei der Verhandlung zur Entscheidung, dass Svensson in die Psychiatrie eingewiesen werden muss, wo sie bis Dezember 2011 blieb um dann als ungefährlich entlassen zu werden.


6. April 1974: Die schwedische Gruppe Abba erobert die Welt
6. April 2012: Karfreitag in Schweden

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Freitag, 5. April 2013

Die Karriere der schwedischen Sängerin Agnetha Fältskog

Agnetha Fältskog wurde am 5. April 1950 in Jönköping geboren und gehört zu jenen schwedischen Künstlern, die nicht nur eine außerordentliche Karriere machten, sondern zudem bereits sehr früh mit der Bühne Bekanntschaft machten, denn als sie fünf Jahre alt war, sang sie öffentlich Billy Boy und mit sechs schrieb sie ihr erstes Lied, dem sie den Titel Två små troll gab. Mit sieben bekam sie ein Klavier und trat in Kirchen auf und mit 13 gründete sie, gemeinsam mit zwei Freundinnen, die Band The Cambers. Mit 15 ging Fältskog dann von der Schule ab um gezielt eine Karriere als Sängerin zu beginnen.

Im Jahr 1965 wurde Agnetha Fältskog Mitglied der Tanzband Bernt Enghardts orkester und arbeitete „nebenbei“ als Telefonistin bei einer Autofirma. Nur zwei Jahre später kam dann mit Jag var så kär die erste Soloschallplatte der Sängerin auf den Markt und ihre Karriere setzte steil nach oben fort. Bevor Fältskog dann 1972 Mitglied der Popgruppe ABBA wurde, hatte sie bereits mehrere Jahre Erfahrung, einige Schallplatten und zahlreiche Tourneen und Auftritte hinter sich. Bis 1980, zwei Jahre bevor ABBA aufgelöst wurde, musste die persönliche Karriere von Agnetha Fältskog jedoch eine Pause machen.

Zwischen 1980 und 1987 war Agnetha Fältskog nicht nur als erfolgreiche Solosängerin zurück, sondern sie wirkte auch im Film Raskenstam mit, schrieb, gemeinsam mit Ingela Forsman, das Lied Men natten är vår für das Melodifestivalen 1981 und sang im Duo mit Tomas Ledin. Anschließend kam eine 17-jährige Pause bis sie 2004 erneut eine Single und ein Album als Solosängerin auf den Markt brachte, der nun 2013 erneut ein Album folgt. Privat hatte Fältskog allerdings weniger Glück, denn alle vier Partnerschaften zerbrachen und ihr letzter Partner entwickelte sich sogar zu einem Stalker, dem gerichtlich jeder Kontakt mit der Sängerin untersagt wurde.


5. April 1786: Die Svenska Akademien, Verteidiger der schwedischen Sprache 
5. April 2007: Maria Gripe, Kinderbücher ohne Gewalt

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Donnerstag, 4. April 2013

Der schwedische Filmer Lorens Marmstedt

Als Lorens Marmstedt am 4. April 1966 im Alter von 57 Jahren in Stockholm starb, hatte er 38 Jahre seines Lebens dem schwedischen Filmgeschehen gewidmet, einem Interesse, das sich bei Marmstedt bereits sehr früh zeigte. Seinen Einstieg hatte er im Jahre 1927, als er unter dem Pseudonym Siglon begann für das Svenska Dagbladet Filmkritiken zu schreiben, eine Arbeit, die ihn allerdings wenig befriedigte, da er die Kreativität suchte und selbst Filme machen wollte.

Im Jahre 1932 begann Lorens Marmstedt dann erstmals als Regisseur zu arbeiten und realisierte den Film En stulen vals, eine Liebesgeschichte, die allerdings kein sehr großer Erfolg wurde, da die Geschichte zu seicht war und das Publikum nicht überzeugen konnte. Im Laufe der 30er Jahre drehte Marmstedt dann etwa zehn weitere Filme, die jedoch, mit Ausnahme von Kanske en diktare, alle mehr oder weniger ein Flop waren und keine große Rolle in der schwedischen Filmgeschichte spielen.

Eine sehr wichtige Rolle für die schwedische Filmgeschichte spielte Lorens Marmstedt jedoch als Produzent, denn als er 1938 seine Firma AB Terrafilm gründete und 1940 das Buch Ett brott von Sigfrid Siwertz verfilmte, machte er nicht nur eine völlig neue Generation von Manuskriptschreiber in Schweden bekannt, sondern er arbeitete auch mit modernen Regisseuren wie Ingmar Bergman, Hasse Ekman und Hampe Faustman, denen er bei ihrer Arbeit eine große Freiheit gewährte und damit dem schwedischen Film mit zur internationalen Anerkennung verhalf.


