Samstag, 30. April 2016

Graf Jacob Reenstierna als königlicher Beamter

Jacob Reenstierna wurde am 30. April 1659 als Sohne eines eingewanderten Großhändlers und Schiffsreeders in Stockholm geboren. Im Alter von 13 Jahren schrieb sich Reenstierna an der Universität Uppsala ein und begann, nach einer längeren Studienreise, elf Jahre später seine Beamtenlaufbahn als Sekretär des Bergkollegiums. Bereits nach wenigen Monaten wechselte er als Assessor zum Svea Hovrätt (Landesgericht) und begann einen sensationellen Aufstieg im schwedischen Rechtswesen, denn eine Beförderung folgte auf die andere. 1714 wurde Reenstierna schließlich auch der Titel eines Grafen verliehen.

Den schnellen Aufstieg verdankte Jacob Reenstierna seiner extremen Einstellung und der Unterstützung des Königs Karl XII. im Unterfangen die Steuerschraube, Zölle und Abgaben so hoch wie nur irgend möglich anzulegen, denn nur durch diese Einnahmen konnte der König seinen Krieg fortsetzen. Da man als Beamter um diese Zeit jedoch kein Vermögen verdienen konnte, betrieb Reenstierna nebenbei auch den Bergbau und gründete 1697 eine Nagelfabrik in Kvillinge, den Hults bruk. Da Reenstierna eine der ersten Fabriken gründete, die nicht Roheisen verkauften, sondern ein Endprodukt, das zudem höchster Qualität war, konnte er seine Nägel nach ganz Europa exportieren. Seine Beziehungen innerhalb der Politik und des Adels verhalfen ihm zusätzlich zu Privilegien, die den Grafen zum Reichtum führten, denn er musste weder eine Wegegebühr bezahlen, noch einen Import- oder Exportzoll.

So schnell der Aufstieg für Jacob Reenstierna kam, so plötzlich geriet er auch in Missgunst, als er 1715, gegen den Willen des Königs, eine eigenmächtige Entscheidung fällte und der Beamte dem Händler Daniel Protte erlaubte, trotz Handelsblockade, aus privaten und kommerziellen Interessen mit einem Schiff ins Baltikum aufzubrechen. Obwohl Reenstierna kurz danach erkrankte und am 29. Februar 1716 starb, forderte der König noch einen Prozess gegen Reenstierna. Die Erben des Grafen waren daher gezwungen noch eine Strafe von 3000 Reichstaler zu bezahlen und Reenstierna wurde noch nachträglich aller seiner Ämter enthoben.


30. April: Die Walpurgisnacht in Schweden
30. April 1870: Maria Sandel, die erste Arbeiterschriftstellerin Schwedens
30. April 1909: Der studentische Karneval Chalmers Cortège
30. April 1910: In Göteborg findet der erste Chalmers Cortège statt
30. April 1926: Der schwedische Architekt Sten Samuelson
30. April 1929: Birger Sjöberg, vom Volkslied zum Modernismus
30. April 1946: Sven Nordqvist und die Phantasiewelt der Kinder
30. April 1946: Carl XVI. Gustaf Folke Hubertus, König von Schweden
30. April 1976: Die Hoola Bandoola Band
30. April 1982: Der Tag der schwedischen Flagge

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 29. April 2016

Der Beginn und das Ende des Smålands Folkblad

Bereits am 15. November 1901 erschien in Jönköping die erste Nummer der Lokalzeitung Smålands Folkblad, erst unregelmäßig, dann täglich, schließlich vier Tage pro Woche und ab 1919 erneut endgültig als Tageszeitung. Trotz lokalem Inhalts hatte die Zeitung, die jeweils am Nachmittag erschien, immer wieder finanzielle Probleme und lag mehrmals knapp vor dem Konkurs. Die höchste Auflage in ihrer Geschichte verzeichnete das Smålands Folkbald mit einer Auflage von 16.100 Exemplaren im Jahre 1949.

Trotz der hohen qualitativen Leistung des Smålands Folkblad gelang es der Zeitung nicht  aus den roten Zahlen zu geraten, was dazu führte, dass die Tageszeitung ab 1980 nur noch sechs Tage die Woche erschien und 1990 auf vier Ausgaben die Woche reduziert werden musste. 1991 war die Durchschnittsauflage dann auf 9700 Exemplare geschrumpft und nur ein Jahr später übernahmen Angestellte des Småland Folksblad um aus der Tageszeitung eine Wochenzeitung zu machen. Der Erfolg war jedoch gering und 2010 wurde auch diese Zeitschrift zu Grabe getragen.

Aber noch immer gab es eine Gruppe, die das Småland Folkblad wieder zum Leben erwecken wollte und mit Hilfe eines Partners, dem ETC-Verlag, erschien am 29. April 2011 erneut die am Freitag erscheinende Wochenzeitung Smålands Folkblad mit einer sozialdemokratischen Linie. Erneut scheiterte die Zeitung an den Abonnenten, denn als das Småland Folkblad im Januar 2015 immer noch an 1500 Abonnenten kratzte und 40 Abonnenten zu wenig hatte um vom Staat eine Presseunterstützung zu erhalten, verschwand die Zeitung dann erneut von den Verkaufsstellen in Jönköping und wurde kurzfristig eingestellt.


29. April 1442: Krister Nilsson und die Kalmarer Union
29. April 1659: Sophia Elisabet Brenner, Frauenliteratur im 17. Jahrhundert
29. April 1659: Sophia Elisabet Brenner und die Frauenbewegung
29. April 1742: Der Bergwerksarzt Johan Moraeus
29. April 1805: Der Künstler Lorens Pasch der Jüngere
29. April 1812: Emilie Högqvist, ein kurzes Leben im Glanz
29. April 1913: Schwedischer Reißverschluss erobert die Welt

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 28. April 2016

Die deutsch-schwedische Gräfin Aurora von Königsmarck

Aurora von Königsmarck kam am 28. April 1662 auf Schloss Agathenburg beim deutschen Stade zur Welt und erhielt von Seiten ihrer Mutter, die die Tochter des schwedischen Feldarschalls Herman Wrangel war, eine sehr gute Bildung und wurde sehr früh in das französisch geprägte Hofleben eingeführt. Die Kindheit verbrachte von Königsmarck in Deutschland, wobei sie in dieser Zeit auch Schwedisch lernte, ohne jedoch eine engere Beziehung zum schwedischen Leben am Hofe zu haben.

Als Aurora von Königsmarck 18 Jahre alt war, zog sie mit ihrer Mutter an den schwedischen Hof in Stockholm, was dazu führte, dass sich die junge Gräfin in das Vergnügungsleben am Hof stürzte und dort den französischen Salon-Feminismus einführte, was von den gebildeten Hofdamen, aber auch von Königin Ulrika Eleonora, sehr positiv aufgenommen wurde. In diesem Zusammenhang entstanden in Schweden auch die ersten Amateurschauspiele in denen nur Frauen spielten, auch die männlichen Rollen. Von Königsmark setzte sich, wenn auch mit weniger Erfolg, auch dafür ein, dass Frauen in Schweden das Recht auf Bildung haben.

Wenige Monate nach dem Tod ihrer Mutter im Jahre 1691, der gleichzeitig mit der sogenannten Reduktion kam, als der schwedische König die an Wrangel geliehen Güter zurückforderte, kehrte Aurora von Königsmarck zurück nach Deutschland, in der Hoffnung, dort über ein höheres Kapital zu verfügen, das nach dem Tod der Mutter stark geschrumpft war. Aber auch Deutschland brachte ihr den Reichtum nicht zurück und die Liebesaffäre mit August dem Starken brachte lediglich einen unehelichen Sohn. Als sich der schwedische König Karl XII. 1702 in Deutschland aufhielt, versuchte die Adelige den König zu treffen, um ihn zu bitten ihr die schwedischen Ländereien zurückzugeben, aber Karl XII. wollte von Königsmarck nicht einmal empfangen. Auch ihr zweiter Versuch vier Jahre später zeigte sich fruchtlos. Kurz bevor ihr Kapital ganz verbraucht war, starb Aurora von Königsmarck am 16. Februar 1728 in Quedlinburg.


28. April 1715: Carl Fredrik Scheffer zwischen Politik und Literatur
28. April 1846: Der Astronom Johan Oskar Backlund
28. April 1868: Hjalmar Procopé, ein finnlandschwedischer Dichter
28. April 1938: Wasser und Brot in schwedischen Gefängnissen
28. April 1973: Siri Derkert, Erneuerin der öffentlichen Kunst
28. April 2012: Das Naturreservat Slottsberget in Skärstad 

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Mittwoch, 27. April 2016

Der Schriftsteller und Kunsthistoriker Karl Asplund

Karl Asplund wurde am 27. April 1890 als Sohn eines Landhändlers in Jäder im Södermanland geboren. Da die Familie relativ wohlhabend war, erhielt Asplund eine gute Bildung und studierte nach seiner Hochschulreife im Jahre 1908 in Nyköping Kunstgeschichte an der Universität Uppsala. Nach einer Kandidatur in Philosophie wechselte Asplund 1913 zur Universität Stockholm um dort zwei Jahre später mit einer Monographie über den Künstler Egron Lundgren zu disputieren.

Bereits 1914 begann Karl Asplund als Kunstkritiker für die Dagens Nyheter zu schreiben. Neben dieser Arbeit begann der Schriftsteller auch als Übersetzer von Lyrik zu arbeiten und selbst Gedichte zu verfassen, neben wissenschaftlichen Abhandlungen zu bekannten Künstlern Schwedens. Gemeinsam mit Gunnar Mascoll Silfverstolpe und Sten Selander zählt Asplund zu den sogenannten lyriska intimister, jenen Skalden und Poeten, die ihre Themen aus dem Alltagsleben holten. Diesen Zug findet man bereits bei der ersten Gedichtsammlung Asplunds, die 1913 unter dem Titel Världsliga Visor erschien.

Auch als Übersetzer ging Karl Asplund seine eigene Wege und übertrug vor allem klassischere Gedichte aus dem englischen und französischen Raum, die um diese Zeit in Schweden völlig unbekannt waren. Asplund verzichtete dabei jedoch auf die wörtliche Übersetzung, sondern er versuchte die klassischen Versmaße an die schwedische Sprache anzupassen, was dazu führte, dass der Inhalt der Gedichte mehr eine gefühlsmäßige Übertragung wurden, die jedoch der schwedischen Musikalität eines Gedichtes folgten. Da Asplund vor allem Anthologien in Schweden veröffentlichte, gelang es ihm sehr viele Dichter Frankreichs und Englands in Schweden einzuführen. Asplund starb am 3. April 1978 im Alter von 87 Jahren in Stockholm.


27. April 1757: Carl Johan Adlercreutz nimmt den schwedischen König fest
27. April 1792: Der schwedische Mörder Jacob Johan Anckarström
27. April 1861: Stockholm wird mit reinem Wasser versorgt
27. April 1900: Die Gründung der Stadt Kiruna
27. April 1900: Die Geburt Kirunas und die Flucht der Stadt
27. April 1903: Helge Zimdal, der Architekt, der Schulen baute
27. April 1971: Inge Schiöler, der schwedische Maler der kräftigen Farben
27. April 1974: Anna Lovisa Öst, bekannt als Lapp-Lisa

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Dienstag, 26. April 2016

Die anarchistische Künstlerin Lena Svedberg

Lena Svedberg kam am 26. April 1946 in Göteborg zur Welt, kam jedoch mit 13 Jahren nach Äthiopien, da ihr Vater als Ratgeber für den Kaiser Haile Selassi arbeitete. Diese Jahre in Addis Abeba prägten die Künstlerin in vielen Punkten, wovon auch ihre Portraits von Personen des afrikanischen Landes zeugen, auch wenn diese Gemälde kaum bekannt sind. Als Svedberg 18 Jahre alt war, kehrte sie nach Schweden zurück um an der Kunstakademie in Stockholm zu studieren, wo sie sich den revolutionären künstlerischen Kreisen jener Zeit anschloss.

Während sich Lena Svedberg während der Ausbildung in Stockholm noch den verschiedensten Kunstrichtungen zuwandte, änderte sich dies im Jahr 1968, als die Künstlerin begann für die schwedische Underground-Zeitschrift PUSS zu arbeiten und ihre Bilder immer deutlicher eine politische Nachricht trugen. Was die Arbeiten Svedbergs dieser Epoche so einzigartig macht, ist vor allem die Ausdruckskraft, die man in ihren Bildern findet und dass sie diese geradezu überdimensional und mit einer starken inneren Kraft anlegt.