4. April 1611: Schweden und Dänemark kämpfen bei Kalmar 
4. April 1930: Victoria von Baden wird schwedische Königin

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Messetermine in Göteborg

Mittwoch, 3. April 2013

Abraham Rydberg, vom Großhändler zum Wohltäter

Abraham Rydberg kam am 3. April 1780 in einer sehr einfachen Familie zur Welt und musste sich daher sein Studium in Uppsala durch eine parallele Tätigkeit als Privatlehrer bei einem Großhändler verdienen, was jedoch den Vorteil hatte, das er dabei auch vieles erfuhr was mit dem Handel in Verbindung stand. Nach Abschluss seines Studiums ging Rydberg nach Stockholm, wo er erst bei einem Reeder und Eisenexporteur beschäftigt wurde und sich ab 1809 selbst als Reeder niederließ und dabei zu großem Reichtum gelangte.

Während der Choleraepidemie im Jahre 1834 schrieb Abraham Rydberg sein Testament und gründete eine Stiftung in der er eine bedeutende Summe festlegte und die die Aufgabe hatte eine moderne Navigationsschule in Stockholm zu schaffen. Noch zur Lebenszeit von Rydberg konnte die Rydbergska Stiftelsen einen Teil der Ideen des Reeders verwirklichen, denn er schuf eine Seefahrtschule in der Jugendliche zwischen 12 und 20 Jahren eine kostenlose Ausbildung als Seemann erhielten. Für die Ausbildung stiftete Rydberg insgesamt drei Schulfahrzeuge auf denen bis zu 120 Schüler ausgebildet werden konnten.

Parallel zu dieser Seefahrtausbildung stiftete Abraham Rydberg auch der Stockholmer Grosshandelssocietet eine bedeutende Summe für den Bau eines Hotel de Ville, wobei er hierbei jedoch die Bestimmung des Gebäudes nicht klar definierte und nach der Auslegung der Verantwortlichen für den Bau sowohl ein Rathaus sein konnte als auch ein Wirtshaus oder eine Mischung aus beidem. Letztendlich wurde das Geld für den Bau des ersten Hotels Stockholms verwendet, dem Hotell Rydberg, das von 1857 bis 1914 eine Art Vergnügungszentrum der Stadt wurde, das von allen Journalisten und Schriftstellern der Zeit besucht wurde.


3. April 1581: Johannes Rudbeckius und die erste Mädchenschule Schwedens
3. April 1945: Schwedischer Pilot über Blekinge abgeschossen 

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Dienstag, 2. April 2013

Der schwedische Künstler Lars Lerin

Der am 2. April 1954 in Munkfors geborene Lars Lerin gehört heute zu den bedeutendsten Künstlern Schwedens, die, neben der Grafik, vor allem wegen ihrer Aquarelle bekannt wurden. Die Werke des Künstlers können das ganze Jahr über in der Lars Lerin Kunsthalle in Karlstad betrachtet werden, wo ihm ein Dauerplatz gewidmet ist. Seine Aquarellmalereien wurden bereits in den bedeutendsten Museen zahlreicher Länder ausgestellt, wobei der Künstler im gesamten nordischen Raum als einer der bedeutendsten Gegenwartskünstlern gilt.

Lars Lerin wuchs im nördlichen Värmland auf und studierte erst an der Gerlesborgsskolan Malerei, ein Studium, das er von 1980 bis 1984 an der Kunsthochschule Valand in Göteborg fortsetzte. Der Künstler benutzt für seine Landschaftsbilder aus dem Värmland und den Lofoten sehr weiche und gefühlsbetonte Farben, die selbst einem Kahlschlag oder einem Betonbau noch Leben verleihen. Seine Motive reichen von verträumten Landschaften bis zu verlassen Dörfern und Mehrfamilienhäusern.

Wer nicht die Chance hat die Aquarelle Lars Lerins in einem Museum oder einer Kunsthalle zu betrachten, hat auch die Möglichkeit eines seiner über 50 von ihm geschriebenen und illustrierten Bücher zu kaufen, die nahezu ausschließlich in seinem eigenen Verlag Syntryck erschienen sind und zu den Gegenden und Landschaften führen, die der Künstler entdeckte. Die Filmerin Sara Broos drehte 2012 eine Dokumentation über Lars Lerin, die auch offen auf alle früheren Drogenprobleme des Künstlers eingeht und auch die Schwierigkeiten zeigt, auf die ein homosexueller Künstler noch in den 60er und 70er Jahre stieß.


2. April 1957: LIN, die schwedische Fluggesellschaft Linjeflyg 
2. April 1974: Håkan Hellström, Musik aus Schweden

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