Für die Kunstbiennale in Paris des Jahres 1969 präsentierte Lena Svedberg ihren „Superhelden“ Aldman, eine Serie von 57 Zeichnungen, die ausschließlich um den Mittelosten kreisen und auf Ereignisse aus Politik, Wirtschaft und Religion anspielen, ein Werk, das die Künstlerin unsterblich machte, auch wenn Svedberg persönlich ein anderes Ende wählte, als sie sich am 2. Juli 1972 in Stockholm aus dem Fenster stürzte. Aber auch wenn das künstlerische Leben von Lena Svedberg dadurch sehr kurz war, so wurde sie eine Legende, zumal ihre Zeichnungen Aldman auch heute wieder aktuell sind. Die bisher letzte große Ausstellung der Künstlerin geht auf den Sommer 2014 im Kunstmuseum in Göteborg zurück.


26. April 1686: Graf Magnus Gabriel De la Gardie, Dichter und Reichskanzler
26. April 1824: Der Theologe und Schriftsteller Otto Myrberg
26. April 1891: Der Folkets Park in Malmö
26. April 1893: Harry Hjörne rettet die GP (Göteborgs-Posten) 
26. April 1893: Axel Krook, der Meinungsmacher des 19. Jahrhunderts
26. April 1998: Sven Olov Lindholm, der Verehrer Hitler
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Montag, 25. April 2016

Der schwedische Künstler Arvid Knöppel

Arvid Knöppel kam am 25. April 1892 als Sohn eines Brauereibesitzers im nordschwedischen Luleå zur Welt, verbrachte jedoch seine Kindheit überwiegend in Växjö, wo er seinen Vater, einen begeisterten Jäger, sehr oft in die Wälder Smålands begleitete. Auf diese Weise kam Knöppel auch mit dem Künstler Bruno Liljefors, einem Freund des Vaters, in Berührung, der sich vor allem mit seinen Natur- und Tiermotiven einen Namen gemachte hatte. Der junge Knöppel war von diesem Mann so stark beeindruckt, dass er selbst Maler von Naturmotiven werden wollte.

Im Alter von 20 Jahren belegte Arvid Knöppel Abendkurse an der Althins Målarskola in Stockholm, bereitete sich auf diese Weise auf die Aufnahmeprüfung an der Kunsthochschule vor und studierte dort von 1915 bis 1919 vor allem Skulptur. Dank eines Reisestipendiums für zwei Jahre konnte Knöppel anschließend seine Studien noch in Österreich, der Schweiz, Italien, und vor allem in München, ergänzen. Auch wenn sich Knöppel als sehr vielseitiger Künstler betätigte und öffentliche Bauten ausschmückte, an Portraitskulpturen arbeitete und auch Kunstwerke aus rostfreiem Stahl schuf, so entwickelte er sich zu einem der bedeutendsten Tierskulpteure Schwedens.

Bevor Arvid Knöppel eine Tierskulptur fertigstellte, verbrachte er unzählige Stunden im Wald um die entsprechenden Tiere zu beobachten und fertigte tausende von Zeichnungen an um jede Bewegung eines Tieres festhalten zu können. Erst als Knöppel sicher war die Bewegung eines Tieres geradezu fühlen zu können, begann er an der Skulptur zu arbeiten. Als der Künstler 1948 auch ein Grundstück in Tollesrud erwerben konnte, richtete er dort einen kleinen Tierpark ein, der ihm erlaubte einige Tiere permanent beobachten zu können. Während man seine Skulpturen in ganz Schweden finden kann, sind seine Arbeiten als Lithograph weitaus weniger bekannt, obwohl man gerade hier seine vorbereitende Arbeitsweise bei der Tierskulptur sehr deutlich erfassen kann.


25. April 1709: Der Architekt und Erfinder Carl Johan Cronstedt
25. April 1744: Anders Celsius und die Celsius-Skala
25. April 1750: Der schwedische Astronom Olof Hjorter
25. April 1887: Der schwedische Künstler Gösta Sandel
25. April 1926: Ellen Key und die kulturelle Frauenbewegung Schwedens
25. April 1926: Ellen Key und die befreite Arbeiterfrau
25. April 1945: Björn Ulvaeus, die Zeit vor und nach ABBA
25. April 1981: Anja Pärson, alpine Skiläuferin

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Sonntag, 24. April 2016

Die Torslandaverken in Göteborg

Als am 14. April 1927 der erste Volvo ÖV4 vom Band lief, bei einer Tagesproduktion von fünf Fahrzeugen, konnte sich vermutlich niemand vorstellen dass die mehrmals erweiterten Werkshallen Volvos im Jahre 1957 nicht mehr für eine notwendige Produktionsexpansion ausreichen würden und sich das Unternehmen auf die Suche nach neuen Produktionshallen machen musste. Ein Jahr später wurde man in Sörredsdalen auf Hisingen in Göteborg fündig und konnte, dank bedeutender staatlicher Unterstützung die damals größte Fabrikhalle Schwedens bauen in der man plante jährlich bis zu 200.000 Fahrzeuge zu bauen.

Volvo kaufte dann vier Millionen Quadratmeter Fläche auf, die zwar überwiegend aus Berggrund bestand, aber auch die Felder und Wiesen von 15 Landwirten umfasste. Stufenweise entstanden dann auf diesem gigantischen Gebiet die Torslandaverken, die Fabrik in der noch heute Volvo Personenwagen gebaut werden. Die Einweihung der Torslandaverken erfolgte am 24. April 1964 von König Gustaf VI. Adolf, der bei dieser Gelegenheit mit einem Volvo ÖV4 durch die Anlage gefahren wurde und das erste Fahrzeug, das in der neuen Fabrik gebaut wurde, ein Volvo Amazon, als Geschenk erhielt.

Im Laufe der Jahrzehnte wurden die Torslandaverke in Göteborg immer weiter ausgebaut und beim 50-jährigen Jubiläum der Werke konnte man in der Anlage jährlich 300.000 Fahrzeuge herstellen. Weniger positiv sehen die Zahlen für die Angestellten aus, denn während in der Blütezeit Volvos täglich etwa 11.000 Arbeiter und Angestellte täglich in den Werken auf Hisingen arbeiteten, zählt man heute nur noch rund 6000 Angestellt in den verschiedensten Anlagen, die auch durch Testanlagen, Ausbildungszentren und ein technisches Gymnasium ergänzt wurden. Noch immer ist auch die Firmenzentrale von Volvo Personenwagen in den Torslandaverken zu finden.


24. April 1642: Samuel Columbus und das biblische Epos Schwedens
24. April 1771: Reichsmarschall Claes Adolph Fleming
24. April 1794: Axel von Fersen der Ältere in der Opposition
24. April 1830: Die schwedische Prinzessin Eugénie
24. April 1896: Örebro wird internationale Handelsstadt
24. April 1901: Der schwedische Ministerpräsident Arvid Posse
24. April 1917: Die Hungerdemonstration in Stockholm
24. April 1940: Die schwedische Künstlerin Fanny Brate
24. April 1941: Karin Boye und die Zerbrechlichkeit einer Schriftstellerin
24. April 1957: Maria Elisabeth Hesselblad erweckt den Birgittaorden
24. April 1961: Das Kriegsschiff Vasa wird in Stockholm geborgen
24. April 1975: Geiselnahme in der deutschen Botschaft in Stockholm
24. April 1979: Die schwedische Sängerin Marie Picasso
24. April 2000: Ulla Isaksson und ein Blick in die Seele der Frau

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 23. April 2016

Das Statarmuseum in Torup bei Malmö

Das Statarmuseum (Statarmuseet) in Torup öffnete am 23. April 1995 für die Allgemeinheit und bietet dem Besucher einen Einblick in das Leben der Landarbeiter Schwedens, der Statare, die zwar kein eigenes Gut hatten, jedoch teilweise ihre Leben lang an ein Gut gebunden waren. Dieses System, das sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Schweden verbreitete, ging davon aus, dass man einen Landarbeiter nicht bezahlen muss, sondern diesem, gegen gewisse Gegenleistungen, eine Wohnung stellte und dieser seine Familie durch den Anbau eigener landwirtschaftlicher Produkte ernährte. In der Regel musste der Statare auch verheiratet sein, da auch die Ehefrau Arbeitsaufgaben zu erfüllen hatte.

Das Stataremuseum in Torup enstand nachdem ein Verein das Haus mit seinen sechs Wohnungen für eine symbolische Krone von der Stadt Malmö erworben hatte, um in diesem Gebäude einen Teil der Geschichte Schwedens, der heute nur noch wenig bekannt ist, in Erinnerung zu rufen. Das Gebäude des Museums wurde im Jahre 1886 von Göthe Jöns Nilsson gebaut. Die Landarbeiterfamilien, die hier lebten, mussten für das Schloss Torup, eines der am besten erhaltenen schwedischen Schlösser aus dem 16. Jahrhundert, arbeiten. Die letzten Bewohner verließen ihre Räume 1958, also acht Jahre nachdem das System der Statare in Schweden abgeschafft wurde.

Das Kernstück des Statarmuseet sind die Wohnungen der Landarbeiterfamilien, die weitgehend jenen vor und unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg gleichen und zeigen wie die Landangestellten (Statare) um diese Zeit lebten. Ergänzt wird das Museum durch die kleinen Gärten, die jenen ähneln, die Statare für den Eigenbedarf benutzten und natürlich die Tiere, die ein Statare damals hatte um auch an Fleisch zu kommen. Der Besucher kann auch in den Büchern blättern, die einst von Landarbeitern während ihrer Freizeit gelesen wurden. Das Statarmuseum gehört mit zu den Arbeitsmuseen Schweden, die nicht die Geschichte der Reichen erzählen, die man in Geschichtsbüchern findet, sondern die Geschichte der Arbeiter, die Schweden aufbauten.


23. April 1800: Carl Israel Hallman und die schwedische Opéra Comique
23. April 1847: Erik Gustaf Geijer, der nationalistische Dichter Schwedens
23. April 1889: Die schwedische Prinzessin Eugénie
23. April 1889: Die Entstehung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Schwedens
23. April 1906: Der religiöse Dichter Anders Frostenson
23. April 1938: Anna Maria Roos, vom Schulbuch zum Drama und zum Kinderbuch
23. April 1941: Karin Boye und die Zerbrechlichkeit einer Schriftstellerin
23. April 1942: Das nordische Folkbåt (Volksboot) läuft vom Stapel
23. April 1947: Christer Pettersson wird wegen Olof Palme Mord festgenommen
23. April 1967: Musik, Vergnügen und Essen im Stockholmer Nalen

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Freitag, 22. April 2016

Der schwedische Künstler Bengt Nordenberg

Bengt Nordenberg  wurde am 22. April 1822 als Sohn eines Kätners unter dem Namen Bengt Jönsson Nord in Jämshög in Blekinge geboren. Da der spätere Künstler in größter Armut aufwuchs, erhielt er nur eine minimale Bildung und trat im Alter von zwölf Jahren eine Lehre als Maler an. Mit 21 Jahren konnte Nordenberg endlich seinen Wunsch erfüllen, nämlich nach Stockholm zu ziehen und dort ein Studium an der Kunstakademie zu machen. Im Jahre 1851 ging Nordenberg nach Düsseldorf um dort sein Studium bei Theodor Hildebrandt und dem Norweger Adolf Tideman zu vervollständigen, wobei vor allem der Einfluss von Tideman in den Werken Nordenbergs, der zu den Künstlern der Düsseldorfer Schule gerechnet wird, sehr stark zu spüren ist.

Bereits 1850, ein Jahr vor seiner Abreise nach Düsseldorf, beeindruckte Bengt Nordenberg bei einer Ausstellung der Kunstakademie mit einem Landschaftsgemälde und sieben Gemälden aus dem schwedischen Volksleben, wobei er während der Ausstellung auch Adolph Tideman kennenlernte, der ihn dabei unterstütze nach seinem Gefühl zu malen und nicht nach Zeitströmungen. Als Nordenberg 1852 nach Schweden zurückkehrte, entstanden einige seiner beeindruckendsten Gemälde des schwedischen Landlebens, auch wenn der Künstler um diese Zeit noch nicht seinen Höhepunkt erreicht hatte.

Im Jahre 1956 erhielt Bengt Nordenström ein Reisestipendium, das ihm eine längere Studienreise nach Frankreich und Italien ermöglichte, was den Künstler jedoch nur darin bestätigte seinen eigenen Weg in der Kunst zu gehen. Im Jahre 1860 zog Nordenström ganz nach Düsseldorf, der Stadt, in der sich am wohlsten fühlte und wo er am 18. Dezember 1902 auch starb. Dies bedeutete jedoch nur, dass Nordenberg die Sommer in Schweden verbrachte um dort das Landleben zu studieren und in Skizzen festzuhalten, als Basis für seine Arbeit in Düsseldorf, denn seine ländlichen Motive und Landschaften blieben schwedisch. Zahlreiche Werke des Künstlers sind in deutschen Museen zu finden. In Schweden ist er vor allem im Nationalmuseum in Stockholm und im Kunstmuseum in Göteborg vertreten.


22. April 1672: Georg Stiernhielm, der Vater der schwedischen Skalden
22. April 1672: Georg Stiernhielm, der Vater der schwedischen Skalden
22. April 1796: Bernhard von Beskow die die konservative Literatur Schwedens
22. April 1872: Henning Berger und der desillusionierte Auswandererroman
22. April 1894: Der schwedische Künstler Bror Hjorth
22. April 1929: Funktionalismus im Stockholmer Kaufhaus NK
22. April 1935: Der eigenwillige schwedische Architekt Carl Bergsten
22. April 1964: Karl Gerhard, der König der schwedischen Revue
22. April 2003: Maria Wine, die schwedische Poetin der Liebesgedichte

Copyright: Herbert Kårlin

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Donnerstag, 21. April 2016

Der schwedische Befehlshaber Torsten Stålhandske

Als Torsten Stålhandske am 21. April 1644 starb, konnte er den Sieg seiner Kavallerie in Jylland nicht mehr erleben, denn noch während der Kämpfe erkrankte der Befehlshaber sehr schwer und starb im dänischen Haderslev. Um diese Zeit war Stålhandske bereits General der Kavallerie und hatte sich insbesondere während des 30-jährigen Krieges als ausgezeichneter Feldherr hervorgehoben. Der Feldherr Stålhandske hatte schon vor seinem Tode bestimmt, dass seine Bibliothek von 900 Büchern, die er sich als Kriegsbeute beim Bischof in Århus einverleibt hatte, nach seinem Tod der Akademie im finnischen Åbo (Turku) übergeben werden sollte, wo jedoch die Sammlung, bis auf zehn Bände, 1827 einem Brand zum Opfer fielen.

Torsten Stålhandske war am 1. September 1593 auf Gut Hummelsund im finnischen Burgå (Porvoo) zur Welt gekommen ud hatte sich von Beginn an für eine militärische Karriere entschieden. Bereits im Alter von 17 Jahren kämpfte er, an der Seite von Patrick Ruthven, in Russland und vier Jahre Jahre später reiste er mit diesem nach Schottland um dort Legosoldaten für das schwedische Heer zu werben. Der Aufstieg kam für Stålhandske 1920, als er sich zur Leibgarde meldete und damit die Aufmerksamkeit Gustav II. Adolfs auf sich ziehen konnte, denn 1626 folgte er diesem nach Preußen, wurde bald zum Oberleutnant ernannt und im Dreißigjährigen Krieg führte der die finnische Kavallerie an und errang mit ihr bedeutende Siege.

Torsten Stålhandske gehört zu jenen Personen der schwedischen Geschichte über deren Privatleben, außer seiner Ehe mit Kristina Horn im Jahre 1943, kaum etwa bekannt ist, zumal sich sein Leben überwiegend auf Kriegsschauplätzen abspielte. Seine Siege sind indes dokumentiert, was sich auch an seinem enormen Aufstieg zeigte, denn 1643 wurde Stålhandske zum General und obersten Befehlshaber der Kavallerie in Deutschland ernannt, da man davon ausging, dass nur er Schweden zum Sieg verhelfen könne. Nach schriftlichen Quellen war Stålhandske im Verhältnis sehr klein, hatte jedoch eine nahezu unmenschliche Kraft und ein enormes Aushaltevermögen.


21. April 1849: Hedemora in Dalarna bekommt eine Feuerwehr
21. April 1612: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden
21. April 1912: Siri von Essen, die stärkste Frau Strindbergs
21. April 1917: Streik und Revolution in Schweden
21. April 1948: Klasse Möllberg, der Liebling schwedischer Kinder
21. April 1996: Der Cedergrenska Turm in Danderyd 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 20. April 2016

Das Bio Roy, einst Bio Royal, in Göteborg

Das Kino Bio Roy, ursprünglich Bio Royal, in Göteborg öffnete am 20. April 1940 erstmals seine Türen für die Kinobesucher der Stadt und ist das einzige, das von acht Kinos entlang der Avenyn überlebte und noch heute mit seiner „Funkisarchitektur“ den Blick auf sich zieht. Das Bio Roy wurde vom Architekten Nils Olsson an der Paradestraße Göteborgs gebaut und zeigt deutlich, dass Olsson sich intensiv mit der Bauhaus-Architektur, die im Schwedischen Funkis genannt wird, auseinandersetzte und daher nach seinem fünfjährigen Studium in Deutschland vier Häuser an der Avenyn bauen durfte.

Das Bio Roy gehört zu den wenigen Kinos Schwedens, die den Charakter der 40er Jahre beibehalten haben, denn während der beiden größeren Renovierungsarbeiten während seiner Existenz versuchte man das Original zu erhalten, oder wiederherzustellen. Die Wandmalereien im Kino stammen noch vom Künstler Hugo Öfverström, der sonst überwiegend Landschaften des Bohuslän malte, und geben dem Besucher des Kinos den Eindruck in eine vergangene Epoche einzutauchen und man kann sich heute kaum vorstellen, dass dieses Kino in den 40er Jahren eines der modernsten Kinos Schwedens war, das bereits voll für den Tonfilm gebaut wurde, die Akustik des Saales also bedeutend war.

Als man das Bio Roy im Herbst 2008, nach 14 Jahren Pause und einer Renovation, erneut einweihen wollte, stellte sich ein juristisches Problem, denn der Name Bio Royal war geschützt und durfte daher nicht mehr benutzt werden. Glücklicherweise gab es in Göteborg einen Filmer, der Roy Andersson hieß, so dass man das ursprüngliche Reklameschild behalten konnte, nur die letzten beiden Buchstaben nicht mehr beleuchtet werden konnten sobald man das Kino diesem Filmer widmete. Seit 2008 gehört das Bio Roy in Göteborg zur Gruppe Folkets Hus och Parker, das auch in Stockholm, Malmö und Helsingborg noch jeweils eine Kino betreibt. Neben einer Auswahl von Qualitätsfilmen erfolgen im Bio Roy per Satellit auch Direktübertragungen der Meropolitan in New York und des National Theatre in London.


20. April 1535: Ein Sonnenphänomen und eine politische Auseinandersetzung
20. April 1794: Johan Henric Kellgren, erster Vorsitzender der Svenska Akademien
20. April 1903: Dagmar Edqvist und die selbständige Frau des 20. Jahrhunderts
20. April 1907: Tradition der Majblomman (Maiblume) in Schweden
20. April 1947: Björn Skifs, mehr als nur ein schwedischer Sänger
20. April 1956: Beatrice Ask, Justizministerin Schwedens
20. April 1978: Neues Thronfolgegesetz in Schweden

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Dienstag, 19. April 2016

Die Künstlerin und Schriftstellerin Ruth Milles

Ruth Milles, geborene Andersson, kam am 19. April 1873 in Vallentuna zur Welt und geriet gewissermaßen in den Schatten ihres Bruders Carl Milles, obwohl Ruth, im Gegensatz zu ihrem Bruder sogar eine künstlerische Hochschulausbildung aufweisen konnte, denn die Künstlerin besuchte von 1892 bis 1893 die Tekniska Skolan in Stockholm um verbrachte anschließend vier weitere Jahre an der Königlichen Kunstakademie. 1998 zog Ruth Milles nach Paris, wo sich ihr Bruder bereits seit einem Jahr aufhielt, und unternahm, von dort aus, mehrere Studienreisen, insbesondere nach Deutschland.

In Frankreich arbeitete Ruth Milles sehr eng mit ihrem Bruder zusammen und gemeinsam gründeten sie eine Firma, die kleinere Bronzeskulpturen verkaufte. Die meisten dieser Skulpturen stellten Kinder oder Sagenfiguren dar. Bereits 1903 erkrankte die Künstlerin jedoch an Tuberkulose, kehrte daher nach Schweden zurück und richtete sich ein Atelier auf Lidingö ein, das sie zeitweise mit Olga Milles, der Ehefrau ihres Bruders, teilte. Die ersten Jahre auf Lidingö waren die produktivsten Jahre für Ruth Milles, denn sie wurde von Aufträgen geradezu überhäuft und verwirklichte, unter anderem, auch eine Büste von Jenny Lind.

Parallel zu diesen Aufträgen kamen Ausstellungen in Buenos Aires, Rom, San Francisco und zahlreichen anderen Städten. Ab 1916 wurde es für Ruth Milles jedoch immer schwieriger der Arbeit einer Skulpteurin nachzugehen und sie  begann sich mehr und mehr der Schriftstellerei zuzuwenden. Die Künstlerin beschränkte sich dabei nicht nur auf das Schreiben von Gedichten und Sagen, sondern illustrierte auch einige ihrer Werke. Im Jahre 1932, bereits schwer krank, zog Ruth Milles nach Rom, wo ihr nach einem kalten Brand auch ein Bein amputiert wurde. Die letzten Jahre ihres Lebens konnte sich Milles kaum noch bewegen und am 11. Februar 1941 starb die Künstlerin dann in Rom, wo sie auch begraben wurde.


19. April 1552: Olaus Petri und die schwedische Reformation
19. April 1632: Sigismund, ein König nicht wie die anderen
19. April 1738: Der schwedische Bischof Johan Wingård
19. April 1864: Der schwedische Architekt Erik Lallerstedt
19. April 1892: Sigfrid Lindström und die moderne Welt der Sagen
19. April 1916: Der Trollhätte-Kanal wird für den Verkehr geöffnet
19. April 1958: Von Trelleborg nach Sassnit
19. April 1986: Der schwedische Komponist Dag Wirén
19. April 2004: Per Verner-Carlsson, der Revolutionär des schwedischen Theaters

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Montag, 18. April 2016

Der schwedische Skiläufer Per-Erik Hedlund

Per-Erik Hedlund wurde am 18. April 1897 in Särnaheden in Dalarna geboren und gehört zu jenen Skiläufern Schwedens, die als Legende auch in Zukunft weiterhin existieren werden, und dies aus mehreren Gründen gleichzeitig. Hedlund, der in Schweden allgemein nur als Särna-Hedlund bezeichnet wird, war von Kind auf auf Skibrettern zu Hause, allerdings dienten diese nur der Fortbewegung und bis Anfang der 20er Jahre wagte der bekannte Skiläufer keinen Abfahrtslauf. Selbst über die Zeit als sich der Skiläufer sportlich für den Skilauf interessierte, kursiert noch die Legende, dass Särna-Hedlund sechs Tage im Wald arbeitete und nur den siebten Tag dem Skilauf widmete.

Die sportliche Karriere von Särna-Hedlund war relativ kurz, denn seine Teilnahme an den Olympischen Winterspielen im Jahre 1924 in Chamonix waren noch eine Katastrophe und erst sein Sieg beim Vasalauf zwei Jahre später brachte ihm den Ruf eines hervorragenden Skiläufers. 1928 gewann Per-Erik Hedlund dann nicht nur den Vasalauf, sondern er gewann in Sankt Moritz auch olympisches Gold im 50 Kilometer-Lauf, und dies mit einem Vorsprung von knapp 15 Minuten. Bereits nach einer Goldmedaille im Stafettenlauf während der Skiweltmeisterschaft in Innsbruck, wurde der Skilauf für Särna-Hedlund wieder ein Priatvergnügen.

Im Jahre 1928 trat der sehr eigenwillige Skiläufer Särna-Hedlund gleich zweimal mit einer „hitzigen“ Aktion an die Öffentlichkeit, die ihn weltberühmt machen sollten. Beim Vasalauf entschieden sich Särna-Hedlund und Sven Utterström den Sieg zu teilen. Als die Jury dann jedoch ausschließlich Hedlund zum Sieger erklärte, sägten die beiden Freunde die Gold- und Silbermedaille auseinander und löteten jeweils eine Gold- und eine Silberhälfte zusammen. Die Aktion während der Olympiade war noch bedeutender, denn der Skiläufer weigerte sich im schwedischen Blau anzutreten und bestand auf seinen weißen Skianzug, obwohl ihm der Nationaltrainer drohte ihn deswegen zu disqualifizieren. Nach seinem Olympiasieg wurde jedoch entschieden, dass die schwedischen Skianzüge nicht mehr blau, sondern weiß sein sollten.


18. April 1589: Prinz Johan verzichtet zweimal auf die schwedische Krone
18. April 1647: Der Künstler und Heraldiker Elias Brenner
18. April 1676: Fredrik I., König Schwedens dank seiner Ehefrau
18. April 1759: Thomas Thorild, der revolutionäre Schriftsteller des 18. Jahrhunderts
18. April 1854: Julia Nyberg und die philanthropischen Balladen des 19. Jahrhunderts
18. April 1896: Der Literaturwissenschaftler Henry Olsson
18. April 1896: Henry Olsson und die wissenschaftliche Literaturgeschichte
18. April 1962: Jan Björklund, der Kultusminister mit militärischem Hintergrund
18. April 1965: Der Priester, der sich für die Homosexualität einsetzt

Copyright: Herbert Kårlin

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Sonntag, 17. April 2016

Kid Severin, Schriftstellerin und Journalistin

Kid Severin, nach ihrer dritten Ehe eigentlich Anna Ingrid Cecilia Severin, kam am 17. April 1909 in Stockholm zur Welt und begann unmittelbar nach ihrer Hochschulreife für die schwedische Presse zu arbeiten, was in jenen Jahren bei Frauen relativ selten war, andererseits auch dazu führte, dass Severin, obwohl sie heute in weiten Kreisen vergessen ist, eine Legende wurde, der man sogar die Wortschöpfungen kändis (Promi) und doldis (große/großer Unbekannte) zuschrieb, obwohl sie diese beiden Begriffe kaum geschaffen hat, jedoch in der allgemeinen journalistischen Sprache tatsächlich verbreitete.

Kid Severin, die aus bescheidenen Verhältnissen kam, wechselte die ersten Jahre ihrer Tätigkeit von Zeitschrift zu Zeitschrift und arbeitete erst ab 1944 regelmäßig für die Abendzeitung Expressen. Als Journalistin von Frauen- und Damenzeitungen ging Severin einen sehr eigenen Weg, denn sie verkehrte in allen Kreisen um Informationen zu suchen, angefangen von Schwarzklubs bis zu Premierenpublikum und zu Königshäusern, wobei es ihr dabei gelang auch Türen zu öffnen, die selbst männlichen Journalisten jener Zeit verschlossen blieben. Entsprechend war sie von Redaktionen gesucht und konnte sich einen treuen Leserkreis schaffen.

Auch wenn Kid Severin vor allem als Journalistin bekannt war, so schrieb sie auch Bücher und Fernsehmanuskripte. Und die Ehen mit Gösta Bruncrona und später mit Gustaf Severin ließen Severin auch persönlich im gesellschaftlichen Rang aufsteigen. Ihr Erfolg als Autorin lag jedoch nicht nur daran, dass sie sehr vielen wichtigen Personen Schwedens sehr nahe kam, sondern dass sie einen Artikel in Literatur verwandeln konnte, der trotzdem leicht zu lesen und amüsant war. Kid Severin spielte mit Worten, vermied jedoch jede Kritik, ein Zug, der ihr zu sehr vielen Informationen verhalf. Nach einer Legende konnte man die Schriftstellerin und Journalistin Kid Severin bei Empfängen immer mit einem Glas Champagner in der einen Hand und dem Notizheft in der anderen Hand beobachten, denn es gab keine Sekunde in der sie ihre Umgebung nicht nach einem Stoff absuchte.


17. April 1742: Arvid Horn, der heimliche Regent Schwedens
17. April 1870: Der schwedische Architekt Lars Israël Wahlman
17. April 1900: Das Sahlgrenska Universitätskrankenhaus in Göteborg
17. April 1907: August Strindbergs "Ein Traumspiel" hat Uraufführung
17. April 1920: Bengt Anderberg, der Schriftsteller der schwedischen Erotik
17. April 1929: Alfred Berg entdeckt als Student die Musik
17. April 1970: Rudolf Petersson und der berühmteste Rekrut Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 16. April 2016

Die schwedische Künstlerin Margot Öjemark Wiik

Margot Öjemark Wiik kam am 16. April 1938 als Tochter eine Bauingenieurs in Gävle zur Welt und begann mit 16 Jahren eine künstlerische Ausbildung in der Reybekiels Kunstschule in Stockholm, der sie zwischen 1956 und 1961 ein Kunststudium am Konstfack anschloss. Unmittelbar nach Abschluss des Studiums hatte Öjemark die Chance ein Jahr lang als Designerin in der Porzellanfabrik Rörstrand zu arbeiten und damit eine gewisse praktische Erfahrung sammeln, denn ihr Ziel war von Beginn an freie Künstlerin zu werden um unabhängig arbeiten zu können.

Im Jahre 1964 ging dann der erste größere Auftrag bei Margot Öjemark Wiik ein, denn sie sollte ein zeitloses Muster für ICA schaffen, das vom Großkonzern ICA noch heute verwendet wird. Im Folgejahr begann Öjemark dann in ihrer eigenen Werkstatt in Brottby zu arbeiten, um jedoch bereits 1972 auf Gut Ingalunda in Bjuråker bei Hudiksvall zu verlagern.  Seit 1989 hat die Künstlerin nun ihre Werkstatt und ihr Atelier „Keramikbrunnen“ im zentralen Hudiksvall. Alle Kunstwerke Öjemarks tragen das Zeichen MÖW, die Anfangsbuchstaben ihres Namens Margot Öjemark Wiik.

Margot Öjemark Wiik gilt als skulpturale Künstlerin, die ihre Stärke vor allem in der Keramik zeigt, wobei sie hierbei nicht nur Tassen, Kannen und Vasen schafft, sondern vor allem durch ihre Gesichter, ihren Wandschmuck und ihre Vögel bekannt wurde. Werke Öjemarks, die auch mehrere Ausstellungen in Norwegen, Deutschland und Finnland hatte, findet man in zahlreichen Museen Schwedens, unter anderem in Sundsvall, Skara und Oskarshamn. Da die Künstlerin auch häufig mit der Schaffung von öffentlicher Kunst beauftragt war, sind zahlreiche ihrer größeren Werke auch in den verschiedensten Schulen Schwedens zu finden.


16. April 1851: Ernst Josephson, der Künster des Wahnsinns
16. April 1862: Hanna Rönnberg, Schriftstellerin und Künstlerin
16. April 1910: Gunnel Beckman, vom Kriminalroman zum Kinderbuch
16. April 1937: Henric Westman und die Stadt Linköping
16. April 1943: Schwedische U-Boot HMS Ulven spurlos verschwunden
16. April 1964: Der schwedische Jazzmusiker Esbjörn Svensson

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 15. April 2016

Die schwedische Sängerin Amy Diamond

Amy Diamond kam am 15. April 1992 als Amy Deasismont mit englischem Vater und schwedischer Mutter in Norrköping zur Welt und kam mit ihren Eltern im Alter von zehn Monaten nach England. Mit Viereinhalb zog die Familie jedoch zurück nach Schweden. Das erste große Hobby der späteren Sängerin war Eiskunstlauf, wo sie bis zur Silbermedaille in der regionalen Meisterschaft kam. Da Diamond jedoch gleichzeitig viel zu singen begann, musste sie bald zwischen Eiskunstlauf und Singen wählen. Ab 1999 nahm Amy Diamond dann an zahlreichen Nachwuchswettbewerbs teil und im Jahre 2004 gewann sie bei Mix Megapol den ersten Preis und durfte eine Single aufnehmen, wobei Diamond um diese Zeit bereits durch zahlreiche Fernsehauftritte in ganz Schweden bekannt war.

Der Durchbruch für Amy Diamond kam bereits ein Jahr später, als die junge Sängerin gerade einmal zwölf Jahre alt war, denn What´s in it for Me wurde in ganz Skandinavien ein Hit und wurde selbst in Polen der meist gespielte Song des Jahres. Über Monate hinweg fand man Diamonds Song in den schwedischen Toplisten. Neben der Schule, die sie später mit einer Friseurausbildung abschloss, spielte Diamond 2006 und 2007 auch kleinere Rollen für das Fernsehen und es entstanden drei Alben. Als Amy Diamond 2008 auch noch eine Weihnachtsplatte mit klassischen und neuen Weihnachtsliedern auf den Markt brachte, war die Karriere der damals 16-Jährigen nicht mehr zu bremsen.

Im Jahre 2008 nahm Amy Diamond mit Thank You an der schwedischen Vorausscheidung des Eurovision Song Contests teil, kam direkt ins Finale, aber musste sich dann mit dem achten Platz zufrieden geben. Mit It's my life, mit dem Diamond im Folgejahr erneut am Melodifestivalen, der Vorausscheidung zum ESC, teilnahm, kam sie nicht einmal ins Finale. Während die Karriere als Sängerin ab dieser Zeit relativ ruhig verlief, wurde Diamond für Ihre Hauptrolle im Film Min lilla syster des Jahres 2015 von der Presse extrem gelobt und für mehrere Filmpreise nominiert. Diamond versucht nun Musik, Film und eine Arbeit als Fernsehmoderatorin zu verbinden.


15. April 1624: Gustav II. Adolf gründet die Stadt Sala
15. April 1659: Der Befehlshaber Adam Ludwig Lewenhaupt
15. April 1931: Tomas Tranströmer und die Renaissance der klassischen Versform
15. April 1931: Die Lyrik des Tomas Tranströmer
15. April 1942: Erik Femström, als Sänger bekannt unter dem Namen Jerry Williams
15. April 1942: Ludvig Nordström und das Paradies in Nordschweden
15. April 1990: Greta Garbo, von der Friseuse zum Weltstar

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 14. April 2016

Anna Kinberg Batra, Vorsitzende der Moderaterna

Anna Kinberg Batra kam am 14. April 1970 als Anna Kinberg in einer sehr gut situierten Familie in Stockholm zur Welt und verbrachte einen Teil ihrer Kindheit in den Niederlanden, überwiegend jedoch in Stockholm. Kinberg Batra besuchte den naturwissenschaftlichen Zweig im Gymnasium, studierte jedoch nach ihrer Hochschulreife Französisch und Holländisch. Nach Abschluss dieses Studiums besuchte die Politikerin die Handelshochschule in Stockholm, wo sie ihr Studium im Jahre 2000 als Diplomkauffau abschloss. Neben ihrer politischen Tätigkeit arbeitete sie von 2000 bis 2005 in der Werbebranche und anschließend ein Jahr an der Stockholmer Handelskammer.

Weitaus wichtiger als eine Karriere in der Wirtschaft war Anna Kinberg Batra indes die Politik, denn bereits 1983 trat sie dem Jugendverband der Moderaterna (MUF) bei und 1993 wurde sie, ohne politische Ausbildung, von Carl Bildt in der Regierungskanzlei als politische Beraterin beschäftigt. Seit dieser Zeit hatte Batra Kinberg dauerhaft wichtige Rollen innerhalb der Partei, wobei sie zum Aufstieg auch gerne Methoden der Werbung verwendete, die nicht unbedingt von Seriosität sprechen. Nachdem ihre Aussage im Jahre 1998, dass Stockholmer cleverer seien als Landbewohner, nicht sehr gut ankam, versprach sie  bei der Parlamentswahl 2002 Nacktbilder und Geheimnisse ihres Sexlebens. Diese Werbung reichte zwar nicht ganz für den Einzug ins Parlament, aber machte Kinberg Batra berühmt, auch wenn das Nacktbild nur ein kleines Stück Haut war, das man dem Körper nicht zuordnen konnte und die Geheimnisse des Sexlebens sich als Tipps für Unternehmer herausstellten.

Erst 2006 wurde die Politikerin Anna Kinberg Batra dann ins Parlament gewählt, neben ihrer Wahl in den Stadtrat von Nacka, und wurde erst die Vorsitzende des Europa-Ausschusses, später des Finanzausschusses, und ab 2010 auch Gruppenführerin der Moderaterna. Als Fredrik Reinfeldt nach dem Wahlverlust 2014 unmittelbar von seinem Amt als Parteivorsitzender zurücktrat, wurde Kinberg Batra zu seinem Nachfolger gewählt. In dieser Rolle vertrat die Politikerin die Moderaterna bei allen Verhandlungen mit der Regierung Löfven und konnte auch einige wichtige Punkte der Partei innerhalb der neuen Regierung durchsetzen. Auch bei ihrer Vorbereitung auf die kommende Wahl, entdeckt man sehr viel Werbeverhalten Kinberg Batras, da ihre Ideologie zu sein scheint alle Maßnahmen des linken Flügels PR-mäßig zu diskreditieren und durch wage Versprechen die Wähler der extrem rechten Bewegung Schwedens zu gewinnen.


14. April 1552: Der schwedische Reformator Laurentius Andreae
14. April 1891: Karl Gerhard, der König der schwedischen Revue
14. April 1924: Eine Straßenbahn, die mit Benzin fährt
14. April 1927: Der erste Volvo läuft vom Band
14. April 1954: Tetra Pak, eine schwedische Marke und Erfindung
14. April 1984: Marianne Aminoff, der unbekannte Filmstar

Copyright: Herbert Kårlin

